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Thrill hoch 10! - Worte können lügen. Knochen nicht
Das vermisste Mädchen hat Tempe Brennan nie vergessen. Auch wenn es damals noch kein Fall für sie war. Tempe war 13 Jahre alt, als ihre beste Freundin Evangéline ohne Abschied spurlos verschwand. Nun liegen Jahre alte Knochen eines weiblichen Teenagers zur forensischen Untersuchung vor Tempe und reißen alte Wunden auf. Hängt dieser Skelettfund mit Evangélines Verschwinden zusammen? Haben die Parallelen zu einer Reihe von Mädchen, die in den letzten Jahren in Quebec verschwanden, etwas zu bedeuten? War Evangéline das erste Opfer eines Serientäters? Tempe findet unerwartete Antworten an unerwarteter Stelle: in einem besonders dunklen Kapitel der Geschichte Kanadas ...
Knochen sprechen ihre eigene Sprache: Jahrzehnte alte Gebeine, jüngst verschwundene Mädchen, ein Trauma aus Kindertagen - der neue Fall trifft Tempe Brennan bis ins Mark.
| Verkaufsrang: | 3.683 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-641-06790-1 |
| EAN: | 9783641067908 |
| Originaltitel: | Bones to Ashes |
| Erschienen: | 29.06.2011 |
| Verlag: | Karl Blessing Verlag |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 384 |
| Übersetzer: | Klaus Berr |
| Erschienen bei: | Karl Blessing Verlag |
| Übersetzt von: | Klaus Berr |
| Spieldauer: | 541 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Die Anthropologin und Schriftstellerin Kathy Reichs kam 1950 in Chicago, Illinois zu Welt. Dort wuchs sie mit ihren drei Schwestern auf, während ihr Vater als Geschäftsführer und ihre Mutter als Musikerin im städtischen Symphonie-Orchester für die Familie sorgten. Ihr Studium schloss sie als Ph.D. mit Auszeichnung ab. Schon im Alter von 19 Jahren heiratete Kathy Reichs den Untersuchungsrichter Paul Reichs, zusammen haben sie drei Kinder. Einen festen Wohnsitz hat Kathy Reichs nicht, sie pendelt meist wegen ihrer Arbeit zwischen Charlotte und Montreal. Sie ist eine von nur sehr wenigen zertifizierten forensischen Anthropologen in Kanada und den USA und arbeitet für verschiedene medizinische Institutionen, ist als Professorin an Universitäten tätig und doziert auch an der Akademie des FBI. Selbst für die Regierung war Kathy Reichs schon im Einsatz. Neben ihren Romanen hat sie zahlreiche wissenschaftliche Schriften veröffentlicht. Für ihren Debütroman "Tote lügen nicht" im Jahr 1997 erhielt sie den "Arthur Ellis Award" und startete so den Beginn als erfolgreiche Romanautorin mit ihrer Krimireihe der Temperance Brennan. Die Romane wurden bisher in über 15 Sprachen übersetzt. Die erfolgreiche TV-Serie Bones basiert auf ihren Romanen und wird von Kathy Reichs mitproduziert. Privat engagiert Kathy Reichs sich für soziale Einrichtungen und versucht soweit es geht ihr Leben von der Öffentlichkeit abzuschirmen.
Meinung der Redaktion
Hier kämpft eine Frau mit allen Mitteln um Gerechtigkeit - Gerechtigkeit für diejenigen, die ihre Stimme nicht mehr erheben können: die Vergessenen, die Verstümmelten, die unbekannten Toten. Ein außergewöhnlich sensibles Buch, das trotz der kalten und nüchternen Wahrheiten der Forensik eine immense menschliche Wärme entfaltet.
Klaus Berr, geb. 1957 in Schongau, Studium der Germanistik und Anglistik in München, einjähriger Aufenthalt in Wales als "Assistant Teacher", ist der Übersetzer von u.a. Lawrence Ferlinghetti, Tony Parsons, William Owen Roberts, Will Self.
von Melanie Böhm, am 01.05.2012
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"25 (S. 194-195)
Ich eilte in die Bibliothek, zog den Atlas heraus, in dem ich schon am Samstag nachgesehen hatte, und blätterte zur selben Karte. Sheldrake Island lag in der Mündung des Miramichi River. Ich schlug in einem Lexikon nach. Sheldrake. Brandente. Verschiedene Arten von Altweltenten der Art Tadorna ... Ente. Brand. Brandente. Enteninsel. Brandenteninsel. Sheldrake Island. Und bec scie war eine Ente. Konnte Sheldrake Island das englische Äquivalent der Île-aux-Becs-Scies sein? War es das, was mein Unterbewusstsein mir hatte mitteilen wollen? Konnte Jerry O'Driscolls Streuner, der einstige Archäologe Tom Jouns, das Skelett des Mädchens von Sheldrake Island entwendet haben? Ich kehrte in mein Büro zurück und loggte mich ins Internet ein. Bevor Google ganz geöffnet war, klingelte schon wieder das Telefon. Diesmal war es Harry.
»Hast du den forensischen Linguisten schon angerufen?« »Noch nicht.« Harry bediente sich Schweigen, um ihr Missfallen auszudrücken. »Ich werde es noch tun.« »Wann?« »Noch heute Morgen.« Wieder summte tadelnde Stille im Hörer. »Ich mache es gleich.« »Gut.« »Was treibst du so?« »Nicht viel. Ich lese diese Gedichte. Sie sind wirklich ziemlich schön.« Ich merkte, dass sie deprimiert war. »Harry, weißt du noch, wie wir immer gekocht haben, wenn Mama mal wieder einen schlechten Tag hatte?«
»Ja.« »Lass uns das heute Abend machen. Wir beide gemeinsam.« »Du warst damals ziemlich rechthaberisch.« »Such dir ein Rezept aus. Ich mache den Hilfskoch.« »Du rufst den Linguisten an?« »Sobald ich aufgelegt habe.« »Wie wär's mit dem Gericht, das wir damals immer mit Hähnchen und Kartoffelbrei zauberten?« »Perfekt.« »Werden sie mich in dem kleinen Lebensmittelladen an der Sainte-Catherine überhaupt verstehen?« »Sprich Englisch. Nicht Texanisch.« »Haha!« »Und Harry.« Ich zögerte kurz. »Pass auf dich auf.«
»Warum?« »Sei einfach vorsichtig.« Rob Potter schloss eben seine Doktorarbeit in Anthropologie ab, als ich mit meiner Promotion an der Northwestern anfing. Älter und weiser, wie er war, war er mir ein Ohr gewesen, das mir zuhörte, und eine Schulter, an der ich mich ausweinen konnte. Ganz zu schweigen davon, dass so ziemlich jedes Mädchen heimlich in ihn verknallt war. Es klingt zwar unwahrscheinlich, aber bevor er Akademiker wurde, war Rob ein echter Rockstar gewesen.
Hatte in Woodstock gesungen. Hatte Lederjacken und hinternbetonende Goldlaméhosen getragen. Kannte Hendrix, Lennon und Dylan. Seiner Aussage nach hatte er die Bühne verlassen, weil die Rockmusik nach dem Tod von Jimi und Janis ihre Strahlkraft verloren hatte und weil er sich seine Zukunft lieber als alternder Professor denn als alternder – oder toter – Rockstar vorstellte. Während ich mich mit Knochen abmühte, analysierte Rob Sprache und konzentrierte sich dabei auf ihren Kontext in anderen semiotischen Systemen und Modalitäten. Er erklärte mir einmal, was das bedeutet. Und ich verstand. In gewisser Weise.
Rob gehörte jetzt zur Fakultät an der Columbia. Wie ich hatte auch er sich von Polizisten und Juristen, die sein Fachwissen benötigten, in die Forensik ziehen lassen. Obwohl wir noch nie gemeinsam an einem Fall gearbeitet hatten, machten wir doch oft Witze über die Möglichkeit. Ich schlug im Mitgliederverzeichnis der American Academy of Forensic Sciences nach. Rob war aufgeführt. Ich wählte. Er meldete sich. Ich nannte meinen Namen. »Ich habe an dich gedacht.«"