Ganz nah dran (Kripo Köln Bd. 1)
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Ganz nah dran (Kripo Köln Bd. 1)

von Christa Leinweber

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Ganz nah dran (Kripo Köln Bd. 1)

Ganz nah dran (Kripo Köln Bd. 1)

von Christa Leinweber

EAN: 9783937544335

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Als die allein erziehende Kölner Hauptkommissarin Hanna Winter aus dem Urlaub zurückkommt, erwartet sie ein Fall, der ihr besonders unter die Haut geht. Im Kölner Nobelviertel Marienburg ist ein bekannter Professor ums Leben gekommen und Hanna fühlt sich im Zuge der Ermittlungen plötzlich in die Vergangenheit zurückversetzt. Gut, dass es Michael Sander, den neuen Mann in Hannas Leben gibt...

Produktdetails

ISBN-10: 3-937544-33-X
EAN: 9783937544335
Erschienen: 01.01.2010
Verlag: Hopf Verlag
Einband: PDF
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 74
Erschienen bei: Hopf Verlag
Spieldauer: 537 KB
Kapitel: 0
Medium: PDF
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Ganz nah dran (S. 21-22)
Nach Dienstschluss besuchte Hanna ihre Eltern, die unweit des Kommissariats wohnten. Wie immer, wenn sie sich ihrem Elternhaus näherte, beschlich sie ein beklemmendes Gefühl, das sie rasch zu ignorieren versuchte. Als Hannas Mutter die Tür öffnete und ihre Tochter sah, verwandelte sich ihr bedrückter Gesichtsausdruck augenblicklich in ein glückliches Strahlen.
»Hanna, Kind, wie schön dich zu sehen. Gut schaust du aus, braun gebrannt und erholt. Komm herein, ich mache uns eine Kleinigkeit zu essen.«
»Ist Papa auch da?«, Hannas Frage klang etwas angespannt.
»Ja, Kind, er sitzt in seinem Arbeitszimmer und ordnet die Zeitungsartikel, die ihn als Solisten erwähnen. Das wird noch dauern. Du kannst ja nach oben gehen, um ihn zu begrüßen, und ich mache uns in der Zwischenzeit ein paar Schnittchen.«
»Für mich nicht, Mama, ich will gleich noch mit Julian zu Abend essen. Aber einen Tee nehme ich gerne.« Gerade als Hanna sich anschickte die Treppe zur ersten Etage hinaufzugehen, hörte sie, dass der Vater die Tür seines Arbeitszimmers öffnete und zu ihnen hinunterkam.
»Lotte, wo bleibt denn mein Wasser?«, ertönte die ungehaltene Stim-me Rupert Winters von oben. »Ich hatte dich doch gebeten, mir eine neue Flasche zu bringen. Alles muss man in diesem Haus selber machen. Scheinbar bist du unfähig, mir zuliebe etwas dazuzulernen. Ach, Hanna, du bist auch da? Na, was macht die Verbrecherjagd? Gibst du mir jetzt endlich das Wasser, Lotte, oder wie lange soll ich hier noch stehen?«
»Warte, Papa, ich gehe schnell in den Keller.« Und zu ihrer Mutter, die gerade aus der Küche kam, sagte sie: »Lass nur Mama. Ich hole das Wasser schon.«
Gesenkten Kopfes verschwand Lotte Winter wieder in der Küche. Auf dem Weg in den Keller überkam Hanna wieder die alte, ohnmächtige Wut, die sie als Kind schon verspürt hatte, wenn der Vater die Mutter wie eine Dienstbotin herumkommandierte. Hinter seiner Person, der als Geigensolist an der Oper oft im Mittelpunkt stand, hatten Felix, ihr vier Jahre jünger Bruder und sie, immer zurückstehen müssen, und nicht nur das. Ungerechtigkeiten waren von Seiten des Vaters an der Tagesordnung gewesen und seine Wutausbrüche fürchteten sie alle bis heute. Hanna wunderte sich, dass sie in ihrem Elternhaus, nunmehr als gestandene Frau, trotzdem noch immer nicht in der Lage war, ihrem Vater »Paroli zu bieten«. So schwieg sie auch heute wieder, um die Situation nicht eskalieren zu lassen und die Mutter zu schützen, die dem Vater gegenüber hilflos und Auseinandersetzungen mit ihm kaum gewachsen war.
Nachdem der Vater wieder in seinem Arbeitszimmer verschwunden war, atmeten Mutter und Tochter auf. Sie plauderten bei einer Tasse Tee, Hanna berichtete von Julian und ihrem Urlaub und stellte erleichtert fest, dass die blassen Wangen ihrer Mutter sich während ihres Ge-spräches röteten und ihr Gesicht einen entspannten Ausdruck annahm. Das änderte sich schlagartig, als Hanna aufstand, um sich zu verabschieden.

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