BuchhändlerInnen im Portrait

aus Linz

Gesamte Rezensionen
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Abteilung
Belletristik / Fachbuch
Funktion
Abteilungsleiter Buch
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Meine Rezensionen

  • Das Scherbengericht
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    Eine transatlantische Tragödie
    Rezension vom 09.02.2011
    Der Titel von A.F.Th. van der Heijden`s monumentalen Roman bezieht sich auf ein Verfahren der griechischen Antike, bei dem wohlgemerkt nur die Bürger (nicht also die Sklaven und das mindere Volk) durch das ritzen eines Namens auf eine TonSCHERBE darüber abstimmten, wer für ein Jahr aus der Polis verbannt werden sollte. Bei van der Heijden sind das, natürlich verschlüsselt, der Regisseur Roman Polanski und der Verbrecher Charles Manson. Der eine verführt eine Minderjährige, der andere lässt die (hochschwanger) Frau der ersten bestialisch ermorden. Und dann begegnen sich die beiden im Gefängnis. Und sie reden, bis sie einander erkennen. Und darüber hinaus. Der Dialog der beiden – durchbrochen durch Reflexionen und Erinnerungen des Regisseurs – bestimmt das Scherbengericht, indem es die Mythen der beiden zu- und gegeneinander führt. Ein packender Plot. Und Van der Heijden versteht es meisterlich, den Leser in diese real-fiktive Geschichte hineinzuziehen.
  • Theorie der Unbildung
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    Ein Muss
    Rezension vom 26.07.2010
    Vorweg: der „Wissenschafter des Jahres 2007“ beschäftigt sich, hauptsächlich, mit jenem Bereich der Bildung, oder eben Unbildung, in dem er selbst seit vielen Jahren tätig ist – dem Universitären.
    Seine Theorie ist ein polemischer Angriff auf die so genannte Wissensgesellschaft, die er als Informationsgesellschaft entlarvt. Frei nach dem Motto, man brauche nur zu wissen, wo man nachzusehen hat. Was mit Wissen, Liessmann definiert den Begriff nach Humboldt als Mittel zu Selbsterkenntnis und Freiheit, nicht unbedingt etwas zu tun haben muss. Fazit: dieses Buch bereitet ein intellektuelles Vergnügen, dem sich nicht nur Menschen hingeben sollten, die im Bereich der Bildung tätig sind.
  • Das Alphabet der Zeit
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    Gerhard Roth...
    Rezension vom 09.07.2010
    …ist verglichen mit anderen zeitgenössischen Literaten österreichischer Provenienz einer der akribischsten, wenn es um das Sammeln von Material für ein Werk geht. Gerhard Roth muss alles ganz genau wissen, gesehen und verstanden haben, ehe er über etwas schreibt. Bei seinen zahlreichen Romanen ebenso, wie in seiner monumentalen, autobiographischen Erzählung „Das Alphabet der Zeit“, in der der Autor seiner eigenen Kindheit und Jugend auf den Grund geht und sich aus dieser heraus als Schriftsteller findet und definiert. Roth liefert aber auf den 830 Seiten natürlich nicht nur die Geschichte seiner persönlichen Erfahrungen und Empfindungen während der Nachkriegszeit (Geboren 1942), sondern auch ein sensibel formuliertes Dokument Zeitgeschichte.