Tokio im Jahr Null,  Band 1

Tokio im Jahr Null, Band 1

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2010

von David Peace

Buch

gebunden (408 Seiten)

3. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Vor der Nachkriegskulisse Tokios, zwischen Häuserruinen und zerbombten Straßenzügen, jagt ein Polizist von zweifelhafter Identität einen eiskalten Serienmörder. Der spektakuläre Auftakt zu David Peaces lang erwarteter Tokio-Trilogie.
Tokio, 1946: die Hölle auf Erden. Die Stadt liegt in Trümmern, ebenso wie die Seelen ihrer Bewohner. Es herrschen Angst und Korruption, niemand ist der, der er zu sein vorgibt. Inmitten der Schuttberge geht ein brutaler Serienmörder um, der junge Frauen missbraucht und erdrosselt. Die Polizei verhaftet schnell einen Verdächtigen, der aber nur einen der Morde gesteht. Inspektor Minami ist gezwungen, ältere Fälle neu aufzurollen, um den Täter zur Strecke zu bringen. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch auf Minamis Schultern lastet eine schwere Schuld ...

Produktdetails

ISBN-10: 3-935890-65-6
EAN: 9783935890656
Originaltitel: Tokyo Year Zero
Erschienen: 24.08.2009
Verlag: Liebeskind
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 3. Auflage
Seitenzahl: 408
Gewicht: 620 g
Übersetzer: Peter Torberg
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Peter Torberg

Peter Torberg, Jahrgang 1958, wusste mit Anfang 20 genau wie William T. Vollmann, wie die Welt zu retten sei. Mittlerweile verbessert er sie vor allem durch seine Übersetzungen. Er hat Paul Auster, Michael Ondaatje, Mark Twain, Irvine Welsh und Oscar Wilde ins Deutsche übertragen. Peter Torberg lebt in Bayern.

David Peace

David Peace wurde 1967 im Westen Yorkshires geboren. Nach einem Studium an der Technischen Hochschule von Manchester arbeitete er jahrelang als Englischlehrer in Istanbul. Heute lebt er mit seiner Familie in Tokyo. David Peace wurde u. a. mit dem Grand Prix du Roman Noir ausgezeichnet und in die renommierte Granta s List of Best Young British Novelists aufgenommen

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Kundenrezensionen

  • Zu Schwerfällig Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 30.11.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Leider hat mich das Buch gar nicht fesseln können. Ich bin ein grosser Japan Fan. Das war wohl der Hauptgrund, weshalb ich mir diesen Roman gekauft habe. Leider kam ich mit dem Schreibstil überhaupt nicht klar. Ich verlor mich in den ständigen Wiederholungen und deshalb ist bei mir wohl auch zu wenig Spannung angekommen.
    Wie mein Vorredner geschrieben hat, lohnt es sich, zuerst etwas probezulesen, denn ich kann mir vorstellen, dass wenn man mit dem Stil etwas anfangen kann und es hinkriegt alle Japanischen Namen den jeweiligen Personen zuzuordnen eine Grossartige Geschichte erzählt bekommt.

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  • schwere Kost - aber großartig! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Hendrikje Adriani, am 23.10.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Tokio 1946: der Krieg ist zuende und es herrscht das blanke Chaos. Es gibt nicht genug zu essen, die hygienischen Verhältnisse sind unterirdisch, jeder versucht, sich irgendwie durchzuschlagen - mal legal, mal weniger legal. Und irgendwie ist auch niemand der, der er zu sein scheint.
    In diesem ganzen Durcheinander passieren mehrere Morde an jungen Frauen, die von einem Kommissar der Krininalpolizei aufgeklärt werden müssen, was sich als nicht ganz einfach herausstellt.
    David Peace beschreibt den Alltag des Ermittlers quälend genau und lässt dabei nichts aus: dass er sich kratzt, weil überall Läuse sind, dass er Essen für seine Familie auftreiben muss, dass er seine Geliebte besucht, die fast verhungert, dass er keine Zeit zum schlafen hat, es ist teilweise kaum auszuhalten, aber genau deshalb so beeindruckend. Man ertappt sich selbst bei dem Gedanken: warum ermitteln die überhaupt, es stirbt doch sowieso andauernd jemand? Interessiert das überhaupt jemanden? Das Grauen des Krieges und seiner Folgen wird auf sprachlich gewaltige Art und Weise greifbar gemacht - ganz großes Kino!

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  • Opus Magnum im Jahr Null Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 24.08.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es gibt viele gute Krimis und viele gute Schriftsteller die diese schreiben. David Peace ist einer der Besten.
    Schon mit dem Red Riding - Quartett bewies er sein Können für Fakten und Fiktion und verstand es meisterlich dem Leser die Spannung, den Nervenkitzel und das so anders sein mit der Wucht eines krachenden Hiebs entgegenzuschmettern. Ausweg? Gibt es keinen!

    Mit Tokio im Jahr Null setzt er seiner Yorkshire-Sippe die Krone auf. Auf über 400 Seiten taucht man in den kriegerisch, trügerischen Kosmos des David Peace ein. Statt Yorkshire befindet man sich nun in Tokio, als dieses die Stunde Null nach der Kapitulation gegenüber den USA einleitet. Der Zweite Weltkrieg umgibt einen wie ein eisiger Wind, ist aber nie zu aufdringlich und bittet nur den Rahmen für die Kriminalgeschichte, die sich vornehmlich um die Morde an mehreren Frauen, teils Mädchen, dreht. Ein Inspektor von zweifelhaften Ruf und mit einer wenig lupenreinen Vergangenheit ("Niemand ist der, der er zu sein vorgibt...") stellt sich seiner eigenen Psyche und der Tokios entgegen, um am Ende zwar zur Aufklärung der Mordserie mit beigetragen zu haben, aber der mit dem Gefühl zurückbleibt, Schuld und Sühne nie ganz abspenstig geworden zu sein.
    Die Charakterzeichnung gehört nur teils zu Peace Stärken. Die Inszenierung selbiger ist es, was der Brite so meisterlich beherrscht. Er verbindet die einzelnen Elemente kongenial miteinander, so dass die erfundene Krimi-Fiktion ohne Fehl und Tadel mit den gut recherchierten Fakten um Kodaira Yoshio und den Morden verschmilzt. So wirft sich einem ein Kaleidoskop aus Mord und Totschlag, Verzweiflung und Wehmut, Verletzlichkeit und Zwang entgegen, und formt eine Handlung die sich nach und nach wie eine Blutlache vor einem ausbreitet. Man riecht das Blut förmlich, fühlt den Angstschweiß, kann seine Augen vor der Stunde Null nie verschließen, will es auch gar nicht.

    Wer mit dem Peace'schen Stil keine Schweremut gleichsetzt, noch Probleme beim lesen der vielen Text-Wiederholungen und des als Stakkato-Stils bezeichneten Aufbaus hat, der verliert sich in höllisch guter Unterhaltung auf kaum zu toppenden Niveau.
    Probelesen sei für alle Unwissenden durchaus empfohlen, um nicht mit einem blauen Auge aufzuschlagen; Peace bringt nicht jedem Frieden. Seinen Charakteren am aller wenigsten.

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  • Einfach großartig! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Stephan Lenzner, am 15.01.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Roman von David Peace ist für mich das Buch des (noch jungen) Jahres 2010. Selten habe ich etwas Eindringlicheres gelesen als die atmosphärischen Beschreibungen der Trümmerlandschaft Tokios 1945/46, oder besser im Jahre Null nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In dieser Szenerie muss Inspektor Minami eine Reihe von Frauenmorden aufklären. Eine verstörende, schwierige Lektüre, die uns der Autor zumutet. Denn der Erzählfluss wird ständig von abschweifenden Gedanken des Protagonisten gebrochen, die mal mehr mal weniger zur momentanen Handlung passend, Einblicke in dessen verborgene, düstere Vergangenheit geben. So erfordert das Lesen höchste Konzentration und ist das Gegenteil von Lektüre „zum Abschalten“. Aber genau das hat mich so an diesem Buch fasziniert. Ich wurde mitgerissen in diesem Sog aus klaustrophobischer Angst, Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung, in der ein Einzelner in einer Gesellschaft von Kriegsverlierern ums Überleben und gegen die Schatten der Vergangenheit kämpft. Einen schier aussichtslosen Kampf.
    Dieses Buch hat mich erschöpft und deprimiert wieder ausgespuckt und dennoch sehr glücklich gemacht. Wann kann man das schon mal behaupten?

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