Das Buch Gabriel

Roman

von DBC Pierre

Buch

gebunden (378 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

In seinem Roman "Das Buch Gabriel" zeigt uns der Träger des Booker Prize DBC Pierre unsere Gegenwart, als hätten Burroughs, de Sade und David Foster Wallace sich zusammengetan: als letztes großes Gelage. Gabriel Brockwell, als Idealist und Alltagsphilosoph dem Alkohol und den Drogen nicht abgeneigt, hat genug vom Leben. Er beschließt, sich umzubringen, doch halt: nicht sofort. Vorher will er es noch einmal richtig krachen lassen. Seine Reise führt ihn von einer englischen Entzugsklinik nach Tokio, wo er eine Nahtoderfahrung in einem japanischen Restaurant hat, und weiter nach Berlin, wo ein orgiastisches Bacchanal in den Katakomben des Flughafens Tempelhof stattfinden soll - immer dem Genuss verpflichtet, auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Mit dem Leben fertig und doch noch nicht tot: Gabriel ist im Zwischenreich der endgültigen Gedanken angelangt, dem Fegefeuer der letzten Erkenntnisse. Das Motto: Dekadenz. Das Buch Gabriel ist eine grandiose Allegorie unserer Zeit und ihrer Huldigung des Banalen. Es ist zugleich die unsagbar traurige, unendlich komische und unbeirrt optimistische Geschichte von einem, der lieber untergeht, als sich anzupassen. Und während Gabriel seine Abenteuer erlebt, sehen wir ihm dabei zu, wie er vor unseren Augen auseinanderfällt - und neu aufersteht.

Produktdetails

ISBN-10: 3-8218-6152-5
EAN: 9783821861524
Originaltitel: Lights Out in Wonderland
Erschienen: 23.08.2011
Verlag: Eichborn Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 378
Länge/Breite: 221mm/135mm
Gewicht: 595 g
Übersetzer: Kirsten Riesselmann
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DBC Pierre

DBC Pierre wurde für seinen ersten Roman "Jesus von Texas" mit dem Booker Prize, dem Whitbread First Novel Award und dem Bollinger Everyman Wodehouse Award ausgezeichnet. "Bunny und Blair" ist sein zweiter Roman. DBC Pierre lebt im County Leitrim, Irland.

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Buchhändlertipps

  • EINE EINZIGE ORGIE! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Walter Fürhacker, am 19.03.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Salzburg / Europark

    »LIMBUS« - nach traditioneller, heute weitgehend aufgegebener katholischer Lehre die Vorhölle als Aufenthaltsort der vorchristlichen Gerechten und der ungetauft gestorbenen Kinder.

    Genau diesen Aufenthaltsort sucht Pierres Romanfigur, aus nicht ganz so einfachen Gründen.
    Gabriel Brockwell möchte sich umbringen und das nicht unbedingt sofort und nicht ohne vorerst mit seinem Freund diesen Ort der Vorhölle aufzusuchen.
    Aufgrund seiner Drogensucht zwingt Gabriels Vater ihn in eine Entzugsklinik, aus der ihm jedoch bald die Flucht gelingt.
    Er haut ab und fährt seinem Freund nach Japan hinterher, der dort Gourmetkoch in einem ganz speziellen Restaurant ist. Auf den Tischen der illustren Gäste landen die Innereien des giftigsten Fisches, der auf Erden weilt, des Fugus.
    Gabriel möchte seinen Freund auf eine letzte gemeinsame Sauftour überreden, es klappt jedoch nicht. Im Laufe einer Nacht im Restaurant überstürzen sich plötzlich die Ereignisse, die
    Gabriel Teil eines mächtigen kapitalistischen Komplotts werden lassen, der ihn weiter nach Berlin, seinen Freund jedoch direkt in eine Gefängniszelle, führt.
    Um seinen Freund zu befreien, lässt er sich nun auf einen teuflischen Deal ein.
    Im alten Flughafengebäude Tempelhofsoll er eine dämonisches Gelage organisieren.
    Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu, Gabriel findet schließlich nicht nur Freunde, sondern endlich seinen Limbus, den Ort der Vorhölle.
    Ein gewaltiges Orgienspektakel in Hitlers mächtigen Flughafenbunkern lässt Gabriel diese Hölle mehr spüren als ihm lieb ist…

    In orgastischen Wahnbildern erzählt Pierre eine rasante Geschichte.
    Er zerschmettert die horrenden Ausschweifungen und Wirkungen unserer kapitalistischen Welt.
    Pierre wickelt den Leser in langgezogene »lines« und alkoholdurchdrungene Rauschnächte ein, im Speichelfaden einer erbrochenen Wirklichkeit schließlich hängt und bleibt ein einziger Gedanke:
    »Ich will leben, es muss ja nicht sofort sein«
  • Limbus Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Tobias Weber, am 31.01.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wagnersche/Innsbruck

    Das Buch Gabriel...

    Es kommt selten vor, dass Bücher eine Person so erschüttern/derart aus der Bahn werfen können wie dieser Roman...

    Die meisten Menschen kennen das Gefühl "fehl am Platz" zu sein. Jeder erlebt es irgendwann, so auch Gabriel, als er in einer Entzugsklinik aufwacht. Aber was ist falsch gelaufen, oder besser gesagt, was läuft in seinem Leben falsch...?
    ...Er lebt in einem Limbus...
    Was könnte man dagegen tun?
    Man versucht auszubrechen.
    Aber wie?
    Man betrachtet seine derzeitige Situation, ergründet seine Probleme und beschließt sich fallen zu lassen. Jeden Augenblick zu leben, denn beenden kann man alles und jederzeit, es braucht nur die innere Stärke dazu.

    Ein fantastischer Roman über einen skurrilen Menschen, dessen Ansichten und Gedanken zunächst fremd wirken, aber immer eine Wahrheit mit sich tragen.
  • Ein letztes großes Bacchanal – und dann weg Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Martin Bär, am 30.01.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in St. Johann

    Gabriel Brockell ist zwar erst Mitte zwanzig, aber er hat genug vom Leben und beschließt, sich umzubringen. Aber einmal noch will er ein großes Fest feiern, einmal noch den Rausch des Lebens mit allen Sinnen – und mit allen möglichen Drogen – auskosten, und dann Schluss.

    Er flieht aus einer Drogenentzugsklinik und fliegt nach Japan, um den einzigen Jugendfreund zu besuchen. Dieser ist ein genialer Koch, und Gabriel erzählt ihm die Idee von einem ultimativen Bacchanal, einem Abend, exquisit und einzigartig. Doch bei Smuts geht einiges schief, und er landet im Gefängnis. Gabriel kommt nach Berlin, und tatsächlich scheint sich etwas zu entwickeln in Sachen besonderes Fest…

    DBC (dirty but clean) Pierre ist ein toller Autor: die Dialoge, das ganze Setting dieses Buches ist irgendwie surreal, total grotesk. Gabriel ist eigentlich ein totales Kotzbrocken, selbstmitleidig und nur auf den ultimativen Kick aus. Und doch fiebert, leidet man mit ihm und begleitet ihn auf seinem Weg zum großen Finale. Wie geht’s aus? Selber lesen, es lohnt sich!
  • Dekadent und Anrüchig Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Schwarzenbrunner Gregor, am 16.10.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Lentia

    Das Buch Gabriel kann man schwer mit einem einzigen Wort beschreiben, es ist ein wahrlich orgiastisches Lesevergnügen. Der Autor beschreibt eine Gesellschaft die den Zenit des Möglichen überschritten hat und mit einer fast göttlichen Dekadenz sich selbst vernichtet. Seite für Seite erklimmt der Protagonist eine weitere Stufe des Unmöglichen und beim Lesen des Buches fragt man sich ständig, ob denn nun das große Ziel erreicht wird. Zuerst scheint der Protagonist ein bisschen farblos und dennoch reift er zu einem starken und präsenten Charakter.

    Unweigerlich wird man beim Lesen, an den Untergang des römischen Reiches erinnert. Dennoch stehen dahinter nur Menschen, die auf der Suche nach sich selbst sind. Eine solche Dekadenz des Rausches und der Hingabe an eine Geschichte, habe ich bisher nur selten erlebt. Wollüstig und animalisch kreiert der (Anti-?)Held der Geschichte seinen eigenen Limbus(Erklärung im Buch). DBC Pierre hat wahrscheinlich viel von sich selbst verarbeitet. Bevor er den Durchbruch als Schriftsteller erreichte, war er anscheinend selbst hochverschuldet und oft gesehener Gast in Entzugskliniken und Psychiatrien.

    „Die Papierstückchen spülen wir mit der Vogelbeere runter, und er zündet eine Zigarette an, deren bitterer Rauch sich mit dem Bodennebel mischt. Ich ahne, dass es Heroin ist. Ich sitze also im Gestapo-Hauptquartier und konsumiere mit einem Hexenmeister des Nimbus Heroin und Vogelbeerenschnaps.“ S.210

    Nachdem er ungewollt in eine Entzugsklinik eingeliefert wird, plant Gabriel Brockwell einen letzten großen Rausch der Sinne, und sich danach selbst umzubringen. Wie eine Abfolge von einem großen Dinner erzählt DBC Pierre die Geschichte. Ein ungehemmter Abend in einem japanischen Restaurant, endet unweigerlich auf eine Polizeihauptwache. Durch ein geschicktes Netz an Lügen, verschlägt es dem etwas naiven, und dadurch auch komischen Gabriel nach Berlin. Im Tempelhof soll er nun einen Event ausrichten, seinen besten Freund aus dem japanischen Gefängnis befreien und nebenbei sich selbst umbringen. Er hat tatsächlich mit dem Leben abgeschlossen und kann sich dennoch nicht der Kraft des Lebens entziehen. Grotesk und pervertiert nimmt das Ende seinen Lauf.

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