Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch

Poetik des Mitleids von Lessing bis Büchner

von Hans-Jürgen Schings

Buch

Taschenbuch (136 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Vor der Philosophie hat das Mitleid einen schweren Stand, in der Theorie der Tragödie hingegen nimmt es seit Aristoteles einen Vorzugsplatz ein. Beispielhaft treffen beide Diskurse in der Debatte über das Trauerspiel aufeinander, die Lessing und Mendelssohn parallel zur Entstehung des bürgerlichen Trauerpiels austragen. Die Studie führt den Nachweis, daß Lessings gewagter Satz „Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch ...“ sich offenkundig an Rousseaus exzeptioneller Auszeichnung des Mitleids orientiert. Es zeigt sich ferner, daß die Poetik des Mitleids zur Vorgeschichte des Realismus gehört. Sie bringt eine gegen-klassische und anti-idealistische Stiltendenz hervor, die ihren prägnanten Ausdruck in Georg Büchners Lenz-Erzählung findet. Schopenhauers Mitleids-Ethik liegt da nicht fern.

Produktdetails

ISBN-10: 3-8260-2766-3
EAN: 9783826027666
Erschienen: 30.04.2012
Verlag: Königshausen & Neumann
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 136
Länge/Breite: 244mm/156mm
Gewicht: 269 g
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Hans-Jürgen Schings

Hans-Jürgen Schings, Promotion 1965, Habilitation 1974. Ordentliche Professuren: Würzburg (1974-81), Heidelberg (1981-86), FU Berlin (1986-2005, Emeritierung). Gastprofessuren: Lawrence, Kansas 1981; Los Angeles (UCLA) 1990 und 1993. Tokyo 2000. Forschungsgebiete: Weimarer Klassik, Barock, Aufklärung, Klassische Moderne. Literarische Anthropologie, Gattungstheorie, Deutsche Literatur und französische Revolution. Bücher: Die patristische und stoische Tradition bei Andreas Gryphius, 1966. Melancholie und Aufklärung, 1977. Poetik des Mitleids von Lessing bis Büchner, 1980. Der ganze Mensch. Anthropologie und Literatur im 18. Jahrhundert (Hg.), 1994. Die Brüder des Marquis Posa, 1996.

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