Leitfaden zu den aktuellen Tonträgerformaten

Die größte Verbreitung unter den aktuell am Markt befindlichen Tonträgern kann nach wie vor die CD für sich verbuchen. Aufgenommen im PCM-Verfahren liefert sie zwei getrennte Kanäle in 44,1 kHz in 16 bit Auflösung, auf denen maximal ein Dolby Surround-Signal aufgespielt werden kann. In technischer Hinsicht eigentlich veraltet, bietet die CD den Vorteil der größten Kompatibilität, da sie in allen CD- und DVD-Playern sowie den meisten Spielekonsolen und auch PCs abspielbar ist. Eine Sonderstellung nimmt die DTS-CD ein. Auch sie wird im PCM-Verfahren bespielt, kann jedoch bis zu 5.1 Kanälen tragen. Das korrekte Abspielen einer DTS-CD erfordert einen dementsprechenden Decoder bzw. Verstärker, an den ein Cd- oder DVD-Player digital (d.h. über Lichtleiter oder koaxial)angeschlossen sein muß. Über rein analoge Verstärker sind DTS-CDs nicht abspielbar.

Seit geraumer Zeit befinden sich Alternativen zur CD am Markt. Eine davon ist die von Sony und Philips entwickelte Super Audio CD, auf unseren Musikseiten als "SACD" bezeichnet. Prinzipiell gibt es drei verschiedene Erscheinungsformen der SACD, von denen nur eine mit herkömmlichen CD-Playern kompatibel ist: die sogenannte hybrid-SACD, die im Zweischichtverfahren aufgenommen wird, kann außer im SACD-Player auch in einem herkömmlichen CD-Player abgespielt werden, da sie eine für diese Geräte lesbare PCM-Schicht enthält. Darüber hinaus existieren sogenannte Single-Layer- und Double-Layer-Formate, die nur in SACD-Playern sowie DVD-Playern, die die SACD Wiedergabemöglichkeit ausdrücklich ausweisen, abgespielt werden können. Die Super Audio CD hat gegenüber der herkömmlichen CD den Vorteil der höheren Speicherkapazität. Dies erlaubt es, Musik-Daten in wesentlich höherer Auflösung aufzuspielen, was zu mehr Dynamik bei feiner strukturiertem Klang führt. Sprach dieses Format bei seiner Markteinführung fast ausschließlich die Freunde high-endiger Hardware an, so ist eine zunehmende Verbreitung am internationalen Markt spürbar, was nicht zuletzt auf die langsam aufkeimende SACD-multichannel-Variante mit bis zu 5.1 Kanälen für Musik zurückzuführen ist, die allerdings noch die Ausnahme darstellt. Auch die DVD-audio, von vielen oft fälschlicherweise als Musik-DVD bezeichnet, erfreut sich einer zunehmenden Verbreitung. Dieses Format erfüllt einen DVD-Substandard, der in eingeschränkter Form mit der etablierten DVD-video, nicht jedoch mit der bereits erwähnten SACD kompatibel ist. DVD-audios enthalten immer sowohl einen Mehrkanal-Mix (bis zu 5.1, manchmal auch 4.0 "Quadrophonie") als auch einen zweikanaligen Stereo-Mix, zwischen denen der Verwender über ein on-screen-Menü ähnlich dem der DVD-video wählen kann. Zusätzlich lassen sich während der Musikwiedergabe oft Bilder oder Biographien der Künstler sowie Songtexte abrufen. Für die Wiedergabe auf herkömmlichen DVD-Playern werden viele DVD-audios zusätzlich zu ihrem hochauflösenden Inhalt mit einer Dolby Digital oder DTS-Tonspur versehen. Die Wiedergabe auf einem "normalen" DVD-Player ist in der Regel mit Einschränkungen verbunden. Abgesehen davon, daß die aufgespielte Musik nicht in hochauflösender Form gehört werden kann, besteht durchweg auch kein Zugriff auf die bereits erwähnten zusätzlichen Text- und Bildmaterialien. Abspielgeräte für die genannten Formate erfeuen sich einer zunehmenden Verbreitung zu stetig fallenden Preisen. So sind Player, die in der Lage sind, CDs, DVD-videos, DVD-audios und SACDs mit Mehrkanal-Musik abzuspielen, derzeit schon ab ca. 500 Euro zu haben.