Die perfekte Gradwanderung
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Thomas Zörner, am 28.06.2010
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Es ist erstaunlich. Die global bekanntesten deutschen Metalbands sind eine skandalträchtige Brachialkombo (Rammstein) und eine handvoll Krefelder, die bombastischen Fantasymetal spielen. Letztere sind natürlich Blind Guardian, die mit ihren epischen Alben selbst im fernen Japan große Erfolge einfahren können. "Imaginations from the other Side" ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Gewaltige Songs, die perfekt zwischen Melodie und rasanter Härte balancieren. Bereits der namensgebende Opener gibt perfekt die Richtung vor, wenn nach den treibenden Strophen der chorale Refrain ertönt, der einem mit links Schauer über den Rücken laufen lässt. "I'm Alive" geht noch etwas härter zur Sache und verzichtet auf die Chöre, wirkt so beinahe auf dem Boden geblieben. "A Past and Future Secret" ist die Ballade, die jedes Blind Guardian Album braucht. Mit seiner filigranen Schönheit kann sich die Nummer selbst mit der Hymne "The Bards Song: Into the Forest" messen. Überraschen kann erst mal "Born in a mourning Hall", das musikalisch doch etwas aus dem Rahmen fällt. Vom ersten Moment an wird gebrettert, und auch die Cöre bleiben stumm. So metallisch hat man die Deutschen wohl noch nie gehört, macht sich aber durchaus nicht schlecht. Die stärkere harte Nummer ist dann aber doch "Another Holy War", in dem auch die bekannte Mehrstimmigkeit wieder zum Einsatz kommt. "Imaginations from the other Side" ist der logische Vorgänger des großartigen "Nightfall in Middle-Earth", das die bekannten Trademarks noch verfeinerte.