Rezensent im Portrait

aus Ingolstadt

Gesamte Rezensionen
66 (ansehen)
Abteilung
Papeterie, Büro, Schreibwaren,
Funktion
stellv. Filialleiter
Lieblingsautoren
Michael Moorcock, George R.R. Martin, Stephen Lawhead, Ricardo Pinto, Harlan Coben, Tim Binding, Astrid Lindgren, Andy Stanton, David Tazzyman, Harry Rowohlt, Mikael Niemi
An meinem Beruf gefällt mir
der tägliche Kontakt mit netten Menschen, der Abwechslungsreichtum und die damit verbundenen Herausforderungen.
Im Beruf seit
2000
Das beste Buch aller Zeiten
Michael Moorcock - Behold The Man

Meine Rezensionen

  • Ein letzter Job
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    McKinty wieder in Hochform
    Rezension vom 15.09.2012
    Endlich ein neues Buch von Adrian McKinty, dessen Bronx-Trilogie ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Diesmal erzählt McKinty nicht aus der Ich-Perspektive und schafft es trotzdem die Charaktere abermals zu einem sehr plastischen Leben zu erwecken. Über den Inhalt brauch ich nicht viel schreiben. Steht auf dem Klappentext. Die Sprache ist wieder anspruchsvoll, tiefgründig und mit viel bitterem schwarzem Humor durchsetzt. Die irische Mythologie und die Geschichte des Nordirland-Konflikts spielen eine große Rolle und führten bei mir dazu, dass ich mich noch intensiver mit dieser Thematik beschäftigen werde. So ganz nebenbei ist "Ein letzter Job" wieder atemberaubend spannend geworden.
  • Hoffnung ist Gift
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    Unschuldig verurteilt
    Rezension vom 04.08.2012
    Jeff ist Taxifahrer in Dallas und wird aus heiterem Himmel (oder weil blöd gelaufen?) beschuldigt ein 12-jähriges Mädchen entführt und getötet zu haben. Iain Levison erzählt den Roman "Hoffnung ist Gift" aus der Sicht Jeffs und dieser ist dann sehr überrascht, wie Polizei und Staatsanwalt alles dafür tun seine Schuld zu beweisen. Er kommt kaum zu Wort und landet im Gefängnis. Die unglaublich dichte und atmosphärische Schilderung des Gefängnisalltags und die Gedanken, die einem unschuldig verurteilten Menschen durch den Kopf gehen, machen "Hoffnung ist Gift" zu einem besonderen Roman. Und der Schluß ist einfach nur atemberaubend. Meine Kinnlade wanderte einige Zentimeter nach unten.

    Jetzt im Sommer einer der heißesten neuen Krimitipps mit Niveau. Lesen ist (fast) Pflicht.
  • Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert
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    nett
    Rezension vom 01.07.2012
    Trixi von Bülow wagt sich nach mehreren erfolgreichen Sachbüchern an einen Roman, der laut Verlag die deutsche Antwort auf "Eat, Pray, Love" sein soll. Um es vorweg zu nehmen, das ist er nicht. Aber es ist ein unterhaltsamer leichter, trotzdem mit etwas Tiefgang versehener Roman um eine Frau mittleren Alters auf der Suche nach dem Liebesglück. Manchmal ein wenig klischeehaft, doch die schöne Sprache tröstet darüber hinweg. Eine nette Lektüre für den Urlaub.
  • Weiß wie Milch, rot wie Blut
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    Die erste Liebe in einem literarischen Debüt
    Rezension vom 07.08.2011
    Alessandro D'Avenias Romandebüt "Weiß Wie Milch, Rot Wie Blut" ist ein sehr gut geschriebener Roman über die erste Liebe eines Teenagers, über Leukämie und den Schattierungen des Alltags. Er geht zu Herzen, die einfach erzählten Sätzen kommen oft mit unvermittelter roher Wucht durch die Seiten und lassen den Leser fast schon fiebernd weiterblättern. Die Weltaunschauung und Sicht eines heranwachsenden Jugendlichen in der heutigen Zeit darzustellen, ist D'Avenia überraschend präzise gelungen. Ich bin auf weitere Werke schon sehr gespannt und kann ihnen dieses Buch nur empfehlen, wenn sie unter einer Liebesgeschichte mehr als nur Rosamunde Pilcher erwarten.
  • Sieben Minuten nach Mitternacht
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    Zu Herzen gehend
    Rezension vom 07.08.2011
    Anfangs habe ich mich ein wenig gesträubt dieses Buch zu lesen. Schließlich war mir von der Vorgeschichte schon bekannt, dass die eigentliche Autorin Siobhan Dowd nur das Grundgerüst fertig hatte, als sie ihrem Krebsleiden erlag und Patrick Ness nun "ihr" Buch vollendete. Solch eine Konstellation stelle ich mir für ein Buch über einen Jungen, der mit der Krebserkrankung seiner Mutter zu tun hat, einfach sehr schwierig vor. Doch Patrick Ness hat mich eines besseren belehrt. Er drückt nicht auf die amerikanisch angehauchte Tränendrüse, sondern schreibt ein düster illustriertes Buch für junge Erwachsene, welches das Thema Tod und Loslassen eines geliebten Menschen auf wunderbare aber auch harte Weise aufzeigt. Und es ist nirgends der erhobene Zeigefinger oder die Moralkeule zu entdecken. Nein, die Geschichte um den den jungen Conor, das Baummonster aus der Eibe und den Leuten, die in Conors naher Umgebung leben, kann einen Menschen ganz tief drinnen berühren. Bei mir hat sie dies getan.
  • Letzte Nacht
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    Grandios
    Rezension vom 07.08.2011
    Stewart O' Nan ist für mich einer der besten Autoren amerikanischer Gegenwartsliteratur. Selbst in einfach gehaltenen Erzählsträngen schafft er es meisterhaft einen unglaublichen Spannungsbogen aufzubauen und mit seinem Blick für wesentliche Details beschreibt er ganze "Universen" auf wenigen Seiten (ja, bei ihm steht auch viel zwischen den Zeilen). "Letzte Nacht" ist dafür wohl eines der besten Beispiele. Ein kleines Restaurant einer Kette an einer Fernstrasse öffnet zum letzten Mal seine Pforten und O' Nan begleitet die Mitarbeiter, den Filialleiter auf ihren letzten gemeinsamen Stunden, bevor sich für alle so vieles ändern wird. Und auch für den Leser ändert sich so manches während der Lektüre dieses herrlichen Büchleins. Absolute Empfehlung von meiner Seite!
  • Das Eis und der Tod
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    Packend erzählt
    Rezension vom 07.08.2011
    Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Wettrennen um den Südpol? Als das Zeitalter der Entdecker sich Anfang des 20. Jahrhunderts langsam gen Ende neigte, brachen der Norweger Amundsen und der Brite Scott fast zeitgleich auf, um den Südpol als erster Mensch der Welt zu erreichen. Und obwohl jeder weiß, wie das Rennen ausging, Amundsen als Entdecker gefeiert wurde und Scott auf dem Rückweg verschied, schafft es Christian Jostmann die alte Geschichte in einem spannend erzählten Mix aus Fiktion und Sachbuch zu neuem Leben zu erwecken. Kleine Fehler wie eine falsche Jahreszahl mag man da gerne verzeihen (S. 267), so lebendig werden die Figuren vor dem inneren Auge. Unbedingt lesen!
  • Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe
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    Ungewöhnlich, mit dem Blick auf Details
    Rezension vom 26.05.2011
    Max Scharnigg hat für sein Romandebüt "Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe" ein Literaturstipendium der Stadt München erhalten. Und dieses Geld ist gut investiert, wenn ich mal rein betriebswirtschaftlich denke. Das Buch selbst ist eine sehr feinfühlige Geschichte über einen Journalisten, der an einer Story über die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand arbeitet, und dessen Leben auf Grund eines winzigen Details aus den Fugen gerät. Vor der Wohnung, die er sich mit seiner Freundin M. teilt, steht ein fremdes Paar Männerschuhe. Daraufhin richtet sich Nikol erst direkt unter der Treppe ein, lernt mit Schmuskatz einen sehr merkwürdigen aber wunderbaren Freund kennen und gemeinsam machen sie sich auf die Treppe zum 2. Stock wieder zu erklimmen (natürlich sturzbetrunken). Allein die Schilderung dieser Treppenbegehung sorgt für wohlige Lesemomente in großer Anzahl. Herrlich. Besonders die ungewöhnliche Erzählweise und die tolle Sprache (bei Scharnigg scheint jedes einzelne Wort wohlüberlegt und absolut passend) machen aus diesem Roman etwas Besonderes. Einen Stern lasse ich mir noch offen, denn vielleicht wird der Nachfolger noch besser und was soll ich dann machen?
  • Die Kunst des Verlierens
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    Ganz nah an seinen Figuren
    Rezension vom 22.05.2011
    Wie sollte man eine Besprechung eines Buches eines spanischen Autors am besten nicht beginnen? Vielleicht mit dem Satz: Spanische Schriftsteller konnten mich noch nie überzeugen. Genau das ist bei mir der Fall. Bisher fehlte mir der Zugang zu der doch etwas besonderen spanischen oder auch lateinamerikanischen Literatur. David Trueba hat dies nun teilweise geändert. Sein großartiger "Madrid"-Roman "Die Kunst des Verlierens" hat mich in seinen Bann gezogen. Sprachlich hervorragend geschrieben führt Trueba den Leser so nah an seine Figuren heran, dass man Ihnen scheinbar alles verzeiht, von Ehebruch bis zu Mord. Man kann den Roman kaum noch aus den Fingern geben, so sehr fiebert man mit und möchte wissen, wie es nun mit Fussballprofi Ariel aus Argentinien, der die hohen Erwartungen bei Real Madrid nicht ganz erfüllen kann, seiner 16-jährigen Liebe Sylvia, deren Vater, der einen Mord begangen hat und deren Opa, der in einem Bordell sein gesamtes Vermögen verschleudert und seine Freunde ausnutzt, nun weiter geht. Dieser Roman ist nicht nur hervorragend geschrieben und komponiert, nein, er hat einfach Seele. Also lassen sie ihn nicht in der Buchhandlung stehen, nehmen sie ihn mit nach Hause und verbringen einige wunderbare Stunden mit ihm.
  • Feuerklingen
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    Abercrombie wird noch besser
    Rezension vom 28.04.2011
    Der zweite Band nach "Kriegsklingen" um den neunfingrigen Barbaren, den verkrüppelten Inquisitor und dem Rest der bunten Heldenschar ist tatsächlich noch besser geworden als der erste Teil. Viele lose Handlungsfäden werden geschickt verknüpft und Abercrombie bietet viel Hintergrundwissen um die Welt der Union abermals witzig verpackt. Besonders die mit viel Wortwitz gespickten Dialoge und die sarkastischen Gedanken des Inquisitors Glokta machen verdammt viel Spaß. Spannung und Humor werden hier nicht nur groß geschrieben, sondern regelrecht zelebriert und das mit ordentlich Tempo. Einfach nur hervorragend.