Die Zukunft ist golden y'all
von
Thomas Zörner, am 26.06.2011
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Wer hätte das gedacht? Die Helden der späten 90iger melden sich tatsächlich noch einmal zurück. Man hätte schon von einem Chinese Democracy 2 reden können, ging es um das nächste Album von Limp Bizkit. Erfreulicherweise kommt es weder veröffentlichungstechnisch, noch, und das verwundert noch mehr, qualitativ so. Zwar möchte man dem verantwortlichen Künstler zunächst für das Cover die Finger brechen, hat man dies aber überwunden, kann man sich der CD hingeben. Gestartet wird wie in den guten alten Zeiten üblich mit einem Intro, auf das der Opener folgt, genannt Bring It Back. Wie unzugänglich die Nummer ist, unglaublich. Beinahe jede andere Nummer hätte sich als Einstieg besser gemacht als der Song. Zu schräg der Übergang von hiphoplastigen Strophen, zu rockigem Refrain. Nicht das Bring it Back schlecht wäre, nur kein gelungener Opener. Wieso nicht den Titeltrack an den Anfang gesetzt? Immerhin ist die Nummer gleichzeitig eine der besten des gesamten Albums. Die Strophen sind aggressiv und im Refrain wird die Melodie ausgepackt. In diesen Momenten ist es beinahe als hätte es die Werke ohne Borland nie gegeben. Sein Wiedereinstieg tut spürbar gut, gemessen an den fetten Riffs, die die Band hier auffährt. Was sich auch bei Shark Attack nicht ändert, selbst wenn man im Refrain eine Explosion erwartet, diese aber ausbleibt. Ganz anders beim folgenden Get A Life. Hier ist er endlich: der brüllende Fred Durst. Wenn er dem Hörer den Chorus entgegenschreit, kann man sich ein Grinsen kaum verkneifen. Wie lange haben wir auf so einen Moment gewartet? Break Stuff ist immerhin auch schon eine Weile her. Mit Shotgun folgt ebenfalls eine der stärksten Nummern. Nicht nur musikalisch reißt das Ding mit, auch textlich beweisen Limp Bizkit, dass sie auch anders können. Everybody jumps from the sound of a shotgun/in my neighbourhood everybody got one. Ist das etwa Sozialkritik aus dem Munde von Fred Durst? Das fuck verseuchte "Douche Bag" macht nicht minder Spaß bis mit Walking Away die erste Atempause für Hörer und Band ansteht, auch wenn der Song am Ende noch richtig Gas gibt. Loser hingegen bleibt durchgehend bescheiden, sowohl musikalisch, wie qualitativ. Da macht Autotunage wieder viel mehr Spaß. Dem Titel entsprechend kommt hier jede Menge Auto Tune zum Einsatz. Wunderbar auf die Schippe genommen wird hier die Popindustrie, in der das Stimme anpassen schon zum guten Ton gehört. 90.2.10 (Beverly Hills?) ist eine flotte Rocknummer, die aber hinter den großartigen Gold Cobra und Shotgun zurück bleibt. Why Try war das erste Lebenszeichen der Amerikaner, das im Internet auftauchte. Damals schien irgendetwas mit der Nummer nicht zu stimmen, gut, dass dieses Gefühl auf Platte vollkommen ausgemerzt wurde. Im Gesamtpaket macht sie das Lied richtig gut. Killer in You ist ein würdiger Schlusspunkt für den regulären Part der CD, denn was danach kommt sind Bonustracks. Erwähnenswert davon ist eigentlich nur Black Porch, der Rest ist zu Recht nur B-Seite. Also das habe ich nicht erwartet. Dass Limp Bizkit noch einmal an ihre beste Zeit anknüpfen können, überrascht und erfreut zugleich. In diesem Sinne It so golden yall.