Ökofimmel

Wie wir versuchen, die Welt zu retten - und was wir damit anrichten

von Alexander Neubacher

Buch

gebunden (269 Seiten)

4. Auflage

Sprache: Deutsch

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Der ganz alltägliche Öko-Wahnsinn


Alexander Neubacher ist guten Willens: Seine Familie und er machen mit beim Umweltschutz, halten sich brav an alle Öko-Vorschriften, scheuen keine Kosten für Bioprodukte. Doch inzwischen haben sie ernsthafte Zweifel, ob sie der Umwelt damit wirklich helfen, denn die Energiesparbirne endet als gefährlicher Sondermüll, die ausgespülten Joghurtbecher werden nicht recycelt, sondern verfeuert, für die Herstellung des Biobenzins im Autotank wird der Regenwald gerodet, und aus den Gullys in ihrer Straße dringt entsetzlicher Gestank, weil alle Wasser sparen. Am Beispiel des eigenen (Familien-) Lebens zeigt Neubacher, wie hysterisch die deutsche Umweltpolitik geworden ist. Er untersucht, wie sich Dosenpfand, E10 und Atomwende auf den Alltag der Bürger auswirken, und fragt, ob wir mit unserem Ökofimmel tatsächlich die Umwelt retten.


Pressestimmen:

"Ein unentbehrlicher Führer durch die Ökowelt und ihre Absurditäten." Jan Fleischhauer, Autor von "Unter Linken"

Produktdetails

ISBN-10: 3-421-04549-6
EAN: 9783421045492
Erschienen: 12.03.2012
Verlag: DVA
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 4. Auflage
Seitenzahl: 269
Länge/Breite: 215mm/135mm
Gewicht: 476 g
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Alexander Neubacher

Alexander Neubacher, geb. 1968 in Krefeld, hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln studiert und ist Absolvent der Kölner Journalistenschule. Er war Redakteur bei der Wochenpost, bei Bizz Capital und arbeitet seit 1999 als Wirtschaftsredakteur in der Parlamentsredaktion des SPIEGEL in Berlin. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis und dem Medienpreis der deutschen Kinder- und Jugendärzte ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

  • wahrscheinlich nich so doll Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 04.07.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Mir ist das Werk im Buchladen aufgefallen. Interessiert schlug ich es auf und las mir mal durch, was er zum Thema "Veggieday" zu sagen hatte. Ich muss zugeben, dass ich schockiert war, wie einfältig er an dieses Thema herangegangen ist. Er erzählt dort von einem Ereignis, bei dem er auf eine kritische Bemerkung zu seinem Thunfischverzehr erwiderte, dass der Fisch ja eh schon tot sei und er ihn auch deshalb noch schnell genießen möchte, weil sie ja eh bald ausgestorben sind. So eine unsinnige Aussage würde ich von vielen erwarten, aber nicht von jemandem, der den Anspruch hat, ein seriöser Autor zu sein. Den hat er doch, oder? Er erkennt zwar ganz richtig, dass es der Umwelt nicht dienlich ist, wenn man ökologisches Verhalten dazu nutzt, an anderer Stelle umso unvernünftiger zu handeln und damit mehr Schaden anrichtet als einen guten persönlichen Teil dazu beizutragen, die Erde für unsere Kinder und allen anderen Mitgeschöpfen zu erhalten, doch dann vegan lebende Menschen dafür anzugreifen, weil sie evtl. einen auf Kunststoff basierenden Rasierpinsel benutzen, das ist schon sehr bedenklich. Ich glaube nicht, dass er die Folgen des heutigen Verbrauchs tierischer Produkte wirklich erfasst hat und er scheint auch die primären Motive der meisten vegan lebenden Personen zu verkennen. Sicherlich spielt ökologisches Denken eine große Rolle, doch der Verachtung von Gewalt, Folter und Ausbeutung kommt eine zumindest nicht weniger große Bedeutung zugute. Den Wunsch nach einem gesünderen Leben und einem effizienteren Umgang mit Nahrung möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Menschen, die sich gegen Speziesismus einsetzen, geht es im übrigen auch nicht darum, Tiere zu "vermenschlichen", wie es einige Pudelhalter/innen tatsächlich tun mögen, sondern um einen der Spezies angepassten Umgang (die meisten Tiere wünschen aber sicherlich keinen Umgang mit dem Menschen). Töten ist mit Sicherheit nie ein angemessener Umgang. Der Antispeziesist hat erkannt, dass Leiden unabhängig von der Art vermieden werden sollte und schon gar nicht dadurch gerechtfertigt werden kann, weil man Appetit auf Schnitzel hat. Es wäre schön gewesen, wenn er sich mit dem Thema etwas intensiver beschäftigt hätte, bevor er in seinem Buch seine offensichtlich sehr oberflächliche Meinung dazu kundtut. Es gibt inzwischen eine Menge guter Literatur zu dem Thema, die ich sehr empfehlen kann. Ich hoffe sehr, dass nicht das ganze Buch so plump geschrieben ist. Ich für mein teil bin jedenfalls froh, dass ich das Geld gespart habe, die ich nun für vielversprechendere Bücher ausgeben kann. Ich hoffe sehr, dass bei der vielen Kritik an umweltbewussten Verhaltensweisen, die ich auch oft teile (z.B. Agrosprit, Energiesparlampen), bei einem Großteil der Leser nicht der Eindruck entsteht, das Buch wäre eine Art Legitimierung, am Ende gar nichts zu tun und die Hände in den Schoß zu legen. Achso, zum eigentlichen Veggieday stand gar nichts drinn.
    Viele Grüße

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  • Schilda ist überall Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Volker M., am 02.07.2012

    1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Weder der Autor noch ich bezweifele die Verdienste des Umwelt- und Verbraucherschutzes. Ohne diese Entwicklungen sähe es in Deutschland anders aus und das Waldsterben, das in den Achtzigern vorhergesagt wurde, wäre vielleicht doch eingetreten wie prophezeit. "Ökofimmel" ist kein Umwelthasser-Buch! Aber es räumt auf mit dem Vorurteil, dass jeder ökologisch motivierte Gedanke auch in der Umsetzung Gutes bewirkt. Nichts ist schlechter für Umwelt und Gesellschaft als gut gemeinte Öko-Ideologie.

    Wir trennen mit enormem Aufwand unseren Müll und verbrennen ihn am Ende doch. Wir dämmen unsere Häuser, bis ihre Insassen im Schimmeldunst krank werden. Wir schaffen Glühbirnen ab und ersetzen sie durch unkomfortable, störungsanfällige Schwermetallschleudern. Wir stecken Lebensmittel in den Tank und lassen dafür in der Dritten Welt die Menschen verhungern und ihre Regenwälder abholzen. Wir halten an Fahrverboten fest, selbst wenn in den Umweltzonen dann die Feinstaubbelastung steigt.
    Wir wissen das alles und machen trotzdem weiter wie bisher. Wie kann das sein? Wer steuert diese Entscheidungen und warum?

    SPIEGEL-Autor Alexander Neubacher beschreibt eine Umweltpolitik, die sich weitgehend von der Realität entfernt hat. Umweltpolitik ist Verbotspolitik. Und "Nein"-Sagen ist nun einmal leichter als "Ja"-Sagen. Wer "Ja" sagt, übernimmt Verantwortung und trägt damit ein Risiko. Umwelt- und Verbraucherschutz nähern sich aber unter dem Deckmäntelchen des Vorsorgeprinzips mit zügigem Schritt der Nullrisikotoleranz. Wenn die Menschheit nach diesem Prinzip gelebt hätte, gäbe es keine Autos, keine Flugzeuge, keine Häuser, keinen Kunststoff, keine Kartoffeln und kein Feuer. Wir säßen nicht nur im übertragenen Sinn noch auf den Bäumen. Diese Scheu, Verantwortung zu übernehmen, geht seltsamerweise einher mit einem ungeheuren Vertrauensbonus für die handelnden Personen, seien es Politiker oder Aktivistenverbände. Kritik an Umwelt- und Verbraucherschützern ist gleichzusetzen mit politischem Selbstmord.

    Neubacher hat offenbar kein Interesse an einer politischen Karriere, denn er analysiert mit spitzer Feder die Ursachen für dieses paradoxe Verhalten: Wir alle werden mittlerweile bis in unser privates Leben von Regeln beherrscht, die weder uns noch der Umwelt nützen und dennoch gibt es keinen Aufschrei der Entrüstung. Jürgen Trittin muss sich bis heute kaum Kritik an seinem Dosenpfand anhören (das zu einem gewaltigen Aufschwung für die Einwegflasche geführt hat) oder seinem Dualen System. Die offensichtliche Fehlentwicklung wird auch weder hinterfragt noch korrigiert. Neubacher bringt Dutzende Beispiele in seinem Buch, die er mit fast kabarettistischer Lust an der Satire zerpflückt. Gleichzeitig spart er nicht mit Kritik an diesem System, das uns geradewegs in eine Ökodiktatur führt, wenn es uns nicht gelingt, Risikodiskussionen wieder zu versachlichen. Ein Foto von einem Eisbärenbaby hat eine ungleich nachhaltigere Wirkung als eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Klimaschutz (die kaum ein Bürger versteht). Emotionen gegen Fakten. Da ziehen die Fakten im Medienzeitalter leider immer den Kürzeren. Und heraus kommen Gesetze, die dem Klima nicht helfen und uns arm machen (Stichwort Solarstromförderung).

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  • Weltrettung? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Michael Lehmann-Pape, am 25.05.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Seit Jahrzehnten ließ man es sich einbläuen. Energiesparen, Umweltschutz, Wasser abschalten beim Zähneputzen, Fahrrad statt Auto.... und das alles nicht in erster Linie, um den eigenen Geldbeutel zu schonen, sondern quasi „um die Welt zu retten“.

    Unbestritten, bei aller Auseinandersetzung der Fachleute, Veränderungen sind beobachtbar, der Planet ächzt unter der Last der Menschen, Handlungsänderungen wären nötig in fast jeder Hinsicht, von Monokulturen über Ölabhängigkeit, vom C02 Ausstoß bis zum hemmungslosen Roden von Wäldern und der stetig steigenden Weltbevölkerung. Handlungsänderungen sind nötig. Auf einem ganz anderen Blatt aber steht, wieweit das individuelle Verhalten im Haushalt, von der Energiesparlampe bis zur Mülltrennung mitsamt dem Einsparen von Wasser wirklich seinen Teil zur Schonung des Planenten hinzufügt. Oder eher schadet.
    Und dies ist das Thema des (flüssig, humorvoll und zudem genau beobachtend) vorgelegten Buches von Alexander Neubacher.

    Ein Buch zur passenden Zeit. Denn gerade in den vergangenen Wochen und Monaten wurde informativ und breit auf all das hingewiesen, was eben auch die Folgen des durchstrukturierten „individuellen Umweltschutzes“ sind. Das die alte Glühbirne ausdienen musste für neue, teurere Energiesparlampen, die allerdings mit solchen Schadstoffen „gefüllt“ sind, dass ihre Entsorgung eigentlich jeden Energiegewinn und Nutzen wieder verliert. Das gesamte Rohrsystem und die Kanalisation sind auf eine bestimme Grundmenge an Wasserdurchlauf angelegt. Bleibt dieser aus, werden tausende von Litern Wasser „nachgespült“. Wo ist der Gewinn?

    So passt der gewählte Untertitel des Buches wie die Faust aufs Auge:
    „Wie wir versuchen, die Welt zu retten – und was wir damit anrichten“.

    Er selbst übrigens auch, denn natürlich nimmt er das Rad zum Brötchenhalten und natürlichen sind die Toiletten seines Hauses mit Wasserstopptasten ausgestattet und ebenso natürlich liegt dem Spiegel Mitarbeiter Alexander Neubacher an der Umwelt. Gerade daher ist es ja durchaus bedenkenswert und in Teilen auch beeindruckend, dass hier jemand mit Irrtümern und Folgen auch des eigenen Verhaltens aufräumt, die in Teilen mehr Schaden anrichten, als dass sie der Umwelt Nutzen erbringen. In durchaus flüssigem Stil legt Neubacher Seite für Seite Bedenkenswertes vor. Dass Wasserwerfer gegen Demonstranten in Stuttgart durchaus legitim sind, aber der seltene Juchtenkäfer auf dem Gelände des neuen Bahnhofes umgehend für einen Baustopp sorgte ist nur eine der kaum nachvollziehbaren Merkwürdigkeiten der deutschen Umweltpolitik.

    Das Buch zeigt eklatante Beispiele auf, wie in bester Absicht die Umwelt nachhaltig geschädigt wird. Weder wird die verheerende Umweltbilanz von Biolebensmitteln ausgespart noch die „klimakillende“ Funktion von Biosprit. Neubacher nimmt die Unweltpolitik durchaus überzeugend argumentiert ins Visier. „Wir tun nicht zu wenig, um die Welt zu retten, sondern in übertriebenem Eifer vom Falschen zuviel“.
    Das Buch bildet einen deutlichen Appell gegen „Symbolpolitik“ und „Aktionismus“ und will vor allem einem besonnenen, nachhaltigen und überlegten Wandel eine Lanze brechen. Dies gelingt Neubacher auf sehr informative und gut lesbare Weise, auch wenn er kein „anderes“ Programm im Einzelnen vorlegt.

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