Mafia-Export. Goldmanns Taschenbücher, Band 15704

Wie 'Ndrangheta, Cosa Nostra und Camorra die Welt erobern

von Francesco Forgione

Buch

Taschenbuch (347 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Mannheim, Detmold, Chemnitz, Erlangen, Wien, Luzern - die Mafia-Clans aus Süditalien haben sich längst flächendeckend in Deutschland, Europa, der ganzen Welt niedergelassen.Francesco Forgione enthüllt die Mechanismen der weltweiten "Mafia-Kolonialisierung" und die unaufhaltsame Ausbreitung der kriminellen Schattenwirtschaft, die direkt vor unserer Haustür beginnt - in der kalabresischen Pizzeria um die Ecke, die der Mafia als Drogenumschlagplatz, Fluchtversteck und Geldwaschanlage dient. Nur mit international einheitlichen Anstrengungen kann die Ausbreitung der Weltmacht Mafia eingedämmt werden.



Produktdetails

ISBN-10: 3-442-15704-8
EAN: 9783442157044
Originaltitel: Mafia Export
Erschienen: 17.10.2011
Verlag: Goldmann Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 347
Gewicht: 364 g
Übersetzer: Elisabeth Liebl
Reihe: Goldmanns Taschenbücher
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Francesco Forgione

Francesco Forgione, Jahrgang 1960, stammt aus Kalabrien und war viele Jahre lang Fraktionssprecher der Linkspartei Rifondazione Comunista im Regionalrat Siziliens und Mitglied der regionalen Anti-Mafia-Kommission. 2006 bis 2008 leitete er die parlamentarische Anti-Mafia-Kommission unter der Regierung Prodi. Heute lehrt Forgione an der Universität L Aquila die Soziologie der organisierten Kriminalität. Seit 15 Jahren lebt er unter Polizeischutz.

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  • Mafia ist überall

    von Thomas Fritzenwallner, am 20.10.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Wiener Neustadt

    Mafia Export" ist packender Lektürestoff für Leute, die nicht eines Tages sagen wollen, sie haben davon nichts gewusst. Die Mafia ist überall. Und Forgione zeichnet ihre Verbreitung nach. Er erstellte in akribischer Fleißarbeit einen Atlas der Kriminalität und ihrer Verzweigungen. Sein Buch liefert die ersten globalen Landkarten des organisierten Verbrechens - die Topographie einer Parallelwirtschaft. Land für Land. Überall werde das Geld der Clans gern genommen, immer in der Hoffnung, dass die Mafia selbst dem eigenen Terrain fernbleibt, stellt Forgione fest. Das kann so nicht funktionieren. Und es funktioniert auch nicht so.
    Kenntnisreich und fesselnd erzählt er die großen und kleinen Geschichten der in alle Welt ausgeschwärmten Clan-Mitglieder. Er rekonstruiert sie mit Hilfe von Gerichtsurteilen, Ermittlungsakten und Zeitungsartikel. Das entstandene Bild überraschte sogar in Italien.
    Amsterdam gehört zu den Hauptsitzen der mit Drogen handelnden 'Ndrangheta AG aus Kalabrien, die Forgione als Vorreiterin der globalisierten Mafia ansieht.
    In Prag kauften die Clans ganze Viertel im historischen Stadtkern auf. Bei der Telefonüberwachung der Bosse hörten italienische Ermittler in den chaotischen Monaten nach dem Mauerfall mehrmals die Anweisung: "Kauft im Osten, was immer dort zu kriegen ist." Der Zufluss von gewaschenem Geld aus Italien nährte auch die spanische Immobilien- und Tourismusblase.
    Der Kampf gegen die Verbrechersyndikate werde in Spanien so lax geführt, dass sich die Mafiosi dort sogar im Gefängnis wohlfühlen, beobachtet der Autor. In Südafrika hofiert man prominente Geldwäscher aus Sizilien. Der Kalabrese Forgione lebt als Mafia-Gegner seit 15 Jahren unter Polizeischutz. Er schaut bewusst über die Grenzen Italiens hinaus.
    Da kann man der Hydra in Italien noch so viele Köpfe abschlagen. Deutschland ist von der Mafia nach Ansicht Forgiones am besten kolonialisiert worden. In seinem Buch braucht es zwei Karten zur besseren Übersicht.
    Doch sei das Mafia-Massaker von Duisburg nötig gewesen, um eine zaghafte Debatte darüber auszulösen, inwieweit die Mafia-Organisationen längst Teil von Wirtschaft und Handel geworden waren. Der sechsfache Mord vor dem Restaurant 'Da Bruno' war für Forgione kein Ausrutscher.

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