Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus

Es gibt Alternativen zum herrschenden System

von David Graeber

Buch

gebunden (191 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Die Behauptung von Wirtschaft und Politik, dass es zum bestehenden System keine Alternative gibt, wird von David Graeber in diesem Buch systematisch demontiert. Eine andere Wirtschaft, ein anderes Modell menschlicher Gemeinschaft ist nicht nur denkbar, sondern auch möglich und machbar.


Der Kapitalismus in seiner bisherigen Form ist an einem für uns alle spürbaren Ende angekommen. Nicht nur die Länder der Dritten Welt, sondern auch unsere unmittelbaren Nachbarn tragen Schuldenlasten, die nie wieder zu begleichen sind; ganze Kontinente sind quasi bankrott. Aber auch nahezu jeder Einzelne ist verschuldet. Schulden, sagt David Graeber, sind nur Versprechungen, und die Welt ist momentan voll von Versprechungen, die nicht gehalten wurden. Jeder Umsturz beginnt mit Schulden und für Graeber als bekennenden Anarchisten auch mit der Frage: Welche Versprechungen wollen sich freie Menschen künftig geben und wie schaffen wir eine neue, bessere Welt?


Wem das naiv erscheint, der möge sich nur anschauen, wo es in den letzten Monaten gegärt hat: Von den Protesten gegen Stuttgart 21 bis zur »Occupy Wall Street«-Bewegung organisieren sich ganz normale Menschen und begehren auf gegen die Selbstherrlichkeit von Wirtschaft und Politik und damit auch gegen die Herrschaft des Kapitals.


In den Vororten und Reihenhaussiedlungen wird die Revolution zuletzt ankommen, so Graeber. Aber dass sie ihren Weg auch dorthin finden wird, daran besteht für ihn kein Zweifel.

Pressestimmen:

"Die Lektüre des vergleichsweise schmalen Buches empfiehlt sich, denn es steckt voller Warnungen - geschrieben von dem teilnehmenden Beobachter der Occupy-Bewegung, als der sich Graeber auch versteht. Besonders aufschlussreich sind die theoretischen, scharf in der Sache, aber locker im Ton gehaltenen Auseinandersetzungen mit den linken Ikonen des anti-kapitalistischen Widerstands." Frankfurter Rundschau, 01.06.2012

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Produktdetails

ISBN-10: 3-570-55197-0
EAN: 9783570551974
Originaltitel: Revolutions in Reverse
Erschienen: 02.04.2012
Verlag: Pantheon
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 191
Länge/Breite: 200mm/125mm
Gewicht: 240 g
Übersetzer: Katrin Behringer
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David Graeber

Winner of the Bread and Roses Award for Radical Publishing

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  • Ist die sich abzeichnende Bewegung auch nachhaltig? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 04.05.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Graeber sieht den Kapitalismus am Wendepunkt. Längerfristig werde sich der Kapitalismus zwar durch die Vereinnahmung von Konzepten der sozialen Bewegungen wie Nachhaltigkeit oder Dezentralisierung modernisieren. Zwischenzeitlich aber herrsche der Kamikaze-Kapitalismus - "eine Ordnung, die sich ohne zu zögern selbst zerstören würde, falls das nötig ist, um ihre Gegner auszumerzen".
    Die sozialen Bewegungen dagegen erproben Organisationsformen einer staatenlosen und solidarischen Gesellschaft. Tatsächlich sind die Occupy-Proteste trotz ihrer Heterogenität konsequent horizontal organisiert. Der Rekurs auf Prinzipien der direkten Demokratie ist die Schnittmenge der ansonsten zerstrittenen Gruppen. Die Abkehr von der parlamentarischen Demokratie ist ein Massenphänomen geworden und auch die Bereitschaft, partizipative Entscheidungskonzepte zu erproben.Der Autor sieht aus den sozialen Bewegungen eine vollkommen andere Gesellschaft entstehen.
    Graeber zeichnet das Dilemma der sozialen Bewegungen zwischen dem Bemühen um Bündnisfähigkeit und Radikalität, zwischen Mutlosigkeit und Erfolgen nach. Stark sind die Texte dort, wo er die subjektiven Implikationen der Krise - in diesem Fall auf die Bewegung selbst - herausstellt.
    Es ist erstaunlich, womit sich der Anarchist Graeber zufrieden gibt. Als antikapitalistisch gelten ihm alle Proteste, die den Status quo angreifen. Der Verlag hat das erkannt und mit der Auswahl des Titels "Kamikaze-Kapitalismus" seinerseits betont, dass es um "Auswüchse", nicht ums System gehe. Im Klappentext wird auf die Proteste gegen Stuttgart 21 verwiesen. "Ganz normale Menschen", heißt es, "begehren auf gegen die Selbstherrlichkeit von Wirtschaft und Politik und damit auch gegen die Herrschaft des Kapitals." Der Kampf gegen das Kapital war jedoch nie Sache der WutbürgerInnen.
    Reichen also anarchistische Organisationsprinzipien aus, um soziale Frustration in eine radikale Haltung umzuwandeln? Die "Alternativen zum herrschenden System", die der Untertitel ankündigt, bleibt jedenfalls auch Graeber schuldig.

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