Untergang der Titanic: Schweres Verbrechen, anstatt herzergreifender Tragödie
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P. Borkmann, am 15.03.2012
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Was wäre, wenn die uns erzählte Geschichte über den Untergang der Titanic nicht der Wahrheit entspricht? Was, wenn die herzergreifende, ja romantische Tragödie eines in der Nacht des 14. April 1912 von Naturgewalten unaufhaltsam und unabänderlich in die Tiefe gerissenen Ozeanriesen nichts weiter ist als ein Mythos? Ein Mythos, der die Aufgabe hat, die wahren erschreckenden Ereignisse und Hintergründe jener Nacht zu verschleiern? Was, wenn hinter dem Sinken des Luxusliners und dem Tod von 1.500 Menschen in Wirklichkeit ein Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes stünde, geplant und durchgeführt von einer ebenso mächtigen wie skrupellosen Person der Zeitgeschichte?
Die Folgen einer derartigen Umschreibung der Geschichte sind schwer vorstellbar. Auf eben diese Schlussfolgerung jedoch läuft "Das Titanic Attentat" hinaus, das neue Werk von Sachbuch-Bestsellerautor Gerhard Wisnewski, das passend zum 100-jährigen "Jubiläum" des Unterganges erschien. Mit zahlreichen Quellen, Zeugenaussagen, und dem über 1.000 Seiten starken damaligen Untersuchungsbericht belegt Wisnewski, daß alles anders war, als es uns Geschichtsbücher, Dokumentationen und Hollywood-Seifenopern weismachen wollen.
Dass die Titanic nur für die Hälfte der Passagiere Rettungsboote bei sich trug, und unverständlicherweise trotzdem den Hafen verließ, gehört noch zum Allgemeinwissen. Jedoch wohl kaum, dass schon bei der Abfahrt mehrere der gewaltigen Kohlebunker tief im Bauch des Schiffes lichterloh brannten. Den Selbstmordcharakter der Fahrt setzte Kapitän Smith fort, indem er regelrecht gezielt in gewaltige Eisfelder hinein navigierte. Wisnewski liefert dafür anhand von Seekarten und Zeugen eindeutige Belege.
Die nächste Überraschung: Es gibt keinen klaren Beweis dafür, dass die Titanic wirklich mit einem Eisberg kollidierte und speziell dadurch Schaden nahm. Vielmehr wird von Zeugen berichtet, dass es im Schiffsrumpf Explosionen gab, mutmaßlich durch die brennenden und schließlich explodierenden Kohlebunker. Irritierend auch die Reaktion der Crew und der Offiziersführung angesichts des drohenden Unterganges: Weder werden die Pumpen rechtzeitig angeschaltet, noch werden Anstalten gemacht, die Lecks im Schiffsrumpf zu bekämpfen. Dass auch bei der Angabe der Schiffsposition, dem Absetzen von Rettungssignalen und dem rechtzeitigen zügigen Zuwasserlassen der Rettungsboote nachlässig gehandelt worden sein soll, mag man bereits kaum noch als Zufall akzeptieren.
Die Stimmung des Lesers schwingt endgültig um von Verständnislosigkeit zu Zorn, wenn er erfährt, wie die Offiziersführung sich offenbar auf höhere Weisung hin mit Waffengewalt gezielt bemühte, alle männlichen Passagiere dem Ertrinken zu überantworten. Nicht "Frauen und Kinder zuerst" habe die vermeintlich edle Losung gelautet, sondern: "Nur Frauen und Kinder" - selbst dann, wenn es in Rettungsbooten noch leere Plätze gab und sie lediglich halb besetzt zu Wasser gelassen wurden. Der bereits hier zutiefst erschütterte Leser muss ferner mit Erschaudern erfahren, dass sich in unmittelbarer Nähe der Titanic weitere Schiffe befanden, deren Kapitäne die Tragödie im Schutze der Dunkelheit aus der Ferne mitverfolgten, jedoch offenbar bewusst nicht helfend eingriffen.
"Das Titanic Attentat" ist ein ebenso packendes wie unterhaltsam und lebhaft geschriebenes Sachbuch, welches so spannend ist, dass es den Leser von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Wie immer nach der Lektüre eines Buches von Gerhard Wisnewski ist für den Leser danach die Welt nicht mehr so, wie sie zuvor erschien.