Das Ende des Euro

Das Ende des Euro

Szenarien für die Zeit danach

von Christian Saint-Étienne

Buch

gebunden (153 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Der Euro sollte die Entwicklung der EU zum einheitlichen Wirtschaftsraum befördern, ist jedoch aufgrund von konzeptionellen Fehlern gescheitert. Christian Saint-Étienne weist nach, dass sich die Eurozone nicht besser entwickelt hat als der Rest Europas oder des Westens und dass der Euro die Einheitlichkeit nur suggeriert, weil es an gemeinsamen Strukturen fehlt und jeder Staat seine eigenen Ziele verfolgt – dabei bleibt harte, fundierte Kritik an der Politik Deutschlands (und Frankreichs) nicht aus.

Saint-Étienne fasst drei Möglichkeiten für die Bewältigung der Krise ins Auge:
1. Föderalisierung der Wirtschafts-, Währungs- und Steuerpolitik – Schaffung einer „echten Eurozone“.
2. Fortsetzung der „Heftpflaster“-Politik, ein Rettungspaket nach dem anderen.
3. Das Zerbrechen des Euro nach dem Scheitern von 2., entweder „apokalyptisch“ oder „geordnet“, in Form zweier Euro-Währungen mit eigenen Zen­tralbanken in Frankfurt und Paris.

Auf den letzten zehn Seiten liefert Saint-Étienne Vorschläge für das Vorgehen Frankreichs angesichts des drohenden Endes des Euro – auch für deutsche Leser hochinteressant.

Produktdetails

ISBN-10: 3-942888-99-8
EAN: 9783942888998
Originaltitel: La fin de l´euro
Erschienen: 09.01.2012
Verlag: Börsenmedien AG
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 153
Gewicht: 373 g
Übersetzer: Egbert Neumüller
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Christian Saint-Étienne

Christian Saint-Étienne ist ein renommierter Volkswirt mit Studienabschlüssen aus Frankreich, England und den USA, Professor am Conservatoire National des Arts et Métiers und Mitglied des parteiübergreifenden Wirtschaftsrates der französischen Regierung (CAE). Er hat zahlreiche Artikel, Berichte und Bücher verfasst und dafür nationale wie auch internationale Auszeichnungen bekommen.

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Buchhändlertipps

  • Jetzt rezensiert der schon wieder ein Buch über den Euro

    von Thomas Fritzenwallner, am 07.04.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wiener Neustadt

    Die Eurokrise ist in vollem Gange. Saint-Étienne hat sie bereits vor Jahren vorausgesehen und deren Gründe analysiert. Er liefert eine schonungslose Bestandsaufnahme rund um die Probleme des Euro denn sie sind hausgemacht und Deutschland und Frankreich kommen Schlüsselrollen zu.
    Während Deutschland in den 2000er Jahren seinen Haushalt und die Verschuldung weitgehend im Griff hatte, stieg die Verschuldung Frankreichs seit 1998 deutlich an, bei einem gleichzeitig hohen Staatsdefizit. Noch wichtiger aber: Während von 1998 bis 2007 die Lohnstückkosten in der EU um 14 Prozent gestiegen sind, kletterten sie in Deutschland nur um 2 Prozent, in Frankreich um 17 Prozent und in Italien um 26 Prozent.
    Die Eurozone ist weit entfernt davon, ein homogener Wirtschaftsraum zu sein - und nur als solcher kann sie laut Saint-Étienne auf Dauer bestehen. Ein homogener Wirtschaftsraum beinhaltet neben einem gemeinsamen Steuersystem etwa gemeinsame, verbindliche Produktivitätsziele und Einkommensverteilungen. Bei allen drei Punkten versagt die Eurozone laut Saint-Étienne aber. Die Solidarität zwischen den Mitgliedern gibt es in der Eurozone nicht. Stattdessen herrscht knallharter Wettbewerb. Unkooperative Politik nennt Saint-Étienne das.
    Neben Deutschlands Lohnpolitik führt er Irlands Steuerpolitik als Negativbeispiel an. Saint-Étienne kommt zu dem Schluss, dass die Eurozone trotz der einheitlichen Währung keine homogene Wirtschaftszone ist und dass genau das dem Euro und der gesamten Eurozone am meisten schadet. Der Euro suggeriert nur eine trügerische Einheit, er ist Spielball der einzelnen Länderinteressen. Und obwohl sich die Währung international bewährt hat, ist der Dollar aber noch immer die uneingeschränkte Weltleitwährung.
    Für einen Ausweg aus diesem Dilemma und für eine nachhaltige Bewältigung der Krise zeigt Saint-Étienne drei Möglichkeiten auf: Statt der derzeit zerstrittenen Eurozone braucht es eine echte politische Einheit, angefangen mit der Einführung einer Euro-Wirtschaftsregierung. Das würde sehr lange dauern und viel politisches Fingerspitzengefühl erfordern, wie Saint-Étienne einräumt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, schätzt das Mitglied des französischen Wirtschaftsrats dann auch als sehr gering ein.
    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, so weiterzumachen wie bisher. Saint-Étienne nennt das "Heftpflaster"-Politik. Die Ursache des Übels wird nicht bekämpft, sondern es wird vielmehr versucht, neue Brandherde mit immer neuen und größeren Rettungspaketen zu löschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Eurozone so weitermacht, schätzt der Volkswirt als sehr hoch ein (80 %). Eine langfristige Lösung des Problems funktioniert so natürlich nicht. Die dritte Möglichkeit besteht kurz und knapp im Zerbrechen des Euro nach dem Scheitern der Rettungsbemühungen.
    Saint-Étienne hofft zwar nicht, dass der letzte Fall eintrifft, aber er sieht darin auch eine Chance. Nach dem Zerbrechen der Eurozone könnte es zur Bildung zweier Währungsräume kommen: Die Überschussländer, allen voran Deutschland, steigen irgendwann aus der Eurozone aus und gründen eine eigene Währung. Saint-Étienne nennt sie "Euromark". Die Defizitländer dagegen, also eher die südlichen Eurozonenstaaten inklusive Frankreich, würden den Euro behalten. Der Bruch käme aber nur dann zustande, wenn die Überschussländer schadlos aussteigen können, wohingegen die Defizitländer das Risiko einer Neubewertung ihrer Staatsverschuldung in Kauf nehmen.
    Zusammenfassend lässt sich sagen:
    Der Autor erklärt klar und verständlich, entlarvt die Maßnahmen der Politik als Flickschusterei und liefert mit seinen drei Entwicklungsperspektiven plausible Ansätze für eine mögliche Zukunft.

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