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In GEGEN DIE WELT läuft von Seite 214 bis Seite 369 eine Doppellinie über die Buchseiten.
Was passiert da genau?
Hier läuft das dritte Unterkapitel in diesem Teil des Buches gegen das zweite Unterkapitel. Es ist der Monolog eines Lokführers. Die beiden Stränge laufen parallel, der eine oberhalb des symbolisierten Schienenstrangs, der andere unterhalb.
Warum ist das so? Was soll das?
In dem Kapitel 'Heavy Metal' wird ein Junge durch Mobbing an der Schule in den Selbstmord getrieben. Er stellt sich, weil er keinen Ausweg mehr weiß, auf die Schienen und wartet auf den nächsten Zug. Das ist die oben laufende Erzählung. Unten setzt die Geschichte des Lokführers ein, der ihn überfahren wird, und zwar an dem Punkt, an dem das Martyrium des Schülers beginnt, bis zum dem Punkt, an dem es durch seinen Tod endet. Das Lokführerkapitel spielt mit der Frage, wo beginnt und wo endet das Leben, es ist die Geschichte eines Mannes, der als Zugführer immer wieder unfreiwillig zum Mörder wird und, durch diese Erlebnisse traumatisiert, seine Familie und Freunde verliert. Gerade als er meint, sein Trauma überwunden zu haben, steht wieder einer vor ihm auf den Gleisen und die Geschichte beginnt von vorn.
Die Anordnung in zwei parallel laufenden Strängen unterstreicht die Gleichzeitigkeit der Ereignisse bis zum fatalen Aufeinandertreffen. Auf S. 369 endet unten der Erzählstrang des Lokomotivführers, kurz bevor er den Jungen erreicht. Auf S. 370 erfahren die Mitschüler von Peter Peters¿ Tod.
Außerdem möchten wir Sie noch über einige Besonderheiten in der gesetzten Fahne von Jan Brandts GEGEN DIE WELT aufklären, die vielleicht auch zu Fragen führen könnten. In dem Buch finden sich:
faksimilierte Briefe mit handschriftlichen Anmerkungen
fiktive Anzeigen und Plakate
verschlüsselte Geheimbotschaften
weiße, paginierte Seiten zu Beginn und zum Ende des Buches, die zur Geschichte gehören
Zeilen, die in Fraktur und Kyrillisch gesetzt sind
ein fiktives Quiz, das der Fernsehsendung Riskant! entnommen ist; dies ist ein Quiz bei dem man die zu einer Antwort gehörige Frage erraten muss; deshalb stehen jeweils auf der rechten Buchseite die Antworten, auf der folgenden linken Buchseite liest man die zugehörige Frage, eine Seite, auf der nur das Wort 'Mais' steht; in der Mitte, für das menschliche Auge zunächst unsichtbar, steht jedoch auch das Wort 'Mars'
Halbsätze im letzten Teil White Shadow, die 'eingenebelt' (aufgehellt; kaum lesbar) sind
Grundsätzlich dürfen Sie davon ausgehen, dass in diesem Buch nichts zufällig passiert, sowohl auf textlicher als auch auf formaler Ebene.Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert. Gegen die Welt ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in Westdeutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen.
"Ein tollkühner Roman über Freundschaft und Verrat. Rebellisch und bewegend, wahnsinnig und witzig. Großes Kino."
Sönke Wortmann
Pressestimmen:
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 17.10.11
Ein Debütroman, der wie eine Achterbahnfahrt, ein Geisterbahnaufenthalt und ein Bungee-Sprung gleichzeitig ist. Ein Buch über Freundschaft, Loyalität, Lügen, über Heimat, Glück und große Gefühle. Der Roman strotzt vor Kraft und stilistisch waghalsigen Experimenten, die das Lesen zu einem exquisiten Menü machen. Die Geschichte dauert noch lange an, auch wenn Sie schon zu Ende ist. Von Jan Brandt wird man wohl noch viel hören ?und vor allem lesen.
| ISBN-10: | 3-8321-9628-5 |
|---|---|
| EAN: | 9783832196288 |
| Erschienen: | November 2011 |
| Verlag: | DuMont Buchverlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 927 |
| Länge/Breite: | 215mm/149mm |
| Gewicht: | 929 g |
von Edith Berger, am 01.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Graz
von Armin Rosenberg, am 11.10.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien
von Christa Kromminga, am 29.06.2012
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von Karthause, am 21.02.2012
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von Gisela Busemann, am 28.10.2011
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von Joke Hoogendoorn, am 18.09.2011
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von Saidjah Hauck, am 16.09.2011
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von Kai Reinhard, am 13.09.2011
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