Buch
gebunden (319 Seiten)
1. Auflage
Sprache: Deutsch
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€ 10,30
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"Bei Siegen hat man ihn verdient, bei Niederlagen braucht man ihn", sagte Napoleon über den Champagner, dem er zu einem der friedlichsten, wiewohl leidenschaftlichsten Siegeszüge um die Welt verholfen hat.
Die Champagne wurde vom 5. bis ins 20. Jahrhundert immer wieder zerstört, zuletzt von Hitler im Zweiten Weltkrieg. Diese Landschaft hat Geschichte erlitten und Geschichte gemacht: Hier wurden die französischen Könige gekrönt und der Champagner, der König der Schaumweine, kreiert - das erlesenste Getränk und Geschenk der Franzosen an die Welt der Kultur.
Don&Petie Kladstrup inszenieren ein Drama, in dem es um Intrigen und Macht, Leidenschaften und Liebe geht, zu dem Geheimdiplomatie und historische Momente ebenso gehören wie schöne Frauen, die der Champagner angeblich noch schöner macht. Es ist ein Abenteuerroman und Mantel- und Degenstück, das in Kaschemmen wie in Königshäusern spielt. Ein Krimi, der für Augenblicke das Tragische streift, untermalt von delikaten Zwischen- und erotischen Untertönen, die in den Aufstieg und Triumph des Champagners ebenso verflochten sind wie seine unendlichen Geschmacksnuancen.
Weitere Informationen, die die Leser erhalten:
- wer war Dom Perignon,
- die Wichtigkeit Ludwigs XIV., Katharinas II., Napoleons für die Verbreitung des Champagners,
- Intrigen und Machtspiele um den Champagner,
- die Champagnerhäuser und ihre Rolle,
- Herstellung und Besonderheit des Champagners,
- Champagner - das Luxusgetränk des 19. Jahrhunderts,
- wie überlebten die Champagne und der Champagner die beiden Weltkriege,
- Frauen: entscheidend für das Überleben und den Erfolg des Königs der Schaumweine.
| ISBN-10: | 3-608-94446-X |
|---|---|
| EAN: | 9783608944464 |
| Originaltitel: | Champagne |
| Erschienen: | August 2007 |
| Verlag: | Klett-Cotta Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1. Auflage |
| Seitenzahl: | 319 |
| Gewicht: | 520 g |
| Übersetzer: | Dietmar Zimmer |
Petie Kladstrup (und Don Kladstrup) sind amerikanische Korrespondenten, die in Frankreich leben und für einen Fernsehsender und diverse Zeitungen in den USA arbeiten. Die "Kladstrups" sind in Frankreich bekannt, weil es ihnen als Ausländern gelungen ist, in Frankreich ein erfolgreiches Weinbuch zu publizieren. Dadurch sind sie u.a. auch auf das Thema von "Wine and War" gestoßen.
Dietmar Zimmer studierte und promovierte in Berlin im Fachbereich Biologie. Heute Sach- und Fachbuchübersetzer aus dem Englischen und Französischen. Publikationen zu Themen aus der aktuellen Forschung der Naturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Molekularbiologie und Genetik.
"Einleitung - Gelobte Erde
(...) Als wir unsere Decke ausgebreitet hatten und den Champagner öffneten, schien endlich alles zu stimmen. Der Champagner, im Französischen wie im Deutschen männlich, schien die ideale Ergänzung zur rauhen Landschaft der Champagne, die - ebenfalls im Französischen wie im Deutschen - weiblich ist. Ein perfektes Paar, dachten wir, unzertrennlich und vereint in einem Bund von Stärke, Fröhlichkeit und Eleganz.
Dennoch ist nichts, was den Champagner betrifft, einfach oder banal; seine Geschichte sprüht nur so vor Ironie. Durch ihn haben die Champenois, wie einmal ein Schriftsteller meinte, "Geschmack am Widerspruch" gefunden: Um einen guten Champagner zu machen, braucht man schlechten, mageren Boden. Weißwein entsteht aus blauen Trauben. Ein Blinder sah Sterne. Und der Mann, der angeblich dafür gesorgt hat, daß diese vielen Bläschen in den Champagner kommen, hat tatsächlich die meiste Zeit seines Lebens damit verbracht, genau das zu verhindern.
Die größte Ironie jedoch ist, daß ausgerechnet die Champagne, Schauplatz einiger der erbittertsten Kämpfe der Menschheit, der Geburtsort eines Weines wurde, der in der ganzen Welt als Symbol für gute Zeiten und Freundschaft steht.
Es sind diese Brüche und Widersprüche, die die Aura des Champagners von Geheimnis und Romantik teilweise ausmachen. Was ist das Besondere am Champagner? Allein schon das Wort auszusprechen ist wie ein Wink mit dem Zauberstab: Jeder lächelt, entspannt sich und kommt ins Schwärmen. Kein anderes Getränk dürfte Dichtung und Kunst so sehr inspiriert und zu Übertreibungen verleitet haben. Für Casanova gehörte Champagner "zur Grundausstattung eines Verführers". Coco Chanel meinte, sie trinke Champagner nur zu zwei Gelegenheiten: wenn sie verliebt sei - und wenn nicht. Lily Bollinger, eine der Grandes Dames der Champagne, ging noch ein wenig weiter: "Ich trinke Champagner, wenn ich glücklich bin und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich ihn, wenn ich allein bin. In Gesellschaft ist er ein Muß. Ich nippe daran, wenn ich Hunger habe. Ansonsten lasse ich die Finger davon - außer natürlich, wenn ich durstig bin."(...)
Schon lange wurden dem Champagner gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. In den dreißiger Jahren waren die französischen Mediziner überzeugt, daß er als eine gute Medizin zur Behandlung von Depressionen und zur Abwehr von Infektionskrankheiten wie Typhus und Cholera geeignet sei. Schon 50 Jahre zuvor war der"Eiserne Kanzler"Otto von Bismarck als großer Champagnerliebhaber bekannt. Winston Chur chill meinte, Champagner schärfe seine Geistesgegenwart. Er nutzte den Champagner auch, um während des Ersten Weltkriegs seine Kollegen um sich zu scharen:"Denken Sie daran, Gentlemen", meinte er,"wir kämpfen nicht nur für Frankreich, sondern für den Champagner!"Doch das war keineswegs das erste Mal, daß Champagner eine entscheidende Rolle in der Weltgeschichte spielte. Während des Großen Abendländischen Schismas (1378 - 1417), der Kirchenspaltung im Mittelalter, als es einen Papst in Rom und einen in Avignon in Frankreich gab, reiste der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, König Wenzel IV. von Böhmen (1363 - 1419), nach Reims, um mit Karl VI. (1380 - 1422), König von Frankreich, über ein Ende der Spaltung zu verhandeln. Der Kaiser jedoch war nach allzu reichlichem Champagnergenuß derart betrunken, daß er nicht mehr aufstehen und zu der Verhandlung kommen konnte. Als dieser Zustand mehrere Tage anhielt, schickte der König von Frankreich schließlich zwei seiner Herzöge aus, um Wenzel herbeizuschaffen aber war immer noch so berauscht, daß er unbesehen jede Urkunde unterschrieb, die ihm Karl VI. vorlegte - mit dem Ergebnis, daß der Papst in Avignon blieb, in seiner"Babylonischen Gefangenschaft", und die Kirchenspaltung bis 1417 andauerte.(...)"
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