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Eine kleine Dorfgemeinschaft am Rand des Bayrischen Waldes. Nach der Schließung des einzigen Lebensmittelladens stehen die Verkäuferinnen Maria, Waldtraud, Katharina und Lena vor dem Nichts. Der Geist der katholischen Kirche ist zwar
allgegenwärtig, dafür mangelt es an jeglicher wirtschaftlicher Perspektive. Bis zu dem Tag, als Maria zur allgemeinen Empörung den Vorschlag macht, zukünftig mit Telefonsex für neue Einkünfte zu sorgen. Das hat weit reichende Folgen, nicht
nur für die vier Landpomeranzen, sondern schließlich auch für das ganze Dorf ...
| ISBN-10: | 3-8387-0097-X |
|---|---|
| EAN: | 9783838700977 |
| Erschienen: | 03.2009 |
| Verlag: | Lübbe Digital |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 250 |
| Erschienen bei: | Lübbe Digital |
| Spieldauer: | 3302 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Andrea Sixt arbeitete nach dem Studium einige Jahre als geschäftsführende Ingenieurin in einem Unternehmen für Haustechnik. 1995 verwirklichte sie ihren großen Traum und machte sich als Drehbuchautorin selbstständig, mit großem Erfolg. Sie ist Gründungsmitglied von Brustkrebs Deutschland e.V.
von Doris Oberauer, am 22.05.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Grieskirchen
von einer Kundin/einem Kunden, am 07.01.2012
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Sechzehn (S. 220-221)
»Es hat meinen Vater in den letzten Minuten seines Lebens glücklich gemacht. Und das nehme ich als Fingerzeig, dass es richtig ist weiterzumachen«, sagte Maria zu Lena, die am nächsten Tag mit der bangen Frage, wie es nun weitergehen sollte, bei ihr geläutet hatte. »Auf jeden Fall so lange, bis wir das Geld, das wir brauchen, zusammenhaben.«
Es war Samstagvormittag. Lena war noch nicht ganz zur Haustür hereingekommen, als Maria sich bereits daranmachte, die Telefonanlage im Flur wieder auf Empfang zu schalten. Sie war voller Tatendrang. Das nächtliche Gespräch hatte ihr so gut getan. Stefan hieß der Unbekannte. So viel hatte sie über ihn noch erfahren können. Aber das behielt sie für sich. »Bist du sicher, dass du heute schon arbeiten willst?«, fragte Lena vorsichtig. »Klar. Ich kann nicht nur herumsitzen.
Die Ablenkung tut mir gut.« Lena verschob das, was sie gern mit Maria besprochen hätte, auf später und pflichtete ihr bei. »Wir werden das schaffen. Und zwar ganz allein. Unabhängig von einem Mann und von allem«, meinte sie. »Es dauert dann eben ein bisschen länger, aber dafür ...« Sie unterbrach sich, denn Maria starrte plötzlich befremdet an ihr vorbei zu Katharina, die in der offenen Tür stand. Im Gegensatz zu Maria wunderte Lena sich jedoch gar nicht, dass Katharina eine riesige Sonnenbrille mit breitem Rand trug, obwohl dicke Wolken am Himmel hingen. Es war ein scharfes Modell von Gucci.
Maria hatte von so was eben keine Ahnung, dachte Lena. Doch es waren nicht nur die dunklen Gläser, die Maria gleich im ersten Moment aufgeschreckt hatten. Es waren vielmehr die scheue Haltung, der verkrampfte Zug um den Mund, und Lenny, der, anders als sonst, nicht gleich in Richtung Herd oder Kühlschrank sprintete, sondern sich an Katharinas schlankes Bein gedrückt hielt und auch nicht von ihrer Seite wich, als Maria nun zu ihr eilte und sie in die Küche führte.
Dort platzierte sie Katharina umgehend auf den erstbesten Stuhl. Noch immer nahm Katharina die Brille nicht ab. Maria tat es. Behutsam packte sie das edle Gestell und legte es zur Seite. Lena unterdrückte einen kleinen Schrei. Sie hatte bis dahin wieder mal nur Bahnhof verstanden. »Oh, verdammt, da hat es jemand aber gar nicht gut mit dir gemeint«, murmelte Maria, während sie die kleine Platzwunde über der Augenbraue und die Rötungen an Schläfe und Auge betrachtete.
In Katharinas Augen schimmerten Tränen. Sie hielt die Lippen zusammengepresst. »Das kriegen wir schon hin. Da bleibt auch keine Narbe zurück. Was glaubst du, wie Tina oft ausgeschaut hat!«, versuchte Maria, sie aufzumuntern, obwohl sie innerlich bebte. Wie jede Mutter hatte auch sie schon hundert Mal irgendwelche Verletzungen gereinigt, desinfiziert, gesalbt, verpflastert und verbunden, das war völlig normal, doch diesmal war es etwas anderes. Diesmal waren es die Zeichen der Gewalt – und die schockierten.