Iran: Der falsche Krieg

Wie der Westen seine Zukunft verspielt

von Michael Lüders

Buch

Taschenbuch (175 Seiten)

2. aktual. Auflage

Sprache: Deutsch

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Es scheint alles so klar und einfach zu sein: Auf keinen Fall dürfen die fanatischen Mullahs in Teheran in den Besitz der Atombombe gelangen. Lenken sie nicht ein, müssen sie eben die Konsequenzen tragen. Bis hin zum Krieg. Welche Beweise aber gibt es, dass der Iran tatsächlich nach Atomwaffen strebt? Und geht es in diesem Konflikt allein um die Bombe?
2003 führten die USA ihre "Koalition der Willigen" in einen Krieg mit dem Irak. Doch von den Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins fehlt bis heute jede Spur. 2012 droht ein Angriff auf den Iran - aus ähnlichen Gründen. Läuft der Westen Gefahr, innerhalb weniger Jahre zum zweiten Mal den falschen Krieg zu führen? Michael Lüders erklärt, warum Teheran im Fadenkreuz liegt und stellt scheinbare Gewissheiten infrage. Dabei erzählt er die Geschichte Irans seit dem Sturz von Premier Mossadegh durch einen britisch-amerikanischen Putsch 1953. Er zeichnet ein lebendiges Bild der Islamischen Republik und beschreibt die machtpolitischen Verhältnisse zwischen Mittelmeer und Indien. Das Buch zeigt, wie gefährlich ein Angriff auf den Iran wäre. Er würde nicht allein die Hardliner um Präsident Ahmadinedschad stärken und die Opposition schwächen. Sondern auch, so die These, die gesamte Region in Brand setzen und wie ein Bumerang auf den Westen zurückschlagen. Ein mutiges Plädoyer gegen einen Krieg, der dieses Jahrhundert prägen könnte wie der Erste Weltkrieg das vorige.

Produktdetails

ISBN-10: 3-406-64026-5
EAN: 9783406640261
Erschienen: 30.08.2012
Verlag: C. H. Beck
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. aktual. Auflage
Seitenzahl: 175
Länge/Breite: 204mm/123mm
Gewicht: 223 g
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Michael Lüders

Michael Lüders, geboren 1959 in Bremen, Studium der arabischen Literatur in Damaskus, der Islamwissenschaft, Politologie und Publizistik in Berlin. Promotion über das ägyptische Kino. Langjähriger Nahost-Redakteur der ZEIT. Buchveröffentlichungen. Der Autor lebt in Berlin.

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Kundenrezensionen

  • Wichtige Argumente für alle, die nicht wirklich wissen, wovon sie reden. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 17.07.2012

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Nahost-Experte Michael hält es für völlig unrealistisch, dass Teheran Israel angreift. Er rechnet dagegen fest mit einem israelischen Militärschlag gegen den Iran. Um diese These mit guten Argumenten zu bekräftigen, hat der Autor eindrucksvoll recherchiert. Eine zentrale Rolle spielt für ihn dabei das hoch komplizierten Beziehungsgeflecht zwischen Israel, den USA und der dortigen Israel-Lobby, das er ausführlich beschreibt. Hier liegt der Ausgangspunkt für sein neues Buch, von dem er hofft, dass es eine differenziertere Debatte über das heutige Verhältnis zu Israel anstoßen möchte.
    Anlass für das Buch war ein persönliches Erlebnis. Lüders hatte an einer Talkrunde im Fernsehen über den Iran-Krieg teilgenommen, bei der sich ein israelischer Mitstreiter, ein US-Journalist und eine Exil-Iranerin erstaunlich einig waren, dass ein Militärschlag gegen Iran notwendig sei, um das Atomprogramm zu stoppen. Nur Lüders war gegenteiliger Ansicht. Er machte deutlich, dass ein solcher Angriffskrieg gegen Teheran völkerrechtswidrig sei und die Folgen völlig unkalkulierbar.
    Er beleuchtet die Rolle der USA ebenso wie die Interessen Israels. Sehr lesenswert ist das Kapitel über den Iran, in dem Lüders eine Rückschau von 1953 bis heute bietet. Er analysiert darin anschaulich die heutigen Machtverhältnisse als feines Beziehungsgeflecht aus Seilschaften und Netzwerken, die für westliche Beobachter kaum zu durchschauen sind. Dabei ist seine Schilderung von einem angenehmen Bemühen um Sachlichkeit geprägt. Anschaulich beschreibt der Wissenschaftler, wie ein Militärschlag gegen Teheran nicht auf das angegriffene Land beschränkt bleibt, sondern sich über Libanon, Saudi-Arabien und Afghanistan in einer Kettenreaktion von Konflikten bis nach Europa ausdehnen könnte - ein rasanter Anstieg des Ölpreises inbegriffen.Michael Lüders hat mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag zur Fortführung der Debatte verfasst, die der Schriftsteller Günther Grass über die Gefahr eines möglichen Iran-Krieges angestoßen hatte. In dieser Kontroverse hatten außenpolitische Aspekte eher eine Nebenrolle gespielt. Dafür fehlte Grass ebenso die Sachkenntnis, wie vielen seiner Kritiker. Umso verdienstvoller ist es, dass der Islam-Wissenschaftler diese Lücke nun mit seiner Expertise füllt. Seine eindringliche Warnung vor diesem Krieg ist für jedermann lesenswert.

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  • Eine differenzierte Betrachtung vermeintlicher Fakten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Michael Lehmann-Pape, am 21.05.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Seit Monaten bereits wird die Weltöffentlichkeit Zeuge des „Säbelrasselns“ gegen den Iran, vor allem zunehmend von Seiten Israels her. Aber auch andere Mächte drängen mit Macht gegen den vermeintlichen Plan des Iran, sich zur Atommacht aufzuschwingen. Scheinbar liegen, zumindest in Israel, die Pläne für einen Präventivschlag schon in den Schubladen bereit, ebenso scheint sich die Geduld ihrem Ende zu nähern.

    Gegen den Strom eines breiten, politischen Konsenses, könnte man sage, macht sich Michael Lüders, Journalist und anerkannter Nahost Experte, nun auf, mit kritischen Anfragen und einer durchweg nachvollziehbaren Argumentation eine differenzierte Betrachtung der Lage in und um den Iran vorzulegen, die er von vorneherein mit seiner Verwunderung beginnen lässt, „dass dieser seit langem abzusehende Waffengang kaum auf Widerspruch stößt“.

    Worauf Lüders zudem umgehend seine grundsätzliche These entwickelt und formuliert.
    „In diesem Konflikt geht es nur vordergründig um das iranische Atomwaffenprogramm“.
    Eine These, die er auf den knapp 170 Seiten seines Buches umfassend unterfüttert und ausformuliert.
    Allein aber schon seine nüchterne „Entzauberung“ der öffentlichen Ankündigungen, wie kurz und „schmerzlos“ ein solcher Krieg durchzuführen wäre, reicht durchaus schon aus, einen möglichen Krieg gegen den Iran äußerst kritisch zu betrachten.
    Ähnliche Aussagen lagen ja auch für Afghanistan und den Irak vor, bekanntermaßen eben nicht mit den Folgen einer kurzen militärischen Intervention und einer schnellen Demokratisierung, sondern mit jahrelangen, oft destruktiven, Folgen für alle Seiten und ohne dass wirklich ein klares Ende schon abzusehen wäre (gerade, was Afghanistan angeht).
    Der Iran aber würde sich noch auf ganz andere Weise in ganz anderer Massivität wehren, mit weltweitem und ungezügeltem Terror, den Lüders ebenso fundiert argumentiert prognostiziert, wie sein gesamtes Buch von seiner breiten Kenntnis der Lage im Nahen Osten kündet.

    Grundlegend legt Lüders im Weiteren dar, dass es den Großmächten der Welt hintergründig vor allem (natürlich) um freie Zugänge und eine berechenbare Kontrolle von wertvollen Rohstoffen geht, dass schon vor Zeiten Irak und Iran in der amerikanischen Sprachreglung verbunden und gleichzeitig benannt wurden als „im Zaume zu halten“. Wirtschafts- und Machtinteressen sind es somit (wie fast immer), die im Hintergrund des Säbelrasselns stehen. Es ist durchaus noch gut erinnerlich, dass auch der zweite Irakkrieg in offenkundigen Lügen seine vordergründige Rechtfertigung fand. So liegt es durchaus nahe, die Behauptungen der feindlichen Haltung des Iran zumindest äußerst gründlich zu prüfen und nicht vornehmlich nur Gründe zu suchen und zu behaupten, die eine Intervention rechtfertigen würden. Bei aller Vorsicht natürlich auch, mit der das iranische Regime zu betrachten ist.

    Sachkundig, hervorragend argumentiert, die (tatsächlich) zu erwartenden Folgen beim Namen nennend bildet das Buch von Michael Lüders eine fundierte und, vor allem, differenzierte Darstellung der tatsächlichen Lage, der möglichen wirklichen Motive und der Folgen einer militärischen Intervention im Iran mitsamt einem ernstzunehmenden Appell gerade an die deutsche Politik, nicht blindlings mit in eine solche Intervention hinein zu stolpern. Ein wichtiges Buch.

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