Gestatten: Elite

Auf den Spuren der Mächtigen von morgen

von Julia Friedrichs

Buch

Taschenbuch (255 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Ein höchst aufschlussreicher Einblick in Deutschlands angesehendste Eliteschmieden


Julia Friedrichs ist fünfundzwanzig, als McKinsey ihr ein lukratives Job-Angebot macht: Sie soll künftig zur Elite des Landes gehören. Was man darunter versteht, erlebt sie beim Auswahltest im Edel-Assessment-Center - und ist schockiert. Sie schlägt den Job aus und recherchiert stattdessen ein Jahr lang an angesehenen Eliteschmieden - wo Menschen, die weniger als 70 Stunden pro Woche arbeiten, "Minderleister" heißen und Vierzehnjährige Karriereberatungen buchen ...


Produktdetails

ISBN-10: 3-453-60112-2
EAN: 9783453601123
Erschienen: 06.04.2009
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 255
Gewicht: 220 g
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Julia Friedrichs

Julia Friedrichs, geboren 1979, studierte Journalistik in Dortmund. Nach einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk arbeitet sie nun als freie Autorin von Fernsehreportagen und Magazinbeiträgen, unter anderem für die WDR-Redaktionen Monitor, Echtzeit und Aktuelle Dokumentation. Für eine Sozialreportage wurde sie 2007 mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten und dem Ludwig-Erhard-Förderpreis ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

  • die Wirklichkeit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 03.07.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Endlich mal ein Buch, das über das in der Gesellschaft und vor allem Jugend spricht, das keiner sehen will. Es schaut hinter die Kulissen unserer Gesellschaft.

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  • Geld, Karriere, Egoismus Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 26.09.2010

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    Was ist die Norm?
    Was verbirgt sich hinter Elite?
    Die Meinungen gehen auseinander. Die Recherchen von Frau Friedrichs sind hin und wieder erschreckend. Was zählt heut zu Tage?
    Das unsere Kinder so früh wie möglich Führung erfahren, nach Möglichkeit mit drei Jahren schon Englisch lernen und ein Teil ihrer Kindheit einbüßen müssen weil die Eltern Leistung sehen wollen?
    Dieses Buch öffnet die Augen wie es in der "Elite Welt" zugeht und regt zum nachdenken und zum diskutieren an.

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  • Wer oder was ist Elite? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Buchwurm, am 30.05.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Rückentext des Buches: Julia Friedrichs ist 25, als McKinsey ihr ein lukratives Job-Angebot unterbreitet: Sie soll künftig zur Eltie des Landes gehören. Was man darunter versteht, erlebt sie beim Auswahltest im Edel-Assessment-Center und ist geschockt. Sie schlägt den Job aus und recherchiert statt dessen ein Jahr lang an angesehenen Eliteschmieden-wo Menschen, die weniger als 70 Std./Woche arbeiten, "Minderleister" heißen und Vierzehnjährige Karriereberatungen buchen...

    Auf der einen Seite bin ich nach Lektüre dieses Buches bestätigt, dass der Begriff "Elite" nach wie vor mit äußerster Vorsicht zu gebrauchen ist, da die Elite sich quasi selbst definiert und stellt. Außenstehende "Normalsterbliche" haben eigentlich keine reellen Chancen, in die Positionen der mächtigsten und einflussreichsten Entscheider des Landes zu gelangen. Wer diese Positionen letztendlich einnehmen wird, ist hingegen erschreckend. Auch das Ergebnis, dass viele der sogenannten Eliteschmieden in Wahrheit die letzte Hoffnung für reiche Kinder sind, doch noch ihr Abitur mit einem 3er Schnitt zu schaffen, was ihnen auf einer staatlichen Schule nicht mehr gelänge, oder diese bereits so in ihrer eigenen Welt erzogen werden, dass ihnen der Bezug zur "normalen" Welt vollkommen verloren geht, erschüttert mich. Da ist es natürlich nicht mehr verwunderlich, dass es solchen Menschen ein Leichtes ist, 6000 Stellen, einen so genannten "Personalkostenblock", wegzurationalisieren.

    (Rezension vom 01.06.2009)

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  • Julia Friedrichs: Gestatten Elite Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Jenny Wernicke, am 26.03.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Warum Elite? Julia Friedrichs geht dieser Frage nach, mal anonym, mal offen. Sie besucht Elite-Schulen, Elite- Universitäten, Elite-Kindergärten, Elite-Clubs….
    Sie bewirbt sich bei Elite-Arbeitgebern und wird eingeladen die neue Elite kennen zu lernen.
    Und was ist die „Neue Elite“?
    Eine befriedigende Antwort gibt es nicht, nur eine Bestandsaufnahme der Menschen, die die Elite sind oder sich dafür halten oder dazu gemacht werden.

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  • Neid statt Anleitung zum Aufstieg Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Michaela Jung, am 30.07.2009

    2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Mich hat das Buch enttäuscht. Die Autorin listet eine Reihe von noblen Bildungseinrichtungen angefangen vom Kindergarten bis zur Uni auf. Immer wieder wird gejammert, dass der Zugang zu diesen Einrichtungen nur mit Geld oder mit den passenden, erfolgreichen Eltern möglich ist. Was wir wirklich brauchen, hat die Autorin nicht entdeckt, den Eifer von jungen Menschen, es doch schaffen zu wollen, auch wenn die Eltern nicht das nötige Kleingeld für die Nobeluni haben. Das Werk eignet sich als Anleitung zum Selbstmitleid für alle die, die es nicht geschafft haben, nicht weil sie nicht können, sondern weil es so viel einfacher ist, auf die Erfolgreichen zu schimpfen.
    Neid ist das Einzige, was ich dem Buch entnehmen konnte.

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  • Spannende Einblicke Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Manuela Guba, am 23.05.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Autorin berichet über ihre Einblicke in die Welt der Elite und geht dabei der Frage nach: "Was genau ist "Elite"?"
    Der "Normalsterbliche" ist erstaunt wie es so zugeht in den Bildungsstätten der Reichen, in den Internaten rund um den Bodensee oder in den Eliteunis. Mann stellt sich wirklich nach der Lektüre des Buches die Frage, ob man nicht froh sein sollte, zu den "Normalsterblichen" zu gehören, irgendwie hat man da mehr Spass beim lernen, leben und arbeiten.

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  • Elite? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Silvia Gonther, am 14.05.2009

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Julia Friedrichs geht in ihrem Buch folgenden Fragen nach: Was ist Elite? Wer definiert Elite? Und wozu brauchen wir Elite? Sie trifft auf einige junge Menschen, die auf den ersten Blick alle sehr unterschiedlich sind. Doch bei genauerer Betrachtung sind alle der gleiche Typ Mensch. Am meisten schockiert sie die Tatsache, dass man schon im Alter von 2 Jahren anfangen kann, sein Kind auf ein Leben als Elite vorzubereiten. Das Fazit von Frau Friedrichs: Man wird nicht zu Elite gemacht, man wird als solche geboren…
    Ich finde dieses Buch wichtig für alle, da man auch als „Normaler“ um diese Welt wissen sollte. Wir sollten wissen wer uns lenkt und wie diese Menschen ticken. Die Mechanismen der Mächtigen von morgen sind interessant. Natürlich wirken manche Beschreibungen übertrieben, aber dadurch ist es realistischer und einleuchtender zu verstehen. Nach der Lektüre sieht man manchen Politiker oder Manager in einem etwas differenzierteren Licht.

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Die Elite trat in einem griechischen Luxushotel in mein Leben. Sie hieß Mario und war knapp dreißig, also nur wenig älter als ich. Außer demselben Geburtsjahrzehnt hatten wir nicht viel gemeinsam. Mario kannte solche Abende. Er trank, redete, lachte - gleichzeitig. Ohne innezuhalten. Er war makellos, ohne Selbstzweifel, siegessicher.
Ich saß in einem Karo-Rock, der ständig verrutschte, neben ihm. An den Füßen Stiefel, die ich mir geliehen hatte. Während unseres Gesprächs drehte ich eine Haarsträhne um den Zeigefinger. Wie immer, wenn ich nervös bin. Im Gegensatz zu ihm gehörte ich nicht hierher.
Nicht in diese Fünf-Sterne-Idylle. Unterhalb unseres Tisches brannten Fackeln, junge Menschen saßen am Hotelpool, dahinter leuchtete der angestrahlte Poseidon-Tempel. Direkt darunter lag das Meer. Dieser Ort war einer der schönsten, die ich seit Langem gesehen hatte, und dennoch fühlte ich mich unwohl wie selten.
Ich war in Griechenland, weil ich mich bei McKinsey, der weltgrößten Unternehmensberatung, beworben hatte. McKinsey gehört zu den Mächtigen der neuen Wirtschaftswelt. Die Firma hatte im Dezember 2006 vierzehntausend Mitarbeiter weltweit, machte 600 Millionen Euro Umsatz allein in Deutschland. McKinsey baut Unternehmen um. Behörden. Staaten. Zehntausend junge Deutsche wollen jedes Jahr dazugehören und schicken ihre Bewerbung. Ein bis zwei Prozent davon bekommen einen Job. Das McKinsey-Auswahlverfahren gilt als das härteste der Welt.
Und an diesem Auswahlverfahren nahm auch ich teil. Nicht weil ich bei McKinsey anfangen wollte, sondern zur Recherche. Ich arbeitete als freie Journalistin und war kurz davor, mein Studium zu beenden. Ich war fünfundzwanzig, also genau in dem Alter, das für McKinsey interessant ist. Die Berater der Firma sind nicht nur mächtig, sondern auch diskret. Sie wickeln ihre Aufträge im Stillen ab, selbst wenn es darum geht, Arbeitsämter, Krankenhäuser und Universitäten umzubauen. Auf kritische Fragen antworten sie ungern. Deshalb wollte ich mir das Unternehmen von innen ansehen. Ich wollte wissen, wer diese Menschen sind, wie sie ausgewählt werden. Deshalb hatte ich mich beworben. Ich hatte nie gedacht, dass ich genommen würde.
Und dann saß ich in diesem Hochglanzhotel am Meer. McKinsey hatte mich und hundertzwanzig andere Studenten aus Europa zu einer Segeltour eingeladen. Das Ganze war ein Edel-Assessment-Center. Unsere große Chance zum Einstieg in die Welt der Berater, sagten die meisten. McKinsey zeigte uns in Griechenland das schöne Leben. Jeder wohnte in einem eigenen Bungalow mit Blick aufs Meer. Wir segelten zu siebt auf kleinen Jachten in der Ägais. Wir feierten eine rauschende Party. McKinsey buchte einen DJ aus Athen und Barmänner, die mit Cocktailshakern jonglierten. Vier Tage lang lief vor unseren Augen ein Werbefilm für das schöne und coole Leben der Berater ab.
Außerdem wurde uns in diesen vier Tagen in kleinen Dosen die McKinsey-Philosophie verabreicht. Uns wurde gesagt, wir seien brillant. Wir seien die Besten. Die, die das Potenzial hätten, Europas neue Führungsgeneration zu werden. Wer es schaffe, zu ihnen zu gehören, sagte McKinsey, sei ein Gewinner. Elite.
Mario war einer von vierzig Beratern, die mit uns im Hotel wohnten. Immer wieder setzten sie sich zu uns, um uns von der Welt der Mächtigen und Erfolgreichen zu berichten, die auf uns wartete. Mario war kein Date. McKinsey bezahlte ihn dafür, dass er mit mir Wein trank, dass er mir Heldengeschichten erzählte, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte. Er erklärte mir das Leben der Elite.
Er habe gerade eine große europäische Fluglinie saniert, sagte er. Kosten reduziert, Leute entlassen. Die hätten sich ganz schön gesperrt. Aber er hätte alle Widerstände gebrochen. Jetzt sei der Laden wieder fit. Und wieder trank er, lachte und gestikulierte. Er war so beschäftigt mit sich selbst, dass er erst sehr spät merkte, dass ich seine Geschichte nicht mochte. Dann verstand er und schaute mich an, als hätte er erkannt, dass ihm kein "High Potential" gegenübersaß.
"Es gibt Menschen", sagte er, "die sind oben - das sind Gewinner. Und Menschen, die sind unten - die Verlierer. Pass auf", riet er mir, "dass du im Leben zu den Gewinnern gehörst."
Ich hätte eine von ihnen werden können. Zurück aus Griechenland, lud mich McKinsey zu einem Auswahltag am Berliner Kurfürstendamm ein. Ich rechnete mich durch Tests und löste Case Studies, wie die Berater ihre Beispielfälle nennen. Ich musste mir sagen lassen, dass ich gern bluffe und manchmal etwas aggressiv sei. Obwohl es ja nur eine Recherche war, entwickelte ich plötzlich den
Ehrgeiz, diesen Auswahltest um jeden Preis zu schaffen. Am Ende hielt ich einen Vertrag in der Hand. McKinsey bot mir 67000 Euro Einstiegsgehalt und einen Dienstwagen - meine Eintrittskarte in die Welt der Elite. Als ich das schicke Büro verließ, das Papier, das so viel Geld bedeuten könnte, in der Hand, war ich drauf und dran zuzusagen, mich vom Journalismus zu verabschieden und das zu werden, was McKinsey unter Elite versteht. Ich zögerte und zauderte, aber ich sagte Nein.
Ich verließ McKinsey, ohne eine von ihnen geworden zu sein. "Gerade noch rechtzeitig", sagten meine Freunde. Aber zu spät, um Mario vergessen zu können.


Aus dem griechischen Luxushotel kehrte ich in meine Wohngemeinschaft nach Berlin zurück. Hier hatte sich nichts verändert. Links der Plattenladen, rechts der Wohnwagen, in dem man Hamburger kaufen kann, dazwischen, im Hinterhof, in einem roten Backsteinbau, in dem vor einem Jahrhundert Tortenböden hergestellt wurden, unsere WG. Seit drei Jahren lebe ich hier. Zusammen mit den vier anderen. Theo hat die Wohnung vor fast zehn Jahren entdeckt. Er hat sich Ende der Achtziger in der Kommunikationsbranche selbstständig gemacht. Gesundheitliche Probleme warfen ihn dann aus der Bahn. Seit einiger Zeit versucht er, wieder Fuß zu fassen. Vorne links, direkt neben der Eingangstür, lebt Jan. Vielleicht ist er Mitte zwanzig, vielleicht schon dreißig. So genau weiß das niemand. Jan feiert seinen Geburtstag nicht. Er sagt, es sei kein Festtag. Die Erde sei auch ohne ihn schon zu voll. Jan hat Mathematik studiert, sogar in Singapur. Jetzt ist er Tierrechtler und politischer Aktivist. Mal organisiert er eine Kampagne gegen die Privatisierung der Bahn, mal plant er eine Aktion gegen den Klimawandel oder Genmais.
Gegenüber von Theos Tür wohnt Hanna. Sie ist blond, klug und ziemlich ehrgeizig. Hanna will Juristin werden.

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