Nicht heulen, Husky!

Der fesselnde Tatsachenbericht einer Auswanderung nach Kanada

von Gila van Delden

Buch

Taschenbuch (382 Seiten)

9. Auflage

Sprache: Deutsch

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In aller Heimlichkeit plant sie ihre Auswanderung nach Kanada, gemeinsam mit Rainer, dem Mann ihrer besten Freundin Eva und Vater ihrer Tochter Dana. Trotz vieler scheinbar unüberwindlichen Hindernisse gelingt ihnen die Einwanderung in die Yukon Territories, und ohne Evas Wissen verlassen sie Deutschland. Doch hier zeigt sich, daß Rainers Liebe zu seinen dreizehn Huskies nicht unproblematisch ist. Liegt nur in der endgültigen Rückkehr nach Deutschland die Chance für ein gemeinsames Leben für alle?

Produktdetails

ISBN-10: 3-453-18279-0
EAN: 9783453182790
Erschienen: 01.10.2000
Verlag: Heyne Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 9. Auflage
Seitenzahl: 382
Gewicht: 292 g
Reihe: Heyne-Bücher Allgemeine Reihe
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Gila van Delden

Gila van Delden ist geprüfte psychologische Beraterin, Hypnosetherapeutin und Expertin für Entspannungstechniken. International bekannt durch die Verfilmung ihrer turbulenten Lebensgeschichte mit Barbara Rudnick und Heiner Lauterbach in den Hauptrollen. Autorin mehrerer Bücher und erfahrene Seminarleiterin.

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Vancouver - meine Blicke schweifen aus dem Fenster auf die teilweise noch in Nebel gehüllte Skyline. Weich verwischt der Regen die Konturen der Lions Gate Bridge, die unseren Teil der Stadt mit ihrem Zentrum verbindet.
Heute, am 20. Januar 1987, habe ich begonnen, die Ereignisse der vergangenen fünf Jahre aufzuschreiben. Es ist in dieser Zeit zu viel geschehen, als dass ich es einfach ignorieren könnte. Kaum hatte sich eine neue familiäre Situation eingespielt, geschah wieder etwas, das unser Leben veränderte. Hier sind wir nun zur Ruhe gekommen. Unser Leben hat die Stabilität bekommen, die wir alle so nötig brauchen.
Vor einem halben Jahr sah alles noch ganz anders aus. Ich habe erlebt, dass Wunder Ursachen haben, und über diese tiefen Erfahrungen möchte ich berichten, ohne etwas zu verbergen. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich den Schritt ins Licht der Öffentlichkeit wagen soll, in der vorliegenden Form über familiäre Dinge zu schreiben. Aber wenn ich dadurch anderen Menschen Anregungen geben kann, an die Kraft der Gedanken zu glauben, so scheint es mir richtig.
Jede neue Erfahrung im Leben hat ihren Wert und sollte vertrauensvoll, ohne jeden Widerstand, zugelassen werden, auch wenn das Positive daran nicht immer sofort ersichtlich ist.
Ich musste erkennen, dass alles im Leben seinen Preis hat, so auch meine Entscheidung, eine Beziehung zu Rainer einzugehen, für die ich bezahlte mit allem, was ich hatte.
Gestohlenes Glück - wie hoch ist dein Preis?
Eva, Rainers Frau, hatte mir einmal während unserer langjährigen Freundschaft gesagt, noch bevor sie von Rainers Beziehung zu mir wusste: "Man muss für alles im Leben bezahlen."
Ihre Bemerkung hatte mich damals sehr nachdenklich gestimmt. Inzwischen weiß ich, wie recht sie hatte. Denn geblieben sind mir meine Tochter Dana, ein wunderbares kleines Menschenkind von fast fünf Jahren, und Rico, mein kleiner Sohn, der bald ein Jahr alt wird - sowie eine Menge kostbarer Erfahrungen.
Wenn Dana und Rico heranwachsen, werden sie nach ihrem Vater und ihrer Herkunft fragen. In diesem Buch finden sie die Antwort darauf.
Meine beiden großen Söhne, André, der jetzt neunzehn Jahre alt ist, und Marco mit seinen fast siebzehn Jahren, werden es etwas leichter haben, unsere Geschichte zu verstehen, denn die beiden haben sie mehr oder weniger bewusst miterlebt.
Wenn ich heute über die vergangenen Jahre nachdenke, so staune ich manchmal über die schillernden Ereignisse jener Zeit, die ein ganzes Leben ausfüllen könnten: Nach der Scheidung meiner Ehe mit Achim bin ich mit Rainer, dem Mann meiner Freundin Eva, heimlich in die kalten Yukon Territories in Kanada ausgewandert. Mit von der Partie waren unsere Tochter Dana, meine beiden halbwüchsigen Jungen sowie unsere Hauswirtschafterin, und nicht zuletzt hatten wir dreizehn Sibirische Schlittenhunde im Gefolge - und dann zwei riesige Container mit unserem gesamten Hab und Gut!
Doch nach verhältnismäßig kurzer Zeit musste ich einsehen, dass unsere Pläne zum Scheitern verurteilt waren, und bin nach Deutschland zurückgekehrt.
So turbulent ist mein Leben in den letzten Jahren wirklich verlaufen. Ich sollte aber besser der Reihe nach berichten. Dabei möchte ich vermeiden, die Gefühle anderer zu verletzen, zumal die Geschichte vor allem Eva berührt; Eva, meine Freundin, die seelisch und körperlich beinahe daran zugrunde gegangen wäre.
Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit. Ich habe sie erfahren. Doch das Leben musste mich erst beuteln, bevor ich wach wurde und mich neuen Perspektiven öffnen konnte.


Manchmal sind Gefühle wie das Meer -ruhig, stürmisch Ebbe und Flut dunkel, hell tief, weich
manchmal mit hohen Wellen ab und an schwappt es über ...
(G. Voigt-Weise)


Der Januar 1982 war kalt. Den ständigen Frost und die eisglatten Straßen der Eifel war ich nicht gewohnt. Hier sollte ich wochentags als Verkaufsleiterin eine neue Direktion aufbauen, mit Rainer und Eva als Mitarbeiter, und am Wochenende fuhr ich nach Hause zu meiner Familie, die dreihundert Kilometer entfernt in der Nähe von Bielefeld wohnte.
Erst vor kurzem hatte ich eine kleine Wohnung gemietet, hoch über dem Rursee gelegen, mit einer wunderschönen Aussicht auf die Rur, deren Windungen sich malerisch durch das Tal schlängelten.
Ich war gerade dabei, die letzten Kleinigkeiten einzuräumen, als ich Besuch von Rainer erhielt.
Nach der Begrüßung setzte er sich zu mir und brachte längere Zeit kein Wort heraus. Irgendetwas schien ihn zu bedrücken, denn er vermied es, mich anzusehen. Es dauerte eine Weile, ehe er die passenden Worte gefunden hatte.
"Gila, unsere Beziehung muss vorerst andere Formen annehmen", sagte er zögernd.
Auch ich nahm täglich andere Formen an, denn ich erwartete ein Baby von ihm.
"Ich habe einfach Angst, dass Eva von der ganzen Sache erfährt. Das können wir uns momentan nicht erlauben." Er zog mich sanft an sich und fragte vorsichtig: "Das verstehst du doch sicher, nicht?"
Ich konnte nichts erwidern. Da saß ich nun, an ihn gelehnt, während alles um mich herum in Tränen verschwamm. Die Verkaufsleitung in der Eifel hatte ich nur übernommen, um Rainer nahe zu sein - und jetzt das!
Seit September 1975 kannte ich Eva und Rainer, ein ungleiches, aber liebenswertes Paar: Sie, eine warmherzige, mütterliche Frau, die jedoch bei dem kleinsten unerwarteten Ereignis einem Nervenzusammenbruch nahe war. Rainer, ein gut aussehender dunkler Typ, ein Improvisationstalent ohnegleichen, ruhig und sachlich.
Ich erinnere mich noch genau an den Augenblick, als ich die beiden zum ersten Mal auf einer Tagung sah, die unsere Firma für die gesamte Außendienstorganisation abhielt.
In der Mittagspause steuerte unerwartet eine große, stattliche Frau mit blonden hoch gesteckten Haaren auf mich zu. Schwungvoll begrüßte sie mich.
"Hallo, guten Tag! Sie sind sicher die Dame aus Bielefeld, von der mein Mann und ich schon soviel gehört haben. Sie müssten uns eigentlich kennen. Wir sind schon früher zusammen für die gleiche Firma tätig gewesen."
"Nein", entgegnete ich überrascht und sah sie forschend an, "ich kann mich nicht an Sie erinnern. In welchem Gebiet haben Sie denn gearbeitet?"
"In der Eifel. Wir haben Ihren Namen immer ganz oben auf den Umsatzlisten gesehen, bis wir vor einiger Zeit plötzlich erfuhren, dass Sie die alte Firma verlassen hätten.

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