Orkus

Reise zu den Toten

von Gerhard Roth

Buch

gebunden (667 Seiten)

Sprache: Deutsch

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32 Jahre lang hat Gerhard Roth an seinen beiden Romanzyklen »Die Archive des Schweigens« und »Orkus« gearbeitet - ein einzigartiger Kosmos der Literatur und des Denkens, der neben klassischen Romanen auch dokumentarische und essayistische Bände umfasst. Der Band »Orkus« ist der Schlussstein dieser monumentalen Arbeit und nicht überbietbarer Endpunkt: ein autobiographischer Roman, in dem das Leben des Autors mit dem seiner Figuren auf faszinierende Weise verschmilzt. »Orkus« ist die Essenz eines Schriftstellerlebens: ein Buch über das Wesen des Menschen, die Wahrnehmung der Welt, die Suche nach einer anderen Wirklichkeit. Eine lange Reise zu den Toten und der grandiose Versuch, das Leben zu verstehen, ohne es zu zerstören. Zugleich erscheint: Die Zeit, das Schweigen und die Toten. Materialien zum Werk von Gerhard Roth. Herausgegeben von Jürgen Hosemann.

Produktdetails

ISBN-10: 3-10-066083-8
EAN: 9783100660831
Erschienen: 05.04.2011
Verlag: S. Fischer Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 667
Länge/Breite: 199mm/131mm
Gewicht: 675 g
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Kundenrezensionen

  • Menschliche Abgründe Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 29.04.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Neben fiktiven Romanfiguren wie dem Untersuchungsrichter Sonnenberg und dem Journalisten Viktor Gartner treten „reale“ Menschen auf, als gehörten beide zum selben Mikrokosmos. Roth erzählt von seinen Begegnungen mit Bruno Kreisky und Simon Wiesenthal, er rekonstruiert die Biografien von NS-Verbrechern, macht seine ambivalente Einschätzung von Thomas Bernhard plausibel, erzählt von einer – freilich fiktiven – Begegnung mit Franz Fuchs. Und immer wieder ist die Rede von Kunstschaffenden, insbesondere auch von solchen, deren Werk im Grenzbereich von Ratio und Irratio beheimatet ist: Franz Kafka, Robert Walser, Franz Xaver Messerschmidt. Auf den ersten Blick scheint es, als habe Roth nur eine Fülle von Fragmenten aneinandergereiht, aber bald schon erkennt der Leser, dass hier nicht der Zufall am Werk war. Die Dominanz der Motive Wahn, Trieb, Verbrechen, Gewalt, Tod stellt eine sublime Verbindung zwischen den zahlreichen Elementen her. Der Leser reist an die Orte des Unbewussten, in die Unterwelt der Seele. Auch die realen Orte, an denen Roth das jeweilige Geschehen positioniert, stehen mit den Hauptmotiven in enger Verknüpfung: die Grazer Nervenheilanstalt „Am Feldhof“, Gugging, das KZ Mauthausen, ein Kriminalmuseum, eine Justizanstalt, ein Archiv (als Institution gegen das Vergessen). Obwohl Gerhard Roth seinen eindrucksvollen epischen Stil konsequent durchzieht, entsteht eine Fülle von Textsorten: vom sachlichen Bericht bis zur Schreckensvision.

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