Rezensent im Portrait
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Erwartungen wurden nicht ganz erfülltRezension vom 13.02.2013Inhalt: Die alleinstehende Geschäftsfrau Eva träumt davon lebendig in einem Sarg begraben zu werden. Morgens erwacht sie in ihrem Bett auf, hat jedoch an Händen, Armen und Beinen Blutergüsse und Kratzspuren. Kurze Zeit darauf wird tatsächlich die Leiche einer Frau gefunden, die auf genau die Art und Weise starb, wie Eva es träumt. Bei der nächsten Frau werden der Polizei sogar Hinweise zugespielt, doch bis die Ermittler sie finden, ist auch diese tot. Wer begräbt die Frauen lebendig im Sarg?
Meine Meinung: Wenn ich Bücher von Arno Strobel lese, dann habe ich mittlerweile schon eine gewisse Erwartungshaltung. In seinem sehnsüchtig erwarteten vierten Werk "Der Sarg", konnte mich Strobel mit seiner Geschichte allerdings nicht überzeugen.
Die Geschichte beginnt mit einer Frau, die lebendig in einem Sarg gefangen ist. Sie bekommt Panik, ist einer Ohnmacht nahe, überzeugt zu sterben und plötzlich findet sie sich in ihrem Bett wieder. Eva, die Firmeninhaberin, hat wiederholt solche Träume. Das schockierende sind nur ihre Verletzungen an Armen und Händen, die tatsächlich von so einem Erlebnis stammen könnten. Als kurz danach eine Frau aufgefunden wurde, die qualvoll in einem Sarg sterben musste, ist Eva schockiert.
Jetzt hätte es Arno Strobel eigentlich in der Hand gehabt eine Geschichte mit Spannung, interessanten Wendungen und Raffinesse aus dem Hut zaubern zu können. Leider blieben meine Erwartungen jedoch zurück. Wenn man "Der Sarg" mit seinen Vorgängern vergleicht, dann ist dieser Teil der eindeutig schwächste.
Die Ängste von Eva werden gut und anschaulich geschildert, man kann sich als Leser förmlich den Albtraum vorstellen, wie es ist lebendig in einem geschlossenen Sarg zu erwachen. Ansonsten plätschert die Handlung aber nur so dahin, schafft es kaum mich als Leser wirklich mitzureißen und mich vollauf zu überzeugen. Den meisten Figuren fehlt Tiefe, das Ermittlerteam um Bernd Menkhoff, den man schon aus "Das Wesen" kennt, ist leider auch ziemlich farblos und die geführten Dialoge eher hölzern. Evas Freundin ist die ganze Handlung über fast überflüssig, der Psychiater wirkt fehl am Platz und auch den anderen Protagonisten nimmt man ihre Rollen nicht wirklich ab.
Der Thriller ist spannend erzählt und greift ein interessantes Thema auf, aber wenn man bereits die anderen Bücher von Arno Strobel kennt, dann weiß man was dieser Autor wirklich kann. "Der Sarg" kann hier leider nicht mithalten und ist vergleichsweise ein Thriller im Mittelmaß. Ziemlich schnell bekommt man eine Vorstellung vom Täter und wünscht sich den Verdacht bestätigt. Das war mitunter ein Grund, warum ich die Geschichte dennoch interessiert gelesen habe. Dieses Buch ist nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich das was ich von einem Autor wie Arno Strobel erwartet hätte.
Fazit: Ein Psychothriller der im Mittelmaß spielt und mich weder von der Handlung, noch von den Protagonisten wirklich überzeugen konnte. Arno Strobel hat gezeigt, dass er es eigentlich besser kann. Deshalb bleibt "Der Sarg" weit hinter seinen anderen Büchern zurück. -
Unterhaltung von der ersten Seite anRezension vom 06.04.2012Annabell Wingenfeld ist bald 45 und alleinerziehende Mutter von drei chaotischen Kindern, Teilzeitjournalistin, Hobbyautorin und hat einige Probleme. Beispielsweise ihr geliebtes, altes und auch sehr marodes Haus. Nach langem überlegen beschließt sie, einen Kredit in ihrer Hausbank zur Sanierung zu beantragen und gerät dabei mitten in einen Banküberfall. Im ganzen Tumult wird sie angeschossen, was später ihr Glück sein soll. Denn die Bank zeigt sich von ihrer besten Seite und genehmigt plötzlich den gewünschten Kredit. Doch der Stress fängt damit erst richtig an. Nicht nur, das unfähige Handwerker das Haus in Beschlag nehmen und Annabell mit einem ungedeckten Dach sitzen lassen, auch ihre Hippi-Mutter taucht plötzlich unangekündet auf und will Annabells Leben umkrempeln und den Haushalt schmeißen. Doch schon der erste Kochversuch endet im Desaster. Wäre das alles nicht schon genug, steht dann plötzlich auch noch ihre Schwiegermutter vor der Tür um zu zeigen, wie ein Haushalt richtig geführt wird.
Wer hier ein literarisches Meisterwerk erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Es ist aber auch schon von Anfang an klar, dass dies hier ein typischer Unterhaltungsroman ist, der sich perfekt zwischendurch oder beispielsweise im Urlaub lesen lässt. Kurzweilige Unterhaltung die einen bestens unterhält und wie in diesem Fall auch noch ziemlich zum lachen bringt.
Wer andere Bücher von Eva Völler kennt, weiß das die Autorin es bestens versteht eine gut durchdachte Geschichte zu konstruieren, in der man sich selbst oft wiederfindet bzw. sich die Geschehnisse bestens vorstellen kann. Genau das ist auch hier der Fall.
Geschrieben ist das Buch in der Ich-Form aus Sicht von Annabell Wingenfeld, was ein flüssiges und leichtes lesen möglich macht. Hinzu kommen durchweg sympathische Charaktere, die alle auf ihre Weise etwas besonderes an sich haben. Besonders gut gefallen haben mir die etwas ausgeflippte Hippi-Mutter Lieselotte und auch der kleine Sohn Timo. Nach den ersten Seiten war dann auch schon der erste Lacher fällig und das hat sich so konsequent durch das Buch gezogen. Natürlich kommt am Ende auch noch eine kleine Liebesgeschichte. Aber seien wir mal ehrlich, bei dieser Art Buch ist das ja fast Pflicht.
Ein locker, leichtes Leservergüngen für Zwischendurch, das bestens unterhält und mit vielen Lachern aufwarten kann. Für jeden zu empfehlen der typische Frauenromane liest oder mal wieder ein Buch braucht, ohne große Ansprüche zu haben.
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Ein sehr berührendes BuchRezension vom 01.04.2012Hannes und Uli sind zwei beste Freunde wie sie im Buche stehen. Sie kennen sich seit frühester Kindheit und würden alles füreinander tun. Bis dieser Unfall ihr Leben vollständig verändert.
Hannes überlebt schwerverletzt und liegt fortan im Koma. Uli glaubt fest daran, dass Hannes wieder zurück ins Leben finden kann und aus dem Koma erwacht. Er besucht ihn täglich im Krankenhaus, obwohl er nebenbei auch noch seinen Zivildienst in einem Heim für psychisch Kranke ableisten muss. Gleichzeitig vermisst Uli Hannes und sehnt sich nach den alten Zeiten, nach Leben, Liebe und nach tiefer Freundschaft. Jeden Tag lässt Uli deshalb seinen Freund an seinem Leben teilhaben, immer mit der Hoffnung auf eine winzige Regung oder Besserung seines Zustands. Doch zwischendurch macht sich unbändiger Zorn in Uli breit. Zorn auf die blöden Apparate, die blöden Ärzte, Hannes' Eltern die sich nur selbst bemitleiden und Zorn auf Hannes, der einfach so daliegt und kein Lebenszeichen von sich gibt.
Ich habe noch nie ein Buch von Rita Falk gelesen, obwohl ich einen Krimi von ihr auf dem SuB liegen habe. "Hannes" wollte ich jedoch unbedingt lesen, da ich so gespannt war, wie die Autorin dieses schwierige Thema umsetzt.
Die Freundschaft von Uli und Hannes ist felsenfest, das merkt der Leser von den ersten Seiten an. Immer wieder gibt es Rückblenden in Form von Erzählungen, auf das früherer Leben der beiden und die Erlebnisse die sie hatten. Von der Schule, vom 18. Geburtstag und von vielen weiteren Dingen. Uli schreibt seine Erlebnisse des Tages auf, von seiner Arbeit im "Vogelnest", dem Heim für psychisch Kranke. Von seinen Erlebnissen im Krankenhaus rund um sein Krankenbett, von den Ärzten, von anderen Freunden. Er schreibt auf und erzählt, hält die Hand von Hannes, massiert sie und ist für ihn da. Jeden Tag aufs neue kämpft er für sie beide weiter und lässt Hannes am Leben teilhaben, in der Hoffnung das er bald wieder zu ihm zurück kommt.
Das Buch ist in Tagebuchform verfasst und erzählt in Abschnitten die Erlebnisse des Tages und von den Dingen die Uli Hannes erzählt. Der Schreibstil ist berührend und lässt den Leser mitfühlen. Die Gefühle der Protagonisten von Trauer, Wut, Zorn, Hilflosigkeit aber auch Freude kommen zwischen den Zeilen immer wieder durch und begleiten den Leser durch das Buch. Obwohl Hannes von Beginn an im Koma liegt, erfährt man anhand der Erzählungen von Uli viel über sein Leben und seine Art und hegt schnell Sympathie, sowohl für Hannes, als auch für Uli.
Am Ende hat mich das Buch berührt und mich glücklich und auch traurig zurück gelassen.
Ein berührendes Buch über eine tiefe Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, deren Leben durch einen tragischen Unfall für immer verändert wurde. Gefühlvoll und absolut lesenswert. -
Debütroman mit PotenzialRezension vom 04.03.2012Bei einem scheinbar unproblematischen Überholmanöver geschieht der Unfall. Als Alex in einem Regensburger Krankenhaus erwacht, ist das letzte an das er sich erinnern kann, das Auto das vor ihm fuhr. Vom Unfall selbst fehlt ihm jegliche Erinnerung. Körperlich unverletzt, drängt Alex schnell aus dem Krankenhaus entlassen zu werden um den 3.Geburtstag seiner Tochter Lilli feiern zu können. Dies wird ihm gewährt, mit der Bedingung einen Termin bei einem Psychologen zu vereinbaren. Doch dann gerät Alex' Leben völlig aus den Fugen und in seiner Gedankenwelt ist nichts mehr so wie es vorher war. Grausame Halluzinationen und Albträume suchen ihn heim und lösen einen Wahn ohnegleichen aus. Was geschieht mit ihm? Alex will herausfinden, was mit ihm passiert und stößt dabei auf grausame Dinge'
Die Grundidee der Geschichte hört sich so spannend an, dass man sofort los liest und das Rätsel um diesen Wahn lösen will.
Als ich mit dem Lesen begann habe ich noch gespannt mit gefiebert. Doch der Einleitungsteil zieht sich unnötig und lässt schnell einen Anflug von Langweile aufkommen. Spannung kommt im ersten Teil nicht auf und das erwartet man bei einem Thriller mit dieser Inhaltsangabe auf jeden Fall. Zumindest unterschwellige Spannung sollte spürbar sein.
Nach ungefähr zweihundert Seiten wendet sich das Blatt, als die ersten Halluzinationen auftreten, Alex sich immer komischer verhält und niemand weiß woran das wirklich liegt. Jetzt fiebert man auch als Leser mit und will die Lösung des Rätsels finden.
Positiv vom Autor sind die eingebauten Rückblenden auf sein Leben, die in Kursiv-Schrift verfasst sind. Dort merkt man immer mehr, das es einige Ungereimtheiten gibt, die so scheinbar gar nicht in sein jetziges Leben passen wodurch ebenfalls Spannung erzeugt wird.
Im letzten Drittel des Buchs kommt der Autor dann voll in Fahrt und trumpft mit einer überraschenden und äußerst kranken Lösung des Rätsels auf. Auf dieses Ende, wäre ich im Leben nie gekommen.
Sprachlich sind jedoch einige Defizite ins Auge gestochen, die mich beim Lesen mehr oder weniger gestört haben. Geführte Dialoge fand ich teilweise äußerst deplatziert oder wirkten konstruiert und oft denkt man wirklich, dass so keiner spricht.
Zusammenfassend muss man sagen, dass dieses Buch nicht perfekt ist, aber auch nicht schlecht. Die Idee der Geschichte ist äußerst genial und bei der Lösung des Rätsels hat sich der Autor selbst übertroffen. Die Charaktere sind realistisch konstruiert und besonders Alex wird mir im Lauf des Buchs sehr sympathisch. Allerdings steckte in der Idee noch etwas mehr Potenzial das leider verschenkt wurde und sprachlich waren einige Defizite vorhanden, weswegen ich nur drei Sterne geben kann.
Dennoch freue ich mich auf den nächsten Roman von Michael Schmid, da mich die Handlung begeistert hat und ich die Weiterentwicklung von ihm als Autor gerne beobachten würde. -
Poetisch und melancholischRezension vom 04.03.2012Wenn der erste Schnee fällt und der Winter Einzug in Deutschland hält, dann ziehen sich die Menschen zurück in ihre Häuser und halten Winterschlaf.
Robert, der in Waldesruh in einer Klinik für Psychatrie gelandet ist, hat diesen Winter jedoch andere Pläne. Er will nach München, zu seinem kranken Vater und ihm noch einmal sehen. Noch einmal mit ihm reden und ihm zeigen, das er da ist. Zusammen mit Kudwoski, ebenfalls Patient in Waldesruh und der Tankestellenkassiererin Annina, die in der Nähe arbeitet, machen sie sich in einem schwarzen Suzuki Samurai auf den Weg Richtung Süden.
Ihre Reise führt sie durch ein Land, das man kennt, dass aber dennoch anders ist. Die scheinbar verlassenen Dörfer, verriegelten Fensterläden und einsamen Straßen erzählen von tiefen Träumen und fast kein Mensch zeigt sich auf den Straßen.
Die drei kennen sich nicht gut, der Zufall hat sie jedoch zusammen geführt. Alle drei mit ihren Geschichten und Geheimnissen werden Freunde. Und ihre Fahrt in den Süden führt sie zu einer Reise dorthin, wo nicht nur der Winter zu Ende geht.
Mit seinen 156 Seiten ist man angeregt, dieses Buch in einem Rutsch durch zu lesen. Man kommt leicht in Versuchung zu denken das es für 'Zwischendurch' genau richtig ist, aber das ist es ganz und gar nicht.
In diesem Buch stecken viele Botschaften zwischen den Zeilen, die ganz leise und melancholisch daherkommen, dass man sich Zeit nehmen muss um es zu lesen und zu verstehen. Fast schon poetisch kann man die Schreibweise von Benjamin Lebert bezeichnen. Wie er dir Welt im Winterschlaf beschreibt, die Stille, das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. So fühlbar und spürbar, als wäre man mittendrin.
Das Buch ist jedoch keine leichte Kost. Alle drei Protagonisten haben ihre Geschichte zu erzählen, ihr Säckchen zu tragen. Annina, die eigentlich Türkin ist, viele Pläne im Leben hatte und am Schluss an einer Tankstelle als Kassiererin gelandet ist. Kudowski, der im Knast saß und Robert, der sich mit dem Essen ziemlich schwer tut und irgendwie immer das Gefühl hat, er sei nicht gut genug.
Als Leser bleibt am Ende die Frage, was hat es mit dem Winterschlaf eigentlich auf sich? Eine Tatsache, auf die ich in diesem Buch gut hätte verzichten können, ist auch nie geklärt worden, warum der Winterschlaf scheinbar notwendig sein soll, wenn auch einige Menschen im Buch gut ohne ihn auskommen. Auch die Erzählweise von Lebert hat kleine Schwachpunkte. An besonders interessanten Stellen wird der Erzählfluss manchmal urplötzlich unterbrochen um Kindheitserinnerungen in die Handlung mit einzubauen, was oft das Lesen der Geschichte erschwert, da man völlig rausgerissen wird und besonders emotionle Stellen sich stellenweise nicht wirklich entfalten können.
Das Buch ist, wie gesagt, keinesfalls leichte Kost. Wer hier eine Liebesgeschichte oder einen typischen Roadmovie erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Wer jedoch ein Buch mit Tiefgang und poetisch/philosophischer Ausdrucksweise bevorzugt könnte damit bestens bedient sein. Man tut sich als Leser schwer dieses Buch einzuorden, es hinterlässt einen jedoch mit vielen Fragen und beschäftigt, zumindest mich, auch nach der Lektüre noch immer. -
Außergewöhnliche DebütautorinRezension vom 29.02.2012Paris im Jahr 1975. Als die Verlegerin Camille die Beileidsbekundungen ihrer verstorbenen Mutter sortiert, fällt ihr ein Brief in die Hände. Kein Absender, aber zweifelsohne ihre Adresse als Empfänger. Gespannt beginnt sie zu lesen und erfährt von der mittellosen Malerin Annie aus der Champagne, die ihrer wohlhabenden Gönnerin ein Kind entbinden will, da diese seit langem erfolglos versucht schwanger zu werden. Doch dieses gut gemeinte Vorhaben wird bald Quell von tiefer Eifersucht, Hass und Verrat.
Camille glaubt zuerst an ein Missverständnis. Als eine Woche später erneut ein Brief eintrifft, glaubt sie sogar an einen Autor, der sein Manuskript in Teilen zu ihr sendet. Doch schon bald erkennt sie, dass die Geschichte mehr mit ihr selbst zu tun hat, als sie denkt.
Über den Inhalt dieses Buchs zu berichten, ohne wichtige Details zu verraten, ist gar unmöglich. Deshalb belasse ich es bei der Inhaltsangabe.
Die Geschichte lebt von überraschenden Wendungen und immer wieder gestreuten Informationen, die die Sicht auf den weiteren Verlauf stetig ändern.
Fabelhaft und raffiniert erzählt und dazu sprachlich wunderschön geschrieben, erwärmt sie jedem Leser das Herz und lässt einen mit Camille abtauchen in eine andere Welt, in einer andere Zeit.
Die Autorin setzt die aktuellen Geschehnisse um Camille bewusst in Kursiv-Schrift, somit weiß man immer in welcher Zeitepoche man sich gerade befindet und kann der Handlung jederzeit folgen.
Hélène Grémillon ist für mich eine ganz besondere Debütautorin, deren Namen man sich merken sollte. Die Geschichte hat mich gefangen und in eine andere Zeit enführt. Allen Frauen uneingeschränkt zu empfehlen. -
Spannender DebütromanRezension vom 24.02.2012Bei Oliver Wolf handelt es sich um einen neuen Debütautoren, der mit "Netzkiller" seinen ersten Krimi veröffentlicht hat.
Das Buch passt wie die Faust aufs Auge in die jetzige Zeit. Themen wie Internetkriminalität, soziale Netzwerke oder illegale Downloads sind top aktuell.
Um was geht es in diesem Buch? Ein Traum für viele Computernutzer scheint wahr zu werden. Eine Seite auf der man illegale Downloads verfolgungssicher laden kann. Schnell wird jedoch klar, das der vermeintliche Traum in Wahrheit ein Albtraum ist. Jeder der sich dort einloggt wird Teilnehmer eines grausamen Spiels und ist dem "Gamemaster" hilflos ausgeliefert. Dabei sind die Regeln des Spiels simpel. Finde eine vorgegebene Person auf einem Google-Street-View Bild innerhalb einer bestimmten Zeit. Findest du sie nicht, wird sie sterben.
Die Kriminalbeamten André Bürkle und Antonia Ronda ermitteln in diesem Fall. Doch als der Mörder gefasst wird, ist das Spiel noch immer nicht vorbei...
Der Autor versteht es durch kurze Kapitel und ständige Szenenwechsel einen kontinuierlichen Spannungsbogen zu erzeugen. Durch Cliffhanger am Ende der einzelnen Kapitel zwingt er den Leser förmlich das Buch nicht aus der Hand zu legen. Ein Ereignis reiht sich an das andere und man will ständig wissen wie es weiter geht. Als der Gamemaster schließlich gefasst wird, flaut die Spannung ein wenig ab, ist aber immer noch nicht verschwunden. Schließlich ist das Spiel noch immer nicht vorbei.
Der Schreibstil ist flüssig und klar geschrieben und leicht zu lesen. Das einige Passagen in der Ich-Form geschrieben sind, lockert den Erzählstil angenehm auf. Mit der Kriminalbeamtin Antonia Ronda konnte ich mich im Lauf des Buchs nicht wirklich anfreunden. Vielleicht liegt es daran, das mir ein bisschen das Privatleben der Ermittler fehlt. Meiner Ansicht nach ist das für so eine Geschichte ebenso wichtig. Die Charaktere an sich sind jedoch gut gedacht und ich konnte mich in alle Personen hineinversetzen.
Das der Autor großer Fan von Gleitschirmfliegen ist, merkt man dem Buch an. Für Laien, die sich mit dem Thema nicht auskennen, waren einige Passagen dazu eventuell zu umfangreich. Hier hätte eine etwas kürzere Fassung, meiner Meinung nach, ebenfalls gereicht.
Für mich war es ein packender Debütroman von einem Autor, den man sich merken sollte. Leicht zu lesen, mit kontinuierlicher Spannung ist das Buch für alle Fans von Krimis und Thrillern bestens geeignet










