Rezensent im Portrait

Eine Kundin / Ein Kunde aus Kodersdorf

Gesamte Rezensionen
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Über mich
habe in den vergangenen Jahren das Lesen wiederentdeckt, und zwar beim Kauf eines Mängelexemplars aus der Ramschkiste. Seither bin ich absoluter Fan historischer Romane, lese zur Abwechslung aber auch gern mal einen Krimi/Thriller oder leichte freche Frauenromane.

Meine Rezensionen

  • Im Tal des wilden Eukalyptus
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    Wunderschöne Australien-Liebes-Geschichte
    Rezension vom 17.09.2012
    Die Autorin erzählt die Liebesgeschichte zweier Menschen, die sich Anfang des 18. Jahrhunderts in Australien kennen gelernt und verliebt haben. Die Fortsetzung des ersten Romans handelt von den Widrigkeiten, die dem jungen Paar Moira und Duncan das Leben schwer machen. Es gibt Lichtblicke, die hoffen lassen, gleichzeitig sind es aber auch genau diese Ereignisse, die für beide herbe Rückschläge mit sich bringen.

    Auf spezielle Weise ist Duncan durch seinen Vater mit den Eora, den Eingeborenen Australiens verbündet. Er kann und will sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen des Gouverneurs halten, der es vorschreibt, Eingeborene, die in die Siedlungen kommen zu erschießen. Diese Verbundenheit, diese Brüderlichkeit bringt Duncan in Gefahr und er ist für einige Zeit wie vom Erdboden verschwunden. Moira ist verzweifelt, kämpft sich jedoch tapfer durch alles, was ihr in dieser Zeit geschieht. Es gibt genug Widersacher, die ihr immer und immer wieder den Boden unter den Füßen wegziehen.

    Als Duncan wieder auftaucht, ist er schwer verletzt, nur Moiras Noch-Ehemann kann ihn retten. Dieser trägt ein Geheimnis in sich, welches ihm die Entscheidung zur Hilfe schnell abnimmt. Er zögert nicht lang und kann dadurch Duncan knapp vor dem Verlust seines Beines oder gar Lebens retten. Als er wieder auf dem Weg der Besserung ist, erfährt er auf unliebsame Weise, dass sein Sohn Joey von Dr. McIntyre abgeholt wurde, da diesem als Ehemann von Moira die Vaterschaft anzuerkennen sei. Verzweifelt kämpfen beide um den Sohn, doch es bleibt ohne Erfolg. Um zukünftig nicht noch weitere Kinder an den Dr. zu "verlieren", schmiedet Duncan einen Plan, der für viele verheerende Folgen haben wird....

    Moira jedoch erfährt in dieser Zeit, was das Geheimnis des Ehemanns ist und will dieses gegen ihn verwenden und auch sie schmiedet nun ihren eigenen Plan. Aber das Schicksal scheint es mit beiden nicht gut zu meinen und so scheitert auch diese waghalsige Idee an etwas, das weder Moira noch Duncan, den sie inzwischen einweihen musste, je erwartet hätten. Moira ist zutiefst verzweifelt, als sie ihren Sohn für immer verloren glaubt. Doch da ist noch Ningali, Duncans Halbschwester der Eora...

    Während des Lesens gab es nicht einen einzigen Moment, in dem das Buch langweilig, übertrieben oder uninteressant gewesen ist. Auch ohne den ersten Teil zu kennen, kann man sich hervorragend in die Szenerie versetzen und fiebert mit den Protagonisten mit. Es ist Frau Corbi gelungen, den reellen Teil der Geschichte durch diese Liebesgeschichte angenehm zu bereichern.
  • Ein Lied für meine Tochter
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    Kinderwunsch, Kirche und Homosexualität - ist das vereinbar?
    Rezension vom 26.08.2012
    Ich habe den Roman "Ein Lied für meine Tochter" von Jodi Picoult im Rahmen einer Leserunde lesen dürfen.

    Jodi Picoult greift in ihrem Roman nicht nur ein oder zwei heikle Themen auf, sondern setzt sich mit sehr vielen, kleinen und großen Reizthemen auseinander. Die drei Protagonisten Zoe, Max und Vanessa verkörpern dabei je eines der größeren Themen, Nebencharaktere wie Lucy oder Liddy dienen der Darstellung kleinerer Thematiken.

    Zoe ist eine nicht mehr ganz junge Frau, deren sehnlichster Wunsch nach einem eigenen Kind weder auf natürlichem noch auf medizinisch unterstütztem Weg erfüllt werden kann. An ihrer Sehnsucht zerbricht nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Leben mit ihrem Mann Max und ihrem sozialen Umfeld. Nach mehreren Fehlversuchen und dem Schicksalsschlag einer Totgeburt verkriecht sich Zoe vorerst ganz, bevor sie sich mit Hilfe ihrer Arbeit wieder den Weg zurück ins Leben bahnt. Darin findet sie Halt und Unterstützung in ihrer Freundschaft zu Vanessa. Aus der Freundschaft wird schnell mehr. Vanessa bietet Zoe die Schulter zum Anlehnen und ist für sie da, auch als es Zoe erneut schlechter geht.

    Max kämpft in dieser Zeit ebenfalls gegen seinen Absturz. Sein Bruder Reid und dessen Frau Liddy gewähren im Unterkunft und helfen ihm, sich vom Alkohol zu lösen und bringen Max zu Pastor Clive. Dieser ist Oberhaupt der Eternal Church of Glory, in deren Glauben Max Kraft und Mut schöpft. Er wird ebenfalls Mitglied dieser extremen Glaubensgemeinschaft.

    Bereits hier geraten die Konflikte beider Parteien gegeneinander, denn die Eternal Church duldet keine Homosexualität. Als Zoe Max dann um die drei eingefrorenen Embryonen bittet, so dass Vanessa diese austragen kann, eskaliert das ganze in einem typisch amerikanischen Gerichtsstreit. Schmutzige Wäsche und (un)schöne (Un)Wahrheiten werden hervorgeholt. Doch es kommt noch sehr viel mehr ans Licht...

    Jodi Picoult hat es durch ihren Schreibstil geschafft, dass man keinen der drei Protagonisten von vornherein ablehnt. Die Darstellung der Szenen aus Sicht der jeweiligen Hauptcharaktere hilft, sich in deren Lage zu versetzen und besser zu verinnerlichen, was in ihnen vorgeht. Sie verwendet unterschiedliche stilistische Mittel, um diesen Eindruck noch weiter zu verstärken.

    Auch wagt Frau Picoult eine weitere Neuerung: der Roman wird mit eigens dafür komponierter Musik umrahmt. Eine Methode, die nicht für jeden Leser geeignet ist, dennoch hilft diese Musik, sich die Gefühle besser vorzustellen, die Zoe als Hauptcharakter durchlebt.

    Im Gesamten ein sehr gelungener Roman, der die Autorin auf meine Favoritenliste bringt. Ihre unverblümte Art, sich mit interessanten gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen, ihre fundierte Recherche zu den medizinischen Belangen des Romans, sowie ihre Leidenschaft zum Happy End sind eine perfekte, lesenswerte Mischung!
  • Die Schmetterlingsinsel
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    Traumhaft - Spannung pur und dennoch voller Leidenschaft!
    Rezension vom 09.03.2012
    Rezension zu Corina Bomann – Die Schmetterlinginsel
    Die Geschichte
    Berlin, 2008. Diana Wagenbach erfährt durch einen Anruf, dass ihre Tante in England schwer krank ist. Da sie im Moment eine Ehekrise durchlebt, nutzt sie diese Gelegenheit, um dem Alltag zu entfliehen. In England angekommen, besucht sie sofort ihre Tante Emmely und erfährt von ihr, dass auf der Familie ein uraltes Geheimnis lastet. Emmely bittet Diana als letzte Nachkommin der Tremayne-Familie, dieses Geheimnis zu lüften und die Schuld damit abzulegen, die auf den Vorfahren ruht.
    Kurz darauf stirbt Emmely und für Diana steht fest, dass sie den letzten Wunsch der Tante erfüllen muss. Die Neugier hat sie gepackt. Mr. Green als der Butler in Tremayne-House tut sein Übriges und es beginnt eine spannende Suche in der Vergangenheit…
    Mein Eindruck:
    Corina Bomann ist es in meinen Augen perfekt gelungen, das Geheimnis bis zur (fast) letzten Seite zu wahren. Durch ihre Wahl, die Kapitel wahlweise im Jetzt, anderseits in der Vergangenheit spielen zu lassen, lässt sie das Buch förmlich zum Leben erwachen. Die Geschichte um die Tremayne-Familie nimmt Seite für Seite immer mehr Gestalt an, kleine Details bringen den Leser immer tiefer in die Zusammenhänge. Dennoch konnte ich erst auf den letzten Seiten lüften, was den Schwestern Grace und Victoria widerfahren ist und damit das Familienleben auf Vannatuppücci zerstört hat.
    Umrahmt wird die Erzählung von der Begegnung Dianas mit Jonathan, der ihr auf Sri Lanka hilft, sich zurechtzufinden und das Leben der Vorfahren zu rekonstruieren. Ein klein wenig vorhersehbar geschehen hier die Dinge zwischen Mann und Frau, die in einem solchen Buch eben einfach nicht fehlen dürfen. Mich persönlich hat das nicht gestört. Es hat gut gepasst, denn das, was Diana erfährt, ist zwar schon über ein Jahrhundert her, dennoch hat es auch mich tief bewegt. Dabei jemanden an seiner Seite zu haben, der einen stützt, tröstet und einfach nur für dich da ist, klingt nachvollziehbar und passt damit eben sehr gut zum Buch.
    Mein Fazit:
    Allein die Aufmachung des Buches ist eine Augenweide! So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen – sogar die Seitenränder sind mit Schmetterlingen bedruckt.
    Die Geschichte um das Familiengeheimnis ist gut umgesetzt und das Zusammenspiel aus Jetzt und Damals, die Stück für Stück zusammenfinden, sind durch die Autorin sehr gelungen umgesetzt worden. Das Buch ist ein Muss für alle, die gern Romane über Familiengeheimnisse lesen. Und für diejenigen, die Liebesromane mögen, auch wenn das Glück nicht allen Protagonisten hold ist…
  • Der Spezialist
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    Es geht an die Nerven!
    Rezension vom 17.02.2012
    Man bekommt immer die Wahrheit aus den Menschen, auf die eine oder andere Weise. Geiger auf die andere Weise. Er setzt auf die Psyche und nutzt sein Wissen perfekt gegen seine „Opfer“. Die Auftraggeber sind eher im dunklen Milieu angesiedelt. Über eine Homepage beschreiben sie Ihr Anliegen und Harry, als Geigers Kompagnon, filtert nach intensiver Recherche die Aufträge heraus, die für die beiden in Frage kommen. Dazu zählen aus Prinzip keine, die mit Kindern, Alten oder Kranken zu tun haben. Doch genau dies verlangt sein aktueller Auftraggeber: Geiger soll ein Kind foltern. Er weigert sich und begeht einen entscheidenden Fehler. Er muss Entscheidungen treffen, dies schnell und nicht nur für sich, sondern auch für seinen Kollegen Harry, dessen Schwester sowie den 12jährigen Ezra. Kann ihm dies gelingen?

    Der Autor hat mich von der ersten Seite an in den Bann dieses Thrillers gezogen. Ich habe bisher eher selten Bücher dieses Genres gelesen, da ich kein Fan von blutigen Auseinandersetzungen bin. Und genau dies hat der Klappentext durch seine Kürze und andersartige Ausdrucksweise nicht angedeutet. Aus diesem Grund habe ich mich für eine Leserunde beworben und bin nicht enttäuscht worden.
    In langsamer Steigerung erfahren wir, wie Geiger seinen Informationsabruf ausführt. Detailgetreu werden Methoden beschrieben, bei denen sich mir während des Lesens die Nackenhaare aufgestellt haben. Was wir nicht erfahren? Wer Geiger ist, was er erlebt hat und wie er sich dieses Wissen angeeignet hat. Nur in sehr kleinen Stücken wird Licht ins Dunkel gebracht, aber immer passend zum Rest der Story. Selbst Geiger weiß vorerst nicht, wer er ist und was es mit seiner Vergangenheit auf sich hat. Harry ist sein einziger Kontakt, doch selbst dieser scheint Geiger nicht wirklich zu kennen.
    Geiger und Harry sind mir von Anfang an sympathisch gewesen. Dies erreicht der Autor durch die perfekt eingebauten kleinen Details.
    Als es zu einem für Geiger unmöglichen Auftrag kommt, kommt dieser von seiner üblichen Handlungsweise ab und alles fängt an, aus dem Ruder zu laufen. Der bisher perfekt durchorganisierte Geiger zeigt erste Schwächen, wird dadurch aber für den Leser nur noch menschlicher.
    Es ist dem Autor sehr gut gelungen, eine Spannung über die ersten drei Teile aufzubauen, die einen regelrecht dazu zwingt, Seite für Seite zu verschlingen. Im vierten Teil kippt nicht nur die Stimmung, auch der Schreibstil wandelt sich. Es ist alles hektischer, weniger durchdacht und Fans von wohl typischen Thrillerszenen kommen nun endlich auch auf ihre Kosten. Ein für mich nicht erwartetes Ende schafft es nicht, alle Rätsel aus den ersten drei Teilen aufzulösen. Auch die zum Teil simplen Fehler im Ende der Geschichte sind nicht gerade positiv, man könnte dem Autor unterstellen, dass ein schnelles Ende gefunden werden musste. Doch stopp, es gibt eine Fortsetzung! Und somit scheint wieder alles stimmig. Oder doch nicht?

    Ein Psychothriller mit besonderem Kribbelfaktor. Anfang und Ende sind geprägt von Rätseln, die über den gesamten Verlauf nur teilweise gelöst werden. Der perfekte Anreiz, um in einem Folgeband mehr über den sympathischen Folterer Geiger erfahren zu wollen. Von mir: 5 von 5 Sternen!
  • Schwerelos
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    Einfach mal wieder lachen!
    Rezension vom 16.01.2012
    Ich habe schon einige Bücher von Ildiko von Kürthy gelesen, und bei jedem konnte ich ausreichend lachen. Ildiko schafft es, das in Worte zu fassen, was ich oft über andere denke.
    Der Einstieg in die Geschichte ist etwas verwirrend, beim Weiterlesen kommt man aber schnell hinter die Idee. Die Geschichte springt oft zwischen Vergangenem und dem momentanen Leben von Rosemarie. Sie ist geplagt von den typischen Frauen-Alltags-Problemen. Sicher, in den Büchern von Frau Kürthy sind die Probleme oft sehr konzentriert, aber ich finde das nicht störend.
    Den Entschluss, den Rosemarie im Lauf der Geschichte fasst, konnte ich erahnen, war aber bis zu dem Moment nicht sicher, als sie es "durchzieht".
    Besonders gut gelungen war der Schluss, als Rosemarie den Brief Ihrer Tante liest.
    Schlussendlich: GELUNGEN!
  • Die schimmernden Reiche 01. Die Zeitwanderer
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    Für wahre Fantasyfans
    Rezension vom 16.01.2012
    ... für mich leider nichts.
    Kit verliert bei seinem zweiten Zeitsprung seine Freundin Wilhemina, als er ihr zeigen will, was ihm passiert ist. Von da an erleben beide ihre eigene Geschichte in der Vergangenheit. Dazu kommen dann noch der Bösewicht Burleigh und der Entdecker der Ley-Linien, Arthur. Dieser taucht meiner Meinung nach zu unvermittelt im Geschehen auf. Stück für Stück kommen die vier Protagonisten zusammen, das Ende dann ist jedoch völlig offen. Da es sich um den ersten Teil einer Saga handelt, ist dies zwar nachvollziehbar, für mich jedoch zu abrupt.
    Wahre Lawhead- und Fantasy-Fans werden das Buch sicher mögen, ich konnte mich jedoch nicht wirklich mitreißen lassen.