Tom Sawyer und Huckleberry Finn

Doppelband

von Mark Twain

Buch

gebunden (591 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Spannend und unterhaltsam - ein überzeugender Aufruf für Toleranz und Freundschaft




Spannend und gruselig, humorvoll und traurig - das sind die Geschichten des Waisenjungen Tom Sawyer und des jungen Landstreichers Huckleberry Finn. Im tiefsten amerikanischen Süden, an den Ufern des Mississippi, hecken sie ihre Streiche aus, bahnt sich die erste Liebe an und bringt sie ihre ungestüme Abenteuerlust in manch eine gefährliche Situation. Doch die gemeinsamen Erlebnisse finden ein Ende, als Huck vor seinem gewalttätigen Vater fliehen muss. Mit dem entlaufenen Sklaven Jim begibt er sich auf eine waghalsige Floßfahrt den Mississippi hinunter ...


Die beiden Romane Mark Twains (1835-1910), die in kritisch-satirischer Weise die amerikanische Gesellschaft seiner Zeit beschreiben, sind Klassiker der Jugendliteratur. Doch wollte Mark Twain auch "die Erwachsenen auf unterhaltsame Weise an ihre eigene Kindheit erinnern".


Produktdetails

ISBN-10: 3-8094-2573-7
EAN: 9783809425731
Erschienen: 01.12.2009
Verlag: Bassermann
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 591
Länge/Breite: 215mm/155mm
Gewicht: 780 g
Altersempfehlung: ab 10
Übersetzer: Susanne Bestmann
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Mark Twain

Mark Twain, geb. am 30.11.1835 in Florida (Missouri). Sein eigentlicher Name ist Samuel Longhorne Clemens. Der Vater starb 1847 und Twain musste im Alter von zwölf Jahren die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Mit 17 Jahren ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen schrieb. Von 1857-60 war er Lotse auf dem Mississippi, nahm am Sezessionskrieg auf der Seite der Konföderierten teil und war 1861 Silbersucher in Nevada. 1864 lebte er in San Francisco, 1866 als Reporter auf Hawaii und 1867 als Reisender in Europa und Palästina. Er gründete einen Verlag, musste aber 1894 Konkurs anmelden und ging auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden abzutragen. Mark Twain starb am 21.4.1910 in Redding (Connecticut).

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Tom!"
Keine Antwort. "Tom!" Keine Antwort.
"Wo steckt der Junge bloß wieder! Hallo, Toni" Die alte Dame zog ihre Brille auf die Nasenspitze und schaute über die Gläser hinweg durchs Zimmer. Dann schob sie die Brille auf die Stirn und schaute unter ihr hindurch in den Raum. Selten oder nie sah sie durch die Gläser hindurch, wenn sie nach etwas so unwichtigem wie einem kleinen Jungen suchte. Denn die Brille war ihr ganzer Stolz. Sie diente zur Zierde, nicht zum Gebrauch; ebenso gut hätte sie durch ein Paar Herdringe sehen können.
Überrascht, dass sie ihn nicht entdeckte, sagte sie: "Na warte, wenn ich dich erwische..." Sie beendete den Satz nicht, denn sie hatte sich bereits gebückt und stocherte mit dem Besenstiel unter dem Bett herum - doch sie beförderte nur die Katze ans Licht.
"So was wie diesen Bengel habe ich noch nie erlebt!", murmelte sie. Dann ging sie zur offenen Tür und sah über die Tomatenstöcke und wilden Sträucher hinweg in den Garten. Kein Tom. Jetzt erhob sie ihre Stimme und rief so laut, dass man es weithin hören konnte: "Tom!"
Hinter ihr war ein leises Geräusch zu hören und sie fuhr herum. Gerade noch rechtzeitig konnte sie einen schmalen Jungen am Jackenzipfel packen und seine Flucht verhindern.
"Aha! Da bist du also! Ich hätte es mir denken können! Was hast du in der Speisekammer zu suchen?"
"Nichts."
"Nichts? Sieh deine Hände und deinen Mund an! Was ist das?"
"Weiß ich nicht, Tante Polly!"
"Aber ich weiß es - es ist Marmelade! Mindestens vierzigmal habe ich dir schon gesagt, du sollst die Marmelade in Ruhe lassen. Jetzt hab ich genug! Hol den Stock!"
Die Rute schwebte bereits in der Luft, es bestand höchste Gefahr...
Da rief der Junge plötzlich: "Da, hinter dir! Schau!"
Die alte Dame fuhr herum und raffte mit einem Griff ihre Röcke zusammen, und der Junge schoss mit einem Satz zur Tür hinaus, kletterte blitzschnell über den Gartenzaun und verschwand.
Seine Tante stand einen Augenblick verdutzt da, brach aber dann in lautes Lachen aus. "Zum Kuckuck mit diesem Bengel! Dass ich es aber auch nie lerne. Wie oft hat er mich schon an der Nase herumgeführt! Aber je älter man wird, desto dümmer wird man. Ein alter Hund lernt keine neuen Kunststücke mehr, sagt das Sprichwort. Und wie soll ich wissen, was ihm wieder Neues eingefallen ist. Jeden Tag spielt er mir einen anderen Streich. Dabei weiß er genau, wie weit er gehen kann, bis mich der Zorn packt.
Wenn er mich dann auch nur einen Moment lang verwirrt oder mich zum Lachen bringt, ist die Wut verflogen, und ich kann ihm kein Härchen krümmen. Bei Gott, ich tu meine Pflicht nicht an dem Jungen. Wer sein Kind liebt, züchtigt es. So steht es in der Heiligen Schrift. Und so wäre es meine Pflicht. Er steckt voller Teufeleien, der Bengel - aber er ist schließlich das Kind meiner verstorbenen Schwester, der Ärmsten, und ich bringe es nicht übers Herz, ihn zu verprügeln. Wenn ich ihn nicht bestrafe, dann quält mich mein Gewissen, und wenn ich ihn schlage, dann bricht mir fast das Herz. Heute Nachmittag, da bin ich sicher, wird der Junge die Schule schwänzen, und ich bin gezwungen, ihn zur Strafe morgen arbeiten zu lassen. Ausgerechnet am Samstag, wenn alle anderen Jungen freihaben. Aber ich muss meine Pflicht tun und Arbeit hasst er mehr als alles andere ."
Tom schwänzte an diesem Tag tatsächlich die Schule. Er verbrachte einen sehr vergnügten Nachmittag. Am Abend kam er so spät nach Hause, dass er Jim, dem kleinen Negerjungen, nicht mehr helfen konnte, das Holz für den nächsten Tag zu hacken, aber doch rechtzeitig genug, um ihm von seinen Abenteuern zu berichten, während Jim drei Viertel der Arbeit machte. Toms Halbbruder Sid war mit dem Aufsammeln der Späne bereits fertig. Er war ein ruhiger Junge, der seiner Tante keinerlei Schwierigkeiten machte.
Während Tom sein Abendbrot aß und etwas Zucker stiebitzte, als sich die Gelegenheit bot, stellte ihm Tante Polly verfängliche Fragen, um ihn in die Falle zu locken. Wie viele einfache Seelen wiegte sie sich in dem Glauben, die dunkelsten Geheimnisse mit besonderem Geschick entschleiern zu können. Selbst ihre durchsichtigsten Finten betrachtete sie als Meisterleistungen an Schläue und Verschlagenheit.
So fragte sie: "Es war doch sicher sehr warm in der Schule, was, Tom?"
"Ja, Tante Polly." "Furchtbar warm, was?" "Ja!"
"Hattest du keine Lust, zum Schwimmen zu gehen?"
Tom zuckte zusammen. Er forschte im Gesicht seiner Tante nach verdächtigen Spuren, aber es verriet nichts. So sagte er: "Nein, eigentlich nicht."
Die alte Dame streckte ihre Hand aus und befühlte Toms Hemd. "Aber nun ist dir nicht mehr warm?", fragte sie lauernd.
Endlich wusste Tom, woher der Wind wehte, darum kam er ihrer nächsten Frage zuvor. "Einige von uns haben den Kopf unter die Wasserpumpe gehalten. Meiner ist immer noch ein bisschen feucht. Schau!"
Tante Polly ärgerte sich. Das hatte sie völlig übersehen. "Musstest du nicht deinen Hemdkragen abmachen, den ich dir angenäht habe, als du den Kopf unter die Pumpe gehalten hast? Zeig mal her!"
Aus Toms Gesicht verschwand alle Unruhe. Er knöpfte die Jacke auf. Sein Hemdkragen war sorgfältig wieder angenäht.
"Tatsächlich! Ich hätte geschworen, dass du die Schule geschwänzt hast und schwimmen gegangen bist. Na, lassen wir's gut sein." Halb tat es ihr Leid, dass ihr Scharfsinn versagt hatte, und halb freute sie sich, dass Tom wenigstens diesmal gehorsam gewesen war.
Da sagte Sid: "Hattest du den Kragen nicht mit weißem Garn angenäht, Tante Polly? Der hier ist schwarz!"
"Wie - natürlich habe ich ihn mit weißem Faden angenäht! Tom!" Die Stimme klang scharf, darum wartete Tom das Weitere nicht ab. In der Tür rief er Sid zu: "Das sollst du mir büßen,
Sid!"
An einem sicheren Ort holte Tom die beiden Nadeln hervor, die er unter den Aufschlag seiner Jacke gesteckt hatte, die eine mit weißem Faden umwickelt, die andere mit schwarzem. Wütend murmelte er: "Sie hätte es nie gemerkt, wenn Sid mich nicht verraten hätte. Da soll sich einer auskennen!

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