Buch
gebunden (510 Seiten)
2. Auflage
Sprache: Deutsch
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Ein heißer Sommertag, ein Barbecue mit Freunden und Familie - es hätte ein perfektes Fest werden können, doch dann verliert Harry die Beherrschung. Er verpasst dem dreijährigen Hugo eine Ohrfeige.
Dieser Vorfall hat ein folgenreiches Nachspiel für alle, die seine Zeugen wurden ...
Aus einer scheinbar banalen Begebenheit entwickelt sich eine packende Erzählung über Liebe, Sex und die verschiedenen Auffassungen von Ehe, Erziehung und Freundschaft. Die Ohrfeige zwingt alle Beteiligten dazu, ihr eigenes Familienleben, all ihre Erwartungen, Überzeugungen und Wünsche infrage zu stellen. Aus acht Perspektiven schildert Tsiolkas eindrücklich das innere Erleben der Gäste.
Ein großer Gesellschaftsroman - ein Roman über die moderne Familie.
- Monatelang auf den Bestsellerlisten in Großbritannien und Australien
- Ausgezeichnet mit dem »Commonwealth Writers' Prize«
- Nominiert für den »Man Booker Prize«
- Verfilmt als Fernsehserie
Pressestimmen:
"Unbarmherzig seziert er die australische Mittelschicht, eine Gesellschaft voller Heucheleien, Kränkungen, Beleidigungen. Ein Pulverfass." Simon Broll, SPIEGEL Online, 05.03.2012 "Ein gnadenlos guter Gesellschaftsroman!" Tanja Beuthien, Freundin, 3/2012 "Ein grandioser Gesellschaftsroman: bissig, hellsichtig und mit viel Liebe für seine strauchelnden Figuren." Annabelle, 22.02.2012 "Tsiolkas stülpt sehr gekonnt das Innere seiner Figuren nach außen, zeigt, wie sie fühlen und wie sie danach handeln." Cord Beintmann, Stuttgarter Zeitung, 02.03.2012 "Es ist nur eine Ohrfeige . Aber sie zeigt eine Wahrheit zu der alle Stellung beziehen müssen Tsiolkas erzählt aus acht verschiedenen Perspektiven. Und macht seinen Roman damit zu einem Seelenpanoptikum. Die Identifikationsmöglichkeiten sind zahlreich und der Leser gerät immer tiefer in den Strudel des Loyalitätskonflikts. Wer hat Recht? Wer trägt Schuld?" Claudia Lehnen, Kölner Stadt-Anzeiger, 25./26.02.2012 "Ein Roman, der die Seelenlage der heutigen mittleren Generation mit all ihrer vermeintlichen Sorglosigkeit an manchem Nerv pfeilgenau trifft." Christian Mückl, Nürnberger Zeitung, 27.02.2012 "Ein genialer Gesellschaftsroman über modernes Familienleben." Dresdner Morgenpost, 28.02.2012 "Die Familie als kleinstmögliche Terrorzelle - der grandiose Roman von Christos Tsiolkas ist ein literarischer Rundumschlag, ein nachdenklich stimmendes Generationenporträt und eine schonungslose Bestandsaufnahme moderner Lebensentwürfe Tsiolkas reißt seinen Figuren behutsam die Masken vom Gesicht und lässt sie in ihrer ganzen Blöße dastehen. Erzählend entzaubert er das moderne Familienideal, ganze Denkwelten der westlichen Hemisphäre lotet er aus und hinterfragt scharfsinnig die Bedeutung von Liebe, Familie und Freundschaft." Anke Breitmeier, Thüringer Allgemeine, 03.03.2012
| ISBN-10: | 3-608-93902-4 |
|---|---|
| EAN: | 9783608939026 |
| Originaltitel: | The Slap |
| Erschienen: | 22.02.2012 |
| Verlag: | Klett-Cotta |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 2. Auflage |
| Seitenzahl: | 510 |
| Länge/Breite: | 218mm/141mm |
| Gewicht: | 681 g |
| Übersetzer: | Nicolai Schweder-Schreiner |
Christos Tsiolkas, geboren 1965 im australischen Melbourne als Sohn griechischer Immigranten, arbeitet u.a. fürs Theater und Fernsehen. Tsiolkas lebt in Melbourne.
Nicolai von Schweder-Schreiner, geboren in Lissabon, lebt in Hamburg. Er übersetzt aus dem Englischen und dem Portugiesischen. Außerdem arbeitet er als Komponist und Musiker.
von Annemarie Blaßnig, am 15.04.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Klagenfurt
von Edith Depner, am 12.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien
von Helga Pamminger, am 03.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wr. Neustadt
von Stefania Rubino, am 27.06.2012
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von Moritz Revermann, am 28.04.2012
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von Annegrit Fehringer, am 24.04.2012
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von B. Gebhardt, am 05.04.2012
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von Katharina Wacker, am 05.04.2012
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von Heidi Wosnitza, am 25.03.2012
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von Katinka Engels, am 13.03.2012
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von Martin Gaiser, am 09.03.2012
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von Frau Gey, am 05.03.2012
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von Daniela Ullrich, am 28.02.2012
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von Dorothee Jaschke, am 27.02.2012
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von Katja Wünsche, am 27.02.2012
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von coffee2go, am 24.02.2012
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von Claudia Hüllmann, am 22.02.2012
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von Lisandella, am 22.02.2012
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von Katrin Schönmüller, am 20.02.2012
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von Chariklia Agelidou, am 13.02.2012
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von sabatayn76, am 07.02.2012
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von sabatayn76, am 07.02.2012
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von Saidjah Hauck, am 27.01.2012
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HECTOR
Hector hatte die Augen noch geschlossen, als er aus einem Traum erwachte, an den er sich schon nicht mehr erinnern konnte. Müde streckte er die Hand aus. Ah, gut. Aisha war schon auf. Er ließ genüsslich einen fahren und vergrub das Gesicht im Kissen, um nicht den modrigen Gestank einatmen zu müssen. Ich habe keine Lust, in einer Männerumkleide zu schlafen, beschwerte Aisha sich jedes Mal, wenn er sich versehentlich in ihrer Gegenwart vergaß. Was allerdings nur selten vorkam. Im Laufe der Jahre hatte er gelernt, sich nur noch gehenzulassen, wenn er allein war. Dann furzte und pinkelte er unter der Dusche, rülpste im Auto und genoss es, wenn sie auf einer Tagung war, sich das ganze Wochenende lang weder zu waschen noch die Zähne zu putzen. Nicht dass seine Frau besonders prüde war, sie ertrug nur offenbar die Ausdünstungen des männlichen Körpers nicht. Er selbst hätte kein Problem damit, in einer Mädchenumkleide einzuschlafen, umgeben vom feuchten, berauschenden Duft süßer junger Mösen. Noch im Halbschlaf drehte er sich auf den Rücken und schob das Laken beiseite. Süße junge Mösen. Er hatte es laut ausgesprochen.
Connie.
Bei dem Gedanken an sie war er endgültig wach. Aisha würde ihn für pervers halten. Doch das war er nicht. Er liebte Frauen ganz einfach. Egal ob jung oder alt, ob sie gerade erst erblühten oder schon anfingen zu verwelken. Er kam sich dabei so eitel vor, dass es ihm schon fast peinlich war, aber er wusste nun mal, dass die Frauen auch ihn liebten. Frauen liebten ihn.
Aufstehen, Hector, sagte er sich. Zeit, den Tag zu beginnen.
Der Tag begann mit einer Reihe von Übungen, die er jeden Morgen absolvierte. Das Ganze dauerte nicht länger als zwanzig Minuten. Manchmal, wenn er mit Kopfschmerzen oder einem Kater aufwachte, oder beidem zusammen, oder einer Unlust, die offenbar tief aus seinem Inneren kam, war er schon nach zehn Minuten fertig. Es ging ihm nicht so sehr um das strenge Einhalten eines Ablaufs, sondern eigentlich nur darum, überhaupt zu trainieren – selbst wenn er krank war, zwang er sich dazu. Er stand auf, schnappte sich eine Jogginghose, schlüpfte in das T-Shirt, das er am Tag zuvor getragen hatte, und fing mit neun verschiedenen Dehnübungen an, bei denen er jeweils bis dreißig zählte. Dann legte er sich auf den Teppich und machte hundertfünfzig Sit-ups und fünfzig Liegestütze. Am Ende dann nochmal drei Dehnübungen. Danach ging er in die Küche, stellte die Kaffeemaschine an, lief zu dem kleinen Laden am Ende der Straße und kaufte die Zeitung und eine Schachtel Zigaretten. Zurück zu Hause goss er sich einen Kaffee ein, ging nach draußen auf die Veranda, zündete sich eine Zigarette an, schlug den Sportteil auf und begann zu lesen. In diesem Moment, die Zeitung vor sich aufgeschlagen, mit dem bitteren Kaffeegeruch in der Nase und dem ersten Zug von der Zigarette, waren ihm alle Nöte, die blöden Nichtigkeiten, der Stress und die Sorgen des vorigen oder kommenden Tages egal. In diesen Momenten, vielleicht sogar nur dann, war er glücklich.
Hector hatte schon als Kind festgestellt, dass die einzige Methode, gegen das erdrückend wohlige Gefühl des Schlafes anzukommen, darin bestand, mit Vollgas hindurchzupreschen, die Augen aufzureißen und aus dem Bett zu springen. Aber diesmal blieb er liegen und ließ sich sanft von den Geräuschen seiner Familie wecken. Aisha hatte in der Küche einen Klassiksender eingestellt, und Beethovens Neunte drang durchs ganze Haus. Aus dem Wohnzimmer hörte er das elektronische Piepen und blecherne Nachhallen eines Computerspiels. Einen Augenblick lang lag er regungslos da, warf dann das Laken zurück und blickte auf seinen nackten Körper. Er hob das rechte Bein und ließ es zurück aufs Bett fallen. Heute ist es so weit, Hector, sagte er sich, heute ist es so weit. Er sprang hoch, zog sich einen roten Sportslip und ein Unterhemd an, ging ins Bad, pinkelte lange und laut und stürmte in die Küche. Es roch nach Kaffee. Aisha schlug gerade ein paar Eier in die Pfanne. Er küsste ihren Nacken. Mitten im Crescendo schaltete er das Radio aus.