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Absolute Dunkelheit umfasste ihn. Undurchdringlich.
Er musste auf andere Sinnesempfindungen zurückgreifen. Er roch Verwesung, er schmeckte Feuchtigkeit, und er hörte kleine Beinchen, die sich durch Geröll und Erde auf ihn zu bewegten.
Er versuchte einen Finger zu bewegen. Es gelang unter großen Schwierigkeiten.
Er lag bewegungslos und eingequetscht unter Tonnen von Gestein und wartete darauf, dass sein Lebensfunke erlosch. Unter anderen Umständen hätte er dieses Ende begrüßt. Doch in ihm glomm ein Feuer, das nicht erlöschen wollte.
Krabbeltiere und Gewürm erreichten ihn. Noch zögerten sie, aber es würde nicht allzu lange dauern, bis sie über ihn herfielen und ihn bei lebendigem Leib auffraßen ...
| ISBN-10: | 3-8387-0562-9 |
|---|---|
| EAN: | 9783838705620 |
| Erschienen: | 12.2010 |
| Verlag: | Lübbe Digital |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 64 |
| Erschienen bei: | Lübbe Digital |
| Spieldauer: | 99 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Michael Marcus Thurner, geboren 1963, veröffentlichte erste Romane im Rahmen der PERRY RHODAN-Fan-Edition, bevor er im Jahr 2002 als Stammautor in die ATLAN-Serie einstieg. Seit Anfang 2005 schreibt Thurner als festes Mitglied im PERRY RHODAN-Team. Der Autor lebt und arbeitet in Wien.
"10. (S. 74-75)
Bahafaa war ihm einerseits Belastung; andererseits nutzte er sie als Medium, um in ihrem Gesicht Emotionen ablesen und die Situation folgerichtig aus der Sicht eines Menschen beurteilen zu können. Seine Begleiterin fürchtete sich – und dennoch wollte sie Juneeda beistehen. Einer jener Frauen, die sie seit ihrer Jugend wie Dreck behandelt hatten. Mitleid, urteilte Grao'sil'aana. Bahafaa identifiziert sich mit ihrer Artgenossin. Sie folgt archaischen Reflexen, die bereits ihre frühesten Vorfahren in der Sicherheit ihrer Höhlen erlernt haben.
Der Mensch hilft stets dem Menschen, wenn es gegen Raubtiere oder unbekannte Kreaturen geht. Grao nahm die charakterliche Wandlung Juneedas zur Kenntnis. Die Larve war dafür verantwortlich, keine Frage. Sie beeinflusste ihr Opfer, sodass die Schamanin von diesem Augenblick an Hermon als ihren Herrn anerkannte. Grao hatte schon gehört, dass der Händler gut mit Tieren umgehen konnte. Er hielt sich Raubvögel, die er für die Jagd züchtete, und domestizierte Wisaaun. Nun, da er die Wandlung Juneedas mit eigenen Augen miterlebt hatte, musste er diese Begabung unter einem anderen Licht beurteilen.
Womöglich konnte Hermon die Tiere kraft seines Willens beeinflussen, so wie manche Frau der Dreizehn Inseln die Gedanken anderer Menschen erlauschen konnte. Was ihn zur nächsten Frage brachte: War Hermon ein Mutant? Hatten die Daa'muren durch Experimente, die sie über mehrere Jahrhunderte hinweg an den Primärrassenvertretern vollzogen hatten, einen unerwarteten Prozess in Gang gebracht, dessen Ergebnis er nun vor sich sah? "Wir müssen etwas unternehmen!", forderte Bahafaa zum wiederholten Male.
"Du hast recht." Ein Teil von ihm beharrte nach wie vor darauf, dass ihn diese Dinge nichts angingen. Er sollte von den Inseln verschwinden und sich um seine eigenen Probleme kümmern. Ein anderer drängte ihn, zu Gunsten seiner Begleiterin und ihrer Landsleute zu intervenieren. Er fühlte Bahafaas Wärme. Sie lehnte sich an ihn, schutzsuchend und hilfebedürftig. Ihre körperliche Nähe irritierte ihn und bewirkte, dass die strenge Vernunft, der Grao so lange gehorcht hatte, seltsamer Verwirrung Platz machte. "Wir ziehen uns zurück", flüsterte er und zog Bahafaa mit sich. "Alleine kann ich nichts gegen Hermon und all die Frauen ausrichten, die er bereits beeinflusst hat. Aber morgen rufe ich einen Freund zu Hilfe. Wir kümmern uns um deine Kameradinnen.""