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Isabel und Marcus Raines sind das perfekte Paar. Seit fünf Jahren verheiratet und noch immer wie frisch verliebt. Doch dann kommt Marcus eines Abends nicht von der Arbeit nach Hause, und Isabel kann ihn nicht erreichen. Sie fährt zu seinem Büro und gerät dort mitten in einen Einsatz des FBI. Kurz darauf erfährt sie das Unfassbare: Marcus Raines ist seit Jahren tot. Sie war mit einem Mann verheiratet, der ein anderer ist, als er vorgab zu sein. Eine gefährliche Suche nach der Wahrheit beginnt ...
| Verkaufsrang: | 4.732 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-641-05408-7 |
| EAN: | 9783641054083 |
| Originaltitel: | Die for You |
| Erschienen: | 06.12.2010 |
| Verlag: | Goldmann |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 448 |
| Übersetzer: | Eva Bonne |
| Erschienen bei: | Goldmann |
| Übersetzt von: | Eva Bonne |
| Spieldauer: | 622 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Lisa Unger, geboren in Connecticut, ist in den USA, England und Holland aufgewachsen. Sie hat in einem Verlag gearbeitet, bevor sie sich entschloss, selbst Schriftstellerin zu werden. Gleich mit ihrem ersten Thriller um die Journalistin Ridley Jones, »Das Gift der Lüge«, gelang ihr ein Bestseller. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie heute in Florida und arbeitet dort an ihrem nächsten Roman.
von Andrea Scheiber, am 12.03.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Innsbruck, Wagnersche
"VIERZEHN (S. 186-187)
Du willst mir sagen, es gibt keine neuen Tage?«, fragte Trevor. Er war noch ziemlich jung. In jedem Fall zu jung für eine existentialistische Krise. »Nur die alten Tage, die sich ständig wiederholen, für immer?« Sein Gesicht drückte so etwas wie Horror aus, als könnte er nicht fassen, dass das Leben so banal war und so wenige Überraschungen barg. Linda hatte mich beauftragt, einen Nachmittag auf ihn aufzupassen, während sie sich mit ihrem Agenten traf und Erik und Emily einen Vater-Tochter-Ausflug unternahmen.
Trevor und ich hatten geplant, in den Schachladen am Washington Square zu gehen und uns anschließend eine kalorienreiche Zwischenmahlzeit zu gönnen, die ihm seine Eltern niemals erlaubt hätten. Er war damals etwa fünf Jahre alt. Wir hatten fast eine Stunde im Schachladen verbracht und uns Schachfiguren in allen Größen und Formen angesehen - Drachen und Zauberer, Figuren aus Alice im Wunderland, Schlümpfe, mittelalterliche Höflinge. Wir entdeckten kunstvolle Bretter aus Glas, Marmor, Speckstein, Metall und Plastik. Letztendlich entschied Trevor sich für ein schlichtes Holzbrett mit handgeschnitzten Figuren.
Trev, der Purist. Er hielt die Tüte mit seinem Schatz fest umklammert, als wir uns auf dem Washington Square neben den Blitzschachspielern auf eine Bank setzten. Die Blätter verfärbten sich schon, die Studenten der NYU liefen mit schweren Rucksäcken herum, ein paar Jugendliche übten Skateboardsprünge, und ein Obdachloser klapperte laut mit seiner Blechdose. »Aber woher willst du das wissen? Du kannst nicht wissen, was für immer passiert«, sagte Trevor, vernünftig wie immer.
»Niemand kann das.« Ich zuckte die Achseln und bekam das volle Gewicht meiner Unzulänglichkeit zu spüren. Ich konnte es ihm nicht erklären. »So ist es nun mal, Kumpel.« Es blieb eine kleine Hoffnung bestehen, wir könnten eines Morgens nicht an einem Dienstag oder Sonntag aufwachen, sondern an einem Lilatag oder Marshmallowtag. Und dann wäre alles anders. Vielleicht würde die Schwerkraft abnehmen, so dass uns alles ein bisschen leichter vorkäme, vielleicht würde die Sonne rosa scheinen und uns alle hübscher aussehen lassen.
»Diese Abschnitte in der Zeiteinteilung haben sich die Menschen ausgedacht«, versuchte ich Trevor zu erklären. Eigentlich konnte er mich unmöglich verstanden haben, aber er sah mich nachdenklich an und sagte: »Die Tage sind immer gleich, weil irgendjemand es so festgelegt hat, um die Ordnung nicht zu stören.« Er schien noch eine Weile darüber nachzudenken, während er an einem losen Faden seiner Jeans herumzupfte. »Das ist doch dumm«, sagte er dann enttäuscht."