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Wenn Frauen Liebeskummer haben, gucken sie schluchzend Liebesfilme, während sie sich einen riesigen Becher Schokoeis reinziehen. Aber was tun eigentlich Männer, wenn ihnen das Herz gebrochen wurde? Bob ist ein Mann und am Boden zerstört.
Denn seine Frau hat ihn betrogen und nach acht Jahren Ehe verlassen. Aber: Bob kann Liebesschnulzen nicht ausstehen, hat keinen Bock auf Psychogequatsche und findet Eso-Kram überflüssig. Deshalb macht er, was Männer angeblich am liebsten
machen: Drink. Play. F... Um dies vernünftig in die Tat umzusetzen, begibt er sich auf eine Weltreise. Und dabei entdeckt Bob etwas, das er selbst am wenigsten erwartet hätte ...
| ISBN-10: | 3-8387-1039-8 |
|---|---|
| EAN: | 9783838710396 |
| Originaltitel: | Drink, Play, F@#k |
| Erschienen: | 11.2011 |
| Verlag: | Lübbe Digital |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 288 |
| Übersetzer: | Claudia Geng |
| Erschienen bei: | Lübbe Digital |
| Übersetzt von: | Claudia Geng |
| Spieldauer: | 417 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
BUCH ZWEI (S. 46-47)
Las Vegas oder
»Gott würfelt nicht.«
Albert Einstein
oder
12 Geschichten über die Jagd nach dem Drachen
13
Es tut immer gut, wenn man entdeckt, dass auch andere die seltsamen Macken haben, die man normalerweise aus der Angst heraus zu verbergen versucht, es handele sich um eindeutige Symptome schnell schlimmer werdender schizophrener Wahnvorstellungen. Zum Beispiel können Sie sich gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich auf das folgende Zitat von Fjodor Dostojewski stieß: »Schon wenn ich mich dem Spielsaal nähere und noch zwei Zimmer von ihm entfernt bin, bekomme ich fast Krämpfe, sobald ich das Klirren des hingeschütteten Geldes höre.«
Ich auch, Fjodor! Mich überkommt genau dasselbe fiebrige, schweißnasse, herzklopfende Gefühl, dass ich so schnell wie möglich loslaufen will, aber ich stehe auch immer kurz vor einer Ohnmacht, wenn ich mich der ersten der sechs Glastüren nähere, die man in Las Vegas überall passieren muss, um in ein Casino zu gelangen. Ich brauche bloß den ersten Hauch der Kakophonie zu hören, die da drin durch das Münzprasseln der einarmigen Banditen und das Kreischen der Provinzler, die eine Hard Eight gelandet haben, entsteht, und schon überfallen mich Schwindelgefühle, Unruhe und Aufregung. Als Kind wollte ich nichts anderes als Basketball spielen.
Nach der Schule rannte ich zum YMCA, um bei einem laufenden Spiel einzusteigen. Und mich überkam dasselbe unruhige, heißhungrige Gefühl, wenn ich mich der Halle näherte und das Quietschen der Turnschuhe hörte. Später, als ich auf Golf umschwenkte, waren es der Geruch von frisch gemähtem Gras und das satte »Klock« des Eisens gegen den Titleist, die mich ganz gaga machten. Aber seit meinem ersten Besuch in einem echten Casino für große Jungs hat die unverwechselbare melodische Mischung aus Geld, Kitsch und Frust alle anderen Empfindungen übertroffen, die meinen Speichelfluss anregen.
Es ist ein tröstendes Gefühl, dass ich denselben Knall habe wie einer der großen russischen Irren/Genies des neunzehnten Jahrhunderts. Gleich nachdem mir die Idee gekommen war, ein Jahr Auszeit zu nehmen, um zu versuchen, etwas Spaß in mein Leben zu bringen, wusste ich, dass Las Vegas das Herzstück meiner Reise sein würde. Dabei bin ich nicht so was wie ein Vegas-Süchtiger. Ich war in meinem ganzen Leben nur ein paarmal dort gewesen und auch nie länger als ein oder zwei Tage.
Ich hatte Freunde in Los Angeles, die quasi dorthin pendelten. Sie protzten immer damit, wie sie direkt vom Büro zum Burbank Airport fuhren, dem Parkservice den Wagenschlüssel zuwarfen, in den nächsten Flieger Richtung Südwesten stiegen und eine Stunde später bereits am Spieltisch saßen. Angesichts der gewaltigen Entfernungen in L.A. und dem Horrorverkehr auf den Straßen benötigten manche von ihnen weniger Zeit, um nach Vegas zu kommen, als morgens ins Büro. Klar, ihr Geld vermehrten sie allerdings nur dort. Aber ich war immer zu verantwortungsvoll und erwachsen gewesen, um mein sauer verdientes Geld aus dem Fenster zu werfen. Ich sparte für die Zukunft meiner Familie. Ich hatte eine Frau zu unterstützen.