Gegen die Welt

Roman

von Jan Brandt

Buch

gebunden (927 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

In GEGEN DIE WELT läuft von Seite 214 bis Seite 369 eine Doppellinie über die Buchseiten.
Was passiert da genau?
Hier läuft das dritte Unterkapitel in diesem Teil des Buches gegen das zweite Unterkapitel. Es ist der Monolog eines Lokführers. Die beiden Stränge laufen parallel, der eine oberhalb des symbolisierten Schienenstrangs, der andere unterhalb.
Warum ist das so? Was soll das?
In dem Kapitel 'Heavy Metal' wird ein Junge durch Mobbing an der Schule in den Selbstmord getrieben. Er stellt sich, weil er keinen Ausweg mehr weiß, auf die Schienen und wartet auf den nächsten Zug. Das ist die oben laufende Erzählung. Unten setzt die Geschichte des Lokführers ein, der ihn überfahren wird, und zwar an dem Punkt, an dem das Martyrium des Schülers beginnt, bis zum dem Punkt, an dem es durch seinen Tod endet. Das Lokführerkapitel spielt mit der Frage, wo beginnt und wo endet das Leben, es ist die Geschichte eines Mannes, der als Zugführer immer wieder unfreiwillig zum Mörder wird und, durch diese Erlebnisse traumatisiert, seine Familie und Freunde verliert. Gerade als er meint, sein Trauma überwunden zu haben, steht wieder einer vor ihm auf den Gleisen und die Geschichte beginnt von vorn.
Die Anordnung in zwei parallel laufenden Strängen unterstreicht die Gleichzeitigkeit der Ereignisse bis zum fatalen Aufeinandertreffen. Auf S. 369 endet unten der Erzählstrang des Lokomotivführers, kurz bevor er den Jungen erreicht. Auf S. 370 erfahren die Mitschüler von Peter Peters¿ Tod.
Außerdem möchten wir Sie noch über einige Besonderheiten in der gesetzten Fahne von Jan Brandts GEGEN DIE WELT aufklären, die vielleicht auch zu Fragen führen könnten. In dem Buch finden sich:
faksimilierte Briefe mit handschriftlichen Anmerkungen
fiktive Anzeigen und Plakate
verschlüsselte Geheimbotschaften
weiße, paginierte Seiten zu Beginn und zum Ende des Buches, die zur Geschichte gehören
Zeilen, die in Fraktur und Kyrillisch gesetzt sind
ein fiktives Quiz, das der Fernsehsendung Riskant! entnommen ist; dies ist ein Quiz bei dem man die zu einer Antwort gehörige Frage erraten muss; deshalb stehen jeweils auf der rechten Buchseite die Antworten, auf der folgenden linken Buchseite liest man die zugehörige Frage, eine Seite, auf der nur das Wort 'Mais' steht; in der Mitte, für das menschliche Auge zunächst unsichtbar, steht jedoch auch das Wort 'Mars'
Halbsätze im letzten Teil White Shadow, die 'eingenebelt' (aufgehellt; kaum lesbar) sind

Grundsätzlich dürfen Sie davon ausgehen, dass in diesem Buch nichts zufällig passiert, sowohl auf textlicher als auch auf formaler Ebene.Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Kuper beginnt einen Kampf gegen das Dorf und seine Bewohner. Sie sind es, gegen die er aufbegehrt, und sie sind es, gegen die er am Ende verliert. Gegen die Welt ist ein großer deutscher Roman: über die Wende in Westdeutschland, über Popkultur in der Provinz und über Freundschaften, die nie zu Ende gehen.
"Ein tollkühner Roman über Freundschaft und Verrat. Rebellisch und bewegend, wahnsinnig und witzig. Großes Kino."
Sönke Wortmann

Pressestimmen:

Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 17.10.11
Ein Debütroman, der wie eine Achterbahnfahrt, ein Geisterbahnaufenthalt und ein Bungee-Sprung gleichzeitig ist. Ein Buch über Freundschaft, Loyalität, Lügen, über Heimat, Glück und große Gefühle. Der Roman strotzt vor Kraft und stilistisch waghalsigen Experimenten, die das Lesen zu einem exquisiten Menü machen. Die Geschichte dauert noch lange an, auch wenn Sie schon zu Ende ist. Von Jan Brandt wird man wohl noch viel hören ?und vor allem lesen.

Produktdetails

ISBN-10: 3-8321-9628-5
EAN: 9783832196288
Erschienen: November 2011
Verlag: DuMont Buchverlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 927
Länge/Breite: 215mm/149mm
Gewicht: 929 g
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Buchhändlertipps

  • unbedingt lesen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Edith Berger, am 01.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Graz

    Daniel, ältester Sohn des Drogisten Hard Kuper wächst in einem Dorf in Ostfriesland auf. Er ist ein verschlossener, zurückhaltender Junge, der unglücklicherweise sehr bald die Aufmerksamkeit einer Freundesclique erregt und deren Grausamkeiten aushalten muss. Von seiner Familie ist keine Hilfe zu erwarten. Seine Mutter ist zusehr mit den jüngeren Geschwistern beschäftigt. Seinem Vater, einem von sich selbst ungemein überzeugten ,notorischen Frauenversteher fehlt jegliches Verständnis oder Einfühlungsvermögen.
    Daniel rettet sich in seine Phantasiewelt und wird zum Außenseiter.
    Für viele Dinge die im Dorf passieren, wird er verantworlich gemacht und je mehr er versucht seine Unschuld zu beweisen, desto intensiver wird er von der Dorfgemeinschaft als Verursacher abgestempelt.
    Es ist ein aussichtsloser Kampf den Daniel "Gegen die Welt" beginnt.
    Ehrlich gesagt überrascht es mich, dass dieses Buch nicht mit Preisen überhäuft wird.
    Unbedingte Leseempfehlung.
  • Hätte den Deutschen Buchpreis verdient gehabt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Armin Rosenberg, am 11.10.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien

    Leider hat es für Jan Brandt nicht ganz zum Gewinn des viel beachteten (und hohe Verkaufszahlen versprechenden) Deutschen Buchpreises gereicht. Mir war dieses Buch von allen auf der Shortlist nominierten am sympathischsten.
    Es geht um eine Provinzjugend in Deutschland, die "Wende", um Kornkreise und Außerirdische, vor allem aber ist "Gegen die Welt" eine phantasievolle und unberechenbare Geschichte über das Erwachsenwerden. Eine beeindruckende Leistung.

Kundenrezensionen

  • Gegen die Welt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christa Kromminga, am 29.06.2012

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    Daniel wächst als Sohn eines Drogisten in einem Dorf in Ostfriesland auf. Er ist Science-Fiction-Fan und phantasiert sich, dank Perry Rhodan, seine eigene Welt zusammen. Eines Tages verschwindet Daniel auf dem Schulweg. Stunden später findet er sich nackt in einem Kornkreis wieder. Da er niemandem erklären kann was passiert ist, gilt er fortan als Sonderling. Was auch immer im Dorf passiert, Daniel wird damit in Zusammenhang gebracht. Doch ganz unschuldig ist auch er nicht. Die Mitschuld an dem Selbstmord eines Schulkameraden begleitet ihn fortan.
    Dem Autor gelingt es mit ungeheurer Genauigkeit den Zeitgeist der achtziger und neunziger Jahre wider zuspiegeln. Ohne überladene Klischees, erzählte er von der Zerrissenheit und Rastlosigkeit der Jugend in der Provinz. Das Buch, das durch seine besondere Struktur, vom Leser viel Aufmerksamkeit verlangt, wurde zu Recht für den Deutsch Buchpreis vorgeschlagen.

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  • Gegen die Welt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Karthause, am 21.02.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Jan Brandt erzählt in seinem beachtenswerten Debütroman die Geschichte des im fiktiven ostfriesischen Jericho lebenden Daniel Kuper. Der Leser begleitet Daniel rund 20 Jahre lang. Er sieht ihn aufwachsen, beobachtet ihn bei Jungenstreichen und begleitet ihn durch seinen Alltag. Durch häufige Perspektivwechsel ermöglicht es Jan Brandt dem Leser, das gesamte Umfeld des Jungen kennenzulernen und zu erfahren, wie er auf andere Menschen wirkt. Eigentlich ist er ein ganz normales Kind - mit ein bisschen viel Fantasie und nur wenigen Möglichkeiten, diese in die richtigen Bahnen zu lenken. So werden ihm von den Bewohnern Jericho’s schnell alle möglichen sonderbaren Ereignisse zur Last gelegt, Nazischmierereien, Schneefall im Sommer, Kornkreise. Je mehr er versucht, seine Unschuld zu beweisen, umso mehr zieht er die Verdachtsmomente auf sich. Er wird zum Außenseiter und wirkt schon wie ein junger Don Quichote, der einen Kampf gegen Windmühlenflügel oder auch gegen die Welt aufgenommen hat. Mit großer Liebe zum Detail, man kann es auch fast schon als Detailversessenheit nennen, beschreibt der Autor das Leben in der Kleinstadt, charakterisiert die Bewohner, bis man schlussendlich glaubt, man kenne die Gegend, ihre Menschen und wäre den Weg vom Bahnhof zur Drogerie Kuper selbst schon x-mal gegangen. Das mag einerseits ein Vorteil sein, denn es schafft Nähe, andererseits entstehen durch die Ausführlichkeit unweigerlich Längen, die den Lesefluss hemmen. Besonders die schier endlosen und im ganzen Roman vorkommenden Aufzählungen haben meinen guten Gesamteindruck doch etwas getrübt. Ungewohnt, weil unüblich, ist auch das Layout des Romans. Er beginnt und endet mit jeweils 6 unbedruckten Seiten. Andere Seiten sind nur zum Teil mit Text gefüllt. In einer ganzen Passage existieren in einem oberen und einem unteren Teil unterschiedliche Handlungsstränge. Dann wieder verblasst das Druckbild.
    Ungezählte Male gibt es Verweise auf Musik, Bücher und Filme der damaligen Zeit. Das lässt das Buch authentisch wirken, denn der Leser begibt sich in Gedanken auf die gleiche Zeitebene wie die Protagonisten.
    Für mich ist "Gegen die Welt" ein unkonventionelles, mutiges Buch, das die Experimentierfreudigkeit eines jungen Autors belegt, der zum Teil mit Althergebrachtem und literarischem Einerlei bricht. Trotz meiner Kritik wird Jan Brandt bei mir nicht in Vergessenheit geraten. Auf einen neuen Romanen von ihm bin ich sehr gespannt.

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  • Gegen die Welt. Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Gisela Busemann, am 28.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ich muss schon sagen, da bin ich doch als Ostfriesin einfach ein wenig stolz, wenn aus unseren Reihen ein junger Schriftsteller, namens Jan Brandt hervorgeht, der gekonnt eine außergewöhnliche Geschichte erzählt. Mit seinem Buch „Gegen die Welt“ entführt er den Leser irgendwo hin in die Abgeschiedenheit Ostfriesland, dort wo die Welt noch scheinbar in Ordnung bis. Bis zu dem Zeitpunkt als sehr merkwürdige Dinge geschehen, plötzliche starke Schneefälle mitten im Sommer, merkwürdige Kornkreise entstehen aus dem Nichts. Wie so oft im Leben braucht die Dorfgemeinschaft einen Sündenbock für diese Ungereimtheiten. Man hat sich Daniel Kuper auserkoren, den schüchternen, verschlossenen Spross einer Drogisten- Dynastie.Dieser stellt sich dem ungleichen Kampf, den er am Ende dann doch verliert. Ein bewegender, für mich zu Herzen gehender Roman über Freundschaft und Verrat. Ein wunderschönes Geschenk für den Gabentisch zu Weihnachten.

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  • Außerirdische in Ostfriesland? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Joke Hoogendoorn, am 18.09.2011

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    Das Leben im ostfriesischen Jericho ist unaufregend und beschaulich, bis der 9-jährige Daniel Kuper nur mit einem Handtuch bekleidet in einem Kornkreis aufgefunden wird. Dieses Ereignis verändert nicht nur
    für ihn und seine Familie den ganzen Alltag. Auch für das Dorf fangen von dem Moment unruhige Jahre an. Immer mehr Dorfbewohner kehren sich gegen Daniel, weil sie ihn für die Probleme verantwortlich halten. Aber stimmt das auch?
    „Gegen die Welt“ ist Jan Brandts erster Roman. Er ist damit gleich auf der Shortliste für den Deutschen Buchpreis gelandet. Ich bin von seinem Roman sehr beeindruckt. Er hat eine faszinierende Geschichte geschrieben, die ganze 900 Seiten lang spannend und überraschend ist. Und das finde ich wirklich eine außergewöhnliche Leistung. Überzeugen Sie sich selbst von seiner Klasse!

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  • Daniel in der " Löwengrube" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Saidjah Hauck, am 16.09.2011

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    Daniel wächst in Ostfriesland auf. Irgendwann passieren seltsame Dinge. Nach und nach schreibt man sie ihm immer mehr zu.
    Diese Familien-, Provinz-, und Entwicklungsgeschichte verstört und ist befremdlich. Wenn man sich auf den Text einlässt aber spannend und auf jeden Fall außergewöhnlich.

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  • Ein Roman über ein fiktives Dorf Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Kai Reinhard, am 13.09.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Schauplatz dieser Geschichte ist nicht das bekannte Jericho in Palästina, sondern ein fiktives Dorf in Ostfriesland. Dort wächst Mitte der siebziger Daniel Kuper auf. Sein Leben hätte ganz normal sein können, jedoch passieren plötzlich seltsame Dinge in dem Dorf. Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für alles wird Daniel verantwortlich gemacht und so sagt er dem Dorf den Kampf an.
    Sehr gut hat mir gefallen, wie der Autor mit einer Detailverliebtheit einzelne Situationen beschreibt und somit den Charakteren eine unglaubliche Tiefe verleit. Leider kann diese Detailverliebtheit auch bei Aufzählungen von verschiedenen Gegenständen den Roman ziemlich in die Länge ziehen. Gerade, weil die Geschichte etwas chaotisch wirkt, schafft es der Autor auch über längere Textpassagen eine gelungene Spannung zu halten. Zwar dürfte der Roman nicht für jedermann geeignet sein, wer aber mal etwas Neues will und den über 900 Seiten nicht abschrecken, kann ich den Roman empfehlen.

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