Das Scherbengericht

Eine transatlantische Tragödie

von A. F. Th. van der Heijden

Buch

gebunden (1166 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Vollbart, Plateauschuhe und falscher Name: So getarnt tritt im Dezember 1977 einer der prominentesten Filmregisseure der USA seine dreimonatige Haftstrafe an. Verführung einer Minderjährigen lautet der Vorwurf. Als Remo Woodehouse verbringt der Delinquent nun eintönige Tage im kalifornischen Gefängnis Choreo. Eine Abwechslung bietet die Arbeit im Putztrupp, dem er zusammen mit Scott Maddox zugeteilt ist, einem zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Mithäftling - wegen Mordes, sagen die einen, aus politischen Gründen, behauptet Maddox. Vorsichtig gehen die zwei Männer zunächst miteinander um, sind wachsam, geben nur zögernd Details aus ihrem Leben preis: daß Maddox' Gesicht durch einen Brandanschlag entstellt wurde. Daß Woodehouse seine junge Frau vor acht Jahren auf tragische Weise verloren hat. Mehr und mehr werden ihre Gespräche zum Schlagabtausch, zum Duell. Denn in beiden keimt der Verdacht, daß der jeweils andere nicht der ist, der er zu sein vorgibt. Und daß beide ein Ereignis aus der Vergangenheit verbindet, das sie nicht mehr loslassen wird. Die Konfrontation zweier Männer, wie sie dramatischer nicht sein könnte, beide verstrickt in einen der aufsehenerregendsten Mordfälle im Amerika des 20. Jahrhunderts. Mit funkensprühender Sprachgewalt lotet der große niederländische Autor A. F. Th. van der Heijden das Ausmaß dieser »transatlantischen Tragödie« aus. Das macht Das Scherbengericht zu einer atemberaubenden Lektüre.

Pressestimmen:

"Es war ein brillanter Gedanke, zwei moderne Mythen, deren Schicksale durch eine Tragödie derart aneinander gekettet sind, aufeinander treffen zu lassen. Dass diese Konfrontation nicht ohne Folgen bleibt, ist nur allzu logisch. Van der Heijden vermag den sich verkannt fühlenden Musiker Manson in seiner vielgesichtigen Dämonie kunstvoll zu entzaubern und den von der Justiz und Paparazzi gnadenlos gejagten Polanski zu rehabilitieren."
Knut Cordsen Deutschlandradio Kultur

Produktdetails

ISBN-10: 3-518-42140-9
EAN: 9783518421406
Originaltitel: Het schervengericht
Erschienen: 11.08.2010
Verlag: Suhrkamp Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 1166
Länge/Breite: 207mm/139mm
Gewicht: 978 g
Übersetzer: Helga van Beuningen
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Helga van Beuningen

Helga van Beuningen ist die Übersetzerin und wurde ausgezeichnet mit u.a. dem "Martinus-Nijhoff-Preis", dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und dem "Else-Otten-Preis".

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  • Eine transatlantische Tragödie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Martin Kerbl, am 09.02.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz

    Der Titel von A.F.Th. van der Heijden`s monumentalen Roman bezieht sich auf ein Verfahren der griechischen Antike, bei dem wohlgemerkt nur die Bürger (nicht also die Sklaven und das mindere Volk) durch das ritzen eines Namens auf eine TonSCHERBE darüber abstimmten, wer für ein Jahr aus der Polis verbannt werden sollte. Bei van der Heijden sind das, natürlich verschlüsselt, der Regisseur Roman Polanski und der Verbrecher Charles Manson. Der eine verführt eine Minderjährige, der andere lässt die (hochschwanger) Frau der ersten bestialisch ermorden. Und dann begegnen sich die beiden im Gefängnis. Und sie reden, bis sie einander erkennen. Und darüber hinaus. Der Dialog der beiden – durchbrochen durch Reflexionen und Erinnerungen des Regisseurs – bestimmt das Scherbengericht, indem es die Mythen der beiden zu- und gegeneinander führt. Ein packender Plot. Und Van der Heijden versteht es meisterlich, den Leser in diese real-fiktive Geschichte hineinzuziehen.

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