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Hunde würden Rütter lesen! Menschen auch!
Mattes Reuter hatte immer das Ziel, Redakteur bei der "Zeit" zu werden. Leider hängt er aber noch mit vierzig als freier Mitarbeiter bei einem Stadtteilmagazin und wohnt - nach einer gescheiterten Beziehung - mit Hund Mina bei seiner erfolgreichen Schwester. Das liegt nicht zuletzt an seiner Philosophie, dass es "Sucher" und "Finder" gibt und Mattes eindeutig zu denen zählt, die lässig warten, bis sie von ihrer Chance gefunden werden. Widerwillig kommt er der Anfrage nach, bei "Hassos Herrchen - Finas Frauchen" als Chefredakteur zu beginnen und merkt mit Entsetzen, dass er sich damit beruflich nicht verbessert. Aber er hat nichts zu verlieren und pokert hoch. Seine Fragerubrik unter dem Pseudonym Mina R. machen ihn zum deutschen Hundeexperten und sein Leben nimmt unerwartet Fahrt auf...
| ISBN-10: | 3-641-04970-9 |
|---|---|
| EAN: | 9783641049706 |
| Erschienen: | 09.2010 |
| Verlag: | Tag & Nacht |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 352 |
| Erschienen bei: | Tag & Nacht |
| Spieldauer: | 370 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Seit 1995 betreibt der Tierpsychologe Martin Rütter das Zentrum für Mensch mit Hund. Seine Philosophie von "Dog Orientated Guiding System ? D.O.G.S." war der Vorreiter für gewaltfreie Hundeerziehung und Ausbildung von Mensch und Hund. Mittlerweile gibt es in Deutschland 30 Zentren für Mensch und Hund, die nach seiner Methode arbeiten. Der Hundeprofi Martin Rütter wurde am 22.Juni 1970 in Duisburg geboren. Er studierte Tierpsychologie an einer Privatakademie für Tierheilkunde in der Schweiz. In seiner Ausbildung arbeitete er in Wolfaufzuchtstationen und auch mit Dingos in Australien. Seine Fähigkeiten liegen nicht nur in der Ausbildung von Blindenführ- und Rollstuhlbegleithunden, er wurde vor allem für sein Engagement den Tieren gegenüber und dem Hundetraining von verschiedenen Fernsehsendern gern als Berater bei Dokumentationen und auch Tiershows hinzugezogen. Erfolgreich wurden mit ihm Ratgebersendungen für die Beziehung zwischen Mensch und Hund produziert. Hierzu schrieb Rütter auch mehrere Bücher, die sich mit den Problematiken im Alltag und dem richtigen Verhalten gegenüber dem Hund beschäftigen. Neben der Tierwelt engagiert sich Martin Rütter privat für den Kinderschutzbund und fungiert als tierpsychologischer Berater sowie Gastreferent an Universitäten in Österreich und Deutschland.
von Antje Roschlau, am 02.05.2011
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von Meike Geuting, am 12.12.2010
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von Annedore Hirsch, am 15.11.2010
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Wie immer Chefsache (S. 2-5)
Und? Was wirst du machen?«, fragte Alex, der neben ihm her rannte. Es war ein Dienstag im März. Die Luft war an diesem Vormittag unerwartet kalt, aber sie roch nach Frühling und Aufbruch. »Ich weiß es nicht.« Mattes wusste es wirklich nicht. Sie befanden sich auf ihrer zweiten Runde um den See, und er hatte sich vorgenommen, bis zur Ankunft auf dem Parkplatz die Entscheidung über den weiteren Verlauf seines Lebens getroffen zu haben. Seit gestern Vormittag überlegte er daran herum. Leider begeisterten ihn die Auswahlmöglichkeiten nicht sonderlich.
Er fühlte sich wie mit Los Nummer 27 am Tombola-Tisch des örtlichen Schützenvereins, bei dem er sich zwischen gehäkelten grünen Topflappen mit Schützenverein-Emblem oder einem Zinnbecher mit Geweihprägung entscheiden musste. Nichts sah wirklich verlockend aus, und auf jeden Fall war alles weit entfernt vom Hauptgewinn. Es ging um eine Stelle. Er hatte zwar einen Job, aber als mehr konnte er seine tägliche Arbeit wirklich nicht bezeichnen, denn es war nicht annähernd das, was er sich beruflich als Ziel gesetzt hatte. Wenn er es genau betrachtete, konnte er es nicht mal mehr als eine Art Vorstufe sehen, denn Berichte über Goldhochzeiten und kleine Empfänge im Rathaus, die er als freiberuflicher Redakteur für das Stadtteilmagazin schrieb, waren nicht der direkte Weg zum Chefsessel der ZEIT, den er anstrebte.
Gleich nach dem Abi war er frisch und unbeirrt gestartet, aber der Weg erschien ihm inzwischen lang, und er hatte jetzt schon ziemlich viel Zeit knapp hinter der Startlinie vertrödelt. Am Ende lag aber immer noch das Ziel und wartete auf ihn – redete er sich jedenfalls ein. Alex grinste: »Wolltest du nicht immer Chefredakteur werden? Ich hör dich das seit zwanzig Jahren sagen.« »Ja«, sagte Mattes und versuchte ihn mit der Faust am Oberarm zu treffen. Alex wich lachend aus, bis Mattes es aufgab und stöhnte: »Ich wäre ein perfekter Chefredakteur. Aber doch nicht bei einem Hundemagazin! Sehe ich aus wie ein Typ, der seine Zeit beim Schäferhundverein verbringen will?«
Er kommandierte übertrieben laut und herrisch: »Sitz! Platz! Aus!!«, was ihm wegen der Lautstärke einige verwunderte Blicke anderer Parkbesucher einbrachte, und seufzte: »Ich bin der Mann für Politik, Sport und Kultur. Nicht für Dosenfutter und Hundekörbchen.« Sie fielen in ein langsames Tempo und blieben stehen, als sie am Bootssteg angekommen waren. »Warum nicht ein Hundemagazin?«, fragte Alex und machte ein paar Dehnübungen.
»Schlechter als das, was du jetzt machst, kann es nicht sein. Seit Sarah dich rausgeschmissen hat, baust du ab.« »Sie hat mich nicht rausgeschmissen, wir haben uns getrennt«, stellte Mattes richtig. Alex nickte: »Das kann ich gut verstehen. Erstaunlich genug, dass sie dich so lange ertragen hat. Aber jetzt bist du raus, und sie hat die Wohnung behalten. Im Gegensatz zu dir kann sie sich die auch leisten.« »Du redest schon wie sie«, sagte Mattes und richtete sich auf. »Ach, komm«, feixte Alex. »Mit deiner Hundeerfahrung bist du genau der Richtige für ein Hundemagazin.« »Einen verfressenen Hund zu haben bedeutet keine Hundeerfahrung.« »Ich mein doch nicht Mina, ich denke an Arco.«