Verbotene Wege
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Verbotene Wege

von Charlotte Link

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Weitere Artikelinformationen

Elisabeth Landale - aufgewachsen in behütetem Wohlstand - lernt durch Sir John Carmody die unüberbrückbaren Gegensätze ihrer Zeit kennen und auch die Liebe ... Ein mitreißender und genau gezeichneter Roman vor dem Hintergrund der Französischen Revolution!

Produktdetails

Verkaufsrang: 1.288
ISBN-10: 3-641-05182-7
EAN: 9783641051822
Erschienen: 20.06.2011
Verlag: Goldmann
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 576
Erschienen bei: Goldmann
Spieldauer: 787 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Charlotte Link

Charlotte Link ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Sie wurde 1963 in Frankfurt am Main als Tochter der Autorin Almuth Link geboren. Bereits mit 16 Jahren schrieb Charlotte Link ihr Debütwerk "Die schöne Helena", noch bevor sie ihr Abitur in Usingen absolvierte. Neben Spannungsromanen schrieb sie auch Gesellschaftsromane in englischer Erzähltradition. Viele ihrer Romane wurden verfilmt, wie die Werke "Sturmzeit", "Wilde Lupinen" oder "Die Stunde der Erben". Den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie Belletristik erhielt Charlotte Link 2004 für ihren Roman "Am Ende des Schweigens".Allein in Deutschland wurden bislang über 9 Millionen ihrer Bücher verkauft, sie sind in zahlreichen Sprachen übersetzt. Die aktive Tierschützerin engagiert sich bei der PETA für Straßenhunde in der Türkei und Spanien. Momentan lebt Charlotte Link mit ihrem Lebensgefährten und ihren Hunden in Wiesbaden.

Meinung der Redaktion Charlotte Link hat das Schreibtalent im Blut! An der Vielzahl ihrer Romane sieht man, wie produktiv sie ist und wie unterschiedlich sie schreiben kann. Und egal in welchem Genre, ob Krimi oder Gesellschaftsromane, die Bücher von Charlotte Link sind mitreißend und spannend.

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"Butchery Alley 1798 (S. 134-135)
1
Im Stadthaus der Sheridys in London drängten sich die Menschen. Eine unübersehbare Schar schwarzgekleideter Leute bevölkerte alle Zimmer und Salons, Gläser balancierend und leise redend. Kein lautes Lachen war zu hören, kein Schmuck zu sehen, kein aufdringliches Parfüm zu riechen. Jeder benahm sich so, wie es der traurige Anlaß, der sie hier zusammengeführt hatte, gebot: am Vormittag hatten sie Lord Phillip Sheridy beerdigt und waren nun gekommen, um etwas Kühles zu trinken und gemeinsam des Toten zu gedenken.
Lord Sheridys Tod hatte jeden, der davon erfuhr, erschüttert. Kein alter, kranker Mann war hier gestorben, dessen Ende man hätte ahnen und voraussehen können, sondern ein Mann in der Mitte seines Lebens, gesund, lebhaft und tatkräftig. Sein Tod war sinnlos gewesen und schmählich dazu, denn nicht vor dem Feind war er gefallen, wie es das Herz eines jeden Engländers begehrte, sondern eine Schiffsfahrt auf der Themse hatte ihn das Leben gekostet.
Während einer Feier auf dem Boot eines Freundes war er aus unerklärlichen Gründen plötzlich über Bord gestürzt und während der ungeschickten Rettungsbemühungen der anderen unter das Schiff geraten, so daß er, obwohl er schwimmen konnte, elend ertrank. Harriet, der es in der letzten Zeit so weit besserging, daß sie ihren Mann nach London hatte begleiten können, brach bei der Nachricht von seinem Tod völlig zusammen. Ein Arzt mußte gerufen werden, weil ihre Tochter Joanna Angst hatte, sie werde den Schock nicht überleben. Ihr gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich in wenigen Tagen bedenklich.
Dennoch wollte sie zunächst darauf bestehen, Phillips Leiche nach Norfolk zu bringen und ihn auf dem Familienfriedhof von Heron Hall beizusetzen. Es gelang Joanna nur mühsam, ihr diesen Plan auszureden. Sie machte ihr klar, daß der tote Körper in der glühenden Augusthitze völlig verwesen würde, ehe sie King's Lynn erreicht hätten, und daß außerdem Harriet selbst den Strapazen nicht gewachsen wäre. Harriet, schwach, elend und halb wahnsinnig in ihrer Verzweiflung, gab schließlich nach.
Es brach ihr fast ein zweites Mal das Herz, Phillip in fremder Erde bestatten zu lassen, wußte sie doch, daß ihn das beinahe mehr gekränkt hätte als der Tod selber. Weiß wie eine Wand und abgemagert stand sie die Beerdigung durch, auf Joanna und Cynthia gestützt, während Elizabeth daneben stand und den inzwischen achtjährigen George an der Hand hielt. Sie schaffte es danach kaum bis zum Haus zurück, wo sie im schwarzverhängten Wohnzimmer auf ein Sofa sank und dort mit starrem Gesicht die Beileidsbezeugungen über sich ergehen ließ, die ihr von den Trauergästen entgegengebracht wurden.
Ihre Freundin Viola saß neben ihr und wischte ihr hin und wieder mit einem Spitzentaschentuch über die Stirn. Hinter ihr stand Edna, die Zofe, bereit, jeden Gast rücksichtslos aus dem Haus zu weisen, wenn die Schwäche ihrer Herrin zunehmen sollte. Mehr noch aber als Harriet setzte die Hitze dieses Tages Joanna zu. Sie war in der letzten Woche ständig auf den Beinen gewesen, um diese Feier vorzubereiten. Die Anspannung ließ jetzt nach, und Müdigkeit überfiel sie.
Da nirgendwo mehr ein freier Stuhl zu finden war, ihre Füße sich aber weigerten, sie noch länger zu tragen, hatte sie sich einfach auf die oberste Treppenstufe gesetzt. Sie konnte von dort aus die ganze Halle überblicken, in der ein reges Kommen und Gehen herrschte. Sie entdeckte Cynthia, die neben ihrem Mann stand und mit einigen anderen Herren plauderte. Cynthia war, entgegen allen Erwartungen, ihre Ehe glänzend bekommen. Anthony Aylesham betrog seine Frau schamlos, aber die kümmerte sich nicht darum, sondern nutzte seine Schuldgefühle, sein Geld mit vollen Händen auszugeben und ein Leben in überwältigendem Luxus zu führen. Innerhalb dieser stillschweigenden Übereinkunft der Großzügigkeit verstanden sich die beiden wunderbar und lebten in schönstem Frieden."

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