Gretge. "mit Hexen verwandt, als Hexe verbrannt"

"mit Hexen verwandt, als Hexe verbrannt"

von Jürgen Hoops von Scheessel

Buch

Taschenbuch (250 Seiten)

2. Auflage

Sprache: Deutsch

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Gretge, "mit Hexen verwandt, als Hexe verbrannt" - das ist das 17-jährige Mädchen Margarethe Meinken aus Westeresch am Rande der Lüneburger Heide, dessen anrührende Geschichte in diesem Buch erzählt wird. Gretge wurde auf Grundlage eines Gutachtens der Universität Helmstedt der Hexerei für schuldig befunden und schließlich am 9. September 1664 in Rotenburg (Wümme) auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Der packende Roman stützt sich auf alle noch verfügbaren historischen Fakten des Falles einschließlich der erhalten gebliebenen Prozessakten. Jürgen Hoops von Scheeßel versteht es, die Welt des 17. Jahrhunderts vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen, und macht sich zum wortgewandten Biographen des kurzen Lebens von Gretge. Der Leser begleitet Gretge auf ihrer bewegenden Lebensgeschichte von der Taufe bis zu ihrem schrecklichen Tod auf dem Scheiterhaufen. Hoops von Scheeßel schildert eindrucksvoll und detailreich, wie Gretge den Verlauf des Hexenprozesses gegen ihre Mutter Mette, eine geborene Hoops, erlebt und dann ihren eigenen. Gretges Mutter begeht in ihrer Gefängniszelle, die sich nur wenige Meter von Gretges Zelle befindet, noch vor Ende des Prozesses gegen sie Selbstmord - was sie in den Augen der Beteiligten klar zur Hexe macht und auch den weiteren Prozessverlauf gegen Gretge beeinflusst. Was denkt, was fühlt ein 17-jähriges Mädchen in dieser ausweglosen Situation, umgeben von Menschen, die sie einerseits seit ihrer Kindheit kennen, die sie andererseits plötzlich als "Hexe" betrachten? Welche Hoffnung kann sie noch haben? Wie denkt sie über ihre Mitmenschen, die voller Eifer, Pflichtgetreue und juristischer Akribie an diesem so unmenschlichen - und dem Wesen nach absurden - Hexenprozess gegen sie arbeiten? Was empfindet sie gegenüber ihrem Henker, der sie für die von ihm vollstreckte mitleidlose Hinrichtung mitleidvoll mit dem Versprechen eines raschen Todes zu trösten sucht?

Produktdetails

ISBN-10: 3-8382-0039-X
EAN: 9783838200392
Erschienen: Oktober 2010
Verlag: Ibidem-verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. Auflage
Seitenzahl: 250
Länge/Breite: 211mm/149mm
Gewicht: 352 g
Reihe: Edition Noema
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Jürgen Hoops von Scheessel

Jürgen Hoops von Scheeßel wurde 1958 in Harburg geboren und wuchs in Scheeßel im Landkreis Rotenburg (Wümme) auf. Seine Ahnen im männlichen Stamm wurden im Kirchspiel Scheeßel 1536 erstmals namentlich erwähnt. Hoops von Scheeßel ist seit über einem Vierteljahrhundert als Genealoge, Chronist und Heimatforscher tätig. Seine Forschungen konzentrieren sich auf den Raum des ehemaligen Amtes Rotenburg, heute in etwa der Landkreis Rotenburg (Wümme). Der Autor hat seine Forschungsergebnisse aber nicht nur in wissenschaftlichen Monografien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern auch für seine historischen Romane aufbereitet.

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Kundenrezensionen

  • Herausragende Beschreibung eines Teiles unserer Zeitgeschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 14.02.2010

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Gratulation an den Autor dieses gelungenen
    Romans! Es ist ihm gelungen, einen Einblick
    in die Geschichte einer jungen Frau des
    17.Jahrhunderts zu geben!
    Als Hexe gebranntmarkt bekommt Gretge weder
    Beistand vom Volk noch von der Kirche.
    Alle sind sich einig! Jeder ist auf seinen
    Vorteil bedacht!
    Zur tatsächlichen Wahrheitsfindung trägt
    niemand bei.
    Es ist Herrn Hoops von Scheeßel gelungen,
    einen Roman voller Spannung und Dramatik
    zu verfassen über eines der dunkelsten
    Kapitel unserer Zeitgeschichte.

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  • Eine traurige Geschichte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 17.01.2010

    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Trotz des Wissens über den Ausgang der „Strafsache Gretge“ war die Lektüre des Buchs bis zu letzten Augenblick spannend.
    Jürgen Hoops von Scheeßel ist es gelungen, den Leser in die Gedankenwelt des 17. Jahrhunderts, kurz nach dem 30jährigen Krieg, hineinzuführen. Es kommen die Zwangsläufigkeiten der Handlungsfolgen aller beteiligten Parteien zum Ausdruck. Interessant war insbesondere das Desinteresse bei den richtenden Personen an dem Aufdecken einer Schuld der „Hexe“. Wichtiger waren ihnen die Einhaltung von Formvorschriften, das Absichern ihrer Handlungen als auch das Streben nach Beförderung nach einem erfolgreich abgewickelten Hexenprozess. Das Opfer, die Beklagte, hatte zu keiner Zeit eine Chance, als unschuldig anerkannt zu werden.
    Das Buch ist eine lohnenswerte Lektüre nicht nur für lokalhistorisch Interessierte. Auf den angekündigten Folgeband darf mit Spannung gewartet werden.

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