BuchhändlerInnen im Portrait

aus Wien

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Abteilung
Kinder- und Jugendbuch; Pädagogik
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Meine Rezensionen

  • Nicht ohne dich
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    Die Liebe in den Zeiten des Krieges...
    Rezension vom 19.05.2011
    Unbestritten, es gibt eine beträchtliche Anzahl an Jugendbüchern, die von menschlichen Schicksalen im Zweiten Weltkrieg erzählen.

    Ich bin immer sehr irritiert, wenn ich von meinen jugendlichen Kunden zu hören bekomme: "Nein, ich möchte nichts über den Zweiten Weltkrieg lesen, darüber haben wir in der Schule schon viel zu viel gesprochen!"
    Ich habe in diesem Alter die entsprechende Literatur verschlungen. Was war ich entsetzt über die unfassbaren Gräueltaten, was habe ich mit den Helden mitgefiebert, die sich auf verschiedenste Art gegen den Terror zur Wehr setzten oder einfach nur versuchten, zu überleben - und das alles ist wirklich geschehen, nicht auf einem fernen Kontinent, nicht in uralten Zeiten, sondern hier, bei uns, es ist erst einen Wimpernschlag her.

    Nun hat L.E. Wilson ein Buch geschrieben, das sich von den anderen mir bekannten Büchern des Genres ein wenig abhebt: sie hat die Liebe zwischen zwei jungen Menschen in den Vordergrund gestellt.

    Jenny und Raffi sind verliebt, es ist die erste große Liebe, und warum auch nicht, sie sind beide jung und sollten dieses Wunder einfach nur genießen!
    Doch Raffi ist Jude, und dieser Umstand bedeutet im Berlin der Vorkriegsjahre klarerweise: eure Liebe ist verboten.
    Stück für Stück zerbricht die Welt der beiden Jugendlichen, sie lernen Angst, Hunger, Tod und Gewalt kennen. Und trotzdem... in Jenny, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, erwacht eine ungeahnte Stärke. Sie lässt sich diese Liebe einfach nicht nehmen.
    Sie zögert keine Sekunde, als Raffi deportiert werden soll: sie versteckt ihn in ihrem Haus.

    L.E. Wilson wollte mit ihrer Geschichte denjenigen Menschen ihren Respekt zollen, die während der Kriegsjahre jüdische Mitbürger versteckten und sich somit ebenfalls in Todesgefahr begaben. Etwa 2000 Berliner Juden konnten auf diese Art vor den Nazis gerettet werden.

    Ich mag gerne glauben, dass nicht alle jungen Mädchen vom aktuellen Vampir-Hype benebelt sind und nichts anderes als die immer gleichen Romantic-Fantasy-Bücher lesen möchten. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, sowas mal zu lesen, aber... Glaubt mir, in DIESER Geschichte gibt es genügend Dramatik, Heldentum und Herz-Schmerz;
    und zu wissen, dass sich Geschichten dieser Art so oder so ähnlich viele hunderte Male in der WIRKLICHKEIT abgespielt hat, erhöht die Spannung umso mehr.

    Für romantische und kluge Leserinnen ab 14!




  • Kleine Eule ganz allein
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    Lieblingsbuch
    Rezension vom 19.05.2011
    Dieses Bilderbuch thematisiert die Ur-Angst aller Kinder und ihrer Betreuungspersonen (seien es Eltern, Großeltern, Patchwork-Eltern, ältere Geschwister, was auch immer): mein Kind ist weg – wo ist meine Mami, ich bin ganz allein!!!

    In diesem Fall ist es ein kleines Eulenkind, das im Schlaf aus dem Nest fällt und sich mutterseelenallein und völlig hilflos auf dem Waldboden wiederfindet.
    Der Wald ist groß und bedrohlich, und im Hintergrund lauern die Schatten unheimlicher Tiere.

    Doch bei näherer Betrachtung erweisen sich die anderen Tiere als neugierig. Die sind ja gar nicht böse!
    Das Eichhörnchen kapiert sofort, dass hier ein kleines Kind Hilfe braucht, und es bietet dem Eulenkind an, die Mami zu suchen. Da Eichhörnchen aber nun mal keine Eulen-Experten sind, kommt es zu einigen überraschenden Begegnungen mit anderen Tieren, die alles andere als Eulen-Mamis sind.
    Doch die Geschichte löst sich in Wohlgefallen auf, schon bald kann die Mami ihr Kind wieder in die Flügel schließen, und die kleine Eule hat vieles dazugelernt und neue, interessante Freunde gefunden.

    Die Handlung der Geschichte ist zeitlos, und Kinder können hier in geschütztem Rahmen lernen, sich mit einem angstbesetzten Thema auseinanderzusetzen.
    Die sehr eigenen eindrucksvollen Illustrationen sind wunderschön anzuschauen und machen das Buch zu etwas ganz besonderem. Mich haben vor allem die Farben der Illustrationen tief beeindruckt und fasziniert, ebenso wie die Kunst, die verschiedenen Emotionen der Tiere auf einfachste Weise und dennoch unmißverständlich darzustellen.

    Ich tippe darauf, dass „Kleine Eule ganz allein“ zum Lieblingsbilderbuch in vielen Kinderzimmern avancieren wird!
  • Piano Kids 1
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    Klavierlernen macht Freude
    Rezension vom 19.05.2011
    „Piano Kids“ ist der ideale Begleiter für angehende junge Klaviervirtuosen ab 6 Jahren. Das Heft ist durchgehend mit bunten und witzigen Illustrationen garniert und weckt in jedem Kind die Lust, gleich draufloszuspielen. Behutsam werden die Klavierschüler in die Kunst des Notenlesens eingeführt und wie nebenbei vermittelt die Klavierschule allerhand Wissenswertes zu Musikgeschichte und -theorie.
    Auch für Erwachsene, die sich trauen, ihren Traum zu verwirklichen und im fortgeschrittenen Alter ein Musikinstrument zu lernen, ist „Piano Kids“ ein hilfreicher Mutmacher.
    Die Freude am Musizieren steht immer im Vordergrund!
    Die Klavierschule ist in drei Schwierigkeitsstufen erhältlich, zusätzlich gibt es noch die passenden Aktionsbücher, um das Gelernte zu vertiefen.
  • Du bist der Rudelführer
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    Wirklich hilfreich
    Rezension vom 09.04.2011
    Cesar Millan ist der bekannteste Hundetrainer der USA, vergleichbar mit Martin Rütter hierzulande. Neben zahlreichen Prominenten aus dem Showbusiness berät Millan die First Family im Umgang mit dem „First Dog“ Bo.
    Millans Biographie, vom kleinen mexikanischen Jungen aus ärmlichsten Verhältnissen, später illegaler Einwanderer in den USA, nun weltbekannter Hundetrainer, ist schon eine spannende Geschichte für sich.

    Ich bin vor längerer Zeit im Internet auf Videos dieses „Hundeflüsterers“ gestoßen und war sofort fasziniert von Millans mühelosem Umgang mit Hunden.
    In den letzten Jahren hat sich in der Fachwelt die Einsicht durchgesetzt, sich in der Interaktion mit Hunden an den Verhältnissen im Wolfsrudel zu orientieren, ein Prinzip, das mir einleutet, und auch Millan folgt diesem Weg.
    Im Zentrum seiner Philosophie steht die ruhige, bestimmte Energie („calm assertive energy“), die der Rudelführer eines Wolfsrudels ausstrahlt. Diese Energie muss in der Mensch-Hund-Beziehung nun logischerweise der Mensch demonstrieren, ansonsten sieht der Hund sich gezwungen, die Rolle des Leitwolfes zu übernehmen, was in der Menschenwelt, in der unsere Hunde leben müssen, niemals funktionieren kann.
    Sobald wir unseren Hunden die richtigen Signale geben, und das nicht nur einmal, sondern kontinuierlich, nimmt der Hund bereitwillig seinen Platz im Rudel ein und alle sind glücklich.
    Klingt das zu einfach? Nun, es ist tatsächlich so einfach – allein die Umsetzung erfordert Einsicht, Konsequenz und Übung.

    Die Ergebnisse sprechen dann aber für sich – ich habe selbst mit verschiedenen Hunden geübt und bin überzeugt. Ein großer Vorteil ist es, dass Hunde zu 100% im Augenblick leben und keinen Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft verschwenden. Instabiles Verhalten des Hundes kann daher sehr schnell und nachhaltig geändert werden (vorausgesetzt, der menschliche Rudelführer verfällt nicht in frühere Verhaltensmuster).

    Millan beschreibt, wie viele Hundehalter in der westlichen Welt (unbewusst) ihren Hund als Lückenbüsser für ihr unausgeglichenes emotinales Leben hernehmen und dem Hund die Stellung eines Kindes, Partners oder Elternteiles zuweisen. Diese Vermenschlichung des Hundes ist dem Tier gegenüber unfair und führt unweigerlich zu Problemen.
    Die klare Botschaft des Hundeflüsteres lautet daher, dass zuerst einmal der Mensch sein Verhalten ändern muss, das Verhalten des Hundes ändert sich dann wie nebenbei.
    Millan bietet in seinen Büchern keine maßgeschneiderten Schritt-für-Schritt-Gebrauchsanweisungen; er fordert zur Selbsterkenntnis des Hundehalters auf und gibt so interessante Denkanstöße auch für den zwischenmenschlichen Bereich.

    Ein Gedanke noch zum Begriff „Rudelführer“: für viele Menschen hat dieses Wort, ebenso wie das Wort „Dominanz“, einen unangenehmen Beigeschmack. Dominanz verbinden wir sehr oft mit „Gewalt“, „Unterdrückung“, „Macht über andere“. Dies ist die menschliche Interpretation. In der Tierwelt ist ein Rudelführer jedoch kein machtberauschter Egomane, der seine „Untergebenen“ quält. Der Rudelführer hat stets das Wohl des gesamten Rudels im Sinne, und die anderen Rudelmitglieder fühlen sich in einem harmonischen Rudel nicht unterdrückt, sondern sicher und beschützt.

    Die vorgebrachte Kritik in den untenstehenden Rezensionen verblüfft mich ehrlicherweise: ich kann in den Ratschlägen von Cesar Millan nichts entdecken, was nicht hundegerecht oder gar gefährlich wäre, im Gegenteil.
    Mir helfen Cesars Ratschläge, die Beziehung zu den Hunden in meinem Leben noch mehr zu genießen und ich meine, den Hunden geht es genauso.

  • Steine, Federn, Muscheln
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    "Die Kunst ist die Schwester der Natur..."
    Rezension vom 06.04.2011
    Dieses wunderschöne Buch möchte ich allen ans Herz legen, die mit Kindern zu tun haben.

    „Wie kann ich die Kinder nur beschäftigen?“ Diese Frage taucht unweigerlich immer wieder auf, und der Ideenvorrat ist irgendwann erschöpft.
    Hier kann „Steine Federn Muscheln“ echte Abhilfe schaffen!
    Den beiden Autoren (sie sind Eltern und Biologen) ist es ein echtes Anliegen, in Kindern die Lust auf Aktivitäten in der freien Natur zu wecken, ihre Fantasie, Kreativität und ihren Forschergeist anzuregen, und das alles mit Material aus der Natur selbst und einfachsten Werkzeugen.
    Ein vielfältiges Programm quer durch die Jahreszeiten wird vorgestellt: Wildbienen-Nisthilfen, Osternest aus Weidenzweigen, Totempfahl mit Familienwappen, Malen mit Erdfarben, Strandkunst und Schneekunst und vieles mehr. Nebenbei erfahren die Naturkünstler Wissenwertes zu Fauna und Flora. Sehr hilfreich ist die Einteilung der einzelnen Projekte in „spontane“ oder „geplante“ Naturkunst, mit oder ohne Fremdmaterialien.
    Und das Schöne – es geht hier immer um das „Tun“ selbst, Bewertungen wie „richtig“ oder „falsch“ haben in der Naturkunst keine Bedeutung!

    Es ist sicher kein Geheimnis, das wir Zivilisationsbürger unserer alltäglichen aufreibenden Lebensweise bewusst Zeiten der Ruhe, der Erholung und der Entschleunigung entgegensetzen müssen. Das gilt selbstverständlich und gerade auch für unsere Kinder, die den vielfältigen und oft verwirrenden Einflüssen des modernen Lebens schutzloser gegenüberstehen als wir Erwachsenen.
    Das gemeinsame Abenteuer in der Natur, das gemeinsame Arbeiten an einem Kunstwerk, schafft intensive Nähe-Erlebnisse und schenkt den Kindern etwas von dem vielzitierten „Bullerbü“-Gefühl.

    Beim Durchblättern wecken die originellen Ideen und die wunderschönen Abbildungen auch in Erwachsenen sofort den Wunsch, gleich hinauszugehen und sich schöpferisch zu betätigen.

    Ich wünsche diesem besonderen Buch, dass es als Inspirationsquelle für viele künftige Naturkünstler dienen möge!

  • Die Verlorenen von New York
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    Das Ende unserer Zivilisation
    Rezension vom 06.04.2011
    „Die Verlorenen von New York“ ist eine Variation von Susan Beth Pfeffers höchst erfolgreichem Jugendroman „Die Welt, wie wir sie kannten“.
    Das Einstiegsszenario ist dasselbe: ein Asteroid trifft auf den Mond und ändert dessen Umlaufbahn, mit fatalen Folgen für die Bewohner unseres Planeten. Es kommt zu Flutkatastrophen, Tsunamis, Vulkanausbrüchen.
    Der 17jährige Alex aus New York City ärgert sich zunächst über die Stromausfälle und begreift erst nach einigen Tagen den Ernst der Lage: seine Eltern sind beide vermisst – sein Vater war zu Besuch bei Verwandten in Puerto Rico, seine Mutter am anderen Ende von New York an ihrem Arbeitsplatz.
    Tage vergehen ohne ein Lebenszeichen von Mutter oder Vater.
    Unvermittelt ist Alex nun für seine beiden jüngeren Schwestern verantwortlich. Alex ist ein intelligenter und besonnener Junge, doch er gelangt bald an seine Grenzen: die Nahrungsmittel werden immer knapper, die Stadverwaltung bricht nach und nach zusammen, New York ist dem Chaos preisgegeben. Alex muss vollkommen allein auf sich gestellt lebenswichtige Entscheidungen treffen. Und die Lage wird immer hoffnungsloser...

    Wie sein Vorgänger ist „Die Verlorenen von New York“ ein fesselnder Jugendroman, der dazu einlädt, sich mit der zeitgemäßen Endzeit-Thematik auseinanderzusetzen, sich eigene Gedanken zu machen, mit anderen über die Gegenwart und Zukunft auf unserer Erde zu diskutieren.