Rezensent im Portrait
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Wunderbare Persiflage auf Romys SissiRezension vom 24.02.2012Diesen Film kann man natürlich kontrovers beurteilen. Ich möchte für ihn dennoch eine Lanze brechen.
Für die Fans der Sissi der späten 50er Jahre ist der Bully Herbig-Streifen natürlich eine Provokation. Und auch Bully-Herbig-Fans müssen sich an das Stilmittel des Animationsfilms vielleicht erst gewöhnen.
Wenn man das alles "schluckt", kann man sich mit dem Streifen durchau anfreunden: Es ist eine liebevolle, durchgedrehte Persiflage auf die nicht minder realitätsfernen Romy Schneider Streifen der 50 er Jahre.
Todkomisch vom ersten Dialog "Lissy - Franzl - Lissi - Franzl - Lissi" an. Auch das Original hatte dialogmäßig kein höheres Niveau - hier aber wird das gnadenlos auf die Schippe genommen bis hin zum Knalleffekt "Es lebe die Bürokratie".
Der Inhalt: Sorry, Leute, darauf kommet es doch nur am Rande an. Klar: Völlig durchgeknallte, teilweise sinnentleerte Handlung. Es geht Bully hier um die satirische Auseinandersetzung mit dem (kitschigen) Original und die trifft meist voll ins Schwarze.
Wunderbar gezeichnete/überzeichnete Charaktere und zwar im doppelten Sinne: Auch die grafische Umsetzung gelang perfekt! Gelungen auch die die sprachliche Umsetzung, insbesondere die Dialekte von Herbig, Kavanian und Tramitz.
Wichtig: Ein Film, der sich nicht ernst nimmt und auch nicht ernst genommen werden will - im Gegensatz zum Original.
Vieles von Herbig mag ich eigentlich nicht. Da auch die Qualität der Bluray in Bild und Ton keine Wünsche offen lassen: Bully 5 Points!! -
Guter Querschnitt einer großartigen BandRezension vom 25.01.2012Man kann zweifellos über den Sinngehalt von Samplern diskutieren, wenn es nur 7 Studioalben aber bereits zwei solcher Best-of -Scheiben gibt. Wer die 7 Alben von Mr. Big bereits hat, kann auf die Zusammenstellungen natürlich verzichten, es sei denn, er braucht von den Jungs wirklich alles, also auch das bisher unveröffentlichte Material. Auf Big, bigger.. waren das immerhin 4 Songs, auf Deep cuts drei und hier ist mit Strike like lightning eine neue Nummer dabei.
Wenn es also gilt, das konkrete Album zu beurteilen, so darf man sagen, dass die CD einen repräsentativen Querschnitt über das Schaffen von Mr. Big gibt und daher für einen Einstieg bestens geeignet ist. Dies gilt sowohl in quantitativer Hinsicht, denn mit 17 Titeln ist die Scheibe bis zum Rand vollgepresst. Das Album zeigt die ganze Bandbreite des großen Könnens dieser Band über einen Zeitraum von 1989 bis zur Auflösung 2002. Daher uneingeschränkt zu empfehlen!
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Fast banal!Rezension vom 13.11.2011Keine Frage: Das Buch, das die politische Kultur in Deutschland spaltet. 90 % halten die Thesen von Sarrazin für richtig, 10 % verdammen ihn als politischen Brandstifter. Was sich im Übrigen grundsätzlich auch gar nicht ausschließt.
Warum sich unsere politische Klasse wider besseren Wissens in politischer Korrektheit überbieten wollte und eine Hetzjagd auf den Autor veranstaltet und ihn aus Amt und Würden vertrieben hat, inzwischen aber von Gabriel bis Seehofer dem Ex-Bundesbanker zeitweise alles populistisch nachplapperte, wird ein Rätsel bleiben oder bedarf intensiver soziologischer Untersuchung.
Dabei ist es recht einfach: Sarrazin spricht (weitestgehend) die Wahrheit aus.
Wenn man dem Buch etwas vorwerfen will, dann dass hier eigentlich offensichtliche Banalitäten in epischer Breite und in ständiger Wiederholung ausgebreitet werden.
Ja, es ist offenkundig, dass Deutschland bei 1,4 Geburten pro Frau einen erheblichen Bevölkerungsschwund hinnehmen muss.
Ja, es ist richtig, dass ein rohstoffarmes Land wie Deutschland den technischen Standard unserer Industrie (und damit unseres Wohlstandes) nur über Innovation und daher Bildung halten kann.
Und es ist offenkundig, dass dies nicht durch Einwanderung sog. bildungsferner Schichten (Sarrazin) aus den von ihm kritisiertem Kulturkreis kompensiert werden kann, sondern dass Einwanderung gesteuert werden muss, wie dies in anderen Einwanderungsländern auch geschieht.
Daneben liegt er offensichtlich, wenn er (und hier geht sein an sich gesellschaftskonform pro-jüdisches Bekenntnis zu weit) Ethnik und IQ auf eine Linie bringen will.
Sarrazin belegt seine Thesen durch umfangreiches statistisches Material, das einer wissenschaftlichen Prüfung jedenfalls in den meisten Fällen stand halten dürfte.
Da das Buch ausgesprochen sachlich formuliert ist, verwundert das mediale und politische Echo, bzw. zeigt, wie lang die Schatten der Vergangenheit sind. In jedem anderen europäischen Land wäre dieses Buch wohl eher achselzuckend hingenommen worden.
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Back to the rootsRezension vom 13.11.2011Mr.BIG sind back. Endlich. Ein ganzes Jahrzehnt nach ACTUAL SIZE mit Richie Kitzen und geschlagene 16 Jahre nach HEY MAN, der letzten Scheibe in Orginalbesetzung mit Paul Gilbert, Pat Torpey, Eric Martin und Billy Sheehan. Für Mr.Big-Fans eine Ewigkeit.
Mr. Big sind zurück und zwar musikalisch dort, wo sie mit dem Erstling Mr. BIG 1989 begonnen hatten. Hard Rock ohne Kompromisse in technisch gewohnter Perfektion. Nicht umsonst gilt Paul Gilbert als einer der besten seines Fachs, Billy Sheehan ist vom Guitar magazine schon mehrfach zum besten Rock-Bassisten gewählt worden und hat das Two-hand-tapping auf dem Bass salonfähig gemacht. Pat Torpey an den Drums sehr präzise und mannschaftsdienlich überlässt die technischen Acts den Jungs an Bass und Gitarre. Eric Martins Rockstimme wirkt jedenfalls im Studio (Back to Budokan hörte sich das in den Höhen teilweise nicht so gut an) durchaus variabel und voll auf der Höhe.
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Mr. Big vermeiden es, sich kommerziell anzubiedern. Bei Bump ahead wurde noch versucht, dem Publikumsgeschmack zu frönen und einen balladenhaften Nachfolger für den Nr. 1-Hit To be with you zu kreieren. Nichts davon auf dieser Scheibe: Hier wird konsequent durchgerockt mit voller Power als gäbe es kein Morgen! Beginnend mit dem dynamischen Undertow bis zum Bonustrack.
Mein persönlichen Anspieltipps, die Tracks 8: All the way up sowie Nr. 3 Stranger in my life mit schönem Harmoniegesang, wo die Bandmitglieder zeigen, dass nicht nur Eric Martin Stimme hat. Natürlich der dynamische Coversong Undertow und insbesondere Nr. 7 As far as I can see, in dem die Band ihr ganzes Können zeigt: Wunderbare Bassläufe, exaktes Zusammenspiel von Gitarre und Bass, perfekter Harmoniegesang und volle Dynamik genial!
Schade dass die Mr.Big-Reunionshymne Next time around nicht mit dabei ist.
Leider, leider wird auch diese Scheibe der meiner Meinung nach völlig unterschätzten Band wieder kein Verkaufsschlager (außer in Japan). Aber wer auf technisch brillantem Hardrock steht, macht mit dem Kauf sicher nichts falsch.
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Luftige Komödie zu einem ernsten ThemaRezension vom 13.11.2011Dino Fabrizzio ist Vorzeigeitaliener, gut aussehend, gepflegt, charmant, ein erfolgreicher Geschäftsmann in der Autobranche. Wegen seines Charmes gehen bei ihm die Maseratis weg wie warme Semmeln und der Chefposten ist in greifbarer Nähe. Doch Dino hat sich seine Identität fabrizziert, denn in Wirklichkeit ist er algerischer Einwanderer und heißt Murat Ben Saoud.
Seiner ebenfalls in Frankreich lebenden Familie spielt er vor, dass er einen Chefposten in Rom bekleide, seiner Freundin Hélène, dass seine Familie in Italien lebt. Der Konflikt ist unvermeidbar, als sein Vater ihn nach einem Herzinfarkt bittet, für ihn den Ramadan zu begehen. Der Spagat zwischen Schein und Wirklichkeit wird immer schwieriger und steuert schließlich auf die (zu erwartende Katastrophe) zu.
Am Ende findet Dino/Murat aus der Verstrickung seines Lügengebäudes heraus zu seiner wahren Identität.
Olivier Baroux gelingt es die ernste Problematik, vor der viele arabisch-stämmige Einwanderer stehen (Probleme bei Arbeits- und Wohnungssuche, soziale Integration) in eine luftige Komödie zu verpacken. Der Film bietet viel Situationskomik, ohne in Klamauk abzugleiten. Die Hauptrolle ist mit Kad Merad, der aufgrund seiner Abstammung aus Algerien einiges Autobiographische einfließen lassen kann, bestens besetzt.
Dass diese Komödie nicht alle Probleme anpacken kann, ist klar: Fast alle Charaktere sind daher so genannte Gutmenschen, weder auf arabischer noch auf französischer Seite gibt es Personen, die Autos anzünden oder den Schlagstock raus holen.
Insgesamt ein vergnüglicher, nachdenklicher, gelungener Film zu einem schwierigen Thema.
Bild und Ton nicht zu bemängeln
Sprachen und Untertitel sowie das Bonusmaterial eher dürftig.








