BuchhändlerInnen im Portrait

aus Neuss
- Gesamte Rezensionen
- 476 (ansehen)
- Alter
- 49 Jahre
- Abteilung
- Gute Unterhaltung
- Lieblingsautoren
- Helmut Krausser, Peter Stamm, David Nicholls, Michel Birbaek, Haruki Murakami, T.C. Boyle, Joe.R. Lansdale, Robert Crais, Jo Nesbo, Martin Suter, Frad Vargas, Leon de Winter, Matt Ruff, Ian Rankin, John Hart, Kinky Friedman und so viele mehr....
- Im Beruf seit
- 1994
- Das beste Buch aller Zeiten
- Entdecke ich immer wieder neu...
Meine Favoriten
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Laut Tom Tykwer "das beste Krimipornomelodram aller Zeiten". Ich schließe mich an. mehr
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Faszinierend. Abstoßend. Brutal. Diskussionswürdig. mehr
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Krimi mit gesellschaftlichem Sprengstoff. mehr
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Winslow schreibt einfach supercoole Krimis. San Diego, ich komme... mehr
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Eins der wenigen Bücher, das ich zweimal hintereinander gelesen habe. mehr
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Archaisch, apokalyptisch und sprachgewaltig! mehr
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Einfach nur brilliant. Schräg, witzig und wunderschön! mehr
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Das mit Abstand schönste Buch des Jahres 2011! mehr
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Krimigott aus dem staubigen Texas. Hardboiled und zum Brüllen komisch! mehr
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Eins der abgedrehtesten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Genial. mehr
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Ein Album von unendlicher Schönheit...Rezension vom 03.11.2012Beim wiederholten Hören dieses neuen, zweiten Albums von 'The XX' muß ich immer wieder an Rilke denken: wohlklingend und von unendlicher Tiefe, geschliffen mit Samttüchern, poliert mit der Wärme des Herzens. Das fertige Produkt nur Metaebene eines Prozesses, in dessen Entstehung man sich verlieren kann.
Fragil. Und trotzdem kraftstrotzend. Harmonisch. Entstanden aus Disharmonie. Treibend. Trotz der Statik des Gefühls. Herbstmusik. Geboren im Frühling, gegoren im Sommer.
Auch 'The XX' haben ihre Wurzeln in den Achtzigern. Allerdings sind sie keine Replikanten, wie so viele andere Bands. Sie haben ein Gefühl musikalisch weiterentwickelt. Ein Lebensgefühl. Entwicklung und Aussage durch Reduktion. Auf das Notwendigste. Schönheit geboren aus dem Urknall. -
Der Rastlose...Rezension vom 03.11.2012Philippe Djian ist inzwischen 63. Französischer Kult-Autor mit Attitüden. Dies aber immer schon. Schon nach seinen letzten Romanen und erst recht nach 'Die Rastlosen' entdecke ich eine extreme Verwandschaft zu einem amerikanischem Kollegen: Philip Roth. Variationen eines Themas, Alter, Sex, Sterblichkeit. Kühl, rational und intellektuell bei Roth, fiebernd, derbe und bauchgesteuert bei Djian.
Wäre man böse, könnte man behaupten, Djian litte seit 20 Jahren an einer Midlifecrisis. Ist man ihm wohlgesonnen, so folgt man seinem sprachlichen Abtasten der männlichen Psyche mit der Taschenlampe.
Kam das griechische Drama noch mit drei Akten aus, brauchte das moderne schon fünf. Jeder neue Roman Djians ist ein neuer Akt im gleichen Stück. Manchmal ist er etwas ermüdend, aber doch immer interessant und lesenswert. Wir sind noch lange nicht beim letzten Akt! -
Wäre Jack Reacher Engländer, - er hieße schon längst 'Sir Jack'...Rezension vom 03.11.2012Wäre mir Jack Reacher nicht so ungeheuer sympathisch, folgte jetzt eine Litanei über Stereotypien und Trivialität. Kommt aber nicht. Wozu auch. Spätestens nach dem dritten Reacher, weiß jeder Leser, was ihn erwartet. Wußte man bei Jerry Cotton auch. Was bleibt: Leave it or love it. I love it!
Knackig, spannend, schnell. Man muß nicht nachdenken, nur der Geschichte folgen. Ein bisschen wie Achterbahn fahren. Rasanter Nervenkitzel mit dem Wissen, dass die Fahrt (meist) gut ausgeht. Und kaum angekommen, möchte man sofort wieder einsteigen. Adrenalinkick pur. In einem Jahr kommt der nächste Reacher - so sicher, wie das Amen in der Kirche. Ich warte. Gern.
P.S.: Lee Child begann mit Satzkonstruktionen, die so karg waren wie das Innenleben seines Helden. Subjekt, Objekt, Prädikat. Inzwischen schleichen sich Relativsätze in seine Romane...Wird Jack doch älter? Weiser? Weicher? Gruselige Vorstellung... Lee, laß sie weg! Jack kommt mit Zahnbürste und Kreditkarte aus. Also auch ohne sprachliche Mätzchen! -
Welcher Mann möchte Grace McBride nicht näher kennenlernen?Rezension vom 17.10.2012Die heutigen Erfolgsgeschichten im Kriminalliteraturbereich schreiben die, die wiedererkennbare Figuren/Stoffe darreichen. Ok, das hat schon A.C.Doyle gemacht und auch Herr Simenon wurde dessen nicht müde. Thomas Manns 'Buddenbrooks' haben allein den Fehler, dass sie 600 Seiten zu lang sind. Bzw. zuviel auf einmal. Machen wir uns einfach bewußt, warum wir lesen, was wir lesen. Sicherheit und Bequemlichkeit sind wie Chips und Schokolade. Gezielt eingesetzt wunderbar. Im Übermaß machen sie träge und fett.
Also: Die Monkeewrenchromane sind meine Orange-Zartbitter-Romane. Immer lecker. Gut zu verdauen. Und vor allem ist Grace McBride meine Orange. Man weiß nie, ob sie sauer oder süß ist, eventuell sogar gespritzt.Klar, Magozzi und Rolseth sind ein unverwechselbares Gespann, die bei ihren Fällen immer wieder Unterstützung durch illustres Monkeywrench Personal erfährt. Aber mal ehrlich: Wen interessiert der Fall, wenn wir doch nur wissen wollen, ob Magozzi und McBride nicht doch noch glücklich miteinander werden können?
Herrliche Soap!! -
Die Liebe ist ein merkwürdiger Zustand...Rezension vom 17.10.2012Wolf Haas ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Von seinem Privatdetektiv Brenner sind wir das gewöhnt, ist doch dessen zweiter Vorname 'Skurril', sein dritter 'Sperrig'. Und er hat noch viele weitere...
Lassen Sie sich von dem Titel des Buches nicht verwirren - es ist keine Antithese zu dem unsäglichen 'Shades of Grey', es ist ein Zitat aus dem Text, hinter dem sein Autor ständig genauso gewitzt hervorblinzelt wie auf dem Cover. Haas spielt ein Spiel mit der Liebe, mit Gefühlen unter voller Ausschöpfung aller semantischen und textstrukturellen Möglichkeiten. Das hat ihn schon immer sperrig gemacht, er ist nie Fast-Food, sondern immer Slow-Food, die man besser Stück für Stück genießt, schluckt und verdaut, bevor man die nächste Gabel nimmt.
Meine Vorstellung: Haas wollte (aus welchen Gründen auch immer) ein intelligentes Sachbuch zum Thema Liebe schreiben, doch an der Schreibmaschine gingen immer wieder die Gäule des Romanciers mit ihm durch. Oder andersherum. Entscheiden Sie selbst. Intellektuellen Kitzel bietet es genauso wie Dauergrinsen bei gerunzelter Stirn. -
Schalten Sie Samstags um 19:15h den Fernseher aus und lesen dieses Buch!Rezension vom 01.09.2012"Gehorchen lernen"... Da sträuben sich doch ersteinmal die Nackenhaare all derer, die planen, einen Hund bei sich aufzunehmen, einen Welpen haben oder nach einem Jahr bemerken, dass ihr Hund zwar süß und lieb ist (wenns ihm paßt!), aber nicht wirklich erzogen... Also ab in die Buchhandlung und ratlos vorm Regal mit unterschiedlichsten Erziehungsratgebern. 723 verschiedene Herangehensweisen an ein Problem, - und jetzt?? Hand aufs Herz: Wer kennt das nicht?
Sie müssen noch einen Monat warten, bevor Sie die ultimative Fibel für den Hund mit nach Hause nehmen können. Bis dahin können Sie Sonntags an den Rhein in Düsseldorf kommen und Dirk Lenzen und seinem Team einfach mal 'aufs Maul schauen'. Faszinierend. Faszinierend einfach. Das Buch ist wie sein Verfasser. Faszinierend logisch, konsequent und authentisch. Und das auch noch extrem unterhaltsam.
Ich kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass bisher alles, was uns Menschen und Hundehaltern (die nämlich erzieht er - nur nebenbei den Hund) beigebracht wurde, im Alltag bestens funktioniert. Mein Hund hat weder Angst noch Neurosen. Ich hatte Angst, ihm das Herz zu brechen. Komischerweise knuddelt er noch lieber mit mir rum, erwartet aber weiterhin gespannt neue Trainingseinheiten.
Ich konnte selbst erst 20 Seiten aus dem im Oktober erscheinenden Buch lesen, - grosses Vergnügen, schmunzelnd und nachdenklich. Hilfreich und informativ. Ich behaupte im vollem Besitz meiner geistigen Kräfte, dass Sie kein anderes Buch brauchen, um ein zufriedenes und glückliches Leben mit ihrem Hund führen zu können. Spätestens im Oktober treffen wir uns vor dem Ratgeberregal in unserer Buchhandlung! Oder am Rhein?
Unser Labrador Wilma richtet Grüße aus, Herr Lenzen, und freut sich schwanz- und po- wedelnd auf Sonntag! Gehorchen ist ihr inzwischen eine große Freude. (Ok, noch nicht immer - aber immer öfter).
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Pageturner der ExtraklasseRezension vom 20.08.2012Franck Thilliez versteht sein Handwerk. Spannend, kurzweilig, ein brisantes Thema aufgreifend, Geschichte und Gegenwart verbinden und ein Schuß Beziehungskiste...voila: heraus kommt ein knackiger Thriller, der dieses Etikett auch verdient!
Geschickt mixt er cineastische Hintergründe, Verschwörungstheorien und bizarre Morde zu einem erfrischenden Krimicocktail. Herr Grangé lässt laut grüßen. Aber da er nicht nur abkupfert, hat er einen abwechslungsreichen und tiefgründigen Thriller vorgelegt, der zwar nicht die tektonischen Platten der Kriminalliteratur verschiebt, indes aber die hungrigen und gierigen Mäuler der Spannungsstoffabhängigen ordentlich befriedigt!
Zudem malt Thilliez nicht schwarzweiß: seine Figuren sind gebrochen - auch wenn das gerade eine sehr moderne Marotte ist, bei der man als Krimileser genau aufpassen muß, was echt und was gewollt ist. Thilliez nehme ich es ab, hier und da wirkt es aber etwas aufgesetzt. Sprachlich bleibt er aber sauber:
"Sich die Seele aus dem Leib kotzen im Angesicht des Grauens, zu dem Menschen fähig waren. Doch jedes Mal schluckte sie einen unsichtbaren Köder. Einen Haken, der die Kehle und das Innere aufriss, von dem sie sich aber nicht befreien konnte."
Manchmal etwas hölzern, - trifft aber mit voller Wucht den Punkt. -
Hier nimmt jemand den amerikanischen Alltag sehr genau unter die Lupe...Rezension vom 06.06.2012'God's Pocket' war mein erster Roman von Pete Dexter. Es wird nicht der letzte gewesen sein. Und aufgrund der wundervollen Covergestaltung von liebeskind habe ich mir sofort alle anderen Hardcover dieses großartigen Chronisten bestellt...
Krimi noir? Nicht wirklich. Alltag noir? Schon eher. Letztendlich erinnert diese Art des Schreibens mich sehr an Größen wie Carver, Moody und auch Roth. Nein, man gleitet nicht durch diese Literatur, sie ist aber auch keineswegs sperrig. Hier wird sehr genau beobachtet, äußerst präzise beschrieben. Das eigentliche Geschehen mit Innenansicht(en) unterfüttert. Und genau diese machen das Buch so lesenswert!
Vielmehr als um den Tod des Tunichtsgut Leon Hubbard, geht es darum, die Verschiebungen und Erschütterungen, die dieser auslöst, aufzuzeigen. Es geht um menschliche Schicksale, zerbrechende Ehen, mafiöse Strukturen eines Großstadtviertels und das Aufzeigen von Menschlichkeit unter eher unmenschlichen Vorzeichen.
Bei Dexter ist kein Wort zu viel aber auch keines zu wenig. Dieser Roman ist auf den Punkt, al dente sozusagen. Schwer beeindruckt habe ich wieder eine neue Facette des Noirromans kennengelernt!
Ein Mann (nicht fehlerfrei!) über seine Frau:
"Er hatte sie besser gekannt, als er sie noch nicht kannte.
[...]
Am folgenden Morgen packte er seine Siebensachen und nahm den Zug nach Palatka, Florida. Er war überrascht, dass alles in genau dieselben zwei Stoffbeutel passte, mit denen er auch eingezogen war. Er dachte, nachdem er verheiratet gewesen war und in einem Haus gelebt hatte, hätte es irgendwie mehr sein müssen."
Falsch gedacht...Das Leben ist ein merkwürdig Ding... Wenn wir Glück haben, wird es so wie hier, brillant nachgezeichnet. -
Danke, Microsoft!Rezension vom 05.06.2012Wer hätte gedacht, dass ich je der dunklen Seite der Macht danken würde? Dem Darth Vader des neuen Zeitalters meinen Tribut zollen sollte? Nun, irgendein Mitarbeiter der Marketingabteilung beschloss, 'Too Late' von Alex Clare zum werbemäßigen Stimmungseinpeitscher für den neuen Explorer zu machen...und siehe da...die mediale Macht plötzlich mit ihm.
Ein großartiges Lied allein reicht heutzutage bei weitem nicht mehr, Gehör zu finden. So dümpelte Clares Album " The Lateness Of The Hour" in den Niederungen der britischen Charts, bevor Microsoft, dann Youtube und jetzt die Welt auf ihn aufmerksam wurde. Gottseidank.
Eine großartige, eigenständige Soulstimme, die genauso hätte Singersongwriting hätte werden können, gepaart mit Bigbeat, ergibt eine neue, schöne und interessante Mischung, die meine Ohren auf Spock-Größe anwachsen ließ. Kann man laut beim Wohnungsputzen laufen lassen, kann man aber auch intensiv und konzentriert anhören. Sehr abwechslungsreich (gerade entdecke ich, dass auch der der Herr Jamiroquai aus dem Mitteltöner lugt...). Jeder nehme sich, was er gerade braucht. Ist alles drin! Definitiv eines der interessantesten Alben des Frühjahrs!
(Dank an C. Oertel für das Hinstellen dieses trojanischen Pferdes!) -
Sallis sitzt im Olymp des Noir und raucht sich eine...Rezension vom 25.05.2012Sallis, einer der alten Haudegen des amerikanischen Noirs, lugt jetzt auch als Taschenbuch aber immer noch in Schwarz/Weiß aus den irre bunten Stapeln der Krimineuerscheinungen hervor. Trocken, abgeklärt und doch eben immer noch interessant, weil erdig, wertvoll und literarisch.
Der Kriminalroman der alten Heroen liest sich anders als die High Gloss Gemetzelorgien der modernen Berufsschreiber, die meist nur Geisterfahrer des Krimigenres sind (mit Ausnahmen !). Sie bieten Genuß pur. Sind wie 20 Jahre alter Rotwein. Sie machen Freude aber benötigen auch eine feine Zunge. Des Geschmacks. Der Wahrnehmung. Der Gedankenarbeit. Nichtsdestoweniger unterhalten sie. Und letztendlich besser als alles andere.
"Und wenn die Freunde gegangen waren, wenn Cassoulet, Salat und Brot gegessen waren, dann gab es immer noch einen warmen Herbstabend, erfüllt mit Sternen und dem Geruch und den Geräuschen des Lebens, ein letztes Glas Wein oder eine letzte Tasse Tee, immer der Mond dort oben, grinsend, als kenne er die Pointe. "
Gerade alle Sallis gebunden bestellt. Wertanlage im besten Sinne. Fürs Regal und fürs Hirn.(Ob Murakami Sallis gelesen hat? Ich könnte es mir vorstellen ! Aber die zwei Monde sind eh schon lange auf meinem Arm tätowiert.)
























