Kaiserschnitt
von
Thomas Zörner, am 30.05.2011
0
von 0
Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das Album des Jahrzehnts. Zumindest meint das Fräulein GaGa selbst über ihren neuesten Output. Hat sie damit auch recht? Naja, das Jahrzehnt ist noch recht jung, aber ein richtig gutes Album ist ihr auf jeden Fall gelungen.
Die beste Nachricht gleich vorweg: die Kanten sind zurück. Nachdem Fame Monster dem Erstling doch recht nachhumpelte, da es gar zu rund geworden war, entdeckt die junge Dame glücklicherweise wieder ihre Liebe für kantige Popmusik. Bereits der Opener klingt kein bisschen nach konventioneller Popmusik. Low-Fi Beats treffen, im Refrain, auf Overdrive. Da geht die Post ab, dass es eine Freude ist. Ebenso bei der schon bekannten Single Born This Way. Für GaGa Verhältnisse beinahe fröhlicher Klang, mit starkem Ohrwurmrefrain, sowie guter Message. Mit Government Hooker zeigt sich die Italienerin dann wirklich von ihrer kratzigen Seite. Dass dieser Song jemals im Radio laufen wird, wage ich zu bezweifeln, zu kompliziert ist das Konzept, zu gewagt der Text. Gefällt aber als Experiment trotzdem gut. Mit Judas folgt das erste richtig große Highlight. Ebenfalls eine Singleauskopplung überrascht die Nummer mit Dubstep Beats in den genialen Strophen und großem Popchorus. Americano geht wieder experimentellere Wege, beginnt mit mexikanischern Trompeten, um sich dann zu steigern, zu einem elektrolastigen Song über die amerikanische Einwanderungspolitik. Thematisch brisant und musikalisch interessant. Mit Hair gibt es gleich Single Nummer 3 und die erinnert teils gar an Queen. Aber vor allem besticht der Song durch seine positive Aura. Dass sich ein Titel namens Scheiße auf die CD verirrt hat, wundert schon beim Lesen der Tracklist. Zwar meint die Sängerin noch I dont speak german, but I can if you like, doch was sich dann abspielt, hat mit Deutsch wenig zu tun. Und auch das Booklet ist wenig aufschlussreich, bei dem was da gebrabbelt wird. Egal, denn bei Scheiße steht sicher nicht der Text im Vordergrund, sondern der Beat und der weiß extrem zu gefallen. Bloody Mary wird das erste Mal etwas ruhiger, das ist nach so viel Partymucke auch ganz angenehm. Black Jesus + Amen Fashion ist einer der Songs, die nur auf der Special Edition enthalten sind, und, dass das Lied eine B Seite ist, ist auch verständlich, denn wirklich haften bleibt davon nichts. Ebenso Bad Kids, das zu den schwächeren Nummern gehört. Fashion of Love wird vor allem Fans von 80er Disco begeistern und auch Highway Unicorn fährt auf dieser Schiene. Heavy Metal Lover, hat mit Metal eigentlich nichts zu tun und zeigt sich qualitativ ähnlich wie Bad Kids. Dann wird aber Electric Chapel nachgeschickt, ein düsterer Elektrosong der richtig guten Sorte. The Queen ist wieder eine B Seite, kein richtiger Bringer. Bei Yoü and I überrascht die Dame mit Südstaatenrock, um am EndeThe Edge of Glory, Single 4, vorzutragen, die vergleichbar ist mit Born This Way. Die Extrasongs dieser Edition sind vor allem Remixes und allesamt nicht wirklich brauchbar, aber bitte. Lady GaGa macht mit CD 3 alles richitg, was der Vorgänger noch falsch machte und präsentiert, wenn vielleicht auch nicht das beste Album unserer Zeit, eine richtig gelungene Scheibe.