Die Ära der Ökologie

Eine Weltgeschichte

von Joachim Radkau

Buch

gebunden (782 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Die Ökologie ist das Signum unseres Zeitalters. Joachim Radkaus grandioses Buch lässt die neue Ära zum ersten Mal in ihrer ganzen Vielgestaltigkeit und globalen Bedeutung erfahrbar werden.
Das Buch berichtet über ausschlaggebende Ereignisse und Erfahrungen wie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl genauso wie über den Mythos des deutschen "Waldsterbens" und beleuchtet die Zusammenhänge mit anderen historischen Strömungen. Es erzählt sowohl von spiritueller Suche und herausragenden Momenten als auch von Institutionalisierung und Bürokratisierung. Es porträtiert zentrale Initiativen wie Friends of the Earth oder Greenpeace und charismatische Vorkämpferinnen wie Rachel Carson, Petra Kelly und die Chinesin Dai Qing.
Überhaupt zeigt Joachim Radkau, welch zentrale Rolle und beinahe mythisches Potential Frauen in der Umweltbewegung zukommt. Seine souverän erzählte und glänzend aufgebaute Darstellung macht klar: Trotz mancher bizarrer Episoden ist die Umweltbewegung die neue, wahre Aufklärung unseres Zeitalters; die fließende Vielfalt und immer neue Vernetzung der Motive unterscheidet sie von allen früheren großen Bewegungen der Geschichte.

Produktdetails

ISBN-10: 3-406-61372-1
EAN: 9783406613722
Erschienen: 18.02.2011
Verlag: C. H. Beck
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 782
Länge/Breite: 224mm/151mm
Gewicht: 1050 g
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Joachim Radkau

Joachim Radkau, geb. 1943, habilitierte sich mit einer Studie über Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft. 1981 wurde er Professor für Neuere Geschichte an der Universität Bielefeld. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Radkau bekannt, als er im Jahr 2000 eine Weltgeschichte der Umwelt (Natur und Macht) veröffentlichte. 2005 folgte eine viel beachtete Biographie über Max Weber.

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Kundenrezensionen

  • Ein wesentliches beizeiten oft zu stiefmütterlich behandeltes Stück Zeitgeschichte erfährt nun eine würdige Chronik! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Thomas Fritzenwallner, am 05.05.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Radkau beschreibt die spannende Geschichte der Umweltbewegung, wie es sie bisher so nicht gibt. Meist wird der Beginn der Ökologie auf das Jahr 1970 und die folgenden datiert. Radkau zeigt hingegen auf den ersten hundert Seiten des Buches, dass die amerikanische und die deutsche Naturbewegung schon im 19. Jahrhundert begannen: Da gab es bereits den Tierschutz- und den Vegetarier-Bund, die Initiative gegen Waldforstung und den Kampf für ein ursprüngliches Leben inmitten der Natur.
    Interessant ist auch der Einfluss des städtischen Lebens und der Industrie auf die Umweltbewegung. Je mehr sich die Menschen an der Schwelle zum 20. Jahrhundert bedrängt fühlen vom Verkehrsstress und dem Leben in Fabriken und Büros, desto mehr drängen sie in die Natur. Für Radkau ist das eine der Ursachen für die starke Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland heute.
    Bei aller ihrer Vielfalt gibt es für den Autor doch eine wichtige Gemeinsamkeit: die Gewaltlosigkeit all dieser Bewegungen. Sie ist für ihn ein Grund dafür, dass es zwar Heroen des Umwelt- und Naturschutzes gibt, aber keine Märtyrer.
    Radkaus Öko-Ära ist keine klassische chronologische Zeit-Geschichte, vielmehr eine Sammlung vieler oftmals gleichzeitig ablaufender, sich kreuzender, ineinanderfließender Geschichten.
    Sie sind in drei große Zeitabschnitte gegliedert, denen jeweils eine Zeittafel mit den wichtigsten Ereignissen vorangestellt ist. Es gibt eine lange Vorgeschichte, dann die Jahre der ökologischen Revolution um 1970 und die Jahre der Umweltkonjunktur um 1990. Joachim Radkau erzählt kenntnisreich und lebendig von Vordenkern wie Rachel Carson oder Petra Kelly ebenso wie von den verschiedenen Bewegungen - von den Bäume umarmenden Frauen der indischen Chipkobewegung bis zu den amerikanischen Ökosaboteuren von "Earth First". Typisch ist nicht eine gemeinsame Ideologie oder Theorie, sondern die Unübersichtlichkeit der ständig sich ändernden Motive, Themen und Ziele.
    Natürlich hat Joachim Radkau aus der Fülle zehntausender Ökoinitiativen ausgewählt, und ein Schwerpunkt liegt eindeutig bei deutschen Aktivitäten. Dennoch ist sein Buch ein sehr guter Überblick über die weltweiten Umweltbewegungen. Sie alle zusammen konstituieren eine Ära der Ökologie. Und sie haben tatsächlich vieles erreicht.
    So sind z.B. Wasser und Luft, Fabriken und Autos sauberer geworden, zahlreiche schädliche Chemikalien sowie die Ozonschicht schädigende Substanzen verboten, zahl-reiche Tierarten, große Landflächen geschützt worden. Auffällig ist dabei, dass kleine, entschlossene, aufeinander eingespielte Gruppen sich häufig als durchsetzungsfähiger erwiesen haben als anonyme Großkollektive.

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