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Meine Rezensionen

  • Opfer
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    1 + 1 = 666
    Rezension vom 14.04.2013
    Der Kriminalroman offeriert dem Leser mehrere Handlungsstränge aus unterschiedlichen Zeiten. Wir starten im März 2003 bei Sean. Er ist seines Zeichens ein ehemaliger Polizist, der nach einem Berufsunglück als Privatdetektiv arbeitet. Da der Fall der Corinne Woodrow wiederaufgenommen wird, soll Sean sich ihm annehmen. Dazu begibt er sich auf den Weg zu der Psychiatrie, in der Corinne seit gut 20 Jahren untergebracht ist.
    Danach wird der Leser zurück in die Vergangenheit mitgenommen: August 1983. Hier werden mehrere Geschichten parallel erzählt. Zum einen die von Edna und Eric, die ihre Enkelin erwarten. Ihre Mutter Amanda bringt sie zu den Großeltern, damit sie eine Weile dort wohnt. Aber auch über Corinne wird erzählt. Sie ist mit Debbie befreundet, die sich zu der Gothic-Szene hingezogen fühlt. Corinne hingegen bevorzugt Madonna. Die Freundinnen scheinen somit recht verschieden. Doch dann kommt die Neue in die Klasse: Samantha. Durch sie soll sich bald alles ändern…

    Da es sich hier um einen Kriminalroman handelt, geht man davon aus, dass eine Straftat geschehen sein muss. Dieser Eindruck wird prompt dadurch erhärtet, dass eine bereits seit 20 Jahren in der Psychiatrie inhaftierte Frau eingeführt wird. Ihre Geschichte wird nach und nach erzählt. Es scheint, dass der Mord eher nebensächlich ist, wird er doch zunächst nur nebenbei erwähnt. Vielmehr geht es um die Geschichte, die hinter ihm steht. So ist es nicht verwunderlich, dass der Leser erst relativ spät in der Vermutung bestätigt wird, dass es einen Mordfall gab.
    Corinne Woodrow, die hinterher als Mörderin angeprangert wird, ist vorerst ein normales Mädchen in der Selbstfindungsphase, das sich für Mode und Musik interessiert. Debbie hingegen passt eher in das Bild der Gothic-Anhängerin. Und dann tritt Samantha auf, die erst wie ein schüchternes, kleines Mädchen wirkt, dann allerdings schnell ihr wahres Gesicht zeigt. Die Charaktere sind sehr interessant ausgearbeitet und wirken durch die Hintergrundgeschichte mysteriös. Auch Sean, der die Ermittlungen 2003 durchführt, ist eine interessante Persönlichkeit. Der Kriminalroman strotzt zwar nicht vor Spannungsbögen, aber das tut dem Lesevergnügen überhaupt keinen Abbruch. Die Story lebt von den verschiedenen Charakteren, die zwar an der einen oder anderen Stelle schwarz-weiß gemalt sind, aber dennoch Ecken und Kanten besitzen. Die Zeitsprünge zwischen 2003 und 1983/84 sind so gestaltet, dass das, was Sean in der Gegenwart herausfindet, dann in der Vergangenheit präsentiert und weiter ausgeführt wird. Überschriften über den einzelnen Kapiteln geben dabei jeweils einen ersten Eindruck von dem Nachfolgenden. Sie charakterisieren die Handlung in nur einer einzigen Phrase. In etwa dem letzten Drittel des Romans fängt dann die Spannung an und die Handlung nimmt Fahrt auf – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.
    Insgesamt ist die Lektüre empfehlenswert, auch wenn die Spannung erst recht spät einsetzt.
  • Kalter Schmerz
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    Harte Schale, weicher Kern
    Rezension vom 26.02.2013
    Minus vier Grad in London, doch der Tod geht trotzdem um. Nic Caruana ist selbst kein Kind von Traurigkeit – schon in seiner Jugend brachte er aus Notwehr einen anderen Jungen mit einem Messerstich um. Heute arbeitet er als eine Art Privatdetektiv mit Extraleistungen und bekommt den Auftrag, ein sechzehnjähriges Mädchen aufzuspüren. Diese wird jedoch nachts tot und schwer misshandelt aufgefunden. Die Eltern wollen, dass Nic die Täter findet…

    In der Figur des Nic Caruana steckt mehr, als man auf den ersten Blick erahnt. Zehn Jahre nach seiner traumatischen Erfahrung ist er ein guter Privatdetektiv, der den Menschen helfen will, obwohl er scheinbar auch vor Mord nicht zurückschreckt. Trotz seiner harten Schale steckt ein weicher Kern in ihm, auch wenn er das nicht offen zeigen möchte.
    Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen – weder banal noch zu hochtrabend. Auch die Entwicklung der Geschichte ist interessant. Die ist zwar nicht absolut spannungsgeladen, aber das hat in keiner Weise gestört, da der Schreibstil und die Charaktere einiges herausreißen konnten. Der Roman wird zwar als solcher betitelt, könnte allerdings auch als Krimi/Thriller durchgehen. Es gibt die ein oder andere blutrünstige Szene und zudem ermittlerische Stellen. Insgesamt gibt es kaum Kritikpunkte an „Kalter Schmerz“. Die Atmosphäre war stets so gut beschrieben, dass man sich fast wie in London kurz vor Weihnachten fühlt – und das kann eigentlich nur für einen Roman sprechen.
  • Requiem
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    Die Schuld währt ewig
    Rezension vom 14.12.2012
    Nord-Irland im Jahr 1961: Robert McGladdery, ein junger Schumacher, der sich für Bodybuilding und Anatomie interessiert, wird verhaftet. Die Anklage lautet Mord – eine 19-jährige Frau wurde nach einem Tanzabend tot aufgefunden. Zeugen sagen aus, dass McGladdery dort mit ihr getanzt hätte und aufdringlich geworden sei. Eddie McCrink übernimmt den Fall und geht den Indizien nach. Ist Robert wirklich schuldig?

    Die Mischung aus Fiktion und Wahrheit war sehr spannend zu lesen. Einerseits wird die Geschichte des letzten Mannes, der in Irland hingerichtet wurde, erzählt, andererseits geht es um den Ermittler McCrink, der seines Zeichens extra aus London zurückkommt, um sich dem Fall Pearl Gamble anzunehmen. Der Schreibstil wirkt nachdenklich und poetisch, ist gleichzeitig allerdings flüssig zu lesen und doch wiederum sachlich. Aber auch Witz und Ironie kommt an manchen Stellen zum Einsatz. Man merkt, dass der Autor sich mit der Sprache an sich beschäftigt hat. Er legt nicht nur Wert darauf, eine reißerische Story zu erdenken, sondern er setzt sich mit der Formulierung auseinander, die zu einem Gesamtwerk wird. Natürlich hätte das Thema es auch hergegeben, dass man einfach nur platt darüber schreibt, was damals passiert ist, und ich will nicht einmal ausschließen, dass das nicht sogar genauso spannend geworden wäre, aber man merkt, dass Eoin McNamee Sprache liebt, und gerade das macht die Freude beim Lesen dieses gelungenen Romans aus! Es ist nicht so, dass auf hochtrabender Sprache herumgeritten und nur um des schönen Ausdrucks willen formuliert wird, es wird gleichzeitig auch eine spannende Story von Schuld und Unschuld, Recht und Unrecht erzählt. Ich bin wirklich begeistert von diesem Roman, vor allem, weil Literatur auch mal spannend sein kann, ohne sich nur und ausschließlich auf großen Worten auszuruhen.
    Die Charaktere bleiben dem Leser zwar größtenteils „fremd“, da McNamee recht berichtartig formuliert und somit die sachliche Ebene wahrt – was dem Thema nur gerecht wird – aber das hat beim Lesen nie gestört. Der Ermittler McCrink, der Angeklagte Robert McGladdery und die Ermordete Pearl Gamble sind die einzigen Figuren, über die man etwas mehr erfährt. Auch die Tatsache, dass man den Ausgang der Geschichte – nämlich die Hinrichtung McGladderys – letztendlich schon im Vorhinein kennt, tut der Begeisterung keinen Abbruch, denn man fiebert trotzdem mit. Der Leser selbst wird dazu aufgerufen anhand der Indizien zu entscheiden, ob McGladdery schuldig oder unschuldig ist. Es scheint, als sei McCrink der einzige, der noch irgendwie an die Unschuld des Angeklagten glaubt und zumindest versucht, den Mord aufzuklären.
    Der Roman ist wirklich empfehlenswert. Man sollte sich keinesfalls von der Überkategorie „Literatur“ abschrecken lassen. Eoin McNamee schafft es tatsächlich, Literatur und Spannung miteinander in angemessener Weise zu vereinen.
  • Böser Wolf
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    Wolf im Schafspelz
    Rezension vom 05.11.2012
    Ein neuer Fall für Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein: Ein junges Mädchen wird in einem Fluss tot aufgefunden. Ihre Identität gibt der Polizei Rätsel auf, da sie niemand zu kennen scheint. Fest steht, dass sie mehrere Tage in einem dunklen Zimmer festgehalten worden sein muss. Sie ist zwar ertrunken, doch wurde in ihren Lungen keinesfalls das Flusswasser gefunden, sondern chlorhaltiges. Wer ist das Mädchen und was hat es mit ihrem Tod auf sich? Ist ein verurteilter Kinderschänder, der nur wenige 100 Meter vom Fundort der Leiche auf einem Campingplatz lebt, für ihren Tod verantwortlich?

    Zu Beginn wird der Leser mit einigen Handlungssträngen konfrontiert und könnte sich dadurch zunächst überfordert fühlen. Doch hat er es erst einmal geschafft, die Stränge zu entwirren und zu ordnen, entwickelt sich eine rasante und immer spannender werdende sowie scheinbar undurchsichtige Handlung. Dass die Stränge am Ende zusammenführen, kann an dieser Stelle wohl bereits verraten werden. Dennoch kommt es immer wieder zu unerwarteten Wendungen des Verlaufs, sodass man über den Fortgang der Geschichte durchaus überrascht ist. Auch die Charaktere entwickeln sich weiter – das, was vorher gegeben war, wird tatsächlich auch mal in Frage gestellt. Das behandelte Thema, auf das ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte, ist keineswegs banal, sondern kann wohl als heikel bezeichnet werden. Es wird aufgezeigt, dass die Gesellschaft manche Dinge ausblendet oder ausblenden will, die eigentlich ans Licht gebracht und gestoppt werden müssten. Es erscheint – auch in diesem Krimi – immer wieder erstaunlich, wie einfach es manchen Menschen gemacht wird, abscheuliche Verbrechen zu begehen.
    Der Schreibstil von Nele Neuhaus überzeugt auch im sechsten Fall der Taunus-Reihe. Die Charaktere sind komplex und gut ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen und sind vor allem keine abstrakten Übermenschen.
    Meines Erachtens kann dieser Teil unabhängig von den anderen gelesen werden. Zwar entwickeln sich, wie oben bereits angedeutet, auch bei Nele Neuhaus unweigerlich die Charaktere weiter, jedoch werden bestimmte Abneigungen gegen Kollegen o. Ä. überschaubar und auf den Punkt aufgeschlüsselt, sodass vorangegangene Details nicht im Wege stehen für das Verständnis dieses Teils.
    Insgesamt ist dies ein gelungener sechster Teil, der Lust auf (hoffentlich) noch viel mehr macht!
  • Im Totengarten
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    Der Mörder ist immer der Gärtner… Auch im Totengarten?
    Rezension vom 03.10.2012
    Die 32-jährige Psychologin Alice Quentin soll in dem Londoner Gefängnis Wandsworth, das größte seiner Art in England, ihre Meinung über Morris Cley, der wegen Mordes an einer Prostituierten verurteilt und nun seine Haftstrafe abgesessen hat, kundtun. Der Mann erscheint ihr zurückgeblieben, aber nicht gewalttätig. Hat sie damit recht? Denn kurze Zeit nach seiner Entlassung wird die Leiche einer jungen Frau gefunden…

    Außer dem Prolog ist der Thriller aus der Ich-Perspektive geschrieben. Dies bietet dem Leser sofort bessere Identifikation mit der Protagonistin. Das mag allerdings auch schon ein Grund dafür sein, weshalb der Thriller eher Frauen zu empfehlen ist. Für Männer dürfte es sicherlich schwieriger sein, sich in die Figur der Psychologin hineinzuversetzen. Außerdem gibt es neben den polizeilichen Ermittlungen auch eine kleine Romanze als Nebenhandlung. Mich hat dieser Aspekt keineswegs gestört, man sollte dies nur berücksichtigen, wenn man Liebesromanen oder Romanen mit Romantikeinflüssen gegenüber eher nicht zugeneigt ist.
    Obwohl die Protagonistin Alice als Psychologin arbeitet, scheint sie selbst Probleme zu haben – sie leidet an Klaustrophobie. Dennoch ist sie dem Leser auf Anhieb sympathisch – vielleicht gerade weil er sieht, dass sie kein Übermensch ist, sondern dass auch sie Schwächen hat, eben ein Mensch wie du und ich. Ihre Probleme liegen scheinbar in der Kindheit begraben, die sie so gut es geht auszublenden versucht. Nur ihr älterer Bruder Will, der ebenfalls mit psychischen Problem zu kämpfen hat, erinnert sie immer wieder an ihre Vergangenheit.
    Allgemein ist der Thriller rückblickend geschrieben mit einigen kurzen Einschüben, die aus der Gegenwart erzählt werden. Dabei handelt es sich stellenweise um Vorausdeutungen, die dafür sorgen, dass regelmäßig Dynamik und Spannung aufkommt. Dies wird durch die Ich-Perspektive unterstützt, durch die man quasi durch Alice’ Augen sieht. Auch das Verhalten anderer Charaktere scheint mysteriös sowie sonderbar und sorgt so für ein reges Aufkommen von Adrenalin.
    Auf dem Buchrücken wird der Thriller als „spannend, intelligent und pulsbeschleunigend“ beschrieben und das kann ich weitestgehend unterschreiben. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung, handelt es sich bei „Im Totengarten“ doch um den ersten Fall von Alice Quentin. Man darf also auf weitere Fälle gespannt sein!
  • Die Hurenkönigin
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    Huren und andere Laster
    Rezension vom 23.09.2012
    Die 20-jährige Hure Rosi begrüßt ihren letzten Freier für den Abend. Dieser richtet ihr aus, dass ein betuchter Herr sie in der Nacht treffen möchte. Da es den Huren des städtischen Frauenhauses nicht erlaubt ist, Freier außerhalb des Hauses zu empfangen, schleicht sie sich heimlich heraus und gerät in die Fänge des Mannes, der auf sie wartet und in den Wald verschleppt. Die Hurenkönigin Ursel Zimmer begibt sich auf Spurensuche. Doch es dauert nicht lange und eine zweite ihrer Schützlinge verschwindet…

    „Die Hurenkönigin“ von Ursula Neeb spielt in Frankfurt Anfang des 16. Jahrhunderts. Die Atmosphäre dieser Zeit wird sehr gut wiedergegeben, auch wenn man sich gemeinsam mit den Figuren hauptsächlich im städtischen Bordell befindet. Es handelt sich hier nicht einfach um einen „normalen“ Historischen Roman mit kriminalistischen Aspekten, sondern vielmehr um die Suche nach dem Mörder durch die Vorsteherin eines Frauenhauses. Dabei kommt diese nach und nach dem Täter auf die Schliche, obwohl man sie ein ums andere Mal in die Irre zu führen scheint. Der Schreibstil von Ursula Neeb ist angenehm und fällt nicht weiter negativ auf. Der Lesefluss ist ungehemmt und das trägt auch zu einem rasanten Handlungsverlauf bei. Die Geschichte um Ursel und die anderen Huren umfasst eine Zeitspanne von etwa einem Monat, in der die Spannung stetig steigt. Auf dem Weg begegnet man nicht nur den ansässigen Huren, sondern auch Bademägden, Nonnen und Henkern – die Zeit, in der der Roman spielt, wird also gut widergespiegelt.
    Für ein kurzweiliges Lesevergnügen ist „Die Hurenkönigin“ mehr als geeignet. Spannung, Intrigen und Mordermittlung auf eigene Faust werden zu einem gelungenen Roman vereint.
  • Wassermanns Zorn
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    Wer hat Angst vorm Wassermann?
    Rezension vom 25.08.2012
    Manuela Sperling erlebt gleich an ihrem ersten Tag bei der Polizei, wie hart ihr neuer Beruf sein kann: In einem See wurde die Leiche einer jungen Frau, die als Prostituierte gearbeitet hat, entdeckt. Kriminalhauptkommissar Eric Stiffler wurde persönlich von dem Täter darüber per Telefon in Kenntnis gesetzt. Auch eine an ihn gerichtete Botschaft, die in den Oberkörper des Opfers eingebrannt wurde, stellt eine Verbindung zwischen Mörder und Hauptkommissar her. Weiß der Polizist mehr?

    In kurzen Kapiteln kommt schnell Fahrt in die Geschichte. Dabei wird nicht nur aus der Perspektive von Praktikantin Manuela berichtet, sondern auch von weiteren Charakteren. Wer letztendlich der Protagonist ist, kann nur schwer ausgemacht werden, da allen Figuren gleichermaßen Aufmerksamkeit geschenkt wird. Durch die zahlreichen Perspektivenwechsel lernt man alle Charaktere gut kennen und entwickelt schnell Sympathien, aber genauso auch Antipathien. Es wird nicht nur von dem gegenwärtigen Geschehen erzählt, auch die Vergangenheit wird nach und nach kapitelweise behandelt, sodass der Leser immer mehr von dem Motiv des Mörders erfährt. Es entsteht ein Mosaik, das sich puzzleartig immer weiter zu einem kompletten Bild zusammenfügt. So wird man nicht ratlos zurückgelassen, sondern erfährt des Rätsels Lösung.
    Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und sorgt für einen ungehemmten Lesefluss. Emotionen werden durchaus angesprochen, sodass man sich schnelle in die Handlung einfinden kann, vorausgesetzte natürlich man will sich darauf einlassen.
    Insgesamt handelt es sich bei „Wassermanns Zorn“ um eine seichte, aber dennoch spannende und wirklich empfehlenswerte Lektüre, die für ein paar kurzweilige Stunden Lesespaß sorgt.
  • Galgenmann
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    Ein Dorf voller Geheimnisse
    Rezension vom 25.08.2012
    Kommissar Simon Dreemer wird von Paris nach Varange strafversetzt. In dem kleinen Dorf bekommt er es auch gleich mit seinem ersten Fall zu tun: Ein junges Mädchen wurde brutal erdrosselt, gefesselt und mit einem Strick um den Hals in eine Felsspalte gedrückt. Nur kurze Zeit später findet die Polizei eine zweite Mädchenleiche…

    Der Kriminalroman „Galgenmann“ ist in mehrere Tage unterteilt, die wiederum in Stunden aufgeteilt sind. Die Kapitel, die immer mal wieder aus verschiedenen Perspektiven geschildert werden, sind recht kurz gehalten. Da liegt auch schon das erste Problem: Durch die Kürze der Abhandlung der Kapitel ist es schwierig, sich in die Geschichte einzufinden, da die Tage viel zu schnell davonfliegen. Kaum ist ein Tag angebrochen, fängt auch schon wieder der Abend an.
    Die Charaktere sind sehr vage gezeichnet und haben kaum Persönlichkeit und Tiefgang. Man erfährt zwar etwas über die Geschichte des Dorfes, aber die Figuren bleiben nur schemenhafte Schatten. Es scheint zwar immer mal wieder Spannung aufzukommen, aber irgendwie schafft es Aline Kiner nicht, diese auch aufrecht zu erhalten. Häufig fragt man sich, warum die Figuren so handeln, wie sie handeln. Plötzliche Wendungen im Geschehen sollen wohl für Spannung sorgen, wirken aber eher erzwungen und aus der Luft gegriffen, als gut überlegt. Schade, denn an sich hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt. Dem Buch fehlen gute 150 Seiten, um diese Spannung, die ein Kriminalroman nun einmal haben sollte, aufzubauen. Von der Arbeit der Polizisten – darunter auch der scheinbare Protagonist Simon Dreemer und die junge Inspektorin Jeanne – erfährt man nur sehr wenig. Es scheint mehr Wert auf die Vergangenheit des Dorfes gelegt zu werden, das das ein oder andere Geheimnis hütet. Was an Polizeiarbeit fehlt, wird durch andere, meiner Meinung nach langweilige Details aufgefüllt. Die ein oder andere Randgeschichte hätte durchaus ausgelassen oder zumindest gekürzt und gleichzeitig andere Stellen ausgebaut und aufpoliert werden können. Außerdem wird man zum Schluss in einigen Punkten ratlos zurückgelassen. Dies fällt nicht nur dem Leser auf, sondern auch den Figuren selbst – geändert wird an der Auflösung jedoch nichts.
    Insgesamt ist der Roman eher enttäuschend, auch wenn man an so mancher Stelle denkt, dass es jetzt doch spannend werden müsste. Die Auflösung der Geschichte hat sich eigentlich schon recht früh abgezeichnet, selbst wenn die Autorin erst noch versucht, den Leser auf falsche Fährten zu locken. Weniger gut gezeichnete Charaktere und eine einerseits langatmige, andererseits viel zu kurze Handlung sorgen für wenig Spannung und nur geringe Unterhaltung.
  • Das Liebesspiel
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    Wenn Liebe Generationen überdauert…
    Rezension vom 17.05.2012
    Ada und Luce haben eine Affäre bis Luce 1957 umgebracht wird. Jahrzehnte später beginnt Ray, Adas jüngster Sohn, Marne, Luces Enkelin, schöne Augen zu machen. Doch das Geheimnis der beiden Familien lastet stets schwer auf ihren Schultern...

    „Das Liebesspiel“ ist mit Sicherheit kein schneller oder actionreicher Roman. Er fängt zunächst mit Spannung an und flacht daraufhin kurzzeitig wieder ab. Man muss sich in die Handlung fallen und sich ganz von ihr einnehmen lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich schnell langweilt. Schafft man es jedoch, sich vollkommen auf den Roman einzulassen, dann wird man nicht enttäuscht. Die zu Beginn aufgebaute Spannung kommt immer wieder zum Vorschein. Geheimnisse werden gelüftet und die Neugier immer wieder geweckt. Dawn Tripp schafft es einfach, aber gleichzeitig unglaublich poetisch zu schreiben. Der Roman ist in mehrere Teile gegliedert, die wiederum in verschiedene Kapitel unterteilt sind, die aus verschiedenen Perspektiven und auch Zeiten geschildert werden. So passiert es, dass man mit den Figuren in die Vergangenheit reist und herausfindet, warum sie so handeln, wie sie handeln. Dadurch ist einem so ziemlich jeder Charakter sympathisch und man fühlt sich ihm nahe, fast so, als würde man ihn schon Jahre kennen. Die Eigenheiten der Figuren sind nachvollziehbar und geben ihnen Ecken und Kanten, die in manch anderen Romanen schlichtweg fehlen.
    Insgesamt ist „Das Liebesspiel“ ein wunderschöner und ergreifender Roman, dem man unbedingt eine Chance geben sollte. Hat man die Schwelle erst einmal überwunden, dann möchte man den Roman nicht mehr aus den Händen legen! Denn eine Liebe, die Generationen überdauert, muss einfach ewig halten.
  • Das Liebesspiel
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    Wenn Liebe Generationen überdauert…
    Rezension vom 17.05.2012
    Ada und Luce haben eine Affäre bis Luce 1957 umgebracht wird. Jahrzehnte später beginnt Ray, Adas jüngster Sohn, Marne, Luces Enkelin, schöne Augen zu machen. Doch das Geheimnis der beiden Familien lastet stets schwer auf ihren Schultern...

    „Das Liebesspiel“ ist mit Sicherheit kein schneller oder actionreicher Roman. Er fängt zunächst mit Spannung an und flacht daraufhin kurzzeitig wieder ab. Man muss sich in die Handlung fallen und sich ganz von ihr einnehmen lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich schnell langweilt. Schafft man es jedoch, sich vollkommen auf den Roman einzulassen, dann wird man nicht enttäuscht. Die zu Beginn aufgebaute Spannung kommt immer wieder zum Vorschein. Geheimnisse werden gelüftet und die Neugier immer wieder geweckt. Dawn Tripp schafft es einfach, aber gleichzeitig unglaublich poetisch zu schreiben. Der Roman ist in mehrere Teile gegliedert, die wiederum in verschiedene Kapitel unterteilt sind, die aus verschiedenen Perspektiven und auch Zeiten geschildert werden. So passiert es, dass man mit den Figuren in die Vergangenheit reist und herausfindet, warum sie so handeln, wie sie handeln. Dadurch ist einem so ziemlich jeder Charakter sympathisch und man fühlt sich ihm nahe, fast so, als würde man ihn schon Jahre kennen. Die Eigenheiten der Figuren sind nachvollziehbar und geben ihnen Ecken und Kanten, die in manch anderen Romanen schlichtweg fehlen.
    Insgesamt ist „Das Liebesspiel“ ein wunderschöner und ergreifender Roman, dem man unbedingt eine Chance geben sollte. Hat man die Schwelle erst einmal überwunden, dann möchte man den Roman nicht mehr aus den Händen legen! Denn eine Liebe, die Generationen überdauert, muss einfach ewig halten.