BuchhändlerInnen im Portrait

aus St.Johann/Pg.

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Meine Rezensionen

  • Weihnachtsbräuche in Österreich
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    Lebendiges altes und neues Brauchtum
    Rezension vom 20.12.2010
    Der Salzburger Kulturjournalist Reinhard Kriechbaum begab sich auf Spurensuche innerhalb der nationalen Grenzen und präsentiert sein neues Buch "Weihnachtsbräuche in Österreich": Beginnend mit dem "Kathreintanz" spannt sich der Bogen vom Bodensee bis zum Neusiedlersee mit über 80 Beispielen gelebter Tradition nach alter Sitte und führt hin zu jenen Bräuchen, die noch relativ neu und jung sind. Originelle Kapitelüberschriften - (manche sind vielleicht etwas zu "deutsch") - machen neugierig auf mehr. Unterhaltsam und gut recherchiert informiert der Autor über Ursprung, Bedeutung und Hintergründe, wobei er sich nicht scheut, überlieferte Fehlinterpretationen in den Wurzeln der Volkskultur aufzuzeigen. Schöne Fotos illustrieren das jeweilige Kapitel, während in Form von Interviews traditionsbewusste Menschen ihre Sichtweise einbringen dürfen.
    Menschen erfinden, gestalten und entwickeln Bräuche weiter bzw. wandelt sich Brauchtum bei wechselnden Rahmenbedingungen selbst. So findet Althergebrachtes in diesem Buch seinen Platz ebenso wie Zeitgeistiges.
    Zum Abschluss eines jeden Kapitels ist für weitere Informationen (wann/wo?) jeweils die entsprechende Web-Site bzw. e-mail-Adresse angegeben.

    Das Buch sollte als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum liegen!
  • 24 Tage im Advent
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    Es weihnachtet sehr!
    Rezension vom 16.12.2010
    Wer in der Vorweihnachtszeit gern einfache, schöne Dinge bastelt, mit stimmungsvoller Dekoration das Zuhause schmückt und köstliche Rezepte ausprobiert, sollte sich dieses entzückende Buch als vielfältige Anregung vergönnen. In einem hinreißenden Fundus für winterlich-festliche Kreationen präsentiert die Autorin eine tägliche Überraschung für 24 Adventtage - zum leichteren Nacharbeiten mit Schablonen und 24 Geschenkanhängern inklusive.
    Das Buch ist auch ein schönes Geschenk, denn "alle Jahre wieder..."

  • Das wilde Kind
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    Unbezähmbar wild
    Rezension vom 16.10.2010
    T.C.Boyle erzählt die Geschichte von "Victor von Aveyron", einem "Wolfskind", das im 18. Jahrhundert in Frankreichs Wäldern entdeckt und aufgegriffen wurde. Der sprachlose Junge - vermutlich wurde er als Kind ausgesetzt - lebt in der Wildnis wie ein Tier und ernährt sich von dem, was die Umgebung an Früchten und Kleintieren bietet. Der Gefangennahme kann er sich durch Flucht einige Male entziehen, wird aber schließlich für wissenschaftliche Studien nach Paris gebracht: Kann er durch Erziehung zu einem moralischen Wesen gemacht werden oder ist er bereits von Natur aus gut?
    Der Psychiater bescheinigt, daß der Junge geistig behindert ist und nicht auf Grund der Umstände seines Aufwachsens mangelhafte geistige Fähigkeiten aufweist. Nachdem mehrere Versuche, ihn zu zivilisieren, scheitern, nimmt sich Jean Itard, Chefarzt einer Taubstummenanstalt, um den Jungen an. Überzeugt davon, daß die geistige Behinderung nicht biologische, sondern kulturelle Ursachen hat, bemüht Itard sich mehrere Jahre lang, Victor die Sprache beizubringen.Nach anfänglichen Erfolgen gelingt dies leider nicht und schließlich wird der Junge nach dem letzten Ausbruchsversuch zu seiner Pflegemutter abgeschoben und vergessen.

    T.C.Boyle hält sich in dieser linear, nüchtern und distanziert erzählten Darstellung dieses Falls - in dem es auch um die Frage geht, was Menschsein und Kultur auszeichnet - sehr an die bekannten Einzelheiten. Ab und zu, wenn aus der Perspektive des (sprachlosen!) Jungen erzählt wird, scheinen die sprachgewaltigen Formulierungen fehl am Platz.
  • Quellen des Glücks
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    Lebenskunst aus christlicher Sicht
    Rezension vom 01.09.2010
    Die Frage „Was ist Glück?“ versucht das Autorenduo, der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser und Univ.Prof. für Sozialethik DDDr. Clemens Sedmak zu beantworten.

    Glück ist nicht käuflich zu erwerben und hat nur bedingt mit materiellem Besitz zu tun. Es lässt sich nicht erzwingen und ist auch nicht in einem „ewig lachenden Himmel“ zu finden. Viel mehr besteht es aus zahlreichen, oft unscheinbaren Kleinigkeiten des Alltags, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern. Von Kindheit an bis zum Abschiednehmen erwächst aus kleinen Dingen Großes, begründet durch das von Jesus geschenkte Ja zum Leben. Erläutert wird die Bedeutung des Maßhaltens bzw. Teilens und der Fähigkeit, Verantwortung zu tragen, sowie einige Facetten von Freude. „Weniger ist mehr“ bedeutet Ballast abwerfen, Ängste zu nehmen und wesentlich zu werden. So können schwierige Situationen gemeistert und trotz nachteiliger Bedingungen innerliches Wachstum und Reifen die Folge sein.
    Glück als letztes und sehnlichstes Ziel des Menschen stellt sich ein, wenn versucht wird, aus dem was gegeben ist, das Bestmögliche zu machen, ohne das eigene Ich aufzugeben – so die
    Antwort der beiden Autoren.
    Ein Buch, das Selbstvertrauen und den Mut zum Leben fördert.
  • Atemschaukel
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    Großartige Lesung über ein wenig bekanntes Kapitel europäischer Geschichte
    Rezension vom 30.06.2010
    Am Ende des Zweiten Weltkrieges lebt die deutsche Bevölkerung in Angst, denn die Sowjetunion fordert, alle in Rumänien lebenden Deutschen zwischen 17 und 45 Jahren in sowjetische Arbeitslager zu deportieren. Leo (17 Jahre!) wird mitten in
    der Nacht abgeholt und für fünf Jahre zur Zwangsarbeit kaserniert. Nach entbehrungsreichen, demütigenden Jahren zurückgekehrt, ist der ein anderer als zuvor. Später verlässt er Rumänien und zieht nach Österreich, wo er in Graz wohnhaft wird. Ulrich Matthes hat den Roman der Nobelpreisträgerin 2009 eingelesen und vermittelt einfühlsam dieses weitgehend unbekannte Kapitel europäischer Geschichte.
    Seine ausgeprägte Stimme ist gut verständlich und macht Entsetzen, Angst und Schrecken für den Hörer spürbar.
  • Marianne von Werefkin
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    Interessante KünstlerInnenbiografie
    Rezension vom 30.05.2010
    Die Historikerin und freie Journalistin Brigitte Roßbeck hat umfangreich recherchiert und konnte neue Informationsquellen über Leben und Schaffen der Russin Marianne von Werefkin auswerten und zur Grundlage dieser Biografie machen.
    Erst spät konnten Frauen sich die Zulassung zur Bildenden Kunst, die sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Umbruch und Reform befand, erkämpfen.
    Werefkin - die Malerin mit dem Beinamen „russischer Rembrandt“, trug als Vordenkerin, Kunsttheoretikerin und Saloniére wesentlich zur Entwicklung und Etablierung der Kunst des Expressionismus bei. Als Mäzenin Alexej Jawlenskys, dem sie in fatal-dramatischer Weise nahe stand, hatte sie jahrelang auf eigenes künstlerisches Schaffen verzichtet und war später in mehreren Künstlervereinigungen hoch geachtete Mitstreiterin. Mit dieser Biografie wurde das Leben dieser mutig und leidenschaftlich kämpfenden Frau, die ihrer Zeit weit voraus war – allerdings erst nachdem sie „weiblichen“ Verzicht und Aufopferung hinter sich gelassen hatte - ins rechte Licht gerückt und ihr künstlerisches Schaffen entsprechend gewürdigt.