Corpus Delicti

Ein Prozess

von Juli Zeh

Buch

gebunden (263 Seiten)

44.-45. Tsd.

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier "Methode" genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm.

Juli Zeh entwirft in Corpus Delicti das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur im Jahr 2057. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerspflicht geworden. Die "Methode" verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert.

Corpus Delicti handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?
Juli Zehs Corpus Delicti. Ein Prozess ist ein visionäres und ungeheuer spannendes Buch über unsere Zukunft, die wir immer weniger bestimmen können.

Pressestimmen:

Julie Zeh entwirft diesmal in ihrem neuen Roman "Corpus Delicti" ein Science-Fiction-Szenario. Irgendwann im 21. Jahrhundert ist Gesundheit die oberste Staatspflicht, denn "wer nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern ist es schon." Die Abgabe von Ernährungsberichten und Sportnachweisen gehört zur Alltagsroutine und Bürgerpflicht. Als Mia Holls Bruder aufgrund eines Mordes verurteilt wird, den er bis zum Schluss verleugnet, beginnt die durch und durch rational geprägte Naturwissenschaftlerin Mia aus Liebe zur ihrem Bruder ihren Kampf gegen das System, der sogenannten "Methode".
Julie Zeh schreibt nicht nur wie gewohnt messerscharf und sprachlich brillant, sondern auch immer so dicht an der Gegenwart, dass man sich einem aufrüttelnden Unbehagen nicht entziehen kann, wenn es im Manifest von Mia Holl beispielsweise lautet: "Ich entziehe einem Recht das Vertrauen, dass seine Erfolge einer vollständigen Kontrolle seiner Bürger verdankt. Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat." 4/09 Anna Baumann

Produktdetails

ISBN-10: 3-89561-434-3
EAN: 9783895614347
Erschienen: 20.02.2009
Verlag: Schoeffling
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 44.-45. Tsd.
Seitenzahl: 263
Länge/Breite: 212mm/135mm
Gewicht: 415 g
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Juli Zeh

Julia Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Inzwischen vielfach preisgekrönt, lebt Juli Zeh heute in Leipzig. 2005 erhält sie den Per Olov Enquist-Preis.

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Kundenrezensionen

  • A votre santé Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von M. Dupré, am 09.07.2012

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    Irgendwann in der Mitte unseres Jahrhunderts: Die METHODE hat den veralteten, ineffektiven Staatsapparat abgelöst. Oberste Maxime der METHODE ist es, die Gesundheit ihrer Bürger nicht nur zu erhalten, sondern einen perfekten Gesundheitszustand zur Normalität zu erheben. Ergebnis: die Welt hat sich in eine Fitnessdiktatur verwandelt, in der Bürger im Namen der Gesundheit gegängelt werden und in der obligatorisch abzuleistende Heimtrainer-Kilometer und Laborwert-Messgeräte in der Toilettenschüssel noch die angenehmsten Schikanen darstellen.
    In dieser Welt des Hygiene- und Gesundheitswahns ist Mia Holl, eine dreißigjährige Biologin, eine völlig linientreue und Bürgerin. Als jedoch ihr lebensfroher und nonkonformistischer Bruder Moritz von der METHODE der Vergewaltigung bezichtigt wird und sich umbringt, gerät ihr starres Weltbild ins Wanken. Mit Folgen für sie selbst und mit noch weitreichenderen Folgen für die METHODE...
    Juli Zehs Roman kann seine Herkunft (er entstand aus einem Theaterstück der Autorin, das unter anderem bei der Ruhrtriennale 2007 aufgeführt wurde) nicht verleugnen. Das Buch ist sehr dialoglastig und lebt von den Konstellationen zwischen seinen wenigen Figuren Das ist die Atmosphäre des Romans kühl, beinahe frostig, außer in den wenigen Szenen zwischen Mia und Moritz.
    "Corpus delicti" ist vieles - Dystopie, gesellschaftlicher Kommentar, Satire, Geschichte einer Geschwisterbeziehung, philosophische Novelle. "Corpus delicti" ist aber vor allem eines: ein intelligenter Roman, der den Leser zum Nachdenken anstiftet. Und solche Bücher kann es gar nicht genug geben.

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  • Beklemmend kaltes Zukunftsszenario Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Mirjam Berle, am 22.07.2010

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    Wir schreiben das Jahr 2057 – Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sind das höchste Gut der Menschheit, Krankheiten nahezu ausgerottet. In dieser Gesellschaft werden Paarbeziehungen auf Basis des jeweiligen Immunsystems geschlossen, körperliche Ertüchtigung überwacht der Staat über einen implantierten Chip...

    Der Selbstmord ihres Bruders Moritz entzieht der Protagonistin Mia Holl die Lebensgrundlage. Sie versinkt in tiefe Trauer und zieht damit den Argwohn des Staats auf sich. Zuviel Liebe, versäumte Sporteinheiten, Ausflüge in die Natur (welche, weil nicht steril, ein Tabu darstellt), machen in diesem Staat terrorverdächtig.

    Juli Zeh zeichnet eine Utopie, die erschreckend realistisch ist. So kalt und unmenschlich diese Gesellschaft, so kalt auch die Sprache, welche die Autorin für dieses Buch wählt. Beklemmend, abschreckend, lesenswert.

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  • Streben nach Gesundheit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Maike Hiltmann, am 25.03.2010

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    Ein erschreckend realitätsnahes Buch, dem es im Zeitalter der Gentechnik besondere Bedeutung zuzuschreiben gilt. Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit, doch wie weit darf der Staat eingreifen, um den Körper zu schützen? Die auf den ersten Blick absurde Idee einer Gesundheitsdiktatur ist doch nicht ganz so abwegig. Das zumindest zeigt Juli Zeh in ihrem Roman ziemlich deutlich. Ich war bei der Lektüre zunächst fasziniert, dann erschreckt, bedrückt und schließlich äußerst überrascht. Mein Fazit: Ein rundum geglücktes Buch, das mit den großen dystopischen Romanen „1984“ oder „Der Report der Magd“ durchaus mithalten kann.

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  • Zielsicher - Juli Zeh ist, was wir suchen! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Sandra, am 28.12.2009

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    Juli Zeh verdient ihre Preise mit Recht - die Geschichte von Mia ist bis zum Ende gut durchdacht, lässt nie nach, bleibt also spannend, und steuert schnurstracks das Ende an.

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  • Corpus delicti Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Theresa Graner, am 21.12.2009

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    Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Mia Holl, eine junge, kluge und unabhängige Frau, die ihre Umwelt bewusst wahrnimmt und hinterfragt, lebt in einer Gesundheitsdiktatur. Das oberste Prinzip des Staates und der Gesellschaft ist es, dass alle Menschen körperlich gesund sind. Denn das Gesetz sagt: nur wer körperlich gesund ist, kann es auch seelisch sein und damit zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft werden. Diese oberste Maßgabe wird mit allumfassender gesundheitlicher Überwachung der Menschen erreicht. Die Protagonistin kommt mit diesem Prinzip, genannt die Methode, in Konflikt. Haben wir ein Recht auf Krankheit? Haben wir ein Recht auf Unvollkommenheit? Haben wir ein Recht auf Nicht-Funktionieren?
    Mia Holl nimmt den Leser mit in den Kampf gegen die Methode und bezieht ihn auf unterschwellige, aber bestechende Weise in die Beantwortung der Daseinsfragen ein.
    Mein Fazit: Kein Buch, das sich zur leichten Sonntagslektüre eignet! Brutal und zärtlich, kreischend und lieblich singend, scharfkantig und weich. Absolut beeindruckend!

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  • Wieder eine gute Juli Zeh Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Ursula Grützner, am 11.10.2009

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    Das Szenario vom gläsernen Menschen begegnet uns als reale Gefahr immer öfter. Dieses Buch zeigt ein Gesundheitswesen in ungefähr 50 Jahren auf, das der Persönlichkeit jede Individualität nimmt. Die Handlung fasziniert und nahm mich total gefangen. Für die Hauptfigur Mia Holl gibt es ein "gutes" Ende, welches einen frieren lässt.
    Mich haben bisher alle Bücher Juli Zehs beeindruckt. Sie hat einen ganz faszinierenden Stil, eine klare, durchdachte, schnörkellose Sprache. Den 1. Absatz von "Schilf" zu lesen war zum Beispiel für mich ein Fest! Oft sind ihre Bücher verstörend, z.B. "Spieltrieb" und doch fesselte auch dieses Buch mich bis zum Ende.

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  • Beklemmend! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Katharina Pfeiffer, am 28.09.2009

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    Corpus Delicti – Ein Prozess
    Man stelle sich eine Welt vor, die völlig frei von Keimen ist. In der Küssen wegen der Gefahr der Krankheitsübertragung verboten ist und die sich in septische und antiseptische Zonen teilt. Diese Welt verurteilt Mia Holl, eine 33jährige attraktive, und vor allem vom System der absoluten gesundheitlichen Kontrolle überzeugte Frau dazu, auf unbestimmte Zeit eingefroren zu werden. Grund: Illegale systemfeindliche Machenschaften in Zusammenarbeit mit der R.A.K. (Recht auf Krankheit). Indizien: Massive Vernachlässigung ihrer körperlichen Hygiene.

    Der Untertitel „Ein Prozess“ ist sicherlich nicht zufällig gewählt, denn die Story kommt zunächst doch recht kafkaesk daher, denn Mia, die an die Unfehlbarkeit der Methode, wie das System sich nennt, und an deren Sinn und Zweck für das Wohl der Menschheit glaubt, weiß gar nicht wie ihr geschieht, als sie plötzlich abgeführt und ihr Terrorismus vorgeworfen wird. Im folgenden jedoch erklärt sich hierzu einiges.
    Ihr Bruder Moritz, beging nämlich Selbstmord im Gefängnis der Methode, in dem er seine Zeit bis zu seiner Einfrierung fristen sollte, zu der er wiederum verurteilt worden war, weil seine Schuld an einem Mord ihm scheinbar zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Schließlich sind alle biologischen Daten eines jeden Bürgers zweifelsfrei erfasst und DNA kann man nun mal nicht fälschen. Doch Moritz besteht auf seiner Unschuld und Mia glaubt ihm. Nach Moritz Selbstmord ist sie tief erschüttert und versucht ihren Verlust dadurch zu mindern, dass sie Orte aufsucht, die sie an ihn erinnern und Dinge tut, die er gemacht hat.
    Aber Moritz war zu Lebzeiten alles andere als ein Fan der Methode. Er liebte Schnecken, er liebte Dreck, er liebte die Natur. Es zog ihn in die antiseptischen Zonen und mehr als einmal versäumte er, seinen täglichen gesundheitlichen Status durch Abgabe regelmäßiger Urin- und Blutproben zu Protokoll zu geben. Und so sucht sie eben die Gegenden außerhalb der Zone auf, die Moritz besonders mochte, ohne zu wissen dass die Methode hier schon seit längerem heimliche Treffen der als Terrorgruppe eingestuften R.A.K. vermutet, von denen Mia freilich nicht den blassesten Schimmer hat. Die Methode schafft es, alles was sie tut, zu ihren Lasten auszulegen und sammelt somit einen Beweis nach dem anderen für ihre staatsfeindlichen Machenschaften.
    Aufgrund der Anschuldigungen und wegen Moritz’ Verurteilung beginnt Mia tatsächlich langsam an der Methode und deren Unfehlbarkeit zu zweifeln und versucht mit aller Kraft, die Unschuld ihres Bruders nachzuweisen.
    Kommt sie gegen das System an? Das total ist und keinen Zweifel duldet? Das alle Krankheiten ausgerottet hat, zum Preis der absoluten Kontrolle jedes Einzelnen?

    Juli Zeh hat einen spannenden utopischen Roman geschrieben, der aktueller kaum sein könnte, in einer Zeit, in der täglich Debatten zum Thema genetischer Fingerabdruck oder Zensur im Internet geführt werden.
    Zeh verbindet ihr juristisches Wissen gekonnt mit ihrem sprachlichen Talent und Einfallsreichtum. Ein fantastisches Buch, das durch seinen nüchternen Blick auf die Tatsachen der Welt und durch absolut treffsichere Formulierungen besticht. Alle Juli Zeh - Fans werden sich freuen. Ansonsten spricht es wohl den eher anspruchsvollen Leser an, der das Originelle einer Idee und die Kunst des Formulierens liebt.

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  • Die „gesunde“ Diktatur Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von J.G., am 20.08.2009

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    Mia Holl wird der „methodenfeindlichen Umtriebe und der Führung einer methodenfeindlichen Vereinigung“ angeklagt.

    Was ist die Methode? Der Roman spielt im Jahre 2057, in der die Staatsform „Die Methode“ herrscht. Dabei steht die Gesundheit auf oberster Staatpflicht. Dazu gehört, dass jeder Mensch Ernährungs- und Schlafberichte abgeben muss, jeder muss Sport treiben und dabei ein bestimmtes Soll an Kilometern trainieren. Die Sollvorgaben werden vom Staat kontrolliert und aufgezeichnet und bei Nichteinhaltung strafrechtlich verfolgt. So sind einfache Dinge des Lebens wie z.B. das Rauchen, sich Küssen, Halten frischer Blumen, barfuss laufen verboten.

    Mia Holl trauert um den Tod ihres Bruders Moritz, der sich im Gefängnis das Leben genommen hat. Er war der Vergewaltigung und des Mordes an seiner großen Liebe angeklagt. Moritz hat sich nicht immer an alle Regeln der Methode gehalten, weil er erkannt hat, dass die Methode ihn nicht glücklich macht.
    Mia gerät innerhalb ihrer Trauer immer tiefer in Schwierigkeiten ohne viel eigenes Selbsttun. Ihre Aussagen werden manipuliert, ihr Verteidiger verteidigt sie nicht wirklich, sondern geht einem Selbstzweck nach. Die innere Zerrissenheit zwischen innerer Emigration und offener Rebellion wird in den Figuren von Moritz und Mia außerordentlich deutlich.
    Die Gedankengänge und Dialoge innerhalb des Romans regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Und das sollten sie auch!

    Der Aufbau von „Corpus Delicti“ erinnert an ein Theaterstück. Die nüchterne, klare und schnörkellose Schreibweise von Juli Zeh ist sehr beeindruckend und passt wundervoll zu den Leitgedanken der „Methode“. Auch die Figuren wirken oftmals leer und emotionslos, was aber durch die Story einer rein auf das Erhalten biologischer Funktion fixierten Gesellschaft sinnvoll erscheint. Die Ausdrücke oder auch Ausrufe („Hol mich der Virus“), die Zeh für die „Methode“ geschaffen hat, sind sehr eindrucksvoll, wenn auch beängstigend.

    Ein Buch, welches zum Nachdenken anregen soll!!!

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  • Spannend und sehr aktuell Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Monika Bauer, am 15.06.2009

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    Wir haben das Szenario eines diktatorischen Gesundheitsstaates. Alle gesundheitlichen Aspekte eines Menschen werden staatlich, elektronisch überwacht. Geschildert wird ein Prozess: Angeklagt ist eine junge Frau des Widerstands gegen die "Methode". Mir hat sehr gut gefallen die Sprache der Autorin, die gut ausgetüftelte, spannende und sehr aktuelle Geschichte und vor allem die Kompromißlosigkeit, mit der sie ihren Roman "durchzieht".

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  • erschütternde Utopie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 21.04.2009

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    ich nenne diese Geschichte eine Utopie, denn genauso wie Platons Staats-Utopie ihren lauten Widerhall im Dritten Reich erfuhr, so finde ich Echos dieser Geschichte in der Jetztzeit, und das finde ich sehr bedenklich.
    Knapp, ohne Schnörkel, alles Geschriebene hat seinen Platz (keine Füllwörter).
    Empfehlenswert, gibt einem Einiges zu denken.

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