Buch
Taschenbuch (413 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Ich liebe dich ...
Ich brauche dich ...
Ich werde dich kriegen!
Jettes Mutter, die Bestsellerautorin Imke Thalheim, wird von einem Stalker verfolgt, der besessen von ihren Krimis ist. Er schreibt ihr Briefe, terrorisiert sie mit Telefonanrufen und bricht schließlich in ihr Haus ein. Als sie sich ihm entzieht und für ihn unauffindbar ist, sucht er die Nähe zu Jette und gewinnt deren Vertrauen. Jette ahnt nicht, dass sie sich damit in tödliche Gefahr begibt ...
Jettes Mutter wird von einem Stalker verfolgt. Ein Unbekannter ist besessen, zunächst von den Romanen der Bestsellerautorin, dann zunehmend von ihr als Person. Seine Grenzüberschreitungen steigern sich immer mehr: Hatte Imke Thalheim zunächst Briefe von dem Fremden erhalten, verfolgt er sie jetzt wie ein Schatten, und er terrorisiert sie mit Telefonanrufen.
Eines Tages dringt der unheimliche Unbekannte sogar in ihr Haus ein und verteilt in ihrem Arbeitszimmer rote Blütenblätter verteilt, auf denen kleine Zettel mit einem einzigen Wort gepint sind: "Du". Auf Anraten von Kommissar Melzig und Imkes Lebensgefährten Tilo packt sie schließlich heimlich die Koffer und reist in ein Hotel im Sauerland, wo sie an ihrem neuen Roman arbeitet.
Jette hingegen schwebt auf Wolke Sieben: Sie und Merle haben ihr Traumdomizil gefunden - einen alten, renovierungsbedürftigen Bauernhof am Rande der Stadt. Und nicht nur das: Zum ersten Mal seit den schrecklichen Ereignissen um den Tod ihrer Freundin Caro hat sich Jette verliebt, und zwar in Luke, der bei der Maklerin jobbt, über die sie das Häuschen gefunden haben. Schmetterlingsgefühle breiten sich in Jette aus. Leise Zweifel an Luke, der mit allem Persönlichen hinter dem Berg hält und sich so gar nicht einfangen lassen mag, versucht sie zu verdrängen.
Dann aber holt die Wirklichkeit sie ein: Der Stalker hat inzwischen erkannt, dass Imke Thalheim sich ihm entzogen hat. Er bricht erneut in ihr Haus ein und tötet dabei die zufällig anwesende Putzfrau. Jette findet die Ermordete noch am selben Tag, als sie alte Umzugskisten bei ihrer Mutter holen will. Die Polizei beginnt zu ermitteln und warnt Jette: Der Stalker ist hoch gefährlich und könnte auch sie bereits im Visier haben ...
| ISBN-10: | 3-570-30393-4 |
|---|---|
| EAN: | 9783570303931 |
| Erschienen: | 02.03.2009 |
| Verlag: | Cbt |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 413 |
| Länge/Breite: | 183mm/125mm |
| Gewicht: | 446 g |
| Altersempfehlung: | 14 - 99 |
| Reihe: | cbt Taschenbücher |
Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren. Nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium arbeitete sie zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in einem kleinen Ort in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene schreibt. Durch den sensationellen Erfolg der Bestseller "Der Erdbeerpflücker", "Der Mädchenmaler" und "Der Scherbensammler", den Krimis um Jette, wurde sie über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt.
von einer Kundin/einem Kunden, am 18.03.2011
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von Anne Rusche, am 17.11.2009
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von Lesewurm, am 15.10.2009
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von Sandra Byrohl, am 19.08.2009
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von einer Kundin/einem Kunden, am 03.08.2009
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von Canan, am 25.06.2009
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von einer Kundin/einem Kunden, am 21.05.2009
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von einer Kundin/einem Kunden, am 11.05.2009
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von Herbstmädchen, am 06.04.2009
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Er blieb ein paar Sekunden reglos sitzen, bevor er die DVD herauszog und den Fernseher ausschaltete. Die plötzliche Stille ließ seine Haut kribbeln und machte ihm erst richtig bewusst, was er da eben erlebt hatte.
Er hatte sie gesehen.
Gehört.
Beinah sogar gefühlt.
Sie war ihm so nah gewesen, dass er gemeint hatte, ihren Atem zu spüren. Er war zärtlich mit der Hand über den Bildschirm gefahren. Nicht mehr lange, und er würde ihr von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen.
Er schob die DVD in ihre Hüll e zurück und stellte sie zu den anderen, die ordentlich in einem eigens dafür angeschafften Ständer untergebracht waren. Dann ging er in sein Arbeitszimmer, setzte sich an den Schreibtisch und schaltete den Laptop ein.
In der Nacht. Rastlos unter deinem Fenster. Stumm. Aber deine Worte IN MIR! Küss mich und liebe den Schattengänger.
Etwas bewegte sich am Fuß der Schreibtischlampe. Eine winzig kleine pechschwarze Spinne. Interessiert beugte er sich vor. Stupste sie mit dem Zeigefinger an. Blitzschnell zog sie sich zusammen, stellte sich tot. Er hatte nicht gewusst, dass Spinnen sich so verhalten. Er wusste überhaupt wenig über Spinnen. Und in diesem Moment wurde ihm klar, dass er sie nicht ausstehen konnte. Er zerdrückte sie mit dem Daumen. Wischte sich die Hand an der Hose ab. Küss mich und liebe.
Wie schön das klang. Wie zärtlich. Und bald schon würden seine Träume wahr werden. Bald.
Sie trug die Post in den Wintergarten und machte es sich in einem der Korbsessel bequem. Rechnungen, die Verträge für die nächsten beiden Bücher, die Einladung zur Teilnahme an einem Krimifestival, ein Schwung von Rezensionen und jede Menge Werbung.
Als Letztes hielt sie einen edlen Briefumschlag aus elfenbeinfarbenem Büttenpapier in den Händen, den ihr Verlag an sie weitergeleitet hatte. Imke Thalheim.
Noch nie hatte sie ihren Namen so kunstvoll geschrieben gesehen. Jeder Buchstabe war ein kleines Wunderwerk der Kalligrafie. Imke öffnete den Umschlag, indem sie den Zeigefinger zwischen Klebefläche und oberen Rand schob, zog den Brief heraus und faltete ihn auseinander. Ich liebe dich. Ich brauche dich. Ich werde dich kriegen.
Darunter, wie ein Siegel aus bräunlichem Rot, ein walnussgroßer Fleck aus einer getrockneten Substanz.
Imke erstarrte. Es war nicht nötig, den Fleck analysieren zu lassen. Sie war sich sicher, dass er aus Blut bestand. Der Verfasser dieses Briefs hatte statt einer Unterschrift Blut auf das Papier tropfen lassen.
Angewidert warf sie Brief und Umschlag auf den Tisch. Sie hatte das Bedürfnis, sich die Hände abzuschrubben, aber sie konnte sich nicht bewegen. Ekel, Wut und Furcht lähmt en sie.
Sie schüttelte den Kopf. Wie oft schon hatte sie Post von wildfremden Menschen bekommen, die in ihrem Bedürfnis nach Mitteilsamkeit und ihrem Wunsch nach Nähe eine Grenze überschritten hatten. Wie oft hatte sie versucht, bizarre, befremdliche Gedankengänge nachzuvollziehen, die ihr ungefragt zugeschickt worden waren. Auch das gehörte doch zu ihrem Alltag.
Warum jetzt diese heftige Reaktion?
Sie überwand sich, hob das Papier mit spitzen Fingern auf, faltete es zusammen und schob es in den Umschlag zurück. Mühsam erhob sie sich und legte den Brief auf die Konsole in der Hall e, um ihn später Tilo zu zeigen. Dann ging sie in die Küche, schäumte sich die Hände mit Spülmittel ein, bearbeitete sie mit der Bürste, bis die Haut brannte, und hielt sie danach minutenlang unter den klaren, kühl en Wasserstrahl. Ganz allmählich fühlte sie sich besser.
Mit einem extra starken Kaffee kehrte sie in den Wintergarten zurück, öffnete die Terrassentür und trat in den Garten hinaus. Für Anfang März war es schon recht warm. Die letzten Krokusse leuchteten im Gras und im Unterholz. Die Narzissen, die sich über die Jahre ungestört vermehrt hatten, strahlten wie Hunderte kleiner Sonnen. Weit und blau spannte sich der Himmel über dem Land.
Doch das Licht hatte urplötzlich an Wärme verloren.
Ich liebe dich.
Ich brauche dich.
Ich werde dich kriegen.
Imke stellte die Tasse ab, dass der Kaffee überschwappte, hastete ins Haus, schnappt e sich Tasche und Mantel, holt e den Wagen aus der Scheune und brauste los.
Eine Flucht. Kopflos. Ohne Sinn und Verstand. Egal, dachte Imke. Hauptsache weg.
Sie wollte nicht grübeln. Vor allem nicht über die Angst, die plötzlich in ihr wach geworden war. Eine Angst, so kalt und schwer, dass sie Imke die Luft abschnürte.
Wir hatten lange geschlafen und ausgiebig gefrühstückt. Seit wir die Schule hinter uns hatten, wussten wir unsere freie Zeit zu schätzen. Wir arbeiteten beide hart, Merle im Tierheim und ich im St. Marien, wo ich mein freiwilliges soziales Jahr absolvierte. Die Wochenenden waren uns heilig, und wir erlaubten niemandem, sie ohne triftigen Grund zu stören.
Merle hatte Brötchen geholt und die Tageszeitung mitgebracht. Ich hatte den Tisch gedeckt und das Frühstück vorbereitet. Unser Samstagsritual. Es hatte sich ganz von selbst so eingespielt.
Jetzt tranken wir unseren dritten Kaffee, hatten die Zeitung zwischen Brotkrümeln und Eierschalen ausgebreitet und studierten gemeinsam den Immobilienteil. Smoky lag auf dem Sofa hingestreckt, seine beiden Haremsdamen rechts und links neben sich. Er hatte sich gut bei uns eingelebt und ließ sich von Donna und Julchen nach Strich und Faden verwöhnen.
"Hör dir das an", sagte Merle und las vor, als hätte ich nicht selbst Augen im Kopf. "Birkenweiler, Bauernhof, sechs Zimmer, Küche, Diele, Bad, Wohn-, Nutzfläche 220 Quadratmeter, 2700 Quadratmeter Garten, Scheune, Stallungen, 600 Euro warm plus Nebenkosten plus zwei Monatsmieten Kaution." Sie verschluckte sich vor Aufregung. "Zweitausendsiebenhundert Quadratmeter", röchelte sie und versuchte, ihre Stimme wieder in den Griff zu kriegen, indem sie die tränenden Augen aufriss und sich mit der flachen Hand auf den Brustkasten klopfte.
Das war für Bröhler Verhältnisse direkt geschenkt und bei Weitem günstiger als alles, was wir uns bisher angesehen hatten. Ich fragte mich, wo der Haken sein mochte. Wahrscheinlich wellte sich das Linoleum auf den Böden oder es gab ein Plumpsklo auf dem Hof oder das Haus war auf einer ehemaligen Müllkippe errichtet worden oder der Schimmelpilz hatte es sich auf den Wänden gemütlich gemacht. Vielleicht sogar alles zusammen.