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Meine Rezensionen

  • Harry Brown
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    Grandiose Studie
    Rezension vom 23.12.2010
    Um es zunächst vorweg zu nehmen: "Harry Brown" als Thriller zu bezeichnen, ist schlichtweg falsch. Ein Drama, eine Milieustudie mit krimiartigen Szenen wäre die bessere Beschreibung, auch auf die Gefahr hin, dass der Durchschnitts-Zuschauer dadurch gleich abgeschreckt wird.

    Der Film porträtiert das jugendliche Gangleben eines britischen Vorstadt-Problem-Viertels und deren Dominanz und Gewaltbereitschaft gegenüber allen anderen, vor allem auch älteren Bewohnern. Insbesondere das Schicksal der Hauptfigur Harry Brown steht im Mittelpunkt. Nicht plötzlich, sondern ganz langsam geht sein Leben in der ehemals netten Arbeitersiedlung vor die Hunde, als ihm nach und nach alles genommen wird, was er hatte.

    Gezeigt wird so der Wandel eines Gutmenschen, der bestenfalls seine Ruhe haben will, zu einem Menschen, der zu Selbstjustiz greifen muss, um sich behaupten zu können. Die Auslöser sind klar ersichtlich, die Probleme dahinter ebenfalls. Und doch oder gerade deswegen fiebert der Zuschauer mit dem tragischen Helden des Films mit, ertappt sich oft genug dabei, dass die Frage, ob Selbstjustiz die richtige Lösung sei, zu schnell mit Ja beantwortet wird.

    "Harry Brown" ist ein sehr sozialkritischer Film, in dessen Mittelpunkt der radikale Wandel eines Menschen steht, der einfach nur in Ruhe gelassen werden möchte und seinen Frieden sucht.
    Getragen wird das Spiel von einem überwältigenden Michael Caine, der wie kaum ein anderer in diese Rolle passt und den Film mit ganz wenigen Worten, aber großer Mimik zum Leben erweckt. Wo dem Film und der Geschichte vielleicht etwas fehlt, Caine macht es wieder wett.

    Ein wirklich ergreifender Film mit sozialkritischem HIntergrund, der zum Nachdenken anregt und noch lange nach dem Anschauen im Gedächtnis bleiben wird, auch wegen Michael Caine.
  • Der Ball ist rund
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    Fußball schauen ist schöner
    Rezension vom 12.04.2006
    Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land ist es nicht verwunderlich, dass auch die deutschen Hörproduktionen auf den WM-Zug aufspringen und, wie hier Hoffmann und Campe, eine fußball-thematische CD mit dem Namen "Der Ball ist rund. Fußballweisheiten" auf das Spielfeld und in das Rennen um den Pokal schicken.
    Bekannte Zitate von Fußball-Spielern, -Trainern und Sportreportern, wie beispielsweise "Das nächste Spiel ist immer das nächste" oder "Ihr 5 spielt jetzt 4 gegen 3", werden als Aufhänger für kurz gehaltene Essays zum runden Rasensport herangezogen. Bezeichnenderweise 22, oder eben zwei Fußballmannschaften starke, solcher Essays bestimmen die Aufstellung dieser Fußball-CD.

    Anders als man zunächst vermuten und erwarten wird, bekommt der Hörer aber keine Best-Of-Sammlung "schlauer" Fußball-Weisheiten und -Kalauer präsentiert, sondern theoretische Gedankengänge, die sich mit Fußballern und Fußball beschäftigen. Der Inhalt dieser 22 Essays deckt das gesamte Spektrum von humorvoll, witzig und kurzweilig bis hin zu belanglos, langweilig und intellektuell verseucht (Track 15 mit einer geballten Ladung an Fremdwörtern lässt die Zielgruppe in einer intellektuellen Bildungsschicht vermuten) ab. Spätestens in Track 20, wenn die politische Korrektheit hinter einem Zitat von Marcel Reif ausgelotet wird, ist auch der letzte Spielfluss dahin. Der Spiel- bzw. Hörspaß erinnert damit an ein torloses Remis, das weitgehend ohne echte Höhepunkte und Torszenen auskommt.
    Eine Mitschuld daran tragen auch die Sprecher, bei denen lediglich Peter Kaempfe über den Status eines Einwechselspielers hinauskommt. Die übrigen sind nicht wirklich schlecht, aber man hört vielmals das Luftholen sehr deutlich und kann auch nur wenig Begeisterung oder Teamgeist bei ihnen ausmachen; der Vorlese-Charakter wird sehr deutlich und bleibt eben nur bei Kaempfe außen vor, indem dieser auch in den Dialekt des Zitatgebers verfällt und dynamische Dribblings startet.
    Dass man freilich nicht erwarten darf, die angeführten Zitate allesamt im O-Ton zu hören, ist schon auf Grund der Masse von Zitaten (eine regelrechte Flut in Track 2) verständlich. Wenigstens hätte man aber einen eigenen Sprecher für diese Fußballweisheiten nehmen können. Noch besser wäre es allerdings gekommen, hätte man echte Sportreporter als Sprecher gewinnen können. Die Qualität eines Tor des Monats wäre es gewesen, Manni Breuckmann seinen eigenen Beitrag sprechen hören zu dürfen. Das hätte Leben in die Bude gebracht. Die Schiedsrichter dieser Produktion waren im Übrigen auch nicht immer auf der Höhe des Balls und haben nicht alle Fouls gesehen: Track 17 (0:58) hat ein Nebengeräusch (Klopfen gegen das Mikrofon) zu verbuchen, im Titel von Track 18 wurde ein "einfach" im Zitat übersehen/-lesen, in Track 13 und sonst nirgends wird der Autor genannt.

    Taktisch und konditionell ist die CD ihren Gegnern unterlegen. Nur wirklich eingefleischte Fußballfans werden jubeln, für die breite Masse steht "Der Ball ist rund" tief im Abseits
  • Ocean`s Twelve - Star-Selection
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    Erzwungene Fortsetzung
    Rezension vom 11.08.2005
    Leider, muss man sagen, war es ja fast zu erwarten. Nach "Ocean's 11" und desen Erfolg musste ja ein Nachfolger kommen. Nur kann "Ocean's 12" trotz noch so großem Staraufgebot nicht ansatzweise die Qualitätn des ersten Teils erreichen. Die Handlung ist ein seichtes Vor-sich-her-Plätschern, das man umgehend vergisst, die Figuren bleiben kalt und blass und Spannung kommt ohnehin keine auf. Einziges Highlight sind zwei Stars, als sie sich selbst spielen - aber das reicht nicht, um den Film vor einem gnadenlosen Flop zu bewahren.
    Nur bei allergrößter Langeweile anschauen!
  • Ray - 2 Disc Award Edition
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    Wahnsinnig gut
    Rezension vom 06.07.2005
    Dass Jamie Foxx hier eine absolute Glanzleistung bringt, ist absolut unbestritten, um nicht zu sagen unbestreitbar. Wie auch der Gewinn eines Oscars für die beste männliche Hauptrolle (in diesem Fall - bei den Oscars kann man oft genug geteilter Meinung sein) unterstreicht. Er spielt nicht nur Ray Charles, er IST Ray Charles. Man hat niemals das Gefühl, als hätte man nicht den großen Musiker selbst vor sich.
    Wunderbar gespielt, wunderbar erzählt. Die Geschichte von Ray Charles ist nicht nur ein großer Film, sondern eine verdiente Hommage an ein ganz großes Musik-Genie. Authentisch und unverfälscht (wirkend), einfach ein unglaublich guter Film und eine DVD, die man einfach braucht!