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Meine Rezensionen

  • Verblendung
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    Viel zu überbewertet
    Rezension vom 10.06.2012
    Etwas verspätet bin ich den letzten Auswüchsen des Hypes gefolgt, der "Verblendung" in die höchsten Höhen der Bestsellerlisten katapultiert hatte. Die Verkaufszahlen sind astronomisch hoch und es gibt zwei Verfilmungen des Stoffes, eine davon mit nicht unbedeutenden Geldmitteln in Hollywood gezimmert. Und auf den ersten Blick erscheint "Verblendung" auch sehr interessant. Das deutsche Cover etwa ist sowas von superdramatisch. Ein Mann, dem von einem anderen in die Augen gepiekst wird. Unglaublich. Sowas muss man kaufen!
    Der Titel trägt dazu noch seinen Teil bei...Während das Werk im Schwedischen ganz einfach "Män Som Hatar Kvinnor" heißt, was sehr wohl dem Geist des Romans entspricht, wurde ihm vom deutschen Verleger der viel knackigere Titel "VERBLENDUNG" gegeben. 11 Buchstaben ohne (Sinn und Verstand) Bezug zum Roman. Aber dafür klingt es toller.
    Und dabei ist der ganze Hype nicht einmal gerechtfertigt.
    Mal ehrlich. Die Ermittlung in Sachen Harriet sind zwar recht interessant geschildert, und die ersten 200-300 Seiten trägt das ewig gleiche Konzept die Spannung noch leidlich. Allerdings geht die scheinbare Grundintention des Romans, eine Art Studie zum Thema Gewalt gegen Frauen zu liefern in unglaublich unglaubwürdigem Unsinn unter. (Und im miesen, gestelztem Sprachstil).
    Unglaubwürdig. So kann man den gesamten Roman beschreiben, vor allem die Protagonisten. Vor allem Kalle Blomqvist, dem sich alle Frauen freiwillig hingeben, auch Lisbeth Salander, die einzige wirklich interessante Figur des Romans. Sie ist sehr faszinierend, ja. Aber auf Dauer auch unglaubwürdig. Sie ist zu genial, kann zu viel am PC herumzaubern, kann ihre Umwelt zu perfekt manipulieren, täuschen, kann fliegen und Laserstrahlen aus den Augen schießen (Und trinkt definitiv zu viel Kaffee, dessen Konsum scheinbar in sämtlichen Lebenslagen eine erwähnenswerte Handlung darstellt).
    Das "Ende" des Romans, dass sich nach dem Tod des (absolut unglaubwürdigen) Serienmörders noch über 100 (!) Seiten total vorhersehbarer Handlungsstrangabklapperei und eine Art Weltreise hinzieht, kann getrost ausgelassen werden. Es ist so langatmig, schlecht geschrieben und will so hoch hinaus, dass es einen nur so schüttelt.
    "Verblendung" ist übrigens der erste Roman, den ich angeschrieen habe. Wirklich angeschrieen. Zu haarsträubend ist die aufgeblasene und -gesetzte Geschichte, zu schlecht gezeichnet sind die Characktere, als das man ernsthaft von einem gelungenem Roman sprechen kann.
    Fazit: Richtig, richtig Mies. Dennoch 2 Sterne für die Mühen und den vielen Kaffee.
  • Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen
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    Wirklich, wirklich schlecht
    Rezension vom 19.02.2012
    Ich habe mir diesen Film angeschaut.
    Vorurteilsfrei.
    Wollte mir meine eigene Meinung bilden. Das objektive Ergebnis:
    "Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen" ist eine biedere und reaktionäre Ansammlung von Vorurteilen und Stereotypen, was vor allen an der antiemanzipatorischen Rollenverteilung klar wird.
    Die (immer gleich vor sich hinstarrende) Protagonistin wird von diesem Superman-Vampir durch die Gegend gezerrt, ein selbstbestimmtes Leben oder einen eigenen Kopf scheint sie garnicht zu haben. Die Story dümpelt vor sich hin, so etwas wie echte "Romantik" existiert erst recht nicht - geschweige denn eine angemessene Charakterzeichnung. Und die Schauspieler sind größtenteils schlecht.
    Ein gutes hat der Film jedoch, und zwar die unfreiwillige Komik.
  • Battlestar Galactica - Staffel 2.1
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    Anspruchsvoll, gänzlich ohne Nerd-Faktor
    Rezension vom 19.02.2012
    "Battlestar Galactica" ist in meinen Augen eine der besten Serien, die jemals produziert wurden.
    Hierfür ist besonders die zweite Staffel symptomatisch:
    denn vor allem der Konflikt zwischen Adama und Cain stellt in dieser Hinsicht einen Beweis dar - und einen krassen Kontrast zur sonstigen Fernsehlandschaft. Was in der Folge "Pegasus" da auf den Bildschirm gezaubert wird, hebt sich in dramaturgischer, darstellerischer und fotografischer Ebene so deutlich von den üblichen Fernsehproduktionen ab, das man (gerade als Nicht-Science-Fiction-Fan) seinen Augen kaum trauen möchte.
    So spannend ist das Psychoduell inszeniert, so überzeugend ist das Szenario, dass man buchstäblich mitzittert.
    Denn gerade hierin ist die Serie vielen anderen weit vorraus.
    Trotz des knappen Budgets und des schwierigen (weil von Vorurteilen belasteten) Settings wird ein Realismus erzeugt, der seines gleichen sucht, sodass Themen wie Terrorismus (der Nachhall von 9/11 ist deutlich spürbar), Extremismus und Rassismus in einer beengten, klaustrophobisch wirkenden Umgebung packend behandelt werden, ohne dabei in irgendeine Art von Ideologie oder patriotischen Pathos abzudriften.
    Für eine Amerikanische Serie ganz erstaunlich ist auch die Kritik an Regierung und Staat, die immer wieder an die Oberfläche dringt.
    "Battlestar Galactica" ist soviel mehr, als der reißerische Titel von sich behauptet.
  • Live.Breathe.Build.Believe.
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    Irre Platte
    Rezension vom 19.02.2012
    Dieses Album ist eine echte Entdeckung.
    Merkwürdig, dass The Skints hierzulande sogut wie unbekannt sind, obwohl die Band einiges auf dem Kasten hat, wie "Live.Breathe.Build.Believe" unmissverständlich klar macht.
    Vornehmlich handelt es sich bei den Stücken um Ska und Reggae Kompositionen, die sich mit hintergründigen Texten und teilweise sehr anspruchsvoller Instrumentalisierung vom Skapunk-einerlei wohltuend abheben, wobei ein roter Faden erkennbar ist (nicht nur anhand der Übergänge zwischen den Stücken).
    Besonders der Gesang, das Toasting, die härteren Gitarrenparts, die mitreißenden Beats und die heftigen Bassläufen sind hervorzuheben.
    Also eigentlich Alles.
    Der melodische Sprechgesang verleiht den Stücken echtes Gänsehaut-Feeling und sorgt für Ohrwürmer, die einen noch Jahrelang begleiten können.
    Warum überhaupt kommt das Album in Deutschland jetzt erst raus?
    Für Leute mit Musikgeschmack jedenfalls "Pflichtlektüre".
  • Krieg der Welten
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    Interessanter Klassiker
    Rezension vom 19.02.2012
    "Krieg der Welten" ist zweifellos ein Klassiker der Science-Fiction.
    So oft wurde der Stoff schon adaptiert, sooft schon persifliert, das man die Geschehnisse zu kennen glaubt, ohne einen Blick in diesen Roman geworfen zu haben.
    Vor allem besticht die fast schon dokumentarisch wirkende Beschreibung des Lebens in England zu Beginn des 20.Jahrhunderts, wenige Jahre vor Ausbruch des ersten Weltkrieges.
    In dieses Leben fallen die Marsianer ein, legen Großbritannien in Schutt und Asche, versuchen das Land für sich urbar zu machen, wobei sie jedoch auf Gegenwehr von überraschender Seite stoßen.
    Wells demontiert in seinem durchaus kritischen Werk den "Alleinherrschaftsanspruch" des Menschen, beschreibt dessen Rolle als integralen, nicht weiter bedeutenden Bestandteil der Natur. Besonders interessant ist die (für die damalige Zeit) kritische Haltung zur Kolonialpolitik der Weltmächte.
    In dieser Hinsicht weißt "Krieg der Welten" beinahe schon satirische Züge auf; Großbritannien, eine der bedeutensten, mächtigsten Kolonialmächte, wird von Eindringlingen von "Außerhalb der Insel" überrollt und erst durch Zufall von diesen befreit - nachdem es vollständig zerstört wurde.
    Lesenswert.
  • Wolfskinder
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    Und er wird besser und besser und...
    Rezension vom 19.02.2012
    "Wolfskinder" ist, um es auf den Punkt zu bringen, KEIN Horrorroman. Und auch kein Thriller.
    Man könnte jetzt mit so tiefschürfenden Begriffen wie schwarzer Romantik oder Phantastik ankommen, aber auch die werden dem "Lindqvistschen" Erzählstil nicht wirklich gerecht.
    Wer bereits Erfahrungen mit Lindqvist-Romanen gemacht hat, der weiß was ihn erwartet:
    Eine melancholische, sehr gut konzipierte Erzählung in einem ruhigen Sprachstil.
    Und mit Splatter-Elementen.
    Klingt komisch, ist aber so. In der Beschreibung wird nichts beschönigt, wirklich garnichts.
    Was wie ein Gegensatz klingt, ist keiner, die Brutalität tritt hinter eine mitreißende Geschichte voller Mysterien und Fragen zurück:
    Wer ist Theres? Was bezweckt sie?
    Wie üblich liefert der Autor zahlreiche Anspielungen und Deutungsmöglichkeiten, ohne eine eindeutige Antwort zu geben.
    Besonders die sorgfältige Recherche fällt einem ins Auge. So gelingt Lindqvist eine vortreffliche Beschreibung der Musikindustrie (die schließlich vor allem in der Figur des Max Hansen persifliert wird) und der Schlagerbranche, die zum Ende hin von Theres und ihren "Jüngern" buchstäblich zu Kleinholz gehackt wird.
    Ein tiefgründiger, fesselnder Roman, der sich mühelos von Genregrenzen befreit.
  • Let me in
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    Eigenständige Neuinterpretation
    Rezension vom 19.02.2012
    Als ich von diesem ''Remake" hörte, drängte sich mir ein Gedanke auf:

    Offenbar können Amerikaner keine Untertitel lesen oder anderssprachige Filme einfach umsynchronisieren.
    Warum sonst sollte man den Roman "So Finster Die Nacht" nochmals verfilmen, wo der gleichnamige schwedische Arthouse-Horrorfilm doch bereits an der Grenze zur Perfektion war?
    Trotz meiner Befürchtungen, eine stumpfe Bild-für-Bild Kopie des Stoffes ertragen zu müssen, führte ich mir "Let Me In" zu Gemüte und war überrascht.
    In seinen Grundzügen existieren freilich Übereinstimmungen zu dem schwedischen Original. Auch die schwere, melancholische Stimmung (Die Roman und Film meiner Meinung nach so einzigartig machen) lässt sich hier wiederfinden.
    Allerdings handelt es sich durchaus um eine eigenständige Geschichte, eine gelungene Neuinterpretation des Romans, die jedoch einige zentrale Themen des Romans umschifft.
    So wird zwar mehr Augenmerk auf Horroreffekte gelegt (allerdings nie übertrieben), sodass sich "Let Me In" hier der Roman-Vorlage sogar weiter annähert als die schwedische Verfilmung, allerdings geschieht dies auf Kosten der Beschreibung der Beziehung zwischen Abby und Owen (den Pendants zu Eli und Oskar).
    Die Unklarheit am Ende des Romans und der schwedischen Verfilmung machten beide so einzigartig - in "Let Me In" wird von Anfang an klar und hart die Natur des Vampirs deutlich.
    Etwas schade, aber trotzdem ein schöner Film, der sehr viel horrorlastiger ist als die schwedische Verfilmung, die man übrigens ebenfalls sehen sollte.
  • Kalte Asche
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    Nicht schlecht
    Rezension vom 10.02.2012
    Man muss eines sagen:
    Spannend ist "Kalte Asche" auf jeden Fall, zahllose Storytwists sorgen für einige Abwechslung und dafür, dass dem Leser wirklich niemals langweilig werden dürfte.
    Allerdings wirkt für meinen Geschmack die Auflösung etwas zu konstruiert, denn hier hat es der Autor mit den Wendungen eindeutig übertrieben.
    Trotzdem empfehlenswert und teilweise recht anspruchsvoll.
  • So finster die Nacht
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    Der beste Roman seit Langem.
    Rezension vom 05.02.2012
    Ja, "So finster die Nacht" ist brutal. Ja, es gibt durchaus abstoßende Passagen, die in ihrer Grausamkeit kaum zu überbieten sind und ja, die Darstellungen sind explizit und beschönigen nichts. Und dennoch, trotz all der Brutalität, erzählt dieser Roman die mitreißendste, vielschichtigste und romantischste Geschichte, die ich jemals gelesen habe:
    Die Geschichte von Eli und Oskar, zwei ausgestossenen, einsamen Kindern, von denen eines "schon seit sehr langer zeit" zwölf Jahre alt ist.
  • So finster die Nacht
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    Wunderschön Und Mitreißend
    Rezension vom 31.01.2012
    Einer der schönsten Filme, die ich bisher gesehen habe, exzellent fotografiert mit einer berührenden Story.
    Zwar handelt es sich um einen Vampirfilm, jedoch hält sich der Horror (bis auf einige, blutige Ausnahmen) deutlich zurück. Der Fokus der Geschichte liegt auf der Beschreibung der Liebe zweier Ausgestoßener, wobei das Ende jedoch deutlichen Interpretationsraum zulässt.