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Iron Druid #4Rezension vom 06.06.2012Tricked ist der vierte Band der Iron Druid Chronicles von Kevin Hearne.
Atticus ist tot - zumindest glauben das die fünf Donnergötter, die sein Double umgebracht haben. Der echte Atticus hat unter falschem Namen die Stadt verlassen, um in Ruhe seine Schülerin Granuaile zum Druiden ausbilden zu können. Dumm nur, dass er vorher noch eine Schuld bei Coyote begleichen muss: der braucht Hilfe im Navajo-Reservat. Eigentlich kein Problem, wären da nicht eine angepisste nordische Göttin, ein Höllenhund, zwei wütende Skinwalker und mehrere Vampire, die Atticus so richtig tot sehen wollen...
Nach dem etwas schleppenden dritten Band zeigt Kevin Hearne in Tricked wieder, was er kann: eine interessante, komplexe Story so erzählen, dass der Leser einen Heidenspaß dabei hat. Atticus bezieht auch wieder von allen Seiten Prügel, aber der Druide wäre nicht so alt geworden, wenn er dem nichts entgegen zu setzen hätte. Allerdings stößt er diesmal (beinahe) an seine Grenzen. Atticus' treuer Wolfshund Oberon ist natürlich wieder mit von der Partie und sorgt mit seinen clever-naiven Kommentaren für Heiterkeit.
Leider werde ich bei Tricked jedoch das Gefühl nicht los, dass es sich "nur" um einen Füllband handelt, der die letzten losen Fäden zusammenbringen soll. Trotzdem, nach dem durchwachsenen letzten Band macht Tricked wieder richtig Spaß.
Die Iron Druid Chronicles: Hounded, Hexed, Hammered, Tricked, Trapped (erscheint Ende 2012) -
Sailor MoonRezension vom 30.04.2012Band 7 von 12 der Neuauflage des Kult-Mangas.
Die Death Busters, der aktuelle Feind, sammeln mehr und mehr Seelen und gewinnen immer mehr an Macht. Sailor Moon versucht, die neuen Sailor-Kriegerinnen Uranus, Neptun und schließlich auch Pluto auf ihre Seite zu ziehen, doch die drei wollen lieber alleine kämpfen. Dann gewinnt Sailor Moon neue Kräfte. Doch während die Death Busters Master Pharao 90 und Mistress 9 zu erwecken versuchen, müssen die Sailorkriegerinnen verhindern, dass Sailor Saturn erwacht - denn das würde die Zerstörung der Welt bedeuten
Der Manga ist (verglichen mit dem Anime) schon ein wenig gewöhnungsbedürftig - vor allem die Handlungssprünge sind verwirrend, bspw. wenn Usagi und Co. gerade noch zuhause sind und im nächsten Panel schon wieder ganz woanders. Auch für die "übermächtigen" Gegner reicht meist schon ein Zauber aus - da ist der Gegner besiegt ehe der Leser weiß was geschehen ist.
Hinzu kommt, dass die Story mit neun Kriegerinnen (Chibiusa mitgezählt) oft überladen wirkt und einzelne Charaktere zu kurz kommen. Wenigstens verzichtet der Manga auf das aus dem Anime bekannte "Monster der Woche" und die Erzählung schreitet zügig (wenn auch mit Sprüngen, s.o.) voran. Nur Haruka gefiel mir im Anime deutlich besser - dort lief sie stets wie ein Junge herum, im Manga sieht man sie einmal sogar in kurzem Top und Minirock. Das passt irgendwie gar nicht.
Ob die englische Übersetzung der Zaubersprüche nun gut ist oder schlecht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es klingt auf jeden Fall ungewohnt und unfreiwillig komisch, aber die deutschen Zauber klingen auch nicht unbedingt besser.
Fazit: Sailor Moon ist Kult, aber stellenweise gefällt mir doch der Anime besser als der Manga. -
Warum Katzen keine Eier mögenRezension vom 30.04.2012Die Figur des "Gestiefelten Katers" ist nicht nur aus den Märchen, sondern auch aus den Animationsfilmen um den grünen Oger Shrek bekannt. Jetzt bekommt der Kater, der sonst nur als Nebencharakter in Aktion trat, einen eigenen Film, in dem er glänzen kann - und das tut er.
Als der Kater erfährt, dass die beiden Raufbolde Jack und Jill Zauberbohnen besitzen, steht für ihn sofort fest: diese Zauberbohnen muss er stehlen. Nicht einmal, weil er es so sehr auf das Gold des Riesen bzw. seiner goldenen Gans abgesehen hat, nein: die Zauberbohnen zu finden ist sein Kindheitstraum gewesen. Denn der Kater ist ein Waisenkind, und er geriet auf die schiefe Bahn, als sein Jugendfreund, das Ei Humpty Dumpty, ihn verriet. Doch ehe der Kater die Zauberbohnen in die Pfoten bekommt, bekommt er es mit Konkurrenz zu tun: noch jemand anderer ist hinter den Bohnen her
"Der gestiefelte Kater" bietet eine lustige und spannende Geschichte; ich als Mittzwanziger fühlte mich wunderbar unterhalten. Der Film bietet zudem wunderschöne Animationen - hier zeigen die Macher des Films, was sie können, sei es in dem riesigen Schloss oder wenn Kater und Kitty im Dienstagabendtanzwettstreit miteinander "kämpfen".
Verglichen mit Shrek fehlt bei diesem Film jedoch der bissige Humor.
Die DVD enthält ein Interview mit den amerikanischen Sprechern, entfallene Szenen sowie den Kurzfilm "Die drei Diablos", in dem der Kater einen gestohlenen Rubin wiederfinden muss und dabei härtester Konkurrenz ausgesetzt ist.
Trailer machen sich rar, es gibt gerade einmal zwei Stück. Einen Audiokommentar o.ä. habe ich auch nicht gefunden.
Fazit: genial gemacht! -
Cowboys. Aliens.Rezension vom 30.04.2012Irgendwo im Wilden Westen: Jake Lonergan erwacht mitten in der Wüste. Er hat sein Gedächtnis verloren, trägt dafür aber einen breiten Metallring am Arm, der sich nicht lösen lässt. Noch während er im nahen Wüstenkaff zu erkunden versucht, wer er ist, wird er vom Sheriff festgenommen - und dann greifen außerirdische Raumschiffe an und entführen Menschen. Jake, der örtliche Viehbaron und eine Handvoll anderer machen sich auf die Suche nach den Entführten - und nach Jakes Vergangenheit.
Klingt ja erstmal ganz gut (warum sollen die Aliens immer nur im Jetzt landen?), aber die Umsetzung will mir einfach nicht gefallen.
Gleich zu Beginn des Films wird Lonergan angegriffen und tötet seine Angreifer in einem Anfall von Wut - okay, hier heißt es töten oder getötet werden, aber als Vorstellung des Hauptcharakters ist diese Szene schlicht unpassend, da Lonergan hier als Schläger definiert wird. Dadurch konnte ich für ihn auch im späteren Handlungsverlauf wenig Sympathie oder Mitgefühl aufbauen.
Die Aliens sind genial animiert, so richtig schon nichtmenschlich - nur leider sieht man sie erst gegen Ende des Films im Hellen, vorher immer nur im Dämmerlicht oder als Schatten in der Nacht. Aber dass einer der anderen Charaktere sich als ein anderes Alien entpuppt, das nur diese Gestalt angenommen hatte und wiederauferstehen kann, ist für meinen Geschmack einfach zuviel Fantasy in einem Film, der (auch) die brutale Welt des Wilden Westens darstellen will. Aliens, kein Problem. Cowboys, kein Problem. Wiederauferstehende Aliens mit Rachegelüsten? Puuh.
Da können auch Daniel Craig und Harrison Ford als Hauptdarsteller nichts reißen, die, so habe ich das Gefühl, ständig versuchen, einander die Show zu stehlen.
Zudem hätte Cowboys & Aliens ein wenig mehr Humor vertragen können. Ach ja, und etwas mehr Logik darf man auch bei Popcornkino erwarten: ein galoppierendes Pferd vermag eines der Alien-Schiffe einzuholen, und wie der Schaufelraddampfer mitten in die Wüste kommt, erfahren wir auch nicht (sollen die Aliens den da geparkt haben?!).
Fazit: nette Idee, kann man sich angucken, aber richtig gut ist Cowboys & Aliens nicht. -
Avatar - Es geht weiter... !Rezension vom 30.04.2012"The Promise" ist ein Graphic Novel, der die Geschichte der TV-Serie "Avatar - Herr der Elemente" weitererzählt. Es soll zwei weitere Bände geben.
Nachdem Frieden eingekehrt ist, herrscht Zuko als Feuerlord. Doch als er mit dem Erdkönig vereinbart, dass die Kolonien der Feuernation abgezogen werden sollen, muss er feststellen, dass nicht jeder damit einverstanden ist. Schon bald sieht sich auch Aang gezwungen, wieder als Avatar einzugreifen
"The Promise" bietet ein Wiedersehen mit den bekannten und liebgewonnenen Helden - jeder hat mindestens einen kurzen Auftritt. Die Zeichnungen sind akkurat und sehen aus, als wären sie aus der Serie entnommen worden. Doch die Geschichte ist viel zu schnell abgehandelt: natürlich ist dieser Band nur der erste von dreien, aber nach der Lektüre der knapp 80 Seiten hat man das Gefühl, gerade mal die ersten fünf Minuten einer TV-Episode gesehen zu haben.
Ich hätte vielleicht warten sollen, ob die drei Bände nicht im Anschluss als Sammelband veröffentlicht werden. So hängt man mitten in der Geschichte und muss auf den nächsten Band warten.
Fazit: sehr gut, aber viiiiel zu kurz.
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DrachentanzRezension vom 30.04.2012A Dance with Dragons ist der langerwartete fünfte Band der Fantasy-Saga "Das Lied von Eis und Feuer" (Song of Ice and Fire), die derzeit auch als Fernsehserie verfilmt wird.
A Dance with Dragons spielt etwa zeitgleich mit dem vierten Band der Reihe, A Feast for Crows; jedoch sind die beiden Bände nach Charakteren und Handlungsschauplätzen aufgeteilt. Das ist jedoch das große Problem von Dance: die Erwartungen der Fans und Leser waren vor Veröffentlichung fast unendlich weit hochgeschraubt, doch anstatt im fünften Band Neues zu erfahren, bekommt man doch im Grunde nur das, was schon aus Band vier bekannt ist. Denn was in Feast am Rande erwähnt wurde, wird hier noch einmal ausführlich behandelt (und umgekehrt).
Da in Feast (das ich vor ca. vier Jahren gelesen habe) viele Charaktere aus Dance gar nicht vorkommen, fiel es sehr schwer, sich wieder in die Handlung einzufinden - bei Daenerys beispielsweise ist es fast unmöglich, die ganzen Nebencharaktere mit ihren seltsamen Namen auf die Reihe zu bekommen. Da hätte vielleicht ein Re-Read nicht geschadet, aber ich habe wenig Lust, vor jedem neuen Band die alten Bücher aufs Neue zu lesen.
So liest sich Dance auch nicht als durchgehender Roman, sondern mehr als Aneinanderreihung von einzelnen Handlungsabschnitten - wie man von A nach B kam, wird entweder sehr ausführlich beschrieben oder kurzerhand übersprungen. Gerade bei Jon fällt dies extrem auf - eine junge Frau sucht Schutz an der Mauer und wird im nächsten Kapitel gleich verheiratet - aber auch bei Tyrion, der während seiner gesamten Kapitel eher reagiert als agiert und von einem Ort zum nächsten geschubst, gesegelt oder anderweitig transportiert wird. Und am Ende kommt er doch nicht wirklich da an, wo er hin wollte/sollte.
Große Geheimnisse werden in Dance nicht gelüftet, nur wenige Fragen beantwortet und die Anderen machen sich immer noch rar. Endlich kommt der Winter wirklich und es wird nicht immer nur darüber geredet - aber es ist schon verwunderlich, wenn es nach dem Ende eines Schneesturms heißt, es würde wärmer.
Dafür stehen zwei Totgeglaubte wieder auf - der eine sehr gut und eindringlich beschrieben, der andere, deutlich Wichtigere, jedoch ziemlich unspektakulär und eher am Rande. Schade, dass dieser zweite Totgeglaubte keinen POV hat, d.h. es wird kein Kapitel aus seiner Sicht beschrieben - dabei ist sein Auftauchen die große Überaschung von Dance und dürfte dem Bürgerkrieg in Westeros eine neue Richtung geben.
Erst am Ende nimmt Dance wieder ein wenig Fahrt auf, wenn einige der Handlungsstränge aus Feast aufgegriffen werden - nur um dann wieder fallengelassen zu werden, weil jetzt das Buch aus ist. Müssen wir wieder fünf Jahre auf die Fortsetzung warten?
Fazit: die Kapitel sind, für sich genommen, wie immer eindrucksvoll und bildlich beschrieben - aber als ganzes vermag Dance leider nicht die Erwartungen zu erfüllen. Ich habe mehrere Wochen für das Buch gebraucht. Meine Hoffnungen setzte ich auf den sechsten (und vorletzten?) Band, The Winds of Winter. -
Runaways #2Rezension vom 25.04.2012Runaways - Teenage Wasteland ist der zweite Sammelband der Runaways-Comics.
Nachdem die sechs Kinder herausgefunden haben, dass ihre Eltern Oberbösewichter namens The Pride sind und jeder von ihnen übernatürliche Kräfte oder Waffen hat, haben sie Zuflucht in einem halb zerfallenen Hotel gesucht. Nico, Alex, Chase, Molly, Gert und Karolina wissen noch nicht ganz, was sie nun tun sollen; dann begegnen sie einem Jungen namens Topher, den seine Eltern zum Stehlen zwingen und der die kleine Gemeinschaft schnell durcheinanderbringt In der zweiten Hälfte des Sammelbandes begegnen die Runaways zwei Helden aus dem Marvel-Universum, die unter einem falschen Vorwand damit beauftragt wurden, die Runaways zu finden und zurück zu bringen. Und dann gibt es noch einen Verräter in ihren Reihen
Der zweite Sammelband führt die Geschichte dort weiter, wo sie im ersten Band endete. Die Fortsetzung ist gut gemacht, die Handlung logisch (für Superhelden) und spannend. Nur leider lernt man die Kids nicht weiter kennen, ihr jeweiliger Charakter wird nicht weiter ausgebaut - am Anfang gibt es zwar einige Versuche, die Kinder dem Leser näher zu bringen, aber die sind schnell abgehandelt - wohl auch, weil die Zielgruppe mehr auf Action als auf psychologische Studien steht. Trotzdem ist Runaways nichts für kleine Kinder: die Geschichte ist düster, die Gegner (= ihre eigenen Eltern) bedrohlich und gefährlich. Wer etwas älter ist, dürfte an Runaways allerdings seinen Spaß haben, da die Superhelden hier noch verhältnismäßig bodenständig bzw. nicht allzu sehr abgehoben sind.
Ein Punkt Abzug für das Buch selber: bei meinem Exemplar lösen sich die Seiten vom Einband, einige sind sogar schon lose. Schlecht gemacht, ist mir aber auch schon bei deutschen Comics passiert.
Der nächste Band heißt "The Good Die Young" und dürfte wieder für spannende Unterhaltung sorgen. -
AvatarRezension vom 20.04.2012Avatar: The last Airbender (dt. Avatar - Herr der Elemente) ist eine amerikanische Zeichentrickserie im Stil japanischer Anime, die insgesamt 61 Episoden in 3 Staffeln umfasst und es weltweit zu Erfolg brachte.
In "The Art of the Animated Series" wird die Entstehungsgeschichte der Serie geschildert: mit Hilfe von Interviews, Skizzen, Promotion-Bildern erzählen Michael Dante DiMartino und Bryan Konietzko (die Schöpfer der Serie), wie sich Ideen, Figuren und Schauplätze entwickelten. Es gibt auch immer kurze Texte zu den einzelnen Episoden, in denen die Entwicklung der neuen Charaktere oder die Inspiration für Orte erklärt werden. Das Buch ist nicht nur interessant geschrieben, sondern auch sehr schön umgesetzt: alle Bilder sind (bis auf Skizzen) in Farbe, das Papier ist hochwertig und das Buch selbst als Hardcover gebunden. Allerdings findet man keinen Episodenführer oder Charakterguide.
Fazit: interessantes Gimmick für Fans der Serie, die sich einen Blick hinter die Kulissen wünschen
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Parasol Protectorate #1Rezension vom 20.04.2012Der Manga Soulless ist die Umsetzung des gleichnamigen Romans von Gail Carriger.
London, Ende 19. Jahrhundert: Alexia Tarabotti ist die Tochter eines verstorbenen Italieners und noch unverheiratet - und obendrein seelenlos, d.h. bei ihrer Berührung verwandeln sich Vampire und Werwölfe wieder kurzzeitig in Menschen. Das Leben ist schon schwer genug, da wird Alexia von einem Vampir angegriffen und pfählt ihn - versehentlich, versteht sich. Plötzlich interessiert sich die gesamte übernatürliche Bevölkerung Londons für Alexia
Der Manga setzt die Romanvorlage treffend und zielsicher um. Die Charaktere sind nett anzuschauen, stellen die Personen gut und erkennbar dar - wobei ich mir den einen oder anderen natürlich ganz anders vorgestellt habe. Im Manga sind die Hauptpersonen nämlich alle jung, schlank und gutaussehend - Lyall müsste deutlich älter sein und Alexia etwas fülliger (das soll wohl der übertriebene "Vorbau" wieder wettmachen). Auch Lord Akeldama wird ziemlich übertrieben und viel zu jung dargestellt. Trotzdem macht das Lesen Spaß. Man braucht nicht das Buch gelesen zu haben um den Manga zu verstehen (obwohl ich die Vorlage nicht mehr 100%ig im Gedächtnis hatte, konnte ich der Erzählung problemlos folgen).
Das Englisch im Manga ist deutlich einfacher als in der Vorlage, da die "verschwurbelten" Beschreibungen und Wortspiele größtenteils entfallen; trotzdem muss man auch hier mit seltsamen Vokabeln wie "treacle tart" oder "spinster" rechnen, die aber in jedem Wörterbuch stehen.
Fazit: Wer mag Soulless? Wer mag Mangas? Kaufen!
Soulless Band 2 (= Umsetzung von Changeless, dem zweiten Band der fünfbändigen Romanreihe) soll Ende des Jahres erscheinen. -
Die drei MusketiereRezension vom 20.04.2012Die Story ist altbekannt: der junge D'Artagnan kommt nach Paris, um sich den Musketieren anzuschließen - die nicht mehr das sind, was sie einmal waren. In Paris intrigiert der böse Kardinal Richelieu gegen den unerfahrenen König, Milady de Winter spielt ein doppeltes Spiel und ein Krieg mit England scheint unvermeidbar.
Ich bin nicht allzusehr mit der Geschichte der drei Musketiere vertraut, kenne den Stoff nur aus den diversen Verfilmungen, die sicher selbst das eine oder andere hinzuerfunden oder weggelassen haben. Daher kann ich nicht beurteilen, die werkgetreu diese Verfilmung ist. Als eigener Film an sich macht sie jedoch Spaß, vermischt munter das 17. Jahrhundert mit ein bisschen Steampunk (Luftschiffe) und Indiana Jones (die Schatzkammer zu Beginn). "Die drei Musketiere" ist schon mehr Fantasy als Historienfilm, da wird geflucht, gekämpft und spätestens wenn Milady sich in Mission-Impossible-Manier vom Dach abseilt ist klar: dieser Film will unterhalten und nicht bilden.
Die Kampfszenen sind gut choreographiert, die Effekte (z.B. die Luftschlacht) überzeugen und über das eine oder andere kleine Logikloch sind man dann gnädig hinweg. Wenn der Film nur ein wenig lustiger wäre - der Großteil des Humors kommt aus albernen Dialogen oder albernen Situationen. Und das Ende setzt prompt die Weichen für eine Fortsetzung (die ich mir allerdings nicht angucken würde).
Die Schauspieler machen ihre Sache ganz annehmbar, aber außer den Bösewichten kann keiner wirklich glänzen. Die Musketiere sind blass, eindimensional; ihr Leibdiener ist nur als Comic Relief dabei, wohl damit die Jüngeren was zu lachen haben; Logan Lerman passt besser zum D'Artagnan als zum Percy Jackson, er stellt den Charakter mit richtig genialer Frechheit dar, sieht aber so sehr nach Milchbubi aus, dass es wehtut. Dementsprechend wirkt auch seine Lovestory einfach nur unpassend.
Als Bonus gibt's auf der DVD u.a. verschiedene Trailer, ein Making of und Interviews.
Fazit: bunte Fantasy-Action für zwischendurch, aber mehr auch nicht. Ich gucke lieber wieder "Der Mann in der eisernen Maske"












