Rezensent im Portrait

aus Wien

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Über mich
bin eine Mutter aus Wien, lese in jeder freien Minute (also immer wenn mein Sohn gerade im Bett ist) Bücher aller Art und bin total verrückt nach Serien.

Meine Rezensionen

  • Gilmore Girls - Staffel 1
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    Suchtgefahr
    Rezension vom 24.05.2008
    Lorelai Gilmore (Lorelai Victoria) und ihre 16-jährige Tochter Rory (Lorelai Leigh) leben in einer Kleinstadt in Connecticut, in der Lorelai ein Hotel leitet. Eines Tages kommt die Zusage, dass Rory an der renommierten Privatschule Chilton aufgenommen wird. Die Freude bei Lorelai ist zunächst riesengroß, da sie ihrer Tochter die Ausbildung ermöglichen möchte damit Rory später an der Harvard University studieren kann. Lorelai kann sich aber die Gebühren der Chilton nicht alleine bezahlen und fragt daher ihre reichen Eltern, Richard und Emily Gilmore, zu denen das Verhältnis nicht besonders gut ist, da sie es Lorelai noch nicht verziehen haben, dass sie mit 16 schwanger wurde und ihre Hilfe ablehnte, um ein Darlehen. Emily Gilmore stimmt unter einer Bedingung zu: die beiden Gilmore Girls müssen jeden Freitag zum Abendessen kommen und einmal wöchentlich anrufen. Lorelai stinkt die ganze Sache, aber für Rory ist es eine gute Gelegenheit ihre Großeltern besser kennenzulernen.
    Am letzten Tag an der Stars Hollow High lernt Rory Dean kennen, ein großer gutaussehender Junge der neu in der Stadt ist. Rory überlegt ernsthaft doch nicht auf die Privatschule zu gehen und so erleben wir schon den ersten Streit der sonst so harmonischen beiden Gilmore Girls. Der Schulwechsel verläuft für Rory nicht ganz ohne Probleme, sie wird von anderen Schülern nicht akzeptiert und hat auch Probleme dem hohen Leistungsniveau zu folgen, obwohl sie eine sehr kluge und fleißige Schülerin ist. Außerdem muss sie wegen des Schulwechsels mitten im Schuljahr sehr viel verpassten Stoff nachholen und hat mittlerweile echte Zweifel ob die Entscheidung die Richtige war.
    Wie aus dem Nichts taucht dann auch noch Rory´s Vater Christopher auf. Lorelai wollt ihn nicht heiraten als sie mit 16 schwanger wurde und möchte auch jetzt nicht mit ihm zusammen sein. Luke von Luke´s Diner hat ebenfalls Interesse an der hübschen und nicht redefaulen Lorelai doch Luke´s alte ehemalige Freundin Rachel taucht plötzlich in Stars Hollow auf und es scheint so als würden die beiden einen Neustart riskieren wollen. Rachel verlässt Stars Hollow allerdings wieder und als sie sich von Luke verabschiedet gibt sie ihm noch einen guten Rat, er solle sich nicht all zu lange Zeit lassen um Lorelai seine Liebe zu gestehen.
    Lorelai lernt allerdings zwischenzeitig Max Medina kennen, er ist Rory´s Englischlehrer auf der Chilton. Sie beginnen eine Beziehung, beenden diese jedoch ganz schnell wieder da der Wirbel um diese Beziehung zu belastend ist. Am Ende der ersten Staffel macht Max Lorelai jedoch einen Heiratsantrag.
  • Ein guter Jahrgang
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    Kauftipp
    Rezension vom 26.08.2007

    "Sie haben ihren Killerinstinkt verloren". Die Worte seines Chefs treffen Max Skinner tief. Er, der sich als Top-Finanzgenie im Londoner Management sieht, einen Riesendeal an der Angel zu haben glaubt, wird auf miese Art ausgebootet. "Besser aufrecht zu sterben als geduckt zu leben" sagt er sich, kündigt mutig trotz Rechnungen und Mahnungen. Da kommt ein Brief aus Frankreich, wo sein Onkel ein riesiges Weingut hat.

    Wer noch in Urlaub fährt oder sich einige unterhaltsame Stunden mit Ferienflair gönnen will, der liegt hier richtig. Eine amüsante Geschichte rund um guten Wein, prächtige Weinberge und Liebeleien unter französischer Sonne. Natürlich nicht ohne Intrigen, Doppeldeutigkeiten, Verwechslungen und verzwickte Situationen. Auch nicht ohne Klischees und Banalitäten, aber es sind nun einmal die bekömmlichen Zutaten, aus denen ein leichter literarischer Urlaubscocktail gemixt ist.

    "Es gibt fünf Schritte, die den entscheidenden Unterschied zwischen der Kunst des Trinkens und dem Akt des bloßen Schluckens ausmachen". Max, der Erbe des Weingutes wird, vertieft sich in die Philosophie des Rebensaftes und kann schnell selbst einen edlen Tropfen von "pipi de chat" unterscheiden. Schnell kommen Romantik und verzauberndes Lokalkolorit ins Spiel, fühlt man sich involviert in eine filmreife Geschichte, in der es aber nicht nur amourös zugeht, sondern Neid, Konkurrenzkampf und Verschwörungen für Spannung und Tempo sorgen. Lebendig und temperamentvoll die Situationen und Dialoge, kein Wunder, dass mit südländischer Leidenschaft die knapp 300 Seiten wie im Flug vergehen. Dort, wo der Autor zu Hause ist, spielt auch sein Roman, in der Provence, es wird Boule gespielt, geflirtet und guter Wein getrunken.

    "Kauf dir eine Baskenmütze!...Lern Traktor fahren! Mach dir zur Abwechslung einmal die Hände schmutzig", wird Max von seinem Freund angespornt. Fast hat man das Gefühl, der Autor ermuntert einen selbst: aussteigen, neu anfangen, einmal noch etwas ganz anderes tun. Das trifft auf angenehme und kurzweilige Art tiefe Sehnsüchte.
  • Geheimnisse eines französischen Bäckers
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    Kauftipp
    Rezension vom 26.08.2007
    Der Schriftsteller und Gourmet Peter Mayle würdigt mit diesem gelungenen kleinen Büchlein das handwerkliche Können seines Freundes Gerard Auzet. Dieser kreiert in Cavaillon, einer Stadt , die etwa eine Dreiviertelstunde Fahrtzeit von Avignon entfernt liegt, feine Backwaren und zwar bereits in der vierten Generation. Mit seinen Produkten hat er sich überregional einen legendären Ruf erworben. Er zählt in Frankreich zu den Stars der Bäckerszene und erhielt beim diesbezüglichen Grandprix den Titel "Meilleur Ouvrier France".
    Baguette ist heute noch das beliebteste Brot und gewissermaßen ein Wahrzeichen Frankreichs. Man sollte es möglichst frisch essen, denn es bleibt nie länger als vier bis fünf Stunden knusprig. Bei Gerard Auzet werden die Laibe immer noch von Hand gegestellt. Mayle berichtet ausführlich wie die Baguettes und andere Backwaren entstehen. Welches Mehl man dazu verwendet, in welchen Öfen gebacken wird und womit die diagonalen Kerben auf der Oberseite des Brotes angebracht werden, bleibt dem Leser nicht länger verborgen.
    Immer wieder stößt man im Text auf kleine separte Anekdoten, Geschichten und Empfehlungen wie etwa dieser:
    " Wenn Sie das ungute Gefühl haben, dass bei Ihnen im Augenblick alles schief läuft, wie verhext, finden Sie das Gegenmittel in der nächsten Bäckerei. Wickeln Sie ein Stück Brot in eine saubere weiße Serviette und schenken Sie es der erstbesten Person, der Sie am Morgen begegnen. Damit wird der Bann gebrochen."
    Damit das Brot erstklassig , gesund und frisch auf den Tisch kommt, benötigt man einige grundlegende Küchenutensilien - Mayle benennt sie- und man muss in der Lage sein bis 56 zu zählen, da die Gesamtzahl aller Komponenten, die das Brot " nobles, sains et frais" machen, immer 56 Grad ergeben muss.
    Zutaten für Auzets Spezialitäten sind Oliven, Zwiebeln, Knoblauch, Safran und Knoblauch. Der Autor lässt den Leser wissen, weshalb durch diese Ingredenzien das Brot den letzten Kick bekommt.
    Rezepte für Baguettes, Boules und Batards, für Pain au Lait, Fougasse, aber auch für Croissants werden ausführlich geschildert und man lernt Leckereien der Bäckerei Auzet, wie etwa Pain au Thym, Pain aux Abricots et Noisettes, , Pain au Roquefort und Pain a L`Ail näher kennen.
    Die Erfindung des Croissants lässt sich übrigens auf das Jahr 1683 zurückdatieren.
    Wiener Bäcker haben dieses Produkt entwickelt. Es stellt eine kleine Mondsichel dar, die an die Türken erinnern soll, die von den Österreichern einst besiegt worden waren. Die moderne Form des Mini- Brotes, seit 1920 aus Blätterteig gemacht, gilt als besonders delikate französische Spezialität.
    Mayle gibt Tipps welcher Wein zu welchem Brot gut mundet und empfiehlt u.a. zu Knoblauchbrot Bandol, zu Brot mit grünen und schwarzen Oliven Cahor,zu Roquefortbrot Sauterne und zu Fischerbrot Tavel Rose.

    Eine kurzweilige Lektüre, die Ihnen nicht nur viele Infos rund ums französische Brot liefert, sondern Ihnen sogar noch verrät wie zwischen Menschen gutes Einvernehmen hergestellt werden kann. Was will man mehr!!!
    Lesen Sie bitte selbst oder verschenken Sie das Buch. Es lohnt sich!
  • Todsünde
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    super Geschichte, ...
    Rezension vom 26.08.2007
    Tess Gerritsens Thriller Todsünde beginnt mit einem Paukenschlag. Detective Jane Rizzoli und die Pathologin Maura Isles werden in ein Nonnenkloster gerufen, in dem eine Novizin brutal erschlagen und eine weitere Ordensschwester schwer verletzt wurde. Die Polizistin und die Medizinerin sind zutiefst geschockt. Dagegen erscheint der Fund einer weiteren Frauenleiche fast schon wie Routine - bis zur Obduktion...

    Mit hochspannenden Thrillern wie Der Meister und Die Chirurgin hat sich Tess Gerritsen in die erste Liga der amerikanischen Spannungsautoren geschrieben. Die Erwartungen sind dementsprechend gestiegen, doch Gerritsen meistert souverän und routiniert die Anforderungen ihrer Leserschaft. Zuweilen bringt sie zu bemüht und ausführlich das Privatleben ihrer Heldinnen in die Handlung ein. Da sie jedoch nie den Handlungsfaden aus den Augen verliert und ihr der Aufbau eines exzellenten Spannungsbogens gelingt, mag dies als wirklich lässliche Sünde gelten.

    Zur Handlung: Die Polizisten Rizzoli und Frost müssen sich mit dem scheußlichen Mord an einer jungen Ordensschwester herumschlagen. Ein weiteres Opfer erliegt bald darauf seinen schweren Verletzungen. Richtig Fahrt gewinnt die Handlung, als die Obduktion der Novizin zeigt, dass diese kurz zuvor ein Kind geboren haben muss. Aber wo ist das Neugeborene und wer ist der Vater? Der einzige Mann, der Zugang zum Kloster hat, ist Pater Brophy, ein überaus charismatischer Priester, der die Nonnen seelsorgerisch betreut. Der grauenhafte Fund einer weiteren Frauenleiche vermag Rizzoli zunächst nicht von den toten Schwestern abzulenken. Doch auch hier bringt die Obduktion der Ermordeten durch Dr. Isles Erstaunliches ans Licht - das Opfer litt an Lepra. Im Zuge ihrer Ermittlungen keimt in Rizzoli und Isles der Verdacht auf, dass beide Verbrechen in Verbindung stehen.

    Das Kloster in Tess Gerritsens Roman ist kein heiliger Ort mehr, sondern ein durch schreckliche Geschehnisse und Verwicklungen entweihtes Gemäuer. Gerritsen vermag die düstere Atmosphäre des Ortes überaus spürbar zu machen. Durch ständige Wechsel der Perspektive erhöht die Autorin gekonnt den Spannungsdruck und sorgt dafür, dass jede der fast 400 Seiten des Buches den Leser in Atem hält. Wirklich tolle Unterhaltung!
  • Dreh dich nicht um
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    Spannend bis zum Schluß!!!
    Rezension vom 26.08.2007

    „Finde ihn“, das sagt die schwer verletzte, hoch schwangere und mit dem Tod ringende Tessa zu ihrer Schwester Sara. Sara Linton, Gerichtsmedizinerin, wurde soeben zur Leiche eines toten Studenten gerufen und während sie versucht die Frage Mord oder Selbstmord zu klären, wird ihre Schwester von einem Unbekannten brutal überfallen.

    Für Sara und ihren Exmann, den Polizeichef Jeffrey Tolliver wird es weitere zunächst dubiose Todesfälle geben. Haben rassistische Schmierereien etwas damit zu tun, steckt ein Rechtsradikaler dahinter? Ein Wahnsinniger? „Wahrscheinlich ein paar durchgeknallte Kids aus dem Norden, die es lustig finden, hier unten auf Südstaatler zu machen.“ Und welche Rolle spielt die alkoholkranke Lena, die unter den Folgen einer brutalen Vergewaltigung leidet, früher in Jeffreys Team arbeitete und nun für die Campus-Polizei ermittelt?

    Als „Shooting Star der Thrillerszene“ wird die Amerikanerin mit dem Hang zu Mord und Totschlag bezeichnet, und in der Tat, sie schreibt die kriminalistische Kost, von der hungrige Krimi-Leser nie genug kriegen können. Wenn auch nicht mit so feiner Feder wie bei Donna Leon geschrieben, so stark persönlich zeichnend wie Henning Mankell, so charmant mediterran verführend wie es bei Camilleri zugeht, so fasziniert Karin Slaughter dennoch: plakative Tatsachen, nüchterne Fakten, gründliche Ermittlungen. Dies alles Schritt für Schritt, logisch, überschaubar, nachvollziehbar. Ein sauber geschriebener Thriller mit Spannung pur.

    Jeffrey, Sara und Lena, die drei Hauptpersonen, sie agieren und recherchieren wenn auch nicht immer gemeinsam, so doch für den Leser perspektiv- und abwechslungsreich. Das läßt keine Ermüdung aufkommen, auch nicht über 460 Seiten. Klare Sache: amouröse Schwingungen verschaffen zwischen all der Spannung kurz Zeit zum Atem holen: Jeffrey ist Saras Ex-Mann, na, ob's wirklich so ist? „Wenn es um Jeffrey ging, versagte ihr logisches Denken“

    Da paßt lange Zeit irgendwas ,nicht ins Bild`, da ist immer wieder irgendetwas ,nicht ganz sauber` und nur soviel ist klar: „Es muß eine Verbindung geben.“ Und dann: „Wir haben noch eine Leiche.“ Ein Fall, der sich geradewegs so entwickelt, dass der Weg in die Bestsellerliste bereits absehbar ist.