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Meine Rezensionen

  • Dein gerettetes Leben
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    Wege zur Befreiung
    Rezension vom 27.07.2008
    "Dein gerettetes Leben" stellt eine Art Vermächtnis Alice Millers dar. Es ist vielleicht das wichtigste ihrer Bücher, da es nicht nur ihre Erkenntnisse über die Ursachen und Folgen der Kindesmißhandlungen präsentiert, sondern auch die Möglichkeiten ihrer Bewältigung durch eine veränderte Form der Kommunikation aufzeigt, die sich eindeutig und kompromißlos auf der Seite des Kindes engagiert.
  • Lektüreschlüssel zu Patrick Süskind: Das Parfum
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    sehr hilfreich
    Rezension vom 26.07.2008
    dieses kleine büchlein beinhaltet alle wichtigen informationen die man über dieses buch wissen muss.ich hab "das parfum" zwar gelesen, aber auch wenn man es nicht gelesen hat versteht man den zusammenhang, denn der inhalt ist knapp und präzise zusammengefasst.
    es werden einzelne personen charakterisiert und hintergrundinformationen über epoche und schriftsteller sind auch gegeben.
  • Der Augenblick der Liebe
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    Hunger nach Leben
    Rezension vom 01.07.2008
    Ist es der Erlebnishunger älterer Männer, der sie in die Arme junger Frauen treibt? Wird Mann schon von einem Häppchen Liebe satt - vom Augenblick der Liebe? In Martin Walsers Roman „Der Augenblick der Liebe" gibt es keine eindeutigen Antworten auf diese Fragen. Aber zum Mitfühlen bleibt Raum. Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte ergibt sich schon aus dem Inhaltsverzeichnis: die vier Kapitel heißen Kommen aber gehen, Zusammenfinden, Auseinanderkommen, Kehre.

    Eine wunderbare Geschichte über die Liebe und gleichzeitig ein schönes Stück über den in Deutschland gar nicht so bekannten Philosophen La Mettrie. Am Ende des Buches bemerken ältere Herren, dass die Liebe zu jungen Mädchen nicht unangestrengt passiert, junge Mädchen spüren, dass die Jugend nicht alles gewinnt, Ehefrauen sind zufrieden darüber, wie sich alles zum Guten fügt und alle zusammen sind vielleicht neugierig geworden auf den Philosophen La Mettrie.

    Martin Walser schreibt in einer altmodischen, literarischen Sprache - Gott sei Dank. Das bedeutet aber nicht, dass die Themen in einer altmodischen Art aufgenommen oder bewertet würden. Ganz im Gegenteil: seine Geschichte ist eine moderne, schnelle Geschichte. Wirklich schade, dass sie auf diesen 250 Seiten Platz gefunden hat. Man könnte noch ein paar hundert Seiten weiter lesen.
  • Ein fliehendes Pferd. Großdruck
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    Super
    Rezension vom 01.07.2008
    Ein ruhiges Urlaubsdomizil am Bodensee. Seit Jahren schon pflegt Oberstudienrat Helmut Halm zusammen mit seiner Frau Sabine hier seinen Urlaub zu verbringen. Es sind diese vier Wochen im Sommer, die es Halm einmal im Jahr erlauben, dem alltäglichen Trott zu entfliehen und mal ganz er selbst zu sein. Und dann steht da plötzlich dieser Klaus Buch vor ihm, dieser ehemalige Schul- und Studienfreund, der so anders ist als Helmut, jung, aktiv, lebensfroh, der von dessen angestammten Urlaubsort so spricht: "Das ist schon ein Scheißsee. (...) Das sei vielleicht was für Opas, in deren Wipfeln Ruh ist. Jetzt schau dich doch einmal um, diese Gegend, eingeschlafen für immer. Ich schwör' dir. Hier geht nichts mehr. Wir sind im Totenreich. Farbloses farblos im Farblosen."

    Nicht segeln, nicht schwimmen oder Rad fahren - alles was er sich für diesen Urlaub vorgenommen hat, ist die fünfbändigen Tagebücher des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard zu lesen. Auch wenn er letztlich über ein paar Seiten nicht hinauskommt, allein diese Vorstellung von Urlaubsbetätigung sagt viel über Helmut Halm aus, den Lehrer, der nichts mehr vom Leben erwartet. Der, obwohl erst Ende Vierzig, bereits in einem lebensträgen Phlegma gefangen ist. Der in seiner Isolation vor dem Leben in stiller Angst vor jeder Geselligkeit, vor menschlicher Nähe, vor sozialen Kontakten lebt. Der in seiner kühlen, abweisenden Natur den einzigen Weg gefunden hat, von Mitmenschen nicht erkannt und durchschaut zu werden. Ohne nahestehende Freunde oder Bekannten, die ihn, seine Lebensweise und Spleens kennen, muss er nicht fürchten, seelisch entblößt zu werden, muss er nicht fürchten, seine Gefühle preiszugeben, die alleinige Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Ein Leben ohne Emotionen - ohne sichtbare Emotionen. Helmut Halm - ein Misanthrop, dem plötzlich aufgezeigt wird, dass seine selbstgewählte Lebensabstinenz keineswegs alternativlos ist, dass doch auch er auf eine leutselige Jugend zurückblicken kann, damals, als er noch der "Ha-Ha" genannt wurde, der Ha-Ha, der jeden Unfug mitmachte. Klaus Buch steht vor ihm.

  • Ein springender Brunnen. Großdruck
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    Liebesroman
    Rezension vom 01.07.2008
    Martin Walser stellt den drei Kapiteln seines Romans jeweils eine essayistische Einleitung voran, in denen er ueber die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Vergangenen schreibt. Der Autor macht sich Gedanken ueber die Selbsttaeuschungen in unsererm Umgang mit dem Gestern. Das Hauptanliegen Walsers in "Ein springender Brunnen" ist, seine eigene und die deutsche Vergangenheit ohne Rechtfertigungsmotiv zu betrachten. Walser schreibt aus der kindlichen Perspektive Johanns, im Gegensatz zu den vorhergehenden Werken aber wieder in Er-Form. Der Roman traegt stark autobiographische Zuege, da die Lebensdaten und das Umfeld des Protagonisten Johann mit dem des Autors uebereinstimmen (M.W. heisst mit zweitem Vornamen Johann). "Ein springender Brunnen" ist somit ein kaum verhuelltes, autobiographisches Erinnerungsbuch, in dem der Autor seine eigene Kindheit rekonstruiert. Das interessante an Walsers Buch ist: durch den Blickwinkel eines Kindes distanziert sich Walser von der damaligen Zeit und schildert sie nicht von der heutigen Sicht aus. Er hat den Anspruch, die Vergangenheit so zu schildern, wie sie war, "dass sie uns entgegenkaeme, wie von selbst" (Spr.Br.,S.283).

    Die Vergangenheit, die Zeit des Nationalsozialismus, wird hier nicht bewaeltigt, da der Roman keine Moral oder Einsicht von heute aus enthaelt. Die Erinnerungen an seine Kindheit sollen sich von ganz alleine als unverstellte Wahrheit einstellen. Walser klagt niemanden an und spricht niemanden frei. Meiner Meinung nach, ist es Martin Walser so gelungen, auf unterhaltsame Art und Weise (das Buch laesst sich im Vergleich zu anderen Walser-Romanen sehr zuegig lesen), seine eigene Kindheit in einer schweren Zeit wirklichkeitsgetreu und ohne die vielleicht erwarteten Be- oder Entlastungen zu beschreiben. Auch altbekannte Walser-Themen werden hier wieder aufgegriffen, wie z.B. die Sprache und das Schriftstellertum, sexuelle Schwierigkeiten und Beziehungsschwaechen, Identitaet und Heimat.