Am Beispiel meines Bruders

von Uwe Timm

Buch

Taschenbuch (154 Seiten)

5. Auflage

Sprache: Deutsch

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Karl Heinz Timm, geboren 1924 in Hamburg, gestorben 1943 in einem Lazarett in der Ukraine - Erst nach dem Tod von Mutter und Schwester fühlt Uwe Timm sich frei genug, über seinen sechzehn Jahre älteren Bruder zu schreiben, der sich 1942 freiwillig zur SS-Totenkopfdivision gemeldet hatte und nicht mehr zurückkehrte.
Der Neunzehnjährige lebt weiter in der Trauer der Eltern, ihren Erzählungen, den sprachlichen Wendungen, die für sein Schicksal bemüht wurden, aber auch in den Träumen des jüngeren Bruders, der kaum eigene Erinnerungen an ihn hat.
Warum wurden diese Träume nach einem halben Jahrhundert immer drängender? Der Impuls, über den Bruder zu schreiben, sich ein Bild von ihm zu machen, von seiner Generation im Nazikrieg, erwächst bei Uwe Timm auch aus der Notwendigkeit, über die Voraussetzungen der eigenen Biographie Klarheit zu gewinnen. Es ist die Frage nach familiären Prägungen, nach Werten und Erziehungszielen, nach Liebe, Nähe und Respekt unter den Bedingungen des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs. Warum hat sich der Bruder freiwillig zur SS gemeldet? Wie ging er mit der Verpflichtung zum Töten um? Welche Optionen hatte er, welche Möglichkeiten blieben ihm verschlossen? Wo ist der Ort der Schuld, wo der des Gewissens bei den Eltern, die ihn überlebt haben?
Uwe Timms neues Buch ist ein bewegender und nachdenklicher Versuch über den Bruder, über Schuld und Erinnerung, es ist auch ein Porträt der eigenen Familie und eine Studie darüber, welche Haltungen den Nationalsozialismus und den Krieg möglich machten, was das mit uns zu tun hat und wie man darüber sprechen kann. Ein schönes, kluges und trauriges Buch, das einen nicht loslässt.

Pressestimmen:

Ein überaus wichtiges Buch." (Frankfurter Rundschau)

"Eine ebenso dichte wie aussagekräftige Familiengeschichte." (Neue Zürcher Zeitung)

"Ein kluges und nachdenkliches Buch, das noch lange nachklingt." (Focus)

"Wunderbar geschrieben - es zeigt die Gebrochenheit unserer deutschen Familienbiographien." (Joschka Fischer)

"Dieses Buch liegt mir sehr am Herzen ... Die Jungen sollten es lesen, um zu lernen, die Alten, um sich zu erinnern, und alle, weil es gute Literatur ist." (Elke Heidenreich)

Produktdetails

ISBN-10: 3-423-13316-3
EAN: 9783423133166
Erschienen: 01.04.2005
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 5. Auflage
Seitenzahl: 154
Länge/Breite: 190mm/121mm
Gewicht: 181 g
Reihe: dtv-Taschenbücher
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Uwe Timm

Uwe Timm wurde am 30. März 1940 in Hamburg geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Kürschner und besuchte das Braunschweigkolleg. 1963 bestand er sein Abitur. Es folgte ein Studium der Germanistik und Philosophie in München und Paris. 1967/68 politische Tätigkeit im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS). 1970-1972 Studium der Soziologie und Volkswirtschaft in München. Seit 1971 freier Schriftsteller. 1971/72 gründete die "Wortgruppe München" und war Mitherausgeber der Zeitschrift "Literarische Hefte". Von 1972 - 1982 gab er die "Autoren-Edition" heraus. 1981 "Writer in residence" an der Universität Warwick, Großbritannien. 1981-1983 Aufenthalt in Rom. 1991/92 Paderborner Gastdozentur für Schriftsteller. Seit Herbst 1994 ist er ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, und des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. 2006 erhält er den Jakob-Wassermann-Preis und Premio Napoli.

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Kundenrezensionen

  • Eine deutsche Familie! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Saidjah Hauck, am 11.06.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Erst nach dem Tod seiner Eltern schafft es Uwe Timm sich mit der Geschichte seines 16jahre älteren Bruders auseinanderzusetzen, der sich 1942 freiwillig zu der SS-Totenkopfdivision meldete und nie zurückkam.
    Sein Leben lang erfährt Uwe Timm die Wertschätzung der Familie für den gefallenen Bruder. Er ist und bleibt der Held der Familie.

    Warum hat Karl-Heinz sich mit 19 Jahren freiwillig gemeldet? Wie ging man in seiner Familie damit um? Wie sah Uwe als Unbeteiligter am Krieg seine Familie und seinen Überbruder? War seine Familie und die Erziehung der Kinder typisch für die Zeit und haben solche Familien den Nationalsozialismus und den Krieg erst ermöglicht? Hätte man anders handeln können oder sogar müssen?

    Dieser sehr persönliche Roman wirft viele Fragen auf, die nicht alle abschließend beantwortet werden können. Nach der Lektüre beschäftigt man sich noch lange mit der Thematik. Ein wichtiges Buch, das auch zur Schullektüre taugt. Sehr lesenswert!

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  • Sehr Langatmig aber interessant Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Zehnder Dominique, am 14.01.2008

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    Ich finde das Buch sehr langatmig! Natürlich sehr interessant, aber langatmig es beschreibt einerseits das Leben an der Heimatfront zu dieser Zeit, andererseits aber erzählt es von einem Jungen der in die Waffen SS geht und da sein Bein verliert. Es ist interessant aber eben man verliert den Faden ganz oft und muss sich dann immer wieder mühsam einarbeiten. Darum bekommt dieses Buch von mir NUR 3 Sterne.

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  • Ich kann es nur empfehlen ... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Heinz-Walter Brandt, am 31.10.2007

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Sicherlich ist das Buch kein Top-Seller. Lesenswert ist es aber allemal. Wie bereits in der ersten Renzension geschrieben, regt das Buch zum Nachdenken an. Ich fand es sehr schön und absolut empfehlenswert. Es ist schon einige Zeit her, als ich es gelesen habe.

    Heinz-Walter Brandt
    Oktober 2007

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  • Regt zum Nachdenken an! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 07.11.2005

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Uwe Timm arbeitet, ausgehend von einem Kriegstagebuch seines Bruders, seine Kindheitserinnerungen auf. Dabei beschreibt er Prägungen und Probleme seiner Familie, die sich sicher auf viele Familien im Kriegs- bzw. Nachkriegsdeutschland übertragen lassen. Ein kritisches, sprachlich und inhaltlich höchst interessantes Buch!

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