Alles, was wir geben mussten

Roman. Das Buch zum Film. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Belletristik 2006

von Kazuo Ishiguro

Buch

Taschenbuch (348 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Kathy ist einunddreißig Jahre alt und arbeitet als Betreuerin. Wann immer sie durch England fährt und hinter Pappeln ein halb verborgenes Herrenhaus sieht, muss sie an Hailsham denken, das Internat, in dem sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Unwillkürlich steigen dann in ihr Erinnerungen an Tommy auf, der sich mit trotzigen Wutanfällen gegen die Ausgrenzung durch die Mitschüler wehrte, denen er nicht kreativ genug war. Seine geheimsten Ängste und Wünsche vertraute Tommy immer ihr, Kathy, an, aber eine Liebesbeziehung ging er zunächst mit ihrer besten Freundin ein, mit Ruth.

Sie alle waren damals in Hailsham gut behütet, aber auch vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Lehrer erzählten den Kindern, dass sie später »spenden« oder »betreuen« würden, aber was sich hinter diesen Begriffen verbarg, verriet ihnen niemand. Im Unterricht fertigten die Schüler Bilder und Gedichte an, und zweimal im Jahr kam eine Respekt erheischende Dame und sammelte die besten davon für eine Galerie ein, die aber keiner der Schüler je zu Gesicht bekam.

Tommy hatte den Verdacht, dass die Aufseher anhand dieser Artefakte entscheiden wollten, ob zwei Menschen wirklich zueinander passten. Denn nur wirkliche Liebespaare, so hieß es in Hailsham, konnten noch einen Aufschub erhalten, bevor sie »Spender« wurden.

Pressestimmen:

Wie wird unsere medizinische Zukunft aussehen? Eine Frage, die sich jeder schon mal gestellt hat. Ishiguros Roman “Alles, was wir geben mussten” entwirft hierzu ein ebenso realitätsnahes wie bedrückendes Zukunftsbild. Im Mittelpunkt hierbei steht die Dreiecksbeziehung zwischen Tommy, Ruth und Kathy, die gemeinsam ihre Kindheit in dem Internat Hailsham verleben. Doch bald schon fallen erste Schatten auf die scheinbare Schulidylle. Alle drei werden Aufgaben zu erfüllen haben. Liebe und Freundschaft werden überführt werden in die klinische Existenz als „Spender“ oder „Betreuer“. Doch wie wird das ihr Leben und ihre Gefühle verändern? Je unaufgeregter und stiller Ishiguro seine Zukunftsvision ausmalt, desto stärkere Emotionen werden beim Lesen erzeugt. Um so weniger Fragen offen von den Figuren gestellt werden, desto mehr brennen sie dem Leser unter den Fingernägeln und werden zum eigenen inneren Konflikt. Ishiguro ist mit seinem Roman ein beängstigendes Psychogramm und ein zugleich packender, tiefschürfender Zukunftsthriller gelungen. 3/07 Anna Baumann

Produktdetails

Verkaufsrang: 5.715
ISBN-10: 3-442-73610-2
EAN: 9783442736102
Originaltitel: Never Let Me Go
Erschienen: 06.11.2006
Verlag: Btb Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 348
Länge/Breite: 189mm/120mm
Gewicht: 321 g
Übersetzer: Barbara Schaden
Reihe: btb
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Kazuo Ishiguro

Kazuo Ishiguro, geb. 1954 in Nagasaki, kam 1960 nach London, wo er Englisch und Philosophie studierte. 1995 wurde ihm der Cheltenham Prize verliehen und 2006 der Belletristikpreis der 'Zeit'. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 28 Sprachen übersetzt. Der Autor lebt mit Frau und Kind in London. 2006 erhält er den Corine-Preis.

Barbara Schaden

Jayne Anne Phillips, 1952 geboren, gilt als eine der wichtigsten amerikanischen Gegenwartsautorinnen und wurde vielfach ausgezeichnet. Sie lebt in Cambridge, Massachusetts.

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Kundenrezensionen

  • Fantastisch und traurig zugleich! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 30.03.2013

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    Das Buch lässt mich bewegt und zugleich traurig zurück. Das Schicksal der drei Freunde im Buch, sowie aller Randfiguren, bewegt einen ungewollt. Man müsste schon sehr gefühlskalt sein, wenn einen die Geschichte nicht berühren würde.

    Ishiguro zeichnet eine Zukunft, die durchaus möglich wäre. Das ist für mich das Beängstigendste dabei! Wir wissen sehr gut, welche Glanzleistungen Menschen durch Wegschauen vollbringen können. Wie sie auf diese Art und Weise ihre Gefühle entkoppeln, nur, um sich nicht mit der Thematik beschäftigen zu müssen und sich rechtfertigen können, das hätten sie nicht gewusst. Erst dadurch ist die Geschichte der Protagonisten so möglich, wie der Leser sie erzählt bekommt.

    Die Geschichte hat es geschafft mich in ihren Bann zu ziehen. Da es aus Sicht von Kathy, in Ich-Form, geschrieben wurde, weiß man als Leser nie mehr, als sie durch ihre Erzählung verrät. Man ahnt, dass es schlimm kommen wird, aber wie schlimm, erfährt man erst am Ende. Zum einen fühlt man sich dann endlich erlöst und zum anderen jedoch sprachlos.
    Die Spannung baut sich deshalb genau durch dieses Unwissen auf.

    Ich war fasziniert davon, wie der Autor es geschafft hat, eine runde Geschichte daraus zu machen. Jeder angefangene Gedanke von Kathy, der nicht sofort ausgeführt wurde, fügte sich später schön und logisch ein. Meines Wissens wurde nichts vergessen, als darauf hingewiesen wurde, dass später näher darauf eingegangen werden würde.

    Interessante Ansätze der menschlichen Psyche / Psychologie werden am Ende angerissen. Ich ertappte mich dabei, wie ich anfing darüber nachzudenken, was tatsächlich für Kathy und die anderen besser gewesen wäre. An dieser Stelle kann ich nicht näher darauf eingehen, da es zu viel verraten würde.

    Ich denke, man darf diesen Roman nicht zu sehr zerpflücken und die Randbedingungen hinterfragen. Wenn man sich in Nebensächlichkeiten verrennt und die Logik darin sucht, verliert sich die Magie der Geschichte. Manches muss man einfach so stehen lassen wie es ist.

    Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben! Absoluter Buchtipp!

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  • Überraschend spannend! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Teresa Müller, am 19.12.2011

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    Zu Beginn kann man den Werdegang der Handlung von Internatsgeschichte zu "Zukunftsvisions-Thriller" nur leicht erahnen, weshalb es unglaublich lesenswert ist. Auch die Frage der Ethik, wie weit dürfen wir Menschen gehen um einander zu retten, wird hier sehr verständlich und angenehm angesprochen.

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  • Klone Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Fugu, am 01.07.2011

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    Klone werden geschaffen, um als Spender abzuschliessen. Haben diese Wesen keine Seele, kein Recht auf Gefühle und ein selbstbestimmtes Leben? Kazuo Ishiguro geht das Thema Gentechnologie und klonen sehr leise und dezent an. Er redet fast schon um den heissen Brei.
    Die Geschichte ist sehr ruhig und auch gut geschrieben. Mir persönlich war es aber schon fast zu langweilig für so ein brisantes Thema. Es muss ja nicht immer reisserisch sein, aber hier was es mir ein Tick zu langatmig.

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  • Überwältigend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 27.04.2011

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    Eigentlich bin ich über Haruki Murakami auf diesen Autor gestossen. "Alles, was wir geben mussten" ist das erste Buch, welches ich von Kazuo Ishiguro gelesen habe. Ich bin hingerissen von der detaillierten Beschreibung der Gefühlswelt der Protagonisten.
    Gerade der sachliche Schreibstil trägt dazu bei, dass man in einen gleichen Zustand verfällt, den man gerade liest. Viele der beschriebenen Gefühle und Gedanken kennen wir doch alle!
    Die ganze Geschichte ist ungemein spannend, man weiß nie so genau, um was es geht und möchte es unbedingt herausfinden. Ich werde mir jetzt einige weitere Bücher dieses Autors "reinziehen".

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  • Alles was wir geben mussten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Anne, am 25.01.2011

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    Der Roman behandeld das Leben von Kathy die im Internat Halisham aufwuchs und für eine ganz spezielle Zukunft ausersehen war.
    Sie ist als Klon zur Welt gekommen und wächst mit anderen isoliert auf.
    Viele Fragen bleiben den Kinder die langsam erwachsen werden unbantwortet.
    Beklemmend wird einem die Situation von Organspendern bewusst und leben, die nur dafür ausersehen waren als Lebensretter für andere zu dienen. Ein sehr starkes Buch zum Nachdenken.

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  • Spannend, aufwühlend und beklemmend ! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andreas Hack, am 25.01.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Dieser Roman beginnt ganz harmlos: Eine junge Frau erzählt von ihrer Zeit in einem englischen Internat, schwelgt ein wenig in Erinnerungen, weiter passiert nichts. Doch bald merkt der Leser, dass in diesem Internat etwas anders ist, etwas nicht stimmt....
    Mehr will ich hier über den Inhalt nicht verraten, denn der Roman liest sich noch fesselnder, wenn man vorher nicht weiss, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt.
    Der Sprachstil dieser Geschichte ist schlicht, sachlich und unaufgeregt. Aber gerade durch die einfach gestrickte Sprache wirkt die Ungeheuerlicheit des Erzählten noch erschütternder.
    "Alles, was wir geben mussten" ist ein bewegender Roman, der einen nicht so schnell wieder loslässt.

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  • Parabelleben Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Benjamin Haase, am 27.08.2009

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    Die Jugendlichen, die in dem Internat „Hailsham“ aufwachsen, bekommen schon frühzeitig den Eindruck vermittelt, dass sie etwas Besonderes seien, auf sich aufpassen und sich für die „Spenden“ vorbereiten müßten. – Was man anfangs nur deutlich ahnt, wird bald zur Gewißheit: Diese Schule ist ein Observatorium für Klone, die irgendwann ihren „Originalen“ zur Verfügung stehen sollen. Als das Gerücht auftaucht, dass man sich von den Spenden freistellen lassen kann, sofern man beweist, dass man einen anderen Menschen wirklich liebt, macht sich eine Gruppe auf die Suche... Das ist für mich nicht nur ein aktuelles Veto, sondern eine Parabel auf die menschliche Existenz!


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  • Alles, was wir geben mussten Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Odilie Pressberger, am 28.04.2009

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Ein englisches Internat, in dem Kinder leben, die keine Eltern haben, keine Geschwister. Sie dürfen nicht raus. So nach und nach beim Lesen erfährt man deren Geschichte. Und, ich verspreche Ihnen, sie ist zum "Luftholen" ! Im Herbst 2005 schrieb die FAZ in einer Rezension : "Es ist ein Meisterwerk". Und jedes Mal, wenn ich dieses Buch wiederlese, denke ich: "Ja, die Zeitung hatte recht !"

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  • Ein spannend-literarischer Roman über die Grenzen der Gentechnologie Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Silke Schröder, am 05.01.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die jungen Leute in Kazuo Ishiguros Roman stellen selten etwas in Frage. Für sie gibt es nur die kleine abgeschlossene Welt des Internats mit seinen unumstößlichen Regeln. Und auch der weitere Lebensweg von Kathy, Tommy und Ruth scheint bereits bis ins Letzte vorhergeplant zu sein. Sie gehen ihn ohne Widersprüche – nicht jeder hat schließlich den Mut, in unsicheren Zeiten die vertrauten Pfade zu verlassen.

    Es ist eine Welt, die unserer in mancher Hinsicht sehr ähnelt und die doch ganz anders ist. Denn Kazuo Ishiguro befasst sich in Wahrheit mit der aktuellen Debatte über die Genforschung und ihre Grenzen. Eine Diskussion, die noch lange nicht zu Ende ist. Sehr empfehlenswert. Aber Achtung: Beenden Sie dieses Buch niemals Montagmorgen!

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  • Originell und interessant Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 18.01.2007

    0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Kazuo Ishiguros 6. Roman, meiner Meinung nach jedoch nicht sein bester. Nachdem ich bereits 4 seiner Bücher gelesen habe und alle ausgezeichnet waren, war ich ein klein wenig enttäuscht, dass dieser nicht noch besser war, aber was kann man schon verlangen? Dieser Roman wird - wie von Ishiguro so oft gemacht - von einer weiblichen Perspektive erzählt, von Kathy. Wie immer von Ishiguro, schön erzählt, mit gut entwickelten Charakteren. Wie von einem Rezensenten bereits erwähnt, kann man bis zum Ende eigentlich nur erahnen, um was es eigentlich geht, was das Ganze geheimnisvoll und andersartig macht. Trotz des Unwissens des Lesers fehlte mir jedoch ein wenig Spannung, ein wenig Biss, um diesen Roman zu einem wirklich erstklassigen Schlager zu machen, den man beim Lesen nicht weglegen kann. Er bekommt von mir 4 Sterne aufgrund seiner Originalität und den üblichen Tugenden von Ishiguro. Empfehlenswert für alle, die nicht unbedingt einen sehr spannenden Krimi brauchen, um weiter zu lesen. Jedoch sollte dies meiner Meinung nach nicht das erste Buch Ishiguros sein, das man zur Hand nimmt, sondern erst nachdem man 1 oder 2 seiner Titel bereits genossen hat. Unten diese Titel.

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